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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1891-03-05 · N° 10. (5.3.1891) · p. Seite 40

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
20 (1891)
Issue
N° 10. (5.3.1891)
Date
1891-03-05
Page
Seite 40 (sequence 4)
Language
German
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— 40 laut hinzu'weise.n. Nur von den vorhandenen Lesarten hat er gewählt und 80 einen Text geschaffen, der vielfach gesiebt und siebenfach geläutert ist. Aber mit dem Aufsuchen, Prüfen und Wählen der Lesarten bat sich Schwarz nicht begnügt Er hat auch den Inhalt der Lehrsätze zu erklären sich bemüht, die Qründe aufgedeckt, durch welche der Autor zu seiner Bestimmung gelangte, dabei hat er die Erwägungen nicht übersehen, welche die Talmude über dieselben Lehrmeinungen anstellen und auf den etwaigen Widerspruch oder die Uebereinstimmung hingewiesen. Seine Gewissenhaftigkeit in diesen Forschungen ist in jeder Stelle zu erkennen. Er hat fleissig nachgeschlagen, genau die Lesarten besehen und auch die kleinste nicht übersehen. Soweit verdient seine Arbeit die vollste Anerkennung und sie wird solche mit der Zeit in immer höherem Maasse erringen. (Forts, folgt.) Antikritik. Der ״Israelitu. Jeschurun“ hat in No. 6 und V d. J. eine Kritik über mein Buch ההפלה והאמונה gebracht, deren nichtssagende und unbedeutende Eir Wendungen ich durch einige Gegenbemerkungen entkräften will, um zu beweisen, dass diese Kritik eine ungerechte war. Zu S 6 der Einleitung, wo es heisst, dass d'e Juden noch heate 111 allen Welttheilen sich beim Gebete nach Osten richten, kritisirt er ״dass sie ihr Gesicht nach Jerusalem wenden.“ — Dagegen habe ich zu bemerken, dass ich diese Stelle nur als Beweis datür brachte, dass der Stamm Israel in seiner religiösen und sittlichen Anschauungsweise einen idealen ]Mittelpunkt mit sieb tragt und bewahrt, sei dieser Mittelpunkt nach Osten oder nach Jerusalem. Zur Bekräftigung meiner Ansicht verweise ich den Herrn Kritiker aut lierachoth 30a, Tosatoth (8. v.לתלפיות) w0 es ausdrücklich heisst: .אנו פונין למזרח p עבשיו אנו כמערבא של ארץ ישראל על Ü11 24 .א! תרום קרנו) bemerkt der Kritiker, dass der Sprachgeist der jüdisch. Sprache auch ohne Hille der griech Mythologie das ״Horn“ zum Sinnbild der Machttülle umprägeu konnte. Er hat aber vergessen, dass der Lehrer hier erklären soll, woher es eben kommt, dass man mit dem Worte ״Horn“ den Begriff ״Machttülle'‘ verbindet, darum habe ich auf den Ursprung 11i11gewi09en. Aut derselben Seite sagte ich, die Mischna bezeichnet mit dem Ausdrucke עש הארץ ein Individium, welches der AbstammuDg nach Jude, vermöge seines ״Lebenswandels‘׳ aber zum Heidentlmm sich hin neigt. Da verlangt der Herr Kritiker nach Beweisen. — Die sollen ihm hier werden: Zu dem Satz: TCn ולא עם הארץ (Aboth II, 6) beme.kt Maimouides יש לו קצת מעלות; aus dem einschränkenden Zwischenworte קצת folgt doch, dass er im ITebrigen in seiner Lebensweise von der jüdischen abweiclit. Ausdrücklich heisst es in Berachoth:איזהו עם הארץ כל שאינו מניח תפלי? וציצית ואין קורא קריאת שמע. איזהו עם הארץ שאץ אוכל חולץ בטהרה. (Siehe noch Chagigah 18.) Beweisen diese Stellen nicht zur Genüge, dass der Lebenswandel des עם הארץ sich znm Heidenthame hinneigt? Seite 26 brachte ich die Ansicht der Archäologen über J תפלי• Wo ist es denn verboten, eine wissenschaftliche Begründang anzuführen? Wenn auch der Kritiker sich an den talmudischen Satz klammert הראה הה״ב״ה למשה קשר של תפלץ, so schliesst ja das nicht aas, dass man in früheren Zeiten im Morgenlande sich der תפלץ und ציצית als Amulette bediente. Geradezu lächerlich finde ich es, wenn der Kritiker aut die Frage ״Kann man von der Gebetstelle ברץ״ שאמר die Allmacht Gottes baweiseu?“ mit ״Nein“ antwortet; weil in einer Gebetstelle wohl ein Lehrsatz, oder eine Lehre enthalten sei, man a׳ls eitnr solchen aber nichts beweisen kann. Es entsprechen aber die meisten Sätze in diesem Gebetstücke ähnlichen Bibel stell•!!, man vergleiche beispielsweise nur die ersten Sätzchen mit Ps. 33,11; Ps. 136; 4. B. M. 23,19; P8. 