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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1891-05-21 · N° 21. (21.5.1891) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
20 (1891)
Issue
N° 21. (21.5.1891)
Date
1891-05-21
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Jüdische Litteratur-Blatt gratis — Inserate werden mit tS Pf. für die gespaltene Petitzeile, Beilagen mit 20 Hark, berechnet und sind an die Expedition dieses Blattes zu senden. Buohh&ndler u. Lehrer, welche direct oder dnreh Robert Friese Inserate einsendeu, erhalten '25 y Rabatt. Inhalt: Wissenschaftliche Aufs&tze: Saui\Vahl — König der Polen. ' Von Profe8sorBerschad8ky.il. — Zur Geschichte der Juden in Ban an. Vom emerit. Lehrer II na in Hanau. — Uebnr JIjC — Andacht. Von Rabbiner Dr. Landau in TT * Zürich. — Li ttoraturbericht: Recensionen: The Jewish Quarterly Review, edited hy J. Ahrahams and C. G. Montetiore. Von 0 h o t z n e r -1 larrow. Litturarische Notizen: Der Segenssprucli ה״ונ5ר!")"TED. ilabefagter Nachdruck aus diessm Blstts ist ח i c h t gestattet Saul Wahl — König der Polen. Von Professor Berschadsky in Petersburg. Ans dem Russischen übersetzt von Sophie Gordon. II. Die Magnaten unterhielten sich mit Saul über felehrte Gegenstände und mussten zngeben, dass seine Kenntnisse diejenigen i’irer Gelehr len bedeutend übertrefle. Fünf Jahre brachte darauf Saul in Radziwills Hause zu. Nach einiger Zeit starb der polnische Honig. Die Magnaten versammelten sich, in Warschau. Radziwill begab sich auch hin, nahm aber Saul mit, ohne den er nichts unternahm. Bei den Polen existirte eiu Gesetz, das die Ernenuung eines Präsidenten währeud des Interregnums erforderlich machte. Dieser Präsident musste darauf den׳ gewählten König nach Krakau begleiten. Die Pani's wollten nun Radziwill zum Präsidenten wählen. Da dieser aber alt war, fürchtete er die Würde zu übernehmen und wandte sich mit folgender Rede an die Magnaten: ״Hört mich an, meine Herren, nnd Gott wird mit Euch sein. Ich will Euch rathen, wem Ihr die Präsidentenschait anvertrauen sollt. Es ist ein kluger, ein irommer, ein wohlgerathener Mann. Eins wäre nur eiuzuwenden — er ist nämlich jung, doch will ich hoffen, dass dieser Fehler die Wahl nicht beeinflussen wird. Wenn Ihr Euch bereit erklärt meinen Kandidaten zu wählen, so will ioh ihn Euch nennen.“ Radziwill zu Gefallen, der eich eines grossen Einflusses erfreute, versprachen die Magnaten seinen Kandidaten zu wählen und leisteten hierauf einen Eid. Darauf sprach Radziwill: ״Gott selbst hat Saul, den Juden, zum Präsidenten eingesetzt.“ Da sich nun die Pani’s von ihrem Gelübde nioht lossagen konnten, so stimmten sie in den Jabeiruf: ״Vivat der neugewählte Präsident Saul Wahl!“ ein. Als Radziwill seinen Vorschlag angenommen sab, letzte er mit Einwilligung seiner Partheigänger einen andern Termin für die Königswahl fest. Die Paui’s erklärten sich damit einverstanden. Unter diesen Umständen wurde Saul ״Interrex“ nnd gab dann Gesetze zu Gunsten der Juden heraus. Er gestattete die Synagoge höher als andere Häuser zu bauen, errichtete ein neues Krankenhaus für Christen und Juden, trat auch die Bestimmung, dass Juden au ihren Feiertagen nicht vor Gericht geladen werden durften 11. s. w. Die Regentschaft Sauls dauerte nur einige Monate. Ei‘ sah nämlich ein, dass dieses Amt ihn seinen ge- ' lehrten Beschäftigungen und gottesiiirohtigen Theten entziehe, deshalb versammelte er die Paui’s und bat um seine Entlassung, diesen Entschluss auf den Umstand zurückführend, dass er auch seinen Staatsgeschäften am Sabbath obliegen müsse. Daraufhin wurde Sigismund I1L zum Könige gewählt. Aber da der Präsident dem neugewählten Könige die Krone aufsetzen musste, so begab sich Saul deshalb nach Krakau. Bei den Magnaten war Saal hooh angesehen, sie holten sogar in Regierungs-Angelegenheiten seinen׳ Rath ein. Zu dieser recht ausführlichen Erzählung wollen wir noch manches Ausführliche aus Katzenelleobogent eines der Nachkommen Saul Wahls, hinzufügen. Dieser erklärt seine Genealogie foigendermassen: Väterlicherseits stammen wir vom Jom-Tow Heller, mütterlicherseits von Debora, Rabbiner Abramka’s Tochter, der Sauls Sohn war. Debora war wiederum eine Schwägerin von Lipman Heller. Wir wollen einige unbedeutende Supplemente zur Geschichte der Begegnung Radziwill9 mit Samuel Juda überspringen und nur neue Fakta hinsichtlich der Beziehungen S&uls zu Sigismund III. anführen. Thronkandidaten waren [nach ßatory's Tode): ein vom österreichischen Hause stammender Fürst und Sigismund, des schwedischen Königs Johann Sohn. Die Macht bei den Wahlagitationen, befand sich in Sauls Händen. Dieser machte nun seinen Einfluss in Sigismunds Interessen geltend. Als Sigismund den Sieg davontrug, bemühte sioh auch Saul die gegnerischen P&rtheien auszusöhnen. Sigismund sohenkte ihm dafür eine goldene Kette nebst Herb, die nur dem königlichen Hause ange hörige Personen zu tragen das Recht hatten. Sauls Regentschaft über Polen war ausser ordentlieh kurz, davon stammt auoh das Sprichwort: So kurz wie Saul Wahls Regierung. Saul erwirkte nun auch für die Jaden das Reoht aus, die Synagogen höher als gewöhnliche W ohnh&uier

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