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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1891-07-09 · N° 28. (9.7.1891) · p. Seite 110

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
20 (1891)
Issue
N° 28. (9.7.1891)
Date
1891-07-09
Page
Seite 110 (sequence 4)
Language
German
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— 110 — / Litteraturbericht, Hecensionen. Das Problem der Prophetie in der jüd. Religionsphilcsophie von Saadja bis Maimüni in seiner geschiehtliehen Entwicklung dargestellt von Dr. Neumann Sandler. Breslau 18111. Der Verf. hat sich mit dankenswerthem Eifer der Aufgabe unterzogen, in wissenschaftlicher und durchaus klarer Darstellung aut Grund der Quellen und in stetem Hinweis auf die einschlägige arabische und moderne Litteratur den Entwickelungsgang darzustellen, den das in der jüd. Religionsphilosophie des Mittelalters vielfach behandelte, auch heute noch nicht befriedigend gelöste Problem der Prophetie bei den jüdischen Religionsphilosophen genommen. Wenn auch nur die jüd. Denker von Saadja his Maimüni eingehender berücksichtigt sind, so erhalten wir doch durch die Einleitung, in welcher uns die Ansichten Philo’s und des Talmud’s mitgetheilt werden, sowie durch den die abweichenden Lehren der Nachfolger Maimüni’s kurz skizzirenden Schluss eiue Uebersicht über die gesammteu Lösuugsversucbe, die das Räthsel der Prophetie bei den jüd. Denkern überhaupt gefunden. Indem wir uns eine ausführlichere Besprechung noch Vorbehalten, empfehlen wir die mit Fleiss und Sorgfalt gearbeitete und viel Anregendes bietende gelehrte Schrift einem weiten Leserkreise, Breslau, .'1. Juli. flau. Litterarische Notizen. Nicht nur der הכותב in der Vorrede zum En Jakob konnte den traglichen Midrasch nicht finden, sondern der viel beleseneie und midraschkundigere*) Samuel Jäte, der Verfasser <1es יפה מי־אה zu den Agadoth des Jeruschalmi. bat ihn auch nicht finden können und erklärt ihn als .Machwerk eines witzelnden Jünger*'1. Zn Jeruschalmi Nedarim Perek 0 § 3 citiert er (Jafe) sowohl ש״ ט p שם טוב als auch den Verfasser des E11 Jakob. "Während er zugiebt, dass sich die Stelle, wie *) Ich halte Jafe daiuin für belesener und midraschkundiger als Clmhib: a) weil Letzterer sagt, dass er nur in den שיתא ם*דרי nach gesucht habe; b, weil ihm fChabbi) der ganze Jeruschalmi nicht zu Gebote gestanden, wie er in der Vorrede :׳.um 2. Theile ausdiücklich gesteht und c) weil Jäte zu sämmtliehen Rabboth Coimientare geschrieben (יפה תאר יפה מול und יפה ענר), in denen er wiederholt, wie auch im יפה מראה, die übrigen Midraschim: מ׳ ההרים, שוחר טוב. תנחומא מ׳ ׳טמואל׳ מ׳ משלי citiert und dem יפה מי־אה •m Schlüsse: מפתהות מאגדות הירושלמי zn sämmtlichen Midraschim beigegeben. Herr Dr. A. Berliner, der Obmann der מקיצי נרדמים, butte meines Erachtens ein viel verdienstvolleres Werk vollbracht, wenn er das ,יפה רבדיקד, Realwörterhnch zu sämmtliehen talinudischen und midraschischen Agadoth von Samuel Jat6 (vgl. Asulai s. v.) hätte drucken lassen, anstatt des יהודה יצרה von Jehnda Seni di t'ologua, dessen 2 Thsil blo«8 einige systemlose Auszüge aus den einzelnen Capiteln des Midrasch Kahlia bietet. Auch sonst kann dieses Buch den übrigen uuter der fachmäunischeu Leitung des Dr. Berliner erschienenen Editionen der מקיצי נרדמים nicht Stand halten. Der Druck und das Papier ist elend, die Bogen- und Seitenzahlen sind, wie bei den galizischen Druckei eien, mangel- und fehlerhaft und die Bearbeitung beziehungsweise die Ergänzungen höcnst unwissens• haftlieh. Bei aller Hochachtung die wir für das talmudische Wissen des Rabbiners lsak llirsehensohn V'J hegen, müssen wir gestehen, Jrss Bemerkungen, wie die über אלוכרוביז J1 S. 03 und 50 (54) nicht am Platze sind; einfache, olfenhaie Diig« diinen nicht verdreht werden; vergl. Buber, Pesikta dr. lvahana S. ia Amu. 7'J. Das Ci tat entspricht auch nicht den Intentionen des \ erlassers, sonst hätte er die Stelle Vajikra rabba cap. 32 oder Schir. rabb. cap. 1,7 excerpirt. V sie ש״ט •»führt, irgend in einem Midrasch finden könne, n wen! er aach ihm, Jafe, unbekannt sei und auch im gegebenenXPall«, die Erklärung Sehern Tob’s als richtig findet, erklärt der in Bezug auf den vom En Jakob citierten Midrasch: ולא ואאמין הוד,נךםחה הזו מחדר שאי? לו הבנה] לפי הפשט ופי׳ הנד הישגיי אלא אחד מן התלמידים המציאו להתגדר בפי׳ הלציי תה (1. c. Edit. Amsterdam 1727 folio 148a).