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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1891-08-13 · N° 33. (13.8.1891) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
20 (1891)
Issue
N° 33. (13.8.1891)
Date
1891-08-13
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Jüdisehes Litteratur Jahrg. XX. Blatt. 2v KeleifhtiRK Aller J1d«nth1■ ind Jade• ketr#ffende■ IJttarariarlie• F.r• •ekelaaagan *af de■ Gebiete der Philo• ■Ophie Geschieht®, Etkaoffraptife, Theo* lOfle Orfeatalla, Exepeee, Homiletik, Lltarjrfk 1. Pidaroirik• Hertasgegeben ▼on Rabbiner l)r. Moritz Rahnier. 9TLa<j9e&ut<^, 13. du^u5t 1S91 Bieber 4er eisecMiflieu Utieraiar, welebe der Redirt.on 11K«M1dt werde•, (lade• la dlewa Blatte eiareheade Beepreehaet Bet Klaeeadanr ▼on ivel Beeeasio••!• KxeaipUrea erfolft etamalt*• karse G retii-l»nertlo«. Das ״Jüdische Lltteratnr-Blatt“ erscheint wöchentlich in einem halben Bogen. Preis bei allen Buohh&ndlungen (in Leipzig bei Robert Friese) pro Jahrgang 8 Mark. 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Die Herzogin von Berwiek und Alba, Gräfin von \ Siruela, hat unter dem Titel ״Ausgewählte Urkunden des Archivs des Hauses Alba“ soeben in Madrid ein "Werk herausgegeben, das in seinen sechshundert Seiten eine Fülle des kostbarsten Stoffes für die Staaten-, Kunst- und Cuhurgeschichte Europa’s bietet. Der stattliche Band ist leider nur in einer Auflage von dreihundert Exemplaren erschienen. Dasculturgeschicht lieh vielleicht werthvollsteStüok dieser Urkundensammlung— heisst es in der Beilage zur Münchener ״Allgem. Zeitung“ — ist die Denkschrift David Ebrons aus Constantine (9.Dec.l597) an den König Philipp II. Derselbe stellt sich im Eingang als Jude vor, der in früher Jugeud uaoh Nordafrika geflohen sei und von dort aus dem König in Indien, aber auch in den verschiedensten Theilen Afrika’s stets gedient habe. Er habe für den König Ortschaften angelegt, Länder entdeckt und erobert; und was in den letzten fünf Jahren in Sumatra gegründet worden, verdanke ihm den Unterhalt; von dort sei er zu Lande nach Peru gegangen und habe dem König in Huancabelioa gedient; die für den König so vorteilhafte letzte Verpachtung des Quecksilbers sei aut sein Betreiben ei folgt; er habe dem König 00 und etliche tausend Pesos für die kleinen Flotten, die jährlich von Lima und Panama kamen, und ebenso viele damit erspart, dass dort Galeeren eingeführt wurden. Durch Ränke zweier Beamten, die er nennt, sei ihm das Verdienst der letzteren Leistungen vorenthalten worden. Aber dasselbe könne durch den Handelspräsidenten für Indien 111 Sevilla, Gutierrez Flores, bezeugt werden, ״ich bringe dies aber nicht in Erinnerung, um von Ew. Majestät Lohu zu empfangen, sondern damit Ew. Majestät sehe, wie eifrig ich, ein heimlicher Hebräer, unter so grossen Gefahren überallhin gegangen bin und Ihre Reiche nur verlassen habe aus Furcht, ausserhalb meines I Gesetzes zu sterbeu, welches nach meinem Glauben das wahre ist, das der Herr gab, der Himmel, Souue und Mond, Meer und Erde und Alles darauf geschaffen, und welches auch dasjenige Ew. Majestät ist. Ich erinnere daran nicht, um mich zu beschweren, dass mir meine Dienste uicht gelohnt wurden, denn so grosse und so wichtige kann ich von hier aus noch, ohne drüben zu sein, Ew. Majestät leisten; nur aus alter Liebe zu Ihrem königlichen Dienste, und damit das Gedächtniss dieses Hebräers und seiner treuen Dienste für Sie bleibe, will ioh bei dem ausharren, was mir in die Hand gelegt worden. Möchte es doch Gott gefallen und es in Ihren Reichen Juden gebeu, wie sie vom Papst in Rom geduldet sind und in Venedig, Mailand, Neapel, in ganz Apulien, Ragusa, Florenz, Pisa, Ferrara, Mantua und ganz Italien, und die hier in Constantine, und die schou genannten und die tu der Berberei, und möchten sie aus dem einen Theil Ihrer Reiche in den anderen wandern und in denselben Verhältnissen leben können wie anderwärts; dann würde auch ich nicht aus Ihrem Dienste treten, und Ihre Länder würden grösseren Reichthum an Handelswaaren haben, — ist es dooh nicht zu begreifen, warum Ew. Majestät uicht dieselben Vortheile geniesseu soll wie Andere — und Ihre Heere und Kriegsunteruehmungeu gegen Lutheraner und Ketzer uud andere Feinde würden erfolgreicher sein als seither.“ Im übrigen erklärt dieser merkwürdige Jude, er habe nichts dagegen einzuwenden, dass die Inquisition in Spanien gegen Juden einsohreite, die sich freiwillig zum Christenthum bekehrt haben und hinterher dooh Juden bleiben wollen. Er macht sodann den Köuig aufmerksam, dass er binnen zwei Monaten, ohne Jemandem wehe zu thun, aus Lima mehr als 200,000 Pesos baares Geld in den königlichen Schatz fliessen lasseu könne; ebenso könne er an einem einzigen Tage, weuu der Köuig den betreifenden Befehl gebe, ihm aus Santa-Fe im ueueu Königreiche Grauada mehr als eine Million Gold verschaffen. Auch noch von anderen :schätzen ist die Rede, die David Ebron für den König heben könne. Von einer überfliesseuden Beredsamkeit aber ist er, wo er von den diebischen königlichen Beamten spricht. ״Schade um all das Geld Ew. Majestät, das in Indien uud Spanien gestohlen wird; ich könnte mich zu Tode ärgern, dass den ganzen Schatz Ew. Majestät heute Ihre Verwalter uud Minister besitzen! Wenn ich, grossmäehtiger Herr, von den gro.- eu Diebstählen reden möchte, die au Ihnen in Sevilla verübt werden, und von dem Räubergesiudel, das dorthin kommt uud das sich an Ihrem Hofe befindet! — — O Mund, wenn du spreoheu möchtest

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