Mannheim
Compact Memory

Jüdisches Litteratur-Blatt · 1891-06-18 · N° 25. (18.6.1891) · p. Seite 98

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
20 (1891)
Issue
N° 25. (18.6.1891)
Date
1891-06-18
Page
Seite 98 (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
89% known words query
IRI
…/6492408-5990872-5991346--2269-5368900
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

5 entity mentions

Meisten fällt dabei noch in’8 Gewioht, wie in שם עולם die bekannte Stelle in Babli Berachot fol. 7a מנץ שה קב״ה מתפלל gedeutet wird. Danach soll sie nur besagen, Gott äussere Aote des Wollens. תפלה wird hier mit חפץ identificirt unter Berufung auf Gen. XLVIII, 11 ראה פניך לא פללתי. In der von Eibeusoliitz im J. 1728 edirten Talmudausgabe 8011 sich nun, wie Rubin hervorhebt, wirklich die Leseart finden מנץ שהק״בה מבקש Statt, der allgemein recipirten מתפלל. Diese Uebereinstimiaung in der Deutung einer Talmudstelle ist aber noch kein stricter Beweis für die Annahme, Eibenschitz müsse auch der Autor des geistig herzlich unbedeutenden שם עולם gewesen sein. Eibenschitz mag bisweilen Schriftverse ungenau oder gar willkührlich citirt haben, ihm aber, wie dies in der Einleitung geschieht, die Worte תועפות הרים לן als unrichtiges Citat aufzumutzen,weil sich Num.XXIV, 8 ראם statt הרים findet, geht füglich nicht an. Die fraglichen Worte stehen P8. XCV, 4. Auch können wir in der Angabe des 65 § כרתי Glosse 16 keinen Widerspruch mit der Mischnah entdecken. Rubin wittert m diesen Aeusserungen, welche dem R Jonathau Eibenschitz beigelegt werden, genau dasselbe, als was unter dem Titel^SB ואבוא היום אל dem grossen Anta- | gonisten des R. Jacob Emden zugeschrieben wird. Ist diese Vermuthung richtig, so rechtfertigt die Schrift auoh nicht entfernt das sensationelle Aufsehen, welches sie z. Z. erregt hat. Eine Ueberraschung hat uns diese Schritt wohl gebracht. Die Ueberraschung ist gleichbedeutend mit einer grossen Enttäuschung. Auf den dritten Theil, welcher das Werk abschliesst, sind wir unter den obwaltenden Umständen nicht eben gespannt. Sohrau O.-S. Dr. Immanuel Deutsch. Melsel, A. Dr. 1כות אבות Homilieu über die Sprüche der Väter. Zweite durchgesehene Auflage. (II. Heit, den zweiten Abschnitt enthaltend.) Breslau. Wilhelm Jacobsohn & Co. Der zweite Abschnitt der Sprüche der Väter, steht an Schönheit dem in!lies. Bl. früher besprochenen ersten nicht nach, er enthält sehr viele erhebende Momente der Sittenwahiheit und Lebensweisheit. Manche Perlen jüdischer Sprüche wurden in den Kranz religiöser Betrachtung von der kundigen Hand des zu früh versterbenen Meisters eingeflochten. Der Kritik fällt indess die Aufgabe zu, mit der Pietät für den Autor die gerechte Beurtheilung des Werkes zu finden. So werden wohl Wenige dem aut Seite 225 ausgeprochenen Satze beipflichten: ״Ein Wahn, der beglückt ist besser, als eine Wahrheit, die bedrückt.“ Man sollte vielmehr meinen, besser ein sittlich berechtigtes Urtheil, als ein noch so sehr für Augenblicke befriedigendes Vorurtheil, besser sich wehthun für die Wohlthat der Wahrheit, als sich wohlthun zum Zwecke der üblen Folgen süsser Selbsttäuschung. — Hinsichtlich der Schriftauslogung sei dankbar anerkaunt, dass dieser Theil dem ersten überragt. Einige Bemerkungen dürften dennoch nicJt überflüssig sein. Seite 151 möchte die aus Berachoth 63 a ange. zogene Stelle wohl auch im Sinne des Rasohi-Commentars z0 übersetzen sein: ״und irrest du, so irre doch der Wahrheit“. Seite 157, wo davon die Rede ist, dass, wenn die Alten Engel wären, wir den Menschen glichen — und wenn jene Menschen, dann wären wir den Eseln zu vergleichen“ oder, wie der Autor übersetzt, ,,sinken wir aut die Thierstufe hinab“, würde es sich empfehlen, dasWorO^nfür das Sinnbild der Arbeit (Genes.49,!4) zu nehmen und demgemäss za übersetzen: ״Wenn die Alten voll engelhafter Divination, so haben wir höchstens menschliche Invention, wenn die Altvordern gottbegnadete Genies, so sind wir Arbeiter im Geiste des Herren“. (Schkaliu8b.) Mischnah III. hat in der Sentenz ״seid vorsichtig mit den Machthabern“ offenbar einen in den römischen Zeitverhältnissen begründeten historischen Charakter. Dem entsprechend würde auch die Seite 162 angezogene Stelle (Abodah sarah 17a.1 so zu interpretieren sein: Zwei gefährliche Momente giebt es: