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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1891-03-26 · N° 13. (26.3.1891) · p. Seite 52

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
20 (1891)
Issue
N° 13. (26.3.1891)
Date
1891-03-26
Page
Seite 52 (sequence 6)
Language
German
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Bi belvers tmd ebenso beides durch die Wortejjdes R. Simeon. Setzt man nun nach Schwarz den Satz des Rabbi, der weder über Zeitanfarg noch über Zeitende etwas bestimmt, zwischen den Bibelvers und den Satz des R. Simeon, so ist dtr ganz schönr und klargeordnete Zusammenhang unserer Handschrifttexte unterbrochen. II. In unseren Tos.-Handschriften und Drucken hat der Anfang des 2. Abschnittes eine Ordnung, die Schw. ebenfalls als fehlerhaft bezeichnet^ er nimmt desshalb eine Umstellung vor. Man muss dem Verf. einraum°n, dass die von ihm angenommene Ordnung eine Uebereinstimmung mit der Mischnah herbeifühlt. Dass die bisherige Ordnung aber ganz und gar verwerflich ist, lässt sich darum doch nicht behaupten, wenn man nicht eben unter allen Umständen den Ordner der Tosifta an die Ordnung der Mischna binden will. Denn so wie uusere Mischnah nicht selten so ordnet, dass sie an das Letztgesagte anknüpft, 1.׳uch wenn das später Angeführte früher kommen musste, so kann doch auch die Tosifta geordnet sein. Der 1 Abschnitt der Tosifta behandelt in seinem letzten Theile das lleten von Stellen über יציאת מצריס, darum ist es nicht ת Hallend, dass der 1. Theil des nächsten Abschnitts auch von 'יצי' מצרי spricht. Jedenfalls ist das kein zwingender Grund zur Umstellung. III. Der 3. Abschnitt unserer bisherigen Druckausgaben der Tosifta ist in der Schwarz’schen Ausgabe der vierte. Man muss gestehen, dass Schwarz hier mit kühnem Schnitte die Tosifta so zugeschnitten hat, dass sie mit der Mischnah nun sehr nett übereinstimmt. Er hat dies nicht nur durch die Umstellung ausgeführt, sondern auch durch die Bezifferung bewirkt. Aber man fragt sich: Ist das Alks wirklich >0 uuerlässlich und ist rrnsere Tosifta, ohne die Mischnah- Ordnung zu berücksichtigen, wirklich als verworren zu bezeichnen? I''ür sich betrachtet hat die Tosilta folgende Ordnung: Zuerst bestimmt sie die Zeiten und Zengreiizeii der Hauptgebete: zuerst des M o rgengebets, des Mt nchah gebets, des Abendgebets, des M us sa t gebetes, dio grosse M i 11 c b ah zeit, die Ausicht des R. Jose über die Schlusszeit des Abendgebetes, endlich die Zeiten des Musatgebetes i1:1 besonderen!׳'alle — Dann führt sie Sätze an, die das Stichwort יפה JD'D und סימז רע haben, leitet sie aber mit einem Satze R. Akiba’s über die Geläufigkeit des Gebetes ein. Dieser Satzgrnppe schliesst sie einen Satz über כונה beim Gebete au, bei welchem sie das Wort des אבא שאול übe!■ 1םימ לדבר) מימן לתפרה »!!- giebt. — Diesem folgt die Erzählung über das zweifache Verfahren R. Akiba’s beim Beten; er bet6te kurz vor der Gemeinde, lang, wenn er allein war. — Dem schliessen sich ganz ver- *) Andrerseits kann man auch Schwarz darin nicht zustimmen, dass R. Elieser’s Satz, welcher in erster Linie doch nicht die Eintheilung der Nacht angeben will, sondern aut Grund derselben das Zeitende fest stellt, dem des Rabbi, der nur von Zeiteiutheilung und nicht von Zeitautang noch von Zeitende spricht, entspreche. (K.) achten sich 1 schiedene Lehren Uber das Gebet an, welche dert; Peten Daniels wie Hanna’s, Davids, Salomo’s s. 'n. —! Daraut folgt ein Satz über die Unzulässigkeit ׳ Ein- | Schaltungen nach אמת דציב, und dann die FäJ• denen \ einzelne Gelehrte kurz beteten. Ueberschauen wir die .leihentolge so betrifft sie Z e 11, Art, In 11 a 11.und Formel des Gebets. Diese Ordnung genügt Schwarz nicht. Er will I hinter Zeit des Gebets sofort die Antühruug der Gebetpflichten, welche auf die hervorragenden; Personen Daniel u. s. w. zurücbgefubrt werden. Er 1 beruft sich darauf, dass der Jerusalemische Talmud in seiner Erörterung zu Abschnitt 4, M. 1 die Stelle über Daniel u. s. w. anführt. Der babylonische Talmud führt sie, erst mit demselben Rechte im :5. Abschnitt an. Es mag an diesen 3 Proben genug sein. Bei; aller Anerkennung des Scharfsinns und der talmudischen 1 Belesenheit des Verf.’s ist doch seine Ansicht, dass die | Tosifta nur eine Art Kommentar zur Mischnah sei,! durch seine Bearbeitung doch noch nicht fest begründet. K r o n e r - Hannover. Litterarische Notizen. Purim. Ueber den Ursprung des Wortes Purim und übei das nach demselben benannte Fest hat I’, de Lagarde eine erneuto Untersuchung angestellt, aus welcher, wie wir glauben, die Leser dieser Zeitung Manches interessieren dürfte. Wir versuchen daher, soweit dies ohne Kenntnis» de.