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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1891-01-29 · N° 5. (29.1.1891) · p. Seite 20

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
20 (1891)
Issue
N° 5. (29.1.1891)
Date
1891-01-29
Page
Seite 20 (sequence 4)
Language
German
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— 20 — י■ rieht in den jüdischen Religionsfäeheru zu berück- -üchtigen. Während nun allerdings die Methode von jedem Lehrer anders gehandhabt wird, sollte eine Art und Weise des Unterrichtsbetriebs mit Stumpf und Stiel der Vernichtung preisgegeben werden, nämlieh der todte Mechanismus, der alles gegen sich und nur die Gewohnheit für sich hat. Ist es denn nicht in der That ein verwerflicher Schlendrian, sich lediglieh mit dem Uebersetzen der Gebete zu begnügen, ohne das den Schülern anzueiguende Material mit einem lebenerweckeuden Inhalt auszustattea? Das mechanische Vor- und Nachübersetzen allein fördert!loch gewiss keine Religiosität und es ist völlig verfehlt auf frühere Zeiten zu exempliüciren: wir lebeu eben in einer anderen Zeit mit anderen Verhältnissen. Jedoch ist es nicht zu verkennen, dass sich gerade auf dem Gebiete der Gebetübersetzung eine bedeutende Wandlung zum Bessern schon vollzieht. Wir erinnern an die verdieustliche Arbeit Mannheimers: ״Das Gebetbuch uud der Religionsunterricht,“ woriu voruehmlich auf die Entstehungszeit un 1 den Inhalt unserer beiden wichtigsten Gebete: Soh’ma un i Schmone essre, Bezug genommen worden ist. Daun hat Dr. Zuckermandel in einem 18S9 auf der Jahresver- Sammlung der isr. Lehrer Süd west-Deutschlands gehaltenen Vortrage: ״Der Unterricht in der Religionslehre,“ der auch als Broschüre erschienen ist, darauf hingewiesen, ״das9 das Gebetbuch für die Kenntniss der Religionslehre in Gehalt uud Umfang zur Grundläge genommen werden kann“ und mit vollem Recht auf das Entschiedenste betont, dass ״ohne genaue und gründliche Kenntniss der Gebete die Andacht nicht erzeugt wird.“ Aber bereits vier Jahre vorher, auf der in Magdeburg stattgefuudenen Conferenz des ״Vereins israel. Cultusbeamten Mitteldeutschlands“ (im Mai 1885), hat Dr. Rahm er in seinem daselbst gehaltenen Vor trage über ״Das Gebetbuch und seine Verwendung beim Religion sunterri ch t“ die Forderung aufgestellt, besonders in den Unter- und Mittelstufen den Religiomunterricht an das Gebetbuch anzulehneu; er zeigte dabei, dass das Gebetbuch hinreichenden Stoff und genügende Anknüpfungspunkte für das gesammte Gebiet des jüdischen Religionsunterrichts enthalte, ohne dass darum der Bibelunterricht eine Eiuschränkung erfahreu und in den oberen Klassen von einer systematischen Darstellung der Religionslehren Abstand genommen werden solle. Wie wir aus dem Vorwort zur ti. Auflage der Tefillah kezarah II ersehen, ist Dr. Rahrner damit beschäftigt, •in ״Vollständiges Gebettuch für die israelitische Schuljugend“ mit besondeiem auslührliohen Vocabularium uud allen nothwendigen grammatischen und liturgischen Bemerknngen, sowie eine Anweisung zur Verwerthung des •Geb e tbu chs beim Religionsunterricht herauszugeben. —Der Herr Verfasser des oben angezeigteu Buches ist auch von dem Prinzip ausgegangen, den Religionsunterricht an das Gebeteiibersetzen anzuschliessen; er bietet uns aus I der Fülle seines reichen talmudischea Wissens •ine Fundgrube brauchbaren Materials für die unterrichtliehe Behandlung des Gebetbuches in dem von ihm gedachten Siune, wenn man auch über die methodische Anordnung des Stoffes mit dem Herrn Ver-! fasser nicht einerlei Ansicht zu sein braucht. Abgej sehen von den Austriacismen sind auch die zahlreichen Druckfehler sehr bedauerlich; Seite 35 fiudon wir den litteraturgeschichtlichen Lapsus, dass der Verfasser den Dichter des L’cho daudi, Salomon Alkabez 6inen Zeitgenossen des Joseph Karo, mit