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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1891-10-01 · N° 40. (1.10.1891) · p. Seite 158

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
20 (1891)
Issue
N° 40. (1.10.1891)
Date
1891-10-01
Page
Seite 158 (sequence 4)
Language
German
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- 158 2. .תירה ותפלר. Gebe(• and Rdigionsbuch für die reifen Jagend. Usbersetzangsbuch za den Gebeten der Oberstufe. L Theil, 240 S. (Verfasser and Ver• leger sind dieselben.) Besprochen ▼on J. Herzberg-Bromberg. Die Methodik des hebräischen Sprachunterrichts, besonders wie er in unseren RcligioDsschulen za ertheilen ist, ist noch immer nicht in einer Weise behandelt worden, dass namentlich dem angehenden Lehrer ein sicherer Wegweiser bei seiner Tbätigkeit in der Schale | dargeboten weiden kann. Man glaubt dadurch den i Unterricht zn tördern, dass man den Kindern Ueber• ■ Setzungen in die Hand giebt, damit jene selbst sich ' vorbereilen und in der Folge wiederholen können. I Um dies za erleichtern, hat man in verschiedener Weise die Uebertragung dem Texte beigefügt, indem man entweder die Uebersetzang einfach unter den Text, oder neben denselben stellte, oder endlich neben oder unter jedes einzelne Textwort die ent• | sprechende (lebersei zang seizte. Die verschiedenen, für den ircimlgebrauch bestimmten Uebersetzangs• biicher haben tlieils die gegenöberstellende, theils die ] Interlinear-Uelersetzung.'j Die letztere Methodik finden wir in dem bekaunten Japhet’scheu Gebetbuche, die erstere in den berüchtigten Wiesen’schen Büchern. Der Herausgeber des obeu genannten Uebersetzuugsbuches הנו" דנערים wendet die gfgeniibeistelletde Methode an, sein Buch unterscheidet sich demnach in keiner Weise von dem erwähnten Wirt ersehen, nur dass dem Lehrer die Auswahl des zu behandelnden Steiles erspart bleibt. Es kann daher nicht behauptet werden, dass mit der Herausgabe diese« BacLes einem Mangel ab• geholfen woideii ist, weil ״Derartiges“!angst vorhanden war. Nicht die Kinder, sondern die Lehrer vermissen auf das Schmerzlichste eine schulgemässe Behandlung des ersten hebr. Uuierrichtsstolles. Die Kinder sollen und miisseu in der Schule jeder Urbersetzung eulrathen, sie düilen hier nur den Text in Hauden haben, andern• falls der Lehier die Schüler Lei Zulassuug vou Ueber• Setzungen in der Klasse znTauschangeu geradezu zwingt, ihre Aufmerksamkeit schwächt und ablenkt und sich selbst der Controle beraubt. Es kann daher im Interesse eines gedeihlichen Unterrichts, der aut Ehrlichkeit basirt, nicht genug vor solcheu Hülfsmittelu gewarnt weiden. Abgesehen vou der Verwerflichkeit solcher söge• nannter ״Eselsbiückeu*, weist zudem das vorliegende Buch noch mancherlei Mängel aut. Wir haben bei Uebersciznngeu wohl zu beachten, welchem Zwecke sie dienen sollen. Eine Schulüber• setzung wird ganz anders geatlet sein müssen, als eine solche, die der Erbauung Erwachsener dienen soll. Wahrend jede andere Uebersetzung, die gottes• dienstlichen Zwecken dient, einen gewissen!Schwang | des Ausdrucks nicht eutbehreu kann, um bei dem : Lesenden die erforderliche andächtige Stimmung j hervorzurufen,' müssen wir unter allen Umständen > von einer ächulüberseizuug Worttreue und Consequens bei der Uebertragung fordern, weil hier nur die Be• lebrung, die Gewinnung eines hebr. Wortschatzes ins Auge gefasst werden muss. Diese Wortueue muss selbst aut Kosten der regelrechten Satzbildui.g vor• läufig iesigebalten werden. Die Glieder eines hebr. Betzes stehen nun einmal iu einer amleien Reihen• folge, als die eines deutschen. Dagegen steht es ja *) Nur llthmers Uebersetzungsbücblein tur di« Schuljugend ״Tetilla kezara' (Ours. 1 uud 11) macht vou alleu derartigen una bekanntet! Schulbüchern ciue rubiulicbe Aufnahme; es giebt dem Schule! (m eiueui Auhauge; uur die Vokabeln, Sleicbsam als Bausteine Hr die l'ebetst'.zuug, die er mii Hille er leiehuaa.i.chen, l.eigetügien grammatischen Kegeln selbst zasamtneulugeu kann dem Lehrer frei, den