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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1891-02-12 · N° 7. (12.2.1891) · p. Seite 28

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
20 (1891)
Issue
N° 7. (12.2.1891)
Date
1891-02-12
Page
Seite 28 (sequence 4)
Language
German
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diesem Feste die מצות סוכה bereits anfgekört. Sollte daher nicht der erste Tag סיבת gemeint sein und für יום שמחת התורה gelesen werden müssen יום שמחתנו? Für שמחת התורה spricht zwar die Pijatstelle: ופתחו פיהם כשירה ומוכרה, להודות ולהלל לדר בנהורא; es müsste alsdann aber statt בט״ו heissen בכ״נ. Was ist nun richtig? S. 24, Z. 7: Für ש־׳ו (?) שבועות muss es wahrscheinüch heissen שני שבועות. Heft III, 8. 12, Z 5: Statt 1675 der 25. September lies 1657 den 24. September. s. 18, z. 6: statt ת״ק lies ת״ב• 8, 39, Z. 15: Statt 1613 lies 1650 s. 40. z. 22: statt תרר״ב lies תקל״ב Litteraturbericlit. Recensionen. nnd humanistische Anschauungen; 5. synagogale Einführungen; 6. Lexicalisches und Exegetisches. 1. a) Allgemeine Decislonen. Wer nicht das Wesen der Ehescheidung kennt, beschattige sich nicht mit bezüglichen üecisionen. Auch soll über Erlaubtes und Verbotenes nur Derjenige ein Gutachten abgeben, der in dieser Hinsiebt approbirt ist. (Chemdah Genusah, S. 2b.)! Wo in den talmudischen Quellen dio Ansichten ver- ' schieden sind. i«t es nicht gestattet, nach Belieben die eine oder andere Ansicht zu wählen, sondern es müsse das einmal aufgestellte Princip consequent von demjenigen festgehalten werden, welcher zur Entscheidung über dasselbe berufen wird. (R. Zadok Gaon, S 75.1 | In finanziellen Dingen muss bei althergebrachten Einiiibrungen nach der Ursache geforscht. Haben sich die Ver- ' hältnisso geändert, so verändert sich auch der Rechtsstand, j (R. Ohananjali Gaon, S. 173;.; Schon im 18. Lebensjahre darf man, nach dem Vorbilde 1 R Eleasar des Sohnes Asarjah, zum Richter Uber religiöse 1 Angelegenheiten erwählt werd-11 Das 40. Lebensjahr ist nicht i unbedingt nothwendig. 1R Scherirah Gaon, S. 192;. Jede durch Zwang herboigetührte Thathandlung ist recht- ן י׳ ich ungültig. (R. Saadjah Gaon, S. 166.) M fl Iler, l)r. Joel. Einleitung in die Responsen der babylonischen Geonen. Berlin 1891. 300 Seiten. 8°. Der Herr Verfasser hat in diesem umfangreichen hebräischen Werke einen Blick in das geistige Leben der Geonen nicht nur mib auerkennenswerther Sach- und Faehkeuntniss gethan, sondern auch allen Lesern des Buches in fliessender hebräischer Sprache Gelegenheit gegeben, sich mit den Geisteshelden von vier Jahrhunderten zu beschäftigen, die innerhalb der grössten Verfolgungen von Aussen, als mit Flamme und Schwert der Mohammedauismus sich die Völker Asiens erobert hatte, im iuuern Geistesleben des Judenthnms einen Mittel- und Sammelpunkt suchten u. fanden. Speziell die Responsen bilden einen Hauptzweig der geistigen Thätigkeit der Geonen. Der Verf. weiss die Geschichte der religiösen Gutlichten bis auf die biblische Zeit, z. B. hinsichtlich des zweiten Passah (Num. 9,10) und des Erbrechtes der Töchter Zelafchad’s (Num. 27,0׳, zurückzutühreu und widmet in den ersten 13 Abschnitten den Collektioneu der Geouen-Responsen, und in den letzten 10 Abhandlungen den Aeusserungeu der Geonen selbst gründliche und lehrreiche kritische Betrachtungen. Aus dem Inhalte des Buohes seien einige Momente hervoigehoben, welche geeignet seiu '.