Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 20 (1891)
- Issue
- N° 17-18. (22.4.1891)
- Date
- 1891-04-22
- Page
- Seite 70 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/6492408-5990872-5991337--2234-5368862- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
— 70 — versuch mehr ethisches als Rechts-Erförderniss im j Judenthume ist (S. 85), und die Ehe zwischen einem , Onkel und der 8'chwestertochter desselben nicht mir, wie der Autor meint, ״bei den orthodoxen Familien gang und gebe ist‘‘ (S. 50, Note 3), sondern vom Talmud Jebamoth 62 b als religiös-gesetzliche fromme That empfohlen wird, welche Maimonides (H. Jssure biah 2,14) zur halachischen Norm erhebt. ן Trotz mannigfacher Meinungsverschiedenheiten ן ist das Buch, welches innerlich und äusserlich gut 1 ausgestattet ist, als sehr anregend und belehrend zu | empfehlen. Dr. Nasoher.! אלדד הדני Eldad ha-Dani, seine Berichte über die; 10 Stämme und deren Ritus von Abraham Ep ps 0 ׳ in.; (Fortsetzung) " j Eldad war in der Bibel zu l.luise, er gab auch j an, da!>s jene Stämme nur ein reines Hebräisch reden, : warum hat er nicht demgemäss seine Erzählung und f seineHalachot vorgetragen? Man muss daher annehmen, i sagt Herr Eppstein, dass seine unbeholfene und verj quiekte Redeweise den Leuten eigen war. woher er herstammte. Von einem aut berechneter Täuschung i ausgehenden Schalk verlanget), sich in der gewöhnliehen Ausdrucksweise ausdriioken, heisst von ihm verlangen, seine Rolle zu vergessen. Eldad soll sich des Ausdruckes דעתו מקובצת עליו (s. X) statt דעתו מיושבת עליו bedient haben. Aber Eldad hat dabei Talmud Tr. Chulin 12.31 im Sinne und R. Nathan opponiren wollen, der behauptet דלא בעיניי כוונה לשחיטה Eldad wollte das neuhebr. vom Aramäischen entlehnte Wort ״ מעהseine Gedanken coucentriren, ihnen eine bestimmte Richtung geben“ durch einen alt hebräischen Aasdruck ersetzen, hat dafür den wenn auch etwas unbeholfenen, aber doch entsprechenden Ausdruck דעתו מקובצת עליו gesetzt. להשתחוות statt ״ יעבודgöttlich verehren“ ist weder in der Bibel noch im Talmud neu. חזר für ״umkreisen“ beweisst, dass Eldad sich ן des Aramäischen wohl bediente. Giebt doch Herr : Eppstein selbst zu, dass Eid. sich des aramäischen □ן גב bedient hatte. Epstein führt uoch David Reubeni! als Beleg au, der 800 Jahre später aus Arabien einwanderte und ebenfalls ein schwerfälliges Hebräisch schrieb. Aber dieser David hatte keine Ahnung von hebr. Grammatik, während mau aus den Wortbildungei׳ Eldads erkennen kann, dass ihm die hebr. Grammatik wesentliche Dienste bei den neuen Wortbildungen! leistete. Erbediente sich für 1״Wiederkäuen “ לזנריר גרה st. des bibl. גרה יג׳ ״. (Wir haben selbst früher di'e Vermuthun{ ausgesprochen, dass das schwierige מגי־ק מפרים מקרין מפרים zu emendiren sei.) Von Eldads nicht besonders grossen Naturkenntniss des Kleinviehes folgern wollen, dass er sie hat überliefert bekommen haben müssen (3. VIII), ist mehr wie gezwungen. Auch ein sonst Unerfahrener, muss die Wahrnehmung machen, wenn er auf dem Lande lebt, welche Jungen des Viehes ihren Müttern auhängen und welche nicht. Eldad hat wacker gelogen, dass er ausse'r Hebr. keine andere Sprache ▼erstand. Herr Ep-tein -überführt ihu mit Beihilfe des Prof. Dr. Müller, dass er des Arabischen sich zu bedienen pflegte. Eldad hatte auohKenntniss von den Moslems. Nachdem Herr Epstein noch Dinge anführt, die streng genommen nicht dazu gehören (XIII—XVIII), kimmt er zum Schlüsse, dass seinen Angaben über das Land seiner Abstammung voller Glauben gebührt. Wir wollen aber beweisen, dass