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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1891-03-12 · N° 11. (12.3.1891) · p. Seite 44

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
20 (1891)
Issue
N° 11. (12.3.1891)
Date
1891-03-12
Page
Seite 44 (sequence 4)
Language
German
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denklich. Es hat ausserlich den Nachtheil, dass man die alte Tosifta so leicht nicht neben der seinigen benutzen kann. Denn was bei dieser in Abschnitt 3 steht, steht in jener in Abschnitt 4 und 5. Jedenfalls thäte Verf. gut, für den Leser eine Zusammen- Stellung der Abweichungen zu geben. Abgesehen aber von dieser Aeusserlichkeit sind doch auch innere Bedenken gegen diese kühne Umwälzung vorhanden. r Wenn unsere Tosifta-Manuskripte und Draoke, die hinsichtlich der Reihenfolge ganz wenig von einander abweichen, thatsächlich so verworren sein sollen, wie Verf. annimmt, weil die der Mischnah entsprechende Ordnung entweder nicht in Erinnerung geblieben ist, oder absichtlich nicht beachtet wurde, dann bleibt nur folgende Annahme übrig: Entweder hat der Schreiber, der die Tosifta niederscurieb, durch Unwissenheit oder Vergesslichkeit ein Durcheinander angerichtet, oder er hat die ihm überkommene der Mischna entsprechende Ordnung absichtlich verändert. Verf. wird aber wohl zngeben, dass beide Annahmen ganz und gar den Erfahrungen widersprechen, welche wir an der Ueberlieferung unserer religiöseu Litteratar bisher gemacht haben. Weder haben sich so uufähige Männer an die schriftliche Abfassung solcher Riesenwerke gewagt, noch hatte mau die Kühnheit, in so eigenmächtiger Weise die Worte der Ueberlieferung umzustelien. Gerade die Erörterungen des babyl. Talmud wie des ]erusalemischen, sowie überlieferte Lern- und Lehrregelu beweisen uns, dass man לשק רבי nicht verändern durfte, selbst da nicht, wo die überlieferte Form offenkundige Mängel an sich hatte. Nun dürfte Verfasser einwendeu, dass spätere Ab- Schreiber diese Verwirruug augerichtet haben. Es liesse sich dem allenfalls insoweit zustimmen, dass der Abschreiber aus Versehen eiueu oder zwei Sätze, einen oder mehrere Zeilen übersehen habe, diesen Fehler erst spä'er merkte und das Vergessene an ungehörigem Orte uachschrieb. Aber abgesehen von der Gewissenlosigkeit, die ein solches Verfahren zeigte, und die man uach bekanntem Grundsätze so leicht nicht von den im Allgemeinen achtbaren Schreibern aunehmen darf, wäre es aber immer nicht zu begreifen, dass solche Umsetzungen so oft und in solcher Entfernung vorgekommen seien. Gar nioht zu erklären aber wäre der Umstand, dass unser Handsohriften Sätze früher bringen, die naoh da Ordnung des Verfassers weit, weit später an ihrej Stelle sein mussten, also auoh diese Annahme wäi unzulässig. (Forts, folgt. Das Uedenkbuch für Joel. Breslau. Jaoobsohn 1891. Joel hat iu der weiten Welt eine grosse Schaa von Verehrern, die gern seiner Bahr gefolgt wären die aber durch ernste Berufspfliohten verhinder waren, diesem Drange ihres Herzens nachzugebenJ für diese ist einiger Ersatz, wenn sie die Reden lesei die zu Ehren des Meisters an dessen Bahre ge sprochen worden sind, darum wurde aus diesenl Kreisen das Verlangen laut, dass die Reden gedruckt werden sollen; aber dieser Wunsch kam vielleicht nooh lebhafter aus den Reihen derer, die mit an der Bahre gestanden hatten, die Zeugen und Genossen der grossen Trauer gewesen waren und die doch nicht den erschütternden, den rührenden, den erbauliehen Eindruck dieser Worte völlig hatten festhalten können, die sich ihn erneuern wollen durch die Lektüre. Allen diesen Wünschen ist die Les singlöge in Breslau entgegen