Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 20 (1891)
- Issue
- N° 1. (2.1.1891)
- Date
- 1891-01-02
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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4 Bayern, ■welcher zum Entsatz der belagerten Stadt ׳. herbeieilte. Dies9 Schlacht ist besonders berühmt j geworden durch die Sage von den Weibern, welche! ihren kostbarsten Schatz mitnehmen durften, ihre Männer auf dem Rüoken aus der Festung wegtrugen. Durch G. A. Biirger’s Ballade ״Die Weiber von Weinsberg“ ist die Sage in Deutschland allgemein bekannt geworden — Von einer ähnlichen aninuthigen Sage berichtet uns der Midrasch Hoheslied 1,1. Rab Idi erzählte: ״In Sidon sollte einst eine Frau nach! der Bestimmung der Mischna (Jebamot 64a) von ihrem J Manne geschieden werden. Die Ebelente verfügten 1 sich zu R. Schimon ben Jochai zum Zwecke der Scheidung. Der Lehrer sagte nun zu jenen: So wie , Ihr eure Hochzeit mit fröhlichem Gastmahle gefeiert : habt, so soll es auch bei eurer Trennung gehalten; werden. Darauf wurde ein herrliches Festmahl her- ן gerichtet, bei welchem der Mann durch Zureden der j Frau des Weines zu viel genossen hatte. Nachdem | ihn der Kausch verlassen hatte, sprach er zu seiner | Frau: ״Mein Liebchen! Erküre Dir das kostbarste | Gut, das Du in meiuem Hause findest, nimm es und j gehe wieder in Deines Vaters Haus!“ Bei ihrem Weggang gab sie den Bediensteten die Weisung, den J Mann, wenn er eingeschlafen, mit der Lagerstätte, I worauf er sich befand, in ihr Vaterhaus zu bringen. Dieses geschah auch nach ihrer Anordnung. Um Mitternacht erwachte der Mann und rief: ״Mein Liebchen, wo bin ich denn?“ Sie antwortete: ״Du | bist in meines Vaters Haus!“ ״Was soll ich denn! in Deines Vaters Haus?“ Darauf erwiderte die liebevolle Frau: ״Sagtest Du nicht, ich sollte mir das j beste Gut in Deinem Hause erwählen und in meines; Vaters Haus bringen? Ich habe kein vorzüglicheres 1 Gut iu der Welt, als Dich! Darauf begaben sich | die Eheleute zu ihrem freundlichen Lehrer R. Schimon i ben Jochai, dieser betete für sie, dass der Scheiduugs- | gruud nach oben genannter Mischna gegenstandslos! wurde und die Scheidung unterbleiben musste. (Die- 1 selbe Legende berichtet Jalkut Genesis No. 16.) | Hanau, den 21. December ls90. U u a.; Recensionen« Hadras kodegeh, von Tintner, M., Cantor und Lehrer in Bunzlau (Schlesien). Selbstverlag des Verfassers. (Schluss.) Was den eigentlichen musikalisch-gesanglichen Werth de» Werkes anbelangt, "so sprechen wir nach genauem Durchgehen aller Nummern seines reichen Inhalts die gewonnene lieberzeugung aus, dass es durchweg das Motto verdient: ״Sanft, lieblich und edel“. Jede Ueberfülle, jeglicher überflüssige Tonschwall ist vermieden, es wurzelt tief im •leist unseres traditionellen Svnagogen-Gesanges, es spricht sich darin überall die rein jüdische Gemüthstiete in den einfachsten, natür lichsten Tonbildungen aus. Mit grosser Sorgfalt und sachkundiger Einsicht sind diejenigen Gesangstücke aus den Meisterwerken unserer berühmtesten