Schüler die Uebersetaang allein in regelrechter Folge im Zusammenhangs hersagen 1a lassen, wenn er mit der Uebertragung dea Urtextes vertrant ist. Die Consequens zeigt sieh bei einer Uebersetzang darin, dass ein Textwort überall, wo ea wiederkehrt, mit demselben deutschen Ausdruck wiedergegeben wird, andernfalls das Kind nnsioher wird und eine enge Verwirrung einreisst. Die Worttreae in dem erstgenannten Buche ist wohl anzuerkennen, anders verhält es sich hiermit in dem letztgenannten. Doch wird dieser Pankt bei Besprechnng dieses Theilea näher crörtet werden. Gegen die Consequens aber verstösst auch das erstgenannte Bach an verschiedenen Stellen. Das Wort DSS wird Seite 70 mit ״Decke", S. 75 mit ״Hütte" übersetzt. S. 10 n. 14 heisst es: ״ מעשה ברא?5יתdas Werk der Schöpfung" (?); dagegen S. 80: ״ זכר למעשה גראשיתznr Erinnerung an das Werk des ADtaugs“. Was nun die Uebet״etzung selbst au belangt, so zeigt sie, da«8 der Verfasser sich zaweilen von sonderlichen Ideen leiten lässt und ganz eigene Bahnen wandelt. So wird S 2 übersetzt: .״ אשר נתן לשיעי* כעדwelcher gegeben dem Verstände die Eiusicht (!?)“. Es ist diese Uebertraguug gegen jedes Herkommen. Wohl muss zugegeben werden, dass das Wort שכר, das wir Jjob amreffen, mit dem Begriffe ״Verstand*‘ zu iudeutifizireu ist, doch müssen wir aut der anderen Seiten berücksichtigen, dass im Laute der Zeit gar viele Wörter Nebeubedeutungen erhalten haben, die auf gewisse Auslegungen beruhen. Be>ou 'ers ist das Netibebiäische reich an solchen Wörtern. Das Wort שכד hat auch eine solche Nebenbedeutuug erhalten. Dies erhellt aus gar vielen Stellen des talniinliscuen Schriluhams׳. So heisst es Wajikra rabba 25 בצרכיא צווהין להדננירתא סכד. Ueber den Ursprung der Bezeichnung שכד mit HahD, sowie über den Grund des betreffenden Segen«sprncbes heisst es: תרנגול נקרא שכר. ומברנין בינתי שה־א מצרכי כד ארם שיעמדו לקילו ממט־]. In diesem Sinne übertragen denn auch hier die namhaftesten Uebei Setzer (Sachs, Landau u. s. w.) שכר mit ״Halm“. Es ist aaoh gar nicht eiuzusehen, dass eine zwingende NothWendigkeit vorliegt, gegen die Tradition zu übersetzen. — Der Stamm: 3רך wird allemal mit ״segueu“ übersetzt, was eulschieJeu falsch ist. So heisst es: 1אכרכה שמך ״utid .eh ,.segne“ Deinen Namenוחסידיך יברבובה;״ ״und Deiue Frommeu ״segnen“ Dich“; ״ תתברךsei gesegnet“; ״ ומברכיםund segueu“; ״ לאל ברוךGott, dem Gesegneten“; u. 8. w. (Forts, folgt) Litterarische Notizen. Den Midrasch rabbah zu Kobeleth 10,20 בי צוף השמים יוליך את הקול.. זה צורב בחכמת מיארין betreuend, hatte llr K&minka in Ko. 31 dieses gesch Blattes eine griechisch• lömiscue Legende vom Raben iiu •Sterubilde zur Anwendung gebracht. Es sei auch mir gestattet, den Midrasch im Zusammenhange mit dem Bibellexle za erklären Zunächst sei bemerkt, dass das Wort טיאריל cm arabisches Wort iu der O enetiv-Fonn des Plurals ist and ״Vögel* bedeutet.!טאר als Verbum heisst ״(liegen*) [חכמת ט'ארי bedeutet souacu nicht nnr die Geflügelkünde, sondern, wie es der Comiueutar ,אמרים C1D'CKU zum ungezogenen Midrasch erklärt, dass Katurleben der geüoderten Welt (חכמת שיחת צופות)! dessen Kenntniss in Arabien’# Katurvoike verbreitet war. Der Midrasch sebeiut in dor Periode der letzten Ueouäer veranlagt worden zu sein, in welcher srabische Sprache und Wissenschaft so sehr verbreitet waren, dass die terinini aus dem Arabischen mit den jüdischen Texten sich verschlungen hatten Der Sinn des Hibeliextes ist demnach, nach der Auflassung des Midrasch, lolgeuder: ״Auch in der Vertraulicbkeit schilt nicht den Kouig und such im Schlafgemach fluche nicht den durch irdische Güter Mächtigen; denn, was dieltaben schreien, das redet derVo׳el ,der Adler) in den Höhen׳‘. Hüte Dich daher auch im Verborgenen. Späher schwatzen wie die Haben über Dich, und die Macht verkündet gar leicht von oben ein Dir verbkngnissvoiles Wort. Dr. N. Verantwortl.Uedactca. ür.ltabmer,Magdeburg. Druck: UendixA II u hu, (tr.D.L. Wolttj Magdeburg. Verlag: Hob.Prieea, Leipaig.

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