Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 20 (1891)
- Issue
- N° 27. (2.7.1891)
- Date
- 1891-07-02
- Page
- Seite 106 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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— 106 — Ordnung der den Alineas derTosiphta parallel laufenden Boraithoth in Babli und Jeruschalmi hergenommen sind. Mir ist gerade folgendes Beispiel aus Pea zur Hand: den Passus בער הבית שנתן פאה לעניים אין רשאי שיאמר להם טלו ורע ותנו פשק זב, ist vom Herausgeber; aus Perek II der Editt. zu P. 1Y gezogen. Letzteres geschieht aber auch in Jerusch. Pea, auch dort ist dieser Passus unter P. IV subsumirt, vgl. Anf. Jer. , Pea IV. Umgekehrt hält Schw. mit Umstellung zurück,! wo er sie im Hinblick auf Jerusch, hätte consequenter Weise vornehmen müssen, wo sich ihm nur noch : irgend ein rotlier, wenn auch nur dünner Faden, die j leiseste Ideenassociation, bei sonst Getrenntem zeigte, : wie bei Alinea לא הזכיר נבורת גשט*׳ Tosiphta Ber. IV | der Editt., auch von Schw. an dieser Stelle belassen, obgleich derselbe gefühlt, dass nähere Beziehung diesen! Absatz vielmehr hinter Per. V M. 2 weist, wo auch j Jerusch, diese Halacha hat, und sieht sich unser Herausj geber genöthigt, in N. 9li des Commentars in P. IV j die Stellung in den Ausgg. zu rechtfertigen. Uebrigens j unterlässt derselbe nicht, von jeder im Texte vorgenommenen Umstellung in dem Commeutar in einer Fussnote daselbst Rechenschaft zu geben, wonach das Auffinden solcher Tosiphtn-Stellen in dem bisherigen Ausgg. gar nicht schwer fallen kann. (Schluss folgt.) Recensionen. \ocl■ einmal צולם C*w\ Sie haben, geehrter Herr Hedacteur, mir die Zuschriften der Herren A. M. Weissmann und I)r. S Kuh in Übersandt. Ich ersehe daraus, dass die Herren mein l'rtheil über die Schritt עולב Ci״ nicht billigen und meine Ausführungen nicht gutheissen. Das ist ihr gutes Hecht. Ich verdenke es auch dem Herausgeber nicht, der viel Mühe aut die Drucklegung des Werkes verwandt, wenn ihm die nüchterne Beurtheilung des Kecensenten, welcher dem Werke שם צולב keinen Geschmack abgewinnen kann, nicht behagt Die Herren gerathen aber darüber in Harnisch und gewaltigen Zorn. Sie lassen sich sogar zu gehässigen Insinuationen und zu persönlichen lnvectiven gegen mich hinreissen. Ich müsste hier sagen: שנאה קלקלה השורה• Die persönliche Gereiztheit der Herren stellt ihrer guten .Sache kein günstiges Prognostikonaus. Auf das Gebiet der persönlichen Verdächtigungen kann, werde und will ich den Herren nicht lolgen. Ich will vielmehr bei ihnen die bona fides voraussetzen und mich im Einzelnen aut tolgende sachliche Bemerkungen beschränken: 1. Ich bin den Herren Weissmann und llubin dankbar dafür, dass sie mir Veranlassung bieten, einen lapsus Calami richtig zu stellen. Durch ein Versehen von meiner Seite ist die eingehend und schön geschriebene Einleitung (p. I.—XXIV.) talschlich Herrn Rubin vindicirt, während, wie ich nun sehe, Herr Weissmann durch seine Namenszeicbnung sich zum Autor der Einleitung bekennt. Irre, geleitet hat mich zunächst die Angabe aut dem Titeibiatte: ועתה יצא לאור עם מבוא גדול להחכם המפואר שלמה המכונה דוקטור רובין. Dazu kommt noch, dass mir bei Ucbersendung des -. Theiles nur der erste! Bogen der Einleitung (p. 1.