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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1891-01-15 · N° 3. (15.1.1891) · p. Seite 12

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
20 (1891)
Issue
N° 3. (15.1.1891)
Date
1891-01-15
Page
Seite 12 (sequence 4)
Language
German
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12 zweifeln! Aber böse Saat bringt keine gute Ernte. Die ־Wirkungen können nicht ausbleiben. Mit der Aufgebung Sulzer’s und der Mnstergiltigkeit seines Wiener Gottesdienstes wird auch das Sohioksal des Cantors unserer Geschichte besiegelt: er muss und wird ebenso wie der ״Meturgeman“ verschwinden.*) Allerdings können wir den Lauf der Geschichte nicht hemmen — es sprechen dabei ganz andere Factoren mit, so z. B. das Schwinden des Verständnisses der hebräischen Sprache etc. — aber ihn beschleunigen helfen, selber daran arbeiten, dass Amt, Bang und Stellung des Cantors eine illusorische werde, ist mehr als sündhaft. Nur ungern und mit Widerwillen habe ich hier in’s Cantorenfach schlagende Interna berührt, aber als treuer Anhänger und Bewunderer Sulzer’s und gelegentlich der Besprechung seiner ״liberi posthumi“ glaubte ich auch von gewissen äusserlich unscheinbaren, in Wirklichkeit aber weitgehenden Irrungen gegenüber dem Altmeister abmahnen zu müssen, ob mit Erfolg wird die Zukunft zeigen. — Der näohste, den Compositionen gewidmete Artikel soll umso sachlicher gehalten sein. Anmerkungen zur li censiou Bacher, Prof, Dr. W., Die Agada der Tannaiten etc., in Nr. 51 Zu S. 202b.: Die etwa hier in Petracht kommenden Sentenzen im Jeruschalmi und in den Midraschim, die eine Gering- Schätzung der Agada aussprechen, ergeben bei einem genauem Kingeheu aut die zu Grunde liegenden Verhältnisse, dass dieselben nicht in einer Antipathie der llalachisten gegen die Agadisten begründet sind. So lautet z. B. eine Sentenz R. Josua Sohn Levi’s im Jeruschalmi, Sabbath Folio 15c“!הדא אגדתא הכותב אין לו הלק ,הדורשת מתחקר,השומעה אינו מקבל שבר Der Sinn dieser Sentenz kann nur erkannt werden, wenn diese mit einer andern Sentenz K. J. S L. zusammengestellt wird. Midrasch Itabba zu II. M. 0,2 cap. ü § 2 und Tanchuma ibid. ed Buber § 2 S. IS wird Koheleth 7,7 aut die Gelehrten bezogen, die sich mit öffentlichen, mit Gemeindeangelegenheiten beschäftigen, weil durch ihre öffentliche amtliche Thätigkeit, ihre wissenschaftliche Abbruch erleidet Dazu tugt R. J. S. L. hinzu, er habe von Jehuda Sohn Padaja’s 00 בחרישת הקבר Halachoth gelernt und habe siiromtliche während seiner Amtsthätigkeit vergessen. R J. S. L. scheint mit den Erfolgen seiner Amtsthätigkeit nicht zufrieden gewesen zu sein und bedauert den Abbruch, den sein wissenschaftliches Streben *) In der jüngsten No. 2 der Allg. Zeit d. Judenth. wird von Herrn Emil Lehmann in Dresden dieses Prognostikon dem ״Yorbeter“ bereits gestellt ן durch seine amtlichen Mühen erlitten. Zu seinen amtlichen Beschäftigungen hat auch das Abhalten von agadischen Vorträgen gehört, mit deren Erfolg er gleichfalls nicht zufrieden war, weshalb er in seinem Unmuthe Uber sein erfolgloses Bemühen sich dahin äussert: Wer die Agadoth für die Nachwelt auf zeichnet, erwirbt sich kein Verdienst; wer die Agadoth vorträgt, der verbrennt sich (den Mun i), die, welche die-Agadoth anhören, haben keinen Nutzen davon. Er isi darum noeä kein Gegner der Agada, oben sowenig, wie Maybaum ein Gegner wissenschaftlicher Bücher oder gelehrter Abhandlungen ist, trotz seines sondei baren Ausspruches in seiner ״Homiletik" S. 82י. der in diesen Blättern 1. .T. No. 28 S. 107 zitirt wird. (Die ״Homiletik“ besitze ich nicht, der Preis des Buches ist ' eben für Rabbiner berechnet, die ein Einkommen haben, wie es Maybaum in Berlin hat.) 2. Zu S. 202a: Denselben Gedanken spricht.auch lt.