•f-eu, von der Freisiunigkeit der Geoueu, ihrer ethischen Weisheit, ihrer Milde, Schonung und Duldung den verschiedenen Richtungen uud Ooutessioueu gegenüber ein beredtes Zeugniss zu geben und einen Einblick in die damaligen Zeituud Culturverhältnisse zu gewähren. Diese Momente sind folgende: 1. Rituelle Entscheidungen; 2. Ansichten über Leichenfeierlichkeiten; 3. Verhältniss zu Niohtjulen; 4. ethische I. b) Specielle Entscheidungen. Ein natürlicher Sohn ist erbberechtigt, sofern der Vater sich zu demselben bekennt. (R. Paltai Gaon S. 91.) Das Maas eines Eies wird in Babylonien berechnet nach 16 und zwei Drittel Silberstückeu, welche in einem Ei enthalten sind. (R. llilai ben Natrouai.) Dem Wortlaute der Schritt nach (למק תהיה הורת ה ״ (בפיךDass das Gotteswort auf Deinen Lippen lebe‘‘ würde wohl dio Beschäftigung der Gotteslehre vom Anlegen der Gebetriemen betreien. Dennoch schliesst, herrschendem Brauche dar Weisen gemäss, das Eine das Andere nicht aus. (R. Samuel ben Cliotni Gaon S 171) Arabische Pilger dürfen einer Elietrau die Scheidungs- Urkunde übermitteln, sofern ein Jude diese empfängt und der Frau übergiebt. (Derselbe S. 173.; II. Ueber Leichenfeierliehkeiteii. Auch au dem Leichenbegängnisse eines Säuglings ist Jeder zur Theilnthme verpflichtet. (R. Natronai Gaon S. UH) Am Sabbath, an welchem ein Gottesgelehrter gestorben ist, recitiro man d!e prophetischen Textworto: ״Die Ehre ist aus Israel ge wichen.־* (R. Saadjah Gaon S. 168) Et heischt es auch die gute Sitte bei jedem Gelehrten, der verstorben ist, an der Bahre zu reden, so geziemt es sich insbesondere bei einem Lehrer des göttlichen Wortes, der von der Stelle am, wo er gelehrt hat, mit Worten der Erinnerung betraut werden soll iS. 269.) Dio Autbahruug einer Leiche vor der heiligen Lade soll nur daim erfolgen, wenn der Verstorbene eine hervorragende Grösse der Gotteslehro war. (R. Haja Gaon S. 254.) III. l)as Verhältniss zu Nichtjuden, Die Berührung des Weines durch einen Nichtjuden macht den Geuuss des Weines keineswegs unstatthaft, da der Gedanke an Götzendienst jetzt ausgeschlosseu ist. (S. 279.; Von einein Juden, dar vom Glauben der Väter abgefallen und reuig wie lergokelire war, darf inan Wein trinken. (R. Zadok Gaon, S. 7(.) Der Abtrünnige, der zum Judeuthum sich wieder reuig bekehrt, ist iu Gnaleu autzuuehmen. (R. Amrain Gaon, Seite 123 ) Wucher ist auch Nichtjuden gegenüber auf’s strengste untersagt. (Derselbe ib.i(Schluss folgt.) Litterarischer Anzeiger. Lehrern an jüdischen Eiejaentarschulen sei hiermit bestens empfohlen: Neue Vädagogisdie Zeitung Organ des l’reussischen Landes- Lehrer ־ Yereius. Redakteur U. Heimelte, Magdeburg, Kaiserstrasse 53. Preis vierteljährlich unter Streilband 1,65 Mark. Deutsches Lehrmittel-Magazin Wegweiser durch die pädagogische Litteratur. — Lehrmittel- Katalog. — Herausgegeben von Conrad Schröder, Lehrer in Magde bu rg-Friedrichstadt. Jäh rlieh 12 Kette. Preis 2 Mk. [4713 In meinem Verlag erschien soeben: [4711 Heiteres für Purim I. Ein Purim beim Schwartzutr llaw. Posse mitGesang in Knittelversen für grössere Kinder. II. llrr Wumlersrtt. Humoristisches Intermezzo. Anhang: Zwei Hodueitsletlamationeii. Preis 60 Pfg. Frankfirt a. 9. J. Kauffmaun. Zur Aull'ülirungam Purinueste vorzüglich geeignet: [4710 Jussuf. Hr. L. Die lebende Megiila. Preis 75 Pf. 6. Frltsche Buchhandlung und Hamb, wissenschaftl. Antiquariat Hamburg, Gerhofstr. 5. Ein sehr gut gehaltenes gebundenes Exemplar von: Zaus’ Gottesdienstliche Vorträge ist verkäuflich. Desgleichen: Dr. A. Berliner’■ kritische Rasehi-Ausgabe mit Commentar זכור לא: רהם. Oilerten mit Preisangabe an die Exped, d. Bl. Verlag von ׳■ J. Kaufmann, Ernähr, a. M. Rahwer’s hehr. Schulbücher: Schreiblese - Fibel, 7. Auf!., geh. 50 Pf., Tefllla keaara 1., 8. Aufl., geh. 65 Pf., Tefllla kezara II , 6. Aufl., geh. 1 Mit., Verantwortlicher Redacteur Dr. Rahmer, Magdeburg. Draok von D. L. Wo lfL Magdeburg. Verlag von Robert Friese, Leipzig.

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