*) Sodann schreibt jafe: ופעל (**תהרה לדוד בח־־א פ* לו* הביא לשון אנדחנו ויש בה תוספת ר׳ תנחומא אומר בצלם אלדדם ברא אותו כ£־ל גדול בתורה ופי־ בה ב׳ פנים. ודא אאמין במצי• אגד בלשה הזה נם פירושיו צריה דברי הבאי• Die letztere stelle kommt allerdings in den bekannten Midraschim nicht vor; aber es scheint, da«s Jehuda Messer Leon bezhw. dessen Vorläge den Ausspruch R. Tanchuma’s meint, der sich Bereschith Rabba cap. 24 § 7 findet und den Aassprach Ben-Asai’s ergänzt. Eben so lässt sich genau ermitteln, woher der Vertasser des ם׳ אהל יששכר den Herr Dr. Wiener (No. 22, S. 80) citiert, sein Citat genommen Der יפה תאר zum Bereschith Rabba steht mir hier nicht zu Gebote; wie ich mich aber zu erinneru glaube, citiert Jafe auch dort ׳zu der fraglichen Stelle cap. 24.7 den vom Vertasser des En Jakob angeführten Midrasch. Der Verfasser dos ספר אהר יששכר hat nun irrigerweise den Text des Midr. rabba und den Midrasch im יפה תאר zu einem מדרש vereini’t. Möglich das im Texte des אהל יששבר 'D in Folge eines Druckfehlers der Hinsweis aut יפה תאר ausgefallen ist. Dr. Gold iah n. IMc liturgische Frage des Herrn L. Cohen-Rees a. R. aus No. 25 dieses Blattes kann, nach meinem Dafürhalten, nicht besser und zutreffender beantwortet werden, als dies in der gesell. Redaktions-Note das. kurz und bündig geschehen ist. — Es wären nun treilich, da unzweitelhait von den vier Elementen in der Hymne (שיר היהוד) die Rede ist, die aas II Samuel 10,13 entlehnten Ausdrücke כל צפר לא יצפרך angebrachter gewesen, als die, wie es scheint, durchaus nicht dutti^e Redeblüthe כל טנפת לא תטנפך; da ja doch טנפת im Vulgär-Jüdischen tür ״Uurath“ gehalten wird. Gleichwohl ist der letztere Ausdruck, wenn auch nicht schön, so doch korrekt gewählt, sofern or sich von צפר dadurch unterscheidet, dass er nicht nur Erdenstaub, sondern ״Staub“ überhaupt (צפרורית) und in der Verbaltorru ״hestäuben“ bedeutet. — Es geht dies deutlich aus der Mischnah Baba bathra 33 b her’ ׳r, wo vom Staube die Rede ist, der von Früchten abfällt, -md ist im Talmud Baba kama 3a im ähnlichen Sinne die Fofm des Zeitwortes zur An- Wendung gebracht. (Vgl. Aruch s. v.) Inhaltlich aber verherrlicht das Lied den von allen sinnlichen Schranken freien, von der stofflichen Welt ihren Elementen und Kräften uuabhängigen einzigen Gott, welcher Inbegriff ist des höchsten Seins von Ewigkeit zu Ewigkeit. Dr. N.1) Magdeburg. Unter dem Titel ״The Pulpit and the Bar“ (Katheder undGerichtssaal;veröffentlichte Re v. S. Mendelssohn, Dr. jur. in Wilmsngton, ein wichtiges Werk über ״das Criminalrecht der alten Hebräer“. Herr Dr. Jastrow in Philadelphia schreibt über dieses Buch: ״Durch die Zusammenstellung der Criminalgesetze der alten Hebräer hat Herr Dr. Mendelssohn eine sehr schwierige, aber unentbehrliche Arbeit unternommen. Ich kenne kein Buch, weder in englischer noch in einer andern lebenden Sprache'**) welches den fraglichen Gegenstand in so svstematisener und das moderne Gesetz berücksichtigender Weise behandelt Dem Vertasser, der zu diesem Zwecae das englische Gesetz gründlich studirt hat und dabei mit dem Talmud und dessen zahlreichen Commentaren vollkommen vertraut ist. ist es gelungen, ein Haudbuch zu schaffen, welches tür die Studierenden der Rechts- und Gulturgeschichte eben so interessaut und lehrreich, als auch correkt und bündig ist.“ *) Diese Ausgabe fehlt hei Frankel, Einleitung in den JetuschalmiS. 130a: derselben sind Anmerkungen von R. Ahraham Iteliu und Auszüge aus dou כבוד חכמים des Simon Wolt Piutschuv beigedruckt. Auch das כבוד חכמים gedruckt in Hamburg 1703 (das ״J־|“ von א ת״" muss hinzugerechnet werden und ist nur irrthümlich klein gedruckt) tehlt hei Frankel I. c. **) Vgl. darüber, Benjakoh, Bücherschatz, S. 610, No. 44• ***) In d e u t s c h e r Sprache ist eine ״vergleichende Darstellung der strafrechtlichen Gesetze der Israeliten, Athener und Römer“ von Dr. Samuel M ey e r, Rechtsanwalt in Ilechiugen (Trier 1870 erschienen. R. ’) Ihre nachträglichen Bemerkungen über תמדום folgen in nächster Nr. (Red.) Verantwortlicher Redacteur Dr. Rahmer, Magdeburg. Druck von D. L. Wolff, Magdeburg. Verlag rou Robert Friese, Leipzig .

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