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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1891-05-14 · N° 20. (14.5.1891) · p. Seite 78

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
20 (1891)
Issue
N° 20. (14.5.1891)
Date
1891-05-14
Page
Seite 78 (sequence 4)
Language
German
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gehabt, was schon Abron und Miriam__ nicht recht war, die bei Lebzeiten Moses ihre Misbilligung unzweideutig zu erkennen .gaben. AVie viel Unglimjd müssten erst die Sprösslinge dieser Ehe, nach dem Ableben Mcse’s, von den Israeliten, deren grösster Stolz in der unvermischten Abstammung bestand, ausgestanden haben? Man musste daher aunehmen, dass die Nachkommen dieser Ehe in das Heimatland ihrer Mutter, nach Kusch auswanderten. Als Abkömmlinge des grössten der Propheten und Anordners des heiligen Sabbath ist derselbe ihre Schutzwehr. vom Sambation umgebenen Israeliten werden auch אסורים genannt (Jer. Synh. 10,'5; s. Epst. Eid. 71) weil;man die Yer»ch?rägerung mit, *ihnen verbog un*l wurde auf ihnen Jes. 49,9 angewendet. Andererseits wird das Land der Nachkommen Moses als ein uto- ^nischer Staat geschildert. Alle Bürger, ohne jede nach dem Gesetze, sind redlich ^flHMlBIM^und jeder dort Geborene lebt, wie Moses, 120 Jahre, von Krankheiten oder Gebrechen nicht geplagt.*) Man ging von der falschen "Voraussetzung aus, dass rO ^überaH feinen schwarzen Menschenstamm, Aethiopier oder Indier, bedeute. IJnd doch ist dem nicht so. בוש hat auch gar oft die Nebenbedeutung .,Nichtjude*. Man beachte nur einmal die Mischnah beheb. 4,3 ״man unterstütze die Kuschiten im Brachjabr, aber nicht die Israeliten“. Hier, wie oft, ist Kusch weder ein Aethiope noch ein Indier, da diese nicht im heiligen Lande gelebt, sondern ganz allgemein ein ״Nichtjude״. Dass Eldad in betreff desFIeischmitmilch-Verbotes, sich auf Seiten der Karaiteu gestellt, ist bekannt. Epsteins Forschertrieb und Sammelfleiss, sein gründliches Wissen und seine grosse Belesenheit in der agadischeu Litteratur muss auch hier hervorgehobeu werden. Seinen Schlussfolgerungen ist jedoch nicht immer znznstimmen. So z. B. hätte er schon daraus, dass nach Eldad die D&niten und die andern Stämme in der Erschwerung des יק נסך sehr rigoros sind (S. 50), den Schluss ziehen müssen, dass die Angabe Etdads ״die Israeliten seiner Heinjät wissen vom Talmud und den Institutionen nichts8 erlogen ist, weil die An- Ordnung betreff des Niobtgetusses von יי; נסך lanaitisch ist. Auch müsste es Epstein klar geworden sein, dass jene Israeliten, von denen Eldad spricht., durchaus mit den Falascbas nicht identisch iwin können. DieFalascha überbieten in der Sabbathetrenge selbst die Karaiteu (S. 149 f.), während nach Eid. jene Israeliten am Rüsttage des Sabbath die Waffen wohl ablegen, aber sofort wieder nach ihnen greifen, sobald der Feind sich zeigt. *) Schon Homer kennt ein Volk die Hippomologen, die er ״die Gerechtesten aller Menschen“ nennt und von denen er sagt, sie sind Glaktoplmgen. <JI.!XIII, 5). Die Angabe Eldads stimmt aber ganz mit dem Tthpni; (Erubin 45) überein. Die Punkte woriu die ״Zlehul ' Stämme“ einerseits und die Falaschas andrerseits/voatl Talmud abweichen, halten keinen Vergleich aus! •Siel! sind sich nur darin gleich, dass beide nicht ganz denj talmudischen Normen entsprechen. Aber wer wird! daraus, dass A ungleich B, und C ungleich B ist, den] Schluss ziehen wollen, dass A gleich G sei? — Wenn jedoch Epstein in seinen Schlussfolgerungen! ( nicht immer vom Glücke begünstigt war das Richtige! , zu treffen, so sind seine Anmerkungen, des vielen] | Interessanten wegen, welches er zusammengetrageu,[ sehr werthvoll, belehrend und anregend. Von be-.