—XVI.) zuging. Auch fehlten die j letzten Hegen des Textes. Ich machte den Herrn Hedacteur sotort daraut autmerksam. Er bemühte sich auch, das Fehlende zu ergänzen, was ihm lauge Zeit nicht gelang. Er ersuchte! mich, die Besprechung der Schritt nicht länger autzuschiebeu. \ Seinem Drängen gab ich nach )Ich bitte den geeinten Herrn Hedacteur, die Richtigkeit meiner Angaben zu bestätigen.) Ich war also des guten Glaubens, die Einleitung rühre von Herrn Rubin her, Am Tage, an dem ich die Anzeige des Buches niederschrieb, traf endlich noch, das Fehlende ein. Ich las schnell noch die Einleitung bis zu ihrem Ende uud übetsah j dabei die Namenstertigung des Herrn Weissmaun. ״Dem besti gehassten Herrn W eines zu versetzen“ — eine Verdächtigung,! die Herr. H. saus gone ausspricht — lag und liegt meinem I ganzen Wesen lern, zumal da Herr kV. mir durchaus tromd ist Herr H schreibt: ״Nun wird aber jeder Sachverständige I aus dem mussivisch klassischen Stil tu.d aus der haarscharten . und geistreichen Einleitung, selbst wenn Herr Weissmann | nicht seinen Namen dahiutergesetzt hätte, sotort ihn als Verf erkennen“. Ich muss leider daraut verzichten, vor der Instanz des Herrn R zu den Sachverständigen gezählt zu werden. Ich hedaure das in seinem Interesse; denn ich glaubte, auch ihm dieselbe Classicität des mussivischen Stils Zutrauen zu dürfen, u ie Herrn W. Damit bpi ich doch keinem der Herren zu nahe getreten? Sollte dies doch der Fall sein, rute ich: ITater I peccavi! und bitte um Absolution. Hier lag noch kein Gfruml vor, חושד בכשי־ים zu sein. Eine vertrauliche Anfrage (hätte die wünschenswerthe Antklärnng gebracht. Tout compnimlre c’est tout pardonner. צ• In meiner Anzeige heisst es: ״Wir vermissen hier _ originelle, charakteristische Gepräge.“ Diesen Satz haltÜA ich I vollständig aufrecht und ich befinde mich dabei in guter Y)a. Seilschaft. Graetz, welcher bekanntlich sieb alles Ernstes\be- I müht, R. Jonathan Eibenschitz als Kivpto-Sabbatianer zu reit». I mieren, würdigt auch die Schritt שם צולם und beutet sie seinen Zweck aus Hören wir, wie er über den Werth diei Werkes urtheiltl Im 10. Bande seiner Geschichte, Note* Seite CX11I schreibt er wörtlich: ״Das Buch hat zwar nicht die grosse Bedeutung, welche H. Mieses ihm vindiciert hat. Esisteine langweiligeWisderholuug abgegriffener kabbalistischer Phrasen, mit Bombast ausstatfiert. Auch der Dialog im Anfang enthält nichts Neues.“ H. W. wittert aber hier überall den ״Kibeuschitz'schen Scharfsinn, der sich im ganzen Buche in allen Fragen und Antworten kundgiebt.“ 0. Wenn man תוצפות הרים לו dem R. Jonathan Eibenschitz als ein falsches biblisches Citat vorwirtt, so hat man ihm eben hierin Unrecht gethau, gleichviel ob er sich dagegen vertheidigt hat od r nicht. Eibenschitz hatte sich noch gegen ganz andere Einwürfo seiner Gegner zu vertheidigen, als gegen die Anklage ungenauer Bibelcitate. Minima non curat praeter. Es heisst ausdrücklich in der Anzeige: ״Eibenschitz mag bisweilen Schrittverse ungenau oder gar willkührlich citiert haben“ Ich selbst habe vo- Jahren eine willkührliche etymologische Deutung im צרתי als philologischen Irrthum nachgewieson. 