מעות והרשות .,die Gegnerschaft der monotheistischen Idee und die Huldigung antimnnotheistiscber Gewalthaber“. — Seite 240 könnte das Wort קבע statt mit ״Satzung“ mit ״ständig“ (Gegensatz zu אויעי' übersetzt werden. Al»ö, keine Gebets-.Formeln“ sondern wahre Herzensandacht. S. W8 übersetzt der Autor א''ד,י עם הארץ (Bsrachot,• 47 b, Sotah 23 a) mit ״Weitling“, d. h wohl ein weltlich gesinnter Mensch Nun aber ist, gemäss der Stelle Mackoth 16 b (und Raschi das ), 8 — דמאיfjp,0£ das Synonym von pRn ם>. welcher Ausdruck somit mit ״Pöbel“ (im gegebenen Falle mit ״Gesinnungspöbel“) zu übersetzen wäre. — Alles Andere wurde bereits früher nach seinen Licht- und Schattenseiten erörtert. — Das Buch mache wie ursprünglich dem Verfasser, so jetzt dem Verleger Ehre. Dr. N Litte rarisc he Notizen■ Liturgisches. In dem zu London erscheinenden ״Jowish Standard“ vom 15. Mai, ersucht Jemand um Mittheilung über den wahren Sinn der Worte כל טנפת לא תטנפך im שיל היחת־ | für Dienstag, da es ihm unbegreiflich scheint, dass der Verfasser dieses Liedes das Wort ט3פת im gewöhnlichen Sinne desselben I gebraucht haben sollte. | Die folgende No vom 22. Mai bringt folgende Antwort des Herrn J. Za 1 ud8ky, Hiltskantor an der Hambro’ Synagoge: ״ln Beantwortung u. s. w. erlaube ich mir, meine Ansicht dahin auszusprechen, dass das Wort טנפת ein Irrthum ist: Es muss heissen טופנות. ' denn טופנא ist das Targum von מבול Sündfluth und der Sinn der Worte ist ״Keine Fluth wird dich Uberströmen“. So plausibel diese Emendation auf den ersten Blick auch scheint, da der Gegensatz ״Feuer“ in der 2. Vershältte die Deutung ״Wasser(fluth)“ wesentlich unterstützt, so wäre sie immerhin nur eine Wiederholung des vorhergehenden Verses ישטפד, die ganz gewiss von dem Autor nicht beabsichtigt war und auch nach סדר עבודת ישראל (Rödelheim 1867), wo Herr Dr. S. Baor in seinem Gommentar z. St. die Erklärung des ברכיה הנקק anmhrt:ואילו לא ראינו שהטינופת אין מטנפין את האור כבר תמהנו וכו¬, nicht begründet scheint. - Es wäre interessant., die Ansichten der Gelehrten hierüber /ס erfahren. L Cohen-Rees a. Uh. (In dem beti. שיר היחוך sind nach 11nsurer Ausicht die 4 Elemente: Wasser (זרם מים), Feuer (אש), Luft (רוח), und tür ״Erde“ טנפת (Schlamm, Urbrei) — angeführt. Red.) Literarischer Anzeiger. Neuer Iuterconfessleneller Gemeinde־ und Vereins-Kalender für die israelitisrlien, katholischeu und evangelischen Ueselligkeits- und HunianitäUvereine und (ullusgemtiiiden in Vesterreieh-lngari. Eine amtliche Zusammenstellung über Organisation, Zahl, Grösse, Personalien, Agenden der Cultusgemeinden undHumanifätsvereine wird den Kalender zu einem verlässlichen Nach- .schlage- und Auskumtsregistsr machen. SpannendeErzählungen, interessante Novellen und schöne Gedichte werden die Eintracht und den langenthehrttn Frieden zwischen den Bekennen! dieser :1 ( 011• Fusionen zu fördern suchen Hiermit luden nir gleichzeitig alle liepräsentunten der kitholiken-, l’rote- «fälltenu. Ixruelifengeineiuden zur flitarbriterschuft und Theilnsliuie ein, u. erklären uns bereit, beim Bezüge dieses Kalenders den Functiouaren der Cultusgemeinden und Humanitätsvereine, (den Herren V01 stehern, Verein *-Obmännern, Seelsorgern, Religiouslelirern, 8ecretare11 und Gemeindebeamten) für die Zusendung von verlässlichen. statistischen Daten ihres Wirkungskreises u. tür sonstige litteranschu Beiträge die denkbar grössten Be:1eficien zukommen zu lassen. Mit Retourmarken versehene ZasehriTtea und Anfragen, sowie statistische uud litterarische Beiträge sind zu richten an den derzeitigen bevollmächtigten Vertreter de« Kedactioas Ooaiitrs, Herrn S. Sohwreinburg-Eibensohatz, Journalist u. Schrittsteller in Wien, II Bezirk, Brigittagasse 6_[41)1(1 Durch alle Buchhandlungen zu beziehen: Das Judenthum von Dr. Adolf LeYin. Preis: eleg. geh. M. 2,50. Gebr. Maas & Co., Verlag, Trier. und die Rieht jaden. Eine Darstellung der Ent- Wickelung und des Lehrinhaltes des Judenthums iu .seiner universeilen Bedeutung [4900 lm Selbstverläge des V.*rfassers ist erschienen: Jüdisch-deutsche Sehrelbleseflbel von M. Furzynski, Lehrer in Fileliue. Preis gebunden 0,40 M. Verantwortlicher Redacteur Dr.!lahmer, Magdeburg. Druck von D. L. Wolff, Magdeburg. Verlag von Robert Friese, Leipzig■

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.