| 1 sonderem Werth ist sein Excurs über die Falascha« : (S. 149—189). W. in W. Litterarische Notizen. i Omer-Zählen Aullalle.nd ist die Form des Segenspruclie*, | den wir vor dem Zahlen sm-echen. Das Substantiv צמר heisst Garbe oder Maass. Hiernach hiesse ספירת הצמר, das Zählen der Garbe oder des Maasses, ähnlich נטילת ידיס — das Waschen der Hände; אצילת מצה das Essen der Mazzah; ־ - נטילת לולב das Nehmen des Lulaw u. 8. w. Ini diesen 3 Beispielen ist aber das letzte Wort als Object dar! vorhergenannten Thätigkeit sofort zu erkennen, was bei ספירת j הצמר keineswegs der Fall ist, da nicht Garben 01 er Maassel gezählt werden, sondern Tage und zwar die Tage, welche[ zwischen dem Beginne der Darbringung des ersten Omer der Gerste (am ופסח und der zwei Zehntel des Weizens (am שבוצות! liegen Das GiSfctz betiehlt auch ausdrücklich תטפרו Dl' המשים Ihr sollt 50 Tage zählen. Wenn auch der Gebrauch dem Worte צמר einen Zeit begriff untergeschoben ' hat — man B. sagt: ״wir sind im צמר" statt in den — "ימי הצמד ׳ so kann doch dieser Gebrauch für 1 <e Fassung einer Formel tur I den Segensspruch nicht massgebend sein. Warum sagen wir , daher in der ברבה nicht צל ספירת ימי הצמר״" Oder על 1 ספירת הימים לעמר entsprechend der Formel לצמר 'J Z 'י״ם א j i (der 1. 2. H. Tag zur Garben-(Darhringung), oder kurzweg i צל הספירה? Wer hat die Güte, hierüber Autklärung zu geben? L Cohen-Rees a. Rh. Amsterdam. Herr David Monteziuos von hier hat seiue reichhaltige und kostbare Bibliothek dem Beth Hamidrasch ״Ez ׳ Cliajim“ der portugiesischen Gemeinde zum Geschenk gemacht.; Dieselbe enthalt 8• HJO Bände, gegen 10,000 Wsrke umfassend, ' unter welchen sich viele seltene Drucke uad eine grosse Anzahl j Manusciipte befinden, die bis heute ganz unbekannt waren. Die Verw altung des ״Ez Chajiea“ hat zur Unterbreitung dieser 1 ' litterariscben Schätze ein eigenes Gebäude errichten lassen. Die feierliche Eröffnung der Bibliothek fand am Donnerstag, , denoO. April, statt. In der Eröffnungsrede gab der Präsident eine kurze historische Skizze über das ״Ez Chajim'1, dessen ׳ Ursprung aus dem Jahre 161!• datirt. Damals liihrte es den |; Namen ״Talmud Torah“ und wurde im Jahre 1637 auf Veraulassung des Chacham Saul Levi Morteira in ein Beth Hamidrasch umgewandelt Schon 1641 wurden die ersten Anlange zur Gründung einer Bibliothek gemacht. Der Grundj stock bestand aus einer Sammlung von 800 Büchern, die von ' einem gewissen E. H. käuflich erworben werden. Diese Zahl wurde nald durch Geschenke und weiterer Ankäufe vermehrt ] 1 and beziflert sich heute mit Einschluss des hochherzigen Geschenke* des Herrn D. Montezinos auf 16,000 Bände. Literarischer Anzeiger. Hm• Auflage! Kochbuch für israelitische Frauen von Kebekka Wolf geb. Heiuemann. Zehnte, durch 100 Hecepte vermehrte und verbesserte Auflage. Elegant gebunden. Preis 3 Mark 50 Pfg. MT Als vorzüglich anerkannt.■■®* Frankfurt a. M. [4860 J. Kauffmann, Verlag קבוצת שירים r Die gesanaelten hcbr.ticdiriite von Fabius Mieses in Leipzig (Alte Elster No 10. Preis: 2 Mark. [1126י 15 Jhrc Zeit. d. J •ident b v. Ihr. Philipp»•!! 1M73 90 in guten Einbänden, pr. Jahrgang .*1 31k. sind bald zu verkaufen. LA. Sieb 11 rg-, Potsdam, CarJstr. 2. 1er. Predigt-!llagazln Jalirg. 1800, für 2 Mk. 50 Pfg. bei d. Exp. d. Bl. ־ Dieser Jahrgang enthält auch 5 Predigten zum sekabaetfeste (eine vom Rabbiner Dr. Deutsch in BrUx). ■f Diese 5 Schnbnothpredigten find euch bee•■- der« gegen Einsendung ו»ז •O Pf. zu haben. Soeben erschien im Verlag des ״BibliographischenBureaus“ Berlin, Alexanderplatz 1: Oer jüd. Kultusbeamle. Ein Stiefkind derJttd. Gemeinde Von Lion '\V0lj2T[4826 Preis 60 Pf Briefkasten der Expedition. Die ersten 6 Bogen der ״homiletischen Beilage“ sind ver-l griffen; doch haben die betr. j Predigten im Jahrgang 18901 des .Israel. Predigt-Magazins“ Aufnahme gefunden. Die anderen [ Bogen (7—12) ä 25 Pf. sind nochj vorräthig Drarkfehler-Uerlctatignag. Im Litter&tnrbl (Beil. 17—18) [ Seite 69, II, 16 Z. t. u. ist I zwischen ״Klarheit“ und ״auch“ zu setzen: ״und Volljährigkeit“; Seite 70, I, Z. 6 v.o z. h: ״r*־l ligionsgesetzlich“ Verantwortlicher Redacteur Dr. Rahmer, Magdeburg. Druck von D. L. Wolff, Magdeburg. Verlag von Robert Friose, Leipzig-

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