gekommen und hat noch etliche sehr werthvolle Zugaben biographischen und litterarischen Charakters geliefert. Den Löwenantheil hat Rosenthal, der spezielle Kollege JoSls; denn das muss zu Ehren des Todten und des Lebenden gesagt werden, diese beiden Männer, die eigentlich dazu bestellt waren, zwei, wie man gewöhnlich annimmt, einander feindliche und entgegengesetzte religiöse Anschauungen zu vertreten, waren naiv genug es nicht zu vergessen, dass ihnen ein grosses Heiligthum gemeinsam sei und sich demgemäss zum Wohl der Gesammtgemeinde auf’s beste zu vertragen. Rosenthals Grabrede ist eine Charakteristik aes ganzen Maunes; Kn oll er s edle Einfachheit darf des Beifalls aller Gebildeten gewiss sein; Maybaurn’s Rede ist seines Rufes würdig, Dr. Vogelstein und Dr. Jacob gaben in angemessener Weise den Empfindungen der Schüler Ausdruck. Ziemlich fand für den Schmerz der Familie innige Töne. Sehr unterrichtend und gehaltvollvoll sind die Artikel, die die Lessingloge noch direkt für das Gedenkbuch hat an fertigen lassen ספר תקון לדוד Eine Brochüre über das Porsehen der Vorder- und Hintertheile der geschlachteten Thiere; der Inhalt ist in deutscher und hehräischer Sprache. Ein wichtiges Handbuch l'ür שיחטים• — Zu beziehen durch den Verlasser Kantor li. 8. «elbart, Gr. Glogan 4772] (Schlesien) für l Nlk. gegen vorherige Zahlung. Die sechs Strophen des Tefillas Tal mit dem Sclilussgebet ,,LlWttUCHtll׳‘ tür Solo und Chorgesang von Obei cant. H. Berggrün 8. A. Preis Mk. 1.50. Zu beziehen durch Ww. öergtjrün, Hannover. Litterarischer Anzeiger. Purim-Almanach. I. Samnilg. 60 Pfg., II. Samin- Iunit 60 Pfg., II(. Sammlg. 1 Hb. Euth. äusasers-t koiu 1 seile, leicht auil'Dlirkar« Lustspiele, Sreueu und Oeclumalioneu. Nur gegen vorherige Einsendung des Betrages auch in Briefmarken'. A, OoldMctimidt, Buchhandlung, Hamburg. I;n Selbstverläge des Verfassers (Wien IX, Porzellaugassu 58) Lebensbilder u. Lebensweisheit Itu Sabbath - Abschnitten entimmiiien. 4? 74] Von Prediger Dr. 1.0vy. Für Jugeudkottesdienst, wie fiir’s Faniilieiihaus. 1. lieft: Da« erste Buch Moses. Preis: I Mark. Das farbenprächtige, vier geschmackvolle Kindercostüme autweisende Stahlstich-Modobild der soeben erschienenen neuesten Nummer von ״Hode und Hau«■‘ bildet eine vortheilhalte Ergänzung der im Hauptblatt enthaltenen lachkundig ausgewählten 30 Originale, sämmtlich Mode - Novitäten allererster Gattung, deren mühelose Selbstantertigung der beigegebeno Schnittmusterbogen gestattet. Emmy Heins, Chefdireotrice des Blattes und gleichzeitig Herausgeberin der ״Lehrbücher der Handarbeit“, erfreut durch 22 stilvolle Handarbeitenvorlagen, welchen sich 7 uaturgrosse Han iarbeits-Aufzeichnungen ' hinzugesellen. Das iu Kreuz- und Plattstich tortgetührte Monogramm-Alphabet und die graeiüsen, tarbigen Monygramm-Gravureu bilden eine gelegene Ergänzung der nützlichen Handarbeiten-Abtheilung der beliebten Zeitschritt. Ein Meisterwerk der Holzschneidekunst nach dem berühmten Gemälde ״Reigen“ von Professor Ludwig Knaus und das kunstvoll geschnittene Porträt des jüngst verstorbenen französischen Malers Emest Meissocier schmücken die inhaltlieh hochinteressante Belletristik. Nachbestellungen auf ״Mode und Haus“ sind noch bei sämmtlichen Buchhandlungen und Postanstalten zulässig. ״Mo d e und Haus“ kostet quartaliter nur 1 Mk., mit den Stahlstich- Modebillern, bunten Handarbeiten-Vorlagen 1 Mk. 29 Pf. Probe- Nummern unentgeltlich durch die Expedition von ״Mode und Haus“, Berlin W, 35. \V1 Bnlacteiir Dr. Rahm«r. Magdeburg. Druck von D L vVo 1 t't. Mag Intmrg, Verlag von Robert Friese, Leipzig•

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