יהושע im Midrasch zu den Psalmen 28,5: אלו הניירת״" aus. Dieser R. Josua ist nicht R. Josua Sohn Levi’s, wie Jalkut Schim. zu den Psalmen No. 708 liest; denn R. J. S. L. deutet den fast gleichlautenden Vers •Te s a ׳' a 5,12 (Sabbath folio 75a) auf die תקופות, wie Chiskija hier im Midrasch zu den Psalmen. Dann aber zeigt der in der vorhergehenden Anmerkung zitirte Ausspruch im Jerusclialmi (Sabbath folio 15a,) dass R .1 S. L. den Agadoth keinen solch hohen Werth beigelegt hatte. Viel- , leicht ist הושעיה zu lesen. R. Hoschaja war der College von Chiskija. Wie die Deutung de3 Psalraverses seitens ן Ohiskija’s der Deutung des Jesajaverses seitens R. J S. L. im | Namen des Bar Kappara (vgl. Bacher II S. 514 A. 5) entspricht, | so entspricht die Deutung R. Josua’s oder R. Hoschaja’s der ■ Deutung des Jesajaverses seitens Rabbi Jochanan in Sota folio 48a, und so entspricht die Deutung des Psalmenverses זו קריאת שמע י seitens der '"רבנן" der Deutung des Jesajaverses I seitens Rabbi Abahu’s (Sabbath folio 113 b): בשביל שבטלו הריאת שמע שחיית וערבית Litterarische Notizen. Mägde barg. Bei Leop. C e r t in Paris ersehien eine französische Uesersetzung des Werkes von Nicolaus de Gradowsky: ״La Situation legale des Israelites en Russie.“ — Der uns vorliegende Theil des ersten Bandes enthält aut 848 Seiten (gr. 8•): Die handelsrechtliche und allgemein rechtliche Stellung der Juden in Russland von Alexis bis aut Alexander I. HolYentlich werden die andern Bände sehr bald folgen, da diese gerade jetzt ein actuelles Interesse haben, Wir kommen auf das Werk demnächst ausführlich zurück. Hamburg. Untor dem Titel אור החיים erschien jüngst ein bibliographisch - literarhistorisches Wör.erbuch von dem verstorbenen II eimann Michael aus Hamburg. Dasselbe enthält über 1201 Artikel in hebräischer Sprache mit Anmerkungen von HH. Oberrabbiner Dr. Loeb in Altona und Dr. A Berliner nebst einem Vorwort des Letztem. Chronologisches. In Nr. 32 des Jahrg. 1888 verdächtigt Herr Cohen - Rees eine Datumangabe, weil nicht anzunehmen, dass mau am Sabbat Kerzen verlöscht und Schofar geblasen hätte. Dieser Sabbat war aber am 17. Januar und bereits um 5 Uhr zu Ende, da konnten offenbar obige Handlungen vorganommen werden. B. J. Vor lag you J. Kau jf manu, Frankfurt a. M. 2 ad>«, 9». Stimmen Dom 30t» Dan unb 8u|>t)tat. 3. 'Auflage. :Mit bent ®tltmiffc De« ®er» faffevö. $rnd)tba)1D mit (Salb• icfint't.! i1t>rtiiglicf)cö jfeft ־®cfdjenf! m 5- 9«itd>cnfclb, Sr. 2»., Suite-- ma1ifd)cä üctjrDurf) ber i«rael. Meligien. 3. uevbefjeite Auf läge, gebunben Ü)ff. 1,30. (?nffet Tr• SJeitfaben für oen Untmtdit in ber jiib 1»ef<f)l<l)tr unb Uitteratur. «. Auflage, ge־ bunbeu 2)1 f 1,30. 9J?., (Senfirmationö* 2d)ultinfübnnigfl Itauu11g82־blcgen־ unb (grabrrbrn. 8 lammen 22 Sieben. Statt ijabeuprei« 2,50 nur ®lt 150 Litterarischer Anzeiger. 2mtfct)if, 9i, ®titräge jur (Sc fdjtdjte ber Teditltdjrn Stellung ber 3ubcn narnentüm im (8t■ bict be« beut!gm £eitcmi®« Ungarn bom X. bi« XVI. gaftr» bunbert. ®lt. 2 — Audfüljrftd)« Katalog grati« unb franco. ®חס bcu S(1|ulbüd|crn meine« ®erlag« fiel) 11 ben $>& Dlabblnen, S(f)ulblvet(01cn unb £ef)rern Au• fidjuciemplare gerne jur Verfügung. ftrauffurt a. 2». [1622 _J. K»nffm>na. JbLocli buch für i«rael. grauen oon Wcbeffa *öolff grb. .Qcitiemantt. 9iru11t(uerb.Aufl.Sleg£eimuaubbb. 9>rfie üJif. »50. OBrSllJUovjügliijaiiettamit. *W grantfutt a. 'M. [4627 3■ Oanffmam», ®erlag. Au alle Freunde der hebräischen Sprache! Die seit 34 Jahren in Lyck (Ost-Preussen) herausgegebene, rühmlichst bekannte hebräische Wochenschrift ״Hamagld-, erscheint seit dem 15. Oktober dieses Jahres in Berlin unter Mitwirkung berühmter jüdischer Schriftsteller und Gelehrter Sie enthält genaue und aus'ührliehe Berichte über die Juden in allen Ländern der alten and neuen Welt, Besprechungen aller wichtigen Z sitfragen, literarische und historische Aufsätze aut dem Gebiete des Judentums etc. und eine besondere monatliche wissenschaftliche Beilage. Abonnementspreis: im Inland 12 Mk. im Ausland 1(1 Mk. Rabbiner und Kultusbeamte erhalten 25°/, Rabatt. [4625 Abonnements f. den״Hamagid“ werden in allen Postämtern angenommen. Probenu m mern werden jedermann aut Wunsch gratis zugeschickt. Herausgeber: H. Facha. Adr.: Redaction d. ״Hamagld‘• _Berlin. 2 Lieder. Gedicht von Julius Sturm für gemischten Chor zur Seelenfeier. Componirt Von Oslas Hochglück. Op. 15 und 16. Preis zusammen 2 Frs zu beziehen durch die Musikalienha“d1• Crebr. Hug t4r’37 Leipzig, St. Gallen. (mit deutscher Uebers.) ä 80 Pf. (4 St. für 1 M.) zu haben bei der Exp, d. Bl. ■Verantwortlicher tiedao.teur Dr. Kahmer, Magdeburg. Druok von D. L. Wolft. Magdeburg. Verlag von Robert Friese, L eipzig 394446^887

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