Salomo Gabirol verwechselt. Trotz dieser Ausstellungen*) behält das Buch seinen Werth, wie wir bereits bemerkt haben, und wir wauschen demselben weite Verbreitung in Leiirerkraisen. M. Sp. Litterarische Notizen. London. Wir haben bereits kurz mitgetheilt, dass Herr Dr. Julius Oppert, welcher im Jahre 1881 als Mitglied der j Academie der Inschriften und schönen Wissenschaften einer 1 Abtheilung des Institut de France, gewählt wurde, jetzt auch! zum Präsidenten der Academie ernannt wurde, zu welcher Aus- , Zeichnung ihn seine ausserordentlichen Erfolge in der Er- I forschung des Assyrischen vollauf berechtigen. Dr. Oppert gehört zu den leitenden Mitgliedern des Oriental isten-Congresses, welcher iin September d. J. in London stattüaden wird uud wir werden demnach höchst wahrscheinlich das Vergnügen haben, in England einen Präsidenten der französischen Academie begrüssen zu können, der eben so stolz aut den Namen eines Juden als aut den eines Gelehrten von europäischem Rut ist. Weniger bekannt ist, dass Dr. Oppert in siebenter Linie von Samuel Oppenheimer (oder Oppenheim oder Oppenheimber) abstammt, welcher im Jahre 160U der vertraute Agent des österreichischen Kaisers des heiligen römischen Reiches Leopold I. in Wien war. Loudon. Im Verlage von Cassell & Co. wird demnächst ein Buch erscheinen unter dem Titel ״In Felsen gegraben1‘ oder historische Uebereinstimmuug dei Bibel, durch Zeugnisse׳ der assyrischen und eygptischen Monumente im British Museum nachgewieteu. 171 Illustrationen nach Photographien dieser Monumente werden den Text begleiten. Verlasser dieses interessanten Werkes ist Rev. Dr Samuel Kinns, welcher dieser Arbeit eino lange Zeit angestrengter Thätigkeit gewidmet hat. Wilna. Von Herrn Salomon Bub er wird demnächst in einem hiesigen Verlage erscheinen "מדרש תהלים“ auf Grundlage zahlreicher Manuscripte. Dieses Werk des gelehrten Herausgebers wird eine erfreuliche Bereicherung der Midrascli-Litteratur bilden, da dieser wichtige Midrasch in den vorhandenen Ausgaben sehr corrumpiit ist. *) Die sich noch um viele sachliche und etymologische vermehren lassen. (Red..) Litterarischer Anzeiger. Soeben erschien: דמעת ציון Hebrdieehe Uedickte. Prachtausgabe, als (ieschenk zu emjplehlen. Preis 75 Plg. 10 Exemplare 5 Mk. Zu haben l>eim Verfasser siud. phil Laz. Uoldsrhmldt, Berlin, Sophienstrasse 14. Kahmer’s liebr. ScuulbfiebtT: Schreiblese Fibel, 7. Aufl , geb. 50 Pf, Tefllla kexara I., 8. Aufl., geb. 65 Pf, Tefllla kezara 11, 6. Aufl., geb. 1 Mk., stets vorrätiiig. J. Kauffmsna, Frankf a. M. F. eend und Marx, Präparationen zum Alte■ Teatanieat. [4085 I. Abth : Pentateuch, vollst in 8 Heften zu 75 Pfge, 11. ״ Psalmen, 75 ״ ״ 0 ״ ״ ,, III. ״ ieaaias, ״ 70 ״ ,. 3 ״ ״ IV. ״ Richter, Ruth, Hiob, 3 ״ 75 ״ ״ V. ״ Kleine Propheten, ,.3 ״ 75 ״ ״ Jedes Heit dieser Präparationen ist auch eiuztln zu haben. Verlag von Wilhelm Viole• in Loipzig. Soeben erschien im Verlage von Wilhelm Jacobsohn ft Co. in Breslau: Gedenk bl älter. Zur Erinnerung in Dr. M. Joel. (Mit dessen Bild ) Preis 1 Mark 50 Pfg. Der Ertrag ist für die Jotil- Stiftung bestimmt. Koch buch für igrael. grauen non fteftefta «Solff geb. ßeinemantt. ütcunlcDerb.HufLSleg.&eimoanbbb. «Pcei« 2JW. •.so. dMTüUhorjüglidjanerlannt. "V■ grantfuit a W. [4627 3. Hauff■•»«, *!erlag. In meinem Verlage erschien soeben: Die israelitische Bevölkerung der deutschen Städte. Ein Beitrag zur deutschen Städtegesch lebte. MltBcautxuag arcbivallscher Quellen. [4654 Von Moritz Stern. I. Deberllagea am Bodensee Preis Mk. 1,60. Frankfurt a. M J. Kanffmina. TrauiiDgsfornmiare S. scher Uebers.) k SO Pf. (4,8t. für I M,)au haben bei derExp, d. BL Verantwortlicher Redactcar Dr. Rah mar. Magdeburg. Druck von ü. L. Wolft. Mazdeburg. Verlag von Robert Friese, L •ipaig

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