1. Die Glosse IG im § 65 des כרתי setze ich in extenso her:והנה בזמני היה מנקר אי אפילו בצל תורה ומומחה למאוד ונשתבש בדעתו לומר צל גיד אחר שהוא הגיד האמיתי וצד היום הזה טעינו נחנו ואבותינו בגיד שאינו גיד שאסרה התורה והיה הול׳־ ושב בכל ארץ אשכנז ומרעיש הבריות עד שבא לפראג והציע דבריו לפני ולפני חכמי הציר הגאונים ואני הלרתי ובדקתי את הדבר ומצאתי שזה הניד אינו רק בבהמות זכרים ולא בבהמות נקבות ואז הראיתי לו במ״ג שב־ דג" ה נוהג בזכריר ונקבות וצי"כ אשתקל מילוייה• Mögliche!• weise irrt sich der Autor hier in der Beurtheilung der Qualität des ניד; allein einen Widerspruch zwischen seinen Worten und den Angaben der Misclmah vermag ich nicht zu finden. אם טעיתי אתי תלין משוגתי• Ich will mich gern von sachkundiger Seite eines Besseren belehren lassen. 5. Smolenky’s Ansicht über den Werth dieser Schritt hnbe ich ans der Einleitung S. XXVI ersehen. H. W. bemerkt, Smolensky habe geurtheilt צ״פ השמיצה und nicht ״פ הראיה” H. W. beweist aber seine These nicht und eine unbewiesene Angabe des II. W. hat liir mich weder dogmatische noch kanonische Geituug. Smolensky י kann mnn doch principielle Voreingenommenheit tiir Eibenschitz sicherlich nicht voiwerfen. Darum erscheint mir sein Votum hoch interessant Im Uebrigen beabsichtige ich nichr, mich wieder mit dem Werke שם צולב zu befassen. Es hat mich mehr in Anspruch genommen, als es meiner Ueberzeugnng nach Anlass dazu bietet. Habent sua tata libelli. So brau O.-S., am צ;"». Juni 181)1. Dr Immanuel Deutsch. Litte rar i sc he Notiz. Zur Eiklärung von הימרוס. I“ der jüngsten Nummer des ״Litteraturbl.“ bemerkt Herr Dr. N : ״Homer war offenbar in der Mischna-Zeit.viel gelesen “ Wir wünschten, dass Herr Dr. N. lür diese Behauptung Beläge beibrächte Prot Dr. Griitz dagegen sagt (Monatsschrift 1870 S. 139): ״Woher sollten die Juden Palästinas mit Homer bekannt gewesan sein?“ Ich möchte zwischen diesen beiden Behauptungen vermittelnd eintreten. Die homerischen Bücher waren einigen Israeliten, mindestens unserem Sirach, wohl bekannt. Die Stelle Sirach 14,18 muss dem anbefangenen Leser als durchaus abhängig von Ilias VI, 146 erscheinen. Dass die talmudischen Worte (Erub. 54n! בני אדם כצשבי ובו der Sirach-Stelle nachgesprechen sind, unterliegt wohl keinem Zweifel. Vielleicht führte sie der Talmud deshalb nicht unter S’. Namen an, weil er eine dunkle Ahnung hatte, dass sie nicht-jü lischem Boden entsprossen. Die Variirung — nicht dem Inhalte, sondern der Form nach — entstand vielleicht, weil S. blos nach dem Gedächtniss schrieb, oder die Sentenz des Heiden absichtlich nicht wiedergeben wollte. — D1"!DV1 als דברי חשק von Epepo; (oder fpepoet;) abgeleitet autzufassen (Dr. Kohut) hat sehr viel Ansprechendes, doch würde es nach Rappoport (Erech Millin s. v.) wohl אימורים gelautet haben. Dr. Wiener. W-an t wort lieber Hedacteur Dr. Rahm er, Magdeburg. Druck von D. L. Wo 1 ft, Magdeburg. Verlag von Robert Friese , Leipzig.