dieser Schalk auch von den abendländischen Sprachen Kenntniss hatte. Er sagt z. B., dass der Stamm Moses שבט ינום geuannt wird (S. 27). Erwägt man, dass nach Angabe Eldads, der fabelhafte Fluss Sabbation das Land der Mosaiteu begrenzt, so wird mangleich aut den ersten Blick sehen,dass שבט ינוס ein Wort ist u z. ״Sabbatianus“. Diese Wortbiegung ist lateinisch, oder wenn aut ״os“ endigend griechisch. (Fortsetzung folgt.) Litte rar isc he Notizen■ London. Herr Brugsch, die competent»ste Autorität in dem diesbezüglichen Fache, hat ein Werk über die 7 Hungerjahre Egyptens nach einer alten egvptischen Thierhautiuschrift veröffentlicht In London wünscht Jemand den Namen des jülischen Astronomen zu ertahreu, welcher Maria de .Medici aus Italien zurückbegleitete und die Ermordung Heinrich IV. von Frankreich vorausragte. Vielleicht kann ein Leser d. Bl. Auskunft erthetleu. Chicago. Her jüdische Publications-Verein in Amerika fordert durch Gircular die jüdischen Einwohner unserer Stadt und ihrer Umgebung zum Beitritt aut. 111 demselben heisst es, dass der I. Band von Graetz’ ״Geschichte der Juden‘• iu' englisclierUebersetzung demnächst in die Hände derSubscribenten gelangen wird. Hie andern Werke ״Abriss der jüdischen Geschichte'1 von Lady Magnus und ״Think and Thauk*‘ von S. \V Oooper sind bereits veröffentlicht. Hie Ziele des Vereins können jedoch nur dann erreicht werden, wenn alle jüdischen Bürger die Gelegenheit benützen, sich die hervorvagendsten Werke der jüdischen Litteratur als Mitglieder des Vereins tür die Hälfte des gewöhnlichen Verkaufspreises zu verschaffen Her Mitgliederbetrag beträgt 3 Dollars jährlich; Förderer zahlen 20 und ewige Mitglieder 100 Hollars jährlich. Litterarischer Anzeiger. Neue Auflage! Kochbuch für israelitische Frauen von Rebekka Wulf ״cb. iieiiiciiiaiin. Zehnte, durch 1#W llecepte vermehrte und verbesserte Auflage. Klegaat gebunden Preis 3 Mark 50 Pfg. (Nt Als vorzüglich anerkannt.ר■* Frankfurt a M. [48011 J. Kaufmann, Verlag. Wer zu seinem Vergnügen dichtet oder schriftstellert und seine Erzeugnisse in einer verbreiteten illustrirten Zeitschritt abgedruckt zu sehen wünscht, sende seine Adresse an das ״Litterarische Bureau der Mechitaristen. Buchdruckerei“, Wien, Mechitaristengasse 4. f 1844 ם׳ קבוצת שירים Die gesammelten hebr. Gedichte von Fabius Mises in Leipzig. Preis 2 Mark [4826 Weber, Weltgeschichte, 15 Bände, u. 4 Registerbände, Halbfranz, wie neu gegen Wünsche’s Midraschim zu ▼er• taaMchen. Offerten sub N. Z. an d. Exp. d. Bl. [4842 ixratis 1111(1 franco ertheilt das ״Litterarische Bureau der Mechifarlsten-Buch. druekerei 111 ttfiGUy Meehitaristengasse 4, Autsch1 u . über eine (4 «45 neue Art von Marne, welche hundertmal wirksamer ist. als gewöhnliche Inserate. TraunngsfonnuiaroÄ scher Uebers.) ä 30 Pt. (4 St. tür 1 M.) zu haben bet der Exp. d. Bl. Soeben erschien im Verlag des .,BihliograplnschenBureaus“Bcrlin, Alexanderplatz 1 : Der jüd. Kultusbeamte. Kl» Stiefkind der jüd. Gemeinde. Von Lion AVolif. [4825 l’reis (K> Pt fNT Taschen-Fsrnrohr mit 3 Auszügen aus Messing, weit -eilend, in Futteral, per Stück 3 Mark 50 Pt. Versand gegen Nachnahme. [ Itföl E. Busch, Düsseldorf. Optisches Geschält. Preislisten '-0׳ Pt. in Briefmarken. Driickfehler-Berichtlguag. im Litteraturblatt No. 15 S. 5!)b, Zeile 7 v u. statt ״so“ (neuer Satz z. 1. ״So“; Z. 35b v. u. z. 1. ״juristischer“. Im Litteraturblatt. No 16 b Z. 18 v. 0. statt ״der“ zu lesen ״die“. Verantwortlicher Redacteur Ur.!lahmer, Magdeburg. Hruck von B. L. Wolff, Magdeburg. Verlag von Robert Friese, Leipzig. 1 1