« Persischer und Armenischen möglich ist, den hauptsächlichsten Ertrag dieser Untersuchung hier kurz zusammen zu stellen. Es ist bekannt, dass in Estli. 3, 7, 9, 21 das Wort pur durch ״Los“! übersetzt und danach V. 2(! das Purimfest als ״Fest der Lose“ 1 gedeutet wird. Die Folge davon war, dass mau im Persischen nach einem ähnlich wie pfir lautenden Worte suchte, welches die Bedeutung Los haben sollte. Man fand ja nun natürlich allerlei, aber entweder passten die vorgeschlagenen Worte handgreiflich nicht zu den hebräisclieu Lauten, oder wenn sie sieb ihnen annäherten, so bedeuteten sie nicht Los. Es empfahl sich aiso noch andern Worttormen. als pür, purim so boter, sich umzusehen. Da fand sich bei Josephus antt. 11, G. 13 der : Name (ppoopata tiir unser Fest, dt.״ oto eine Lesart, epoopoa: im g! iechischen Estherbuche "foupSta was nahe Zusammentritt mit. y0up5׳.Y«v welches bei Menauder als 10tägiges Fest der Perser erwähnt wird Furdijahn wird nun als mit Farwardigan dem Neujahrsfest der Magier zusammenhängend erwiesen, letzteres von Farwardin dem ersten persischen .)ahresmonat herstammend. So ist nach der theologischen Anschauung, wie sie von Lagarde als den späteren persischen Kalender beherrschend i nachgewiesen wird, der ursprüngliche Sinn des persischen Festes der einer Austreibung des Todes, die geschieht an dem j Tage der allen Seelen geweiht ist, ״die uns leben und mit uns 1 leben“. Dieses Fest ist, wie der Verfasser weiter austührt, in | der jüdischen Ueberlieferung verunstaltet ״zu einer mit albernen : Spässen verzierten, den Hass und den Hochnmth predigenden i Schlemmerei“, zu deren Begründung der Verfasser des Estherbuchs einen albernen Roman erfunden habe — , Inbezug aut diese Schluss Wendung der Sache möchten wir uns jedoch erlauben zu bemerken, dass von statutarischer j Schlemmerei im Estherbuche des A. T’s. nichts steht, man. müsste denn jedes Festmahl (vgl. 9,22) zu einer solchen stempeln j wollen. Später ist es allerdings dazu ausgeartot, aber wir j haben doch auch unsere Carnevalspossen und ״das sich voll | Sauten“ kann man billiger weise nicht als N'ationalfehler der Juden bezeichnen. Da liegen uns andere Beispiele näher. Jena. 0. Siegfried. Litterarischer Anzeiger. Zum Beginn des Schuljahres werden empfohlen: K. HtrHwHbiirffor, Fibel für israelitische Schulen. Mit einem Anhänge: hebräische l.esefüiol. Stuttgart, deutsche Yerlagsanstalt l’r. gebunden: ,JO Pt. - Lesebuch für Mittelklassen, gebunden 1 Mk. Memorieru Gesangbuch für israe.itischo Schulen. ‘2 Aut läge. Stuttgart. Lovy und Müller, geh 1,60 Mk Zunz- Stiftung« (S 3a—d des Statuts.) Für das Jahr 181*1 sind etwa 1000 Mark verwendbar. Meldungen oder Anträge (mit. den dazu gehörigen Unterlagen) sind bis zum 15. September 1801 dem Unterzeichneten Vorsitzenden einzureichen [4801 Dio Zunz-Stittuug, ausschliesslich der Wissenschaft dos Judenthuins gewidmet, fordert lediglich streng wiMKCUNClltift■ lieb« Arbeiten. Berlin, 1. April 1*91. Curatorium 4er Znnz-Miftung Dr. S. Ncumanu, Vorsitzender I)r. Ahraham, Berlin, W., von der Heydtstr. 7 Schriftführer. 1)011 Orient von Fuerst Jahrgang 1840 suche zu kauten. [4802 Bochner-Scboenlanke. קול רנה ־תפלה Kol Kiniiali li’T’till&li. Ein- und zweistimmige Gesäuge tür den israelitischen Gottesdienst componirt von L. Lewandotvski — ist aas dem Nach eines Cantors. von ׳.ln-smWitrw ־ zu verkaufen. — Offerten (mit Preisangabe.) unter IV. D. 10.' an dio Exp. d. Bl. erbeten. [4188 Verantwortlicher Redacteur Dr. Rabiner, Magdeburg. Druck von D. L. Wolft, Magdeburg. Verlag von Robert Friese, Leipzig

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