91,3; aus denen klar und deutlich die Allmacht Gottes zu beweisen ist. (Dass ich das aut Seite 46 gebrachte Citat von R. Samuel Freund ז״צ״ל aus Prag in einer jüdischen Zeitung gelesen habe, kann ich betheaera: das Blatt selbst ist mir nicht gleich zur llunil.) Die unsinnige Kritik von מודים דרבנן hätte sich dor Herr Kritiker ersparen können, wenn er im Talmud Sota 40 besser nachgeseheu hätte. Er schreibt, dass der Name nicht daher komme, weil es die Rabbinen verfasst, sondern weil sie es beteten; dort heisst «s aber ausdrücklich: בזמן ששליח צבור אומר מודיב הע ם מה הם אומרים Hieraus ist ja ersichtlich, dass das betr. Gebet für das Volk zusammengestellt wurde. — Dass das אבינו מלכינו den mittleren 12 Bittgebeten der Schinone essre entspreche, findet der Herr Kritiker im ü. 011. 584, Magen Abraham §: 3 הי עם משום תתקן כנגד ברבות אמצעיות וכי י Bezüglich des auf S. 65 angeführten Grundes über die Zahl der Autzurufeiideu verweise ich den Kritiker auf Ereclt Millin von Rappoport, Artikel אפטרהא Auf die weiteren unbegründeten und schwächlichen Punkte finde ich es nicht der Mühe werth zu antworten; ebensoweit!״• werde ich mich auf eine weitere Polemik einlassen. Fiume, 15. Februar 1891. M. A. Goldstein, Rabbiner. Litterarische Notizen. Berlin. Herr Dr. J'. Beit von hier ist zum correspondirenden Mitglieds der gynäkologischen Gesellschaft in | Madrid ernannt worden. ן London. Herr Oberrabbiner Dr. Adler hat ein werth- | volles Mannscript, den Siddur nach dem Ritus unserer Brüder in Y einen enthaltend, erworben. Dasselbe ist in! t^uadratschrift mit syrischer Punktation geschrieben. Der Codex ן enthält viele bis heute angediuckte poetische Stücke aus dem Divau des Jehuda Halevi, Abr. ibn Esra, Moses ihn Esra uud | Isaac Gayath. Andere interessante Bestandteile des Manu- 1 soripts sind die מגלת בני חשמונאי (aramäisch) und eine sorg- | sa.n ausgearbeitete Abhandlung über den Kalender aus dem | Jahre 5233 (1473\ Litterarischer Anzeiger. Soeben erschien iiu Commissions- Verlage von fh. II. Lippe in Wien: אלדד הדני £ldad ha-Dani seine Berichte über die X Stämme 11. deren Ritus in verachledenen Yeraioneu macb Handschriften und alten Drucken, mit Einleitung and Anmerksingen nebst einem Exeurne: über die Falasdia und deren Gebräuche von Abraham Epstein. Im Selbstverläge des Verfassers (Wien IX, Porzellangasse 38) Lebensbilder u. Lebensweisheit des Sabbath Abschnitten entnommen. 4774] Von Prediger Dr. I.övy. Für JugpudjLottesdienst, wie fürs Familieuhaus. 1. lieft: Ilms erste Buch Moses. Preis: 1 Mark. Zur Aufführung am Purimteste vorzüglich geeignet: [4710 Jussuf. Dr. L. Die lebende Megilla. Preis 75 Pf. 6. Flitsche Buchhandlung und Ilamb. wissenschaitl. Antiquariat Hamburg, Gerhotstr. 5. ספר תקון לדוד Eine Brochüreüber das Forschen der Vorder- und Hintertheile der geschlachteten Thiere; der Inhalt ist in deutscher und hebräischer Sprache. Ein wiclitiges Handbuch für שוחטים• — Zu beziehen durch den Verfasser Kantor U. 8. tielbart, tir. tilogau 4772J (Schlesien) fflr 1 Mk. gegen vorherige Zahlung. Gratis wird versandt Lam-Vmeieluiis« 10. 47 Oriental ia Geschichte, Sprache u, Litteratur der Völker des Orieuts, (I960 Suninieru) [4771 Leipzig, Aeumarlt. Gustav F0Ck. Die sechs Strophen des Tefillas Tal 1it ft■ Schlussgebct ״LIWBtCI*■“ für Solo und Chorgesang von Obercnnt. A. Berggriln 8. A. Preis Mk. 1.50. Zu beziehen durch Ww. Bergmann, Hannover. TrauuugsforumiarerJtscher Uebers.) ä 80 Pf. (4 St. für 1M.) zu haben bei der Exp. d. Bl. Druckfehler - Ber ichtignng. In No. 8 S. 31, Sp. 2., Z. 22 v. u. ist st. ,,wegen der“ z. 1. ״und dein“; Z. 26. v. u. st. 40״“ z. 1. 42״.“ Verantwortlicher Redacteur ür. Rahmer, älagdeourg. Druck von D. L. VVo Ift. Magluburg, Verlag von Robert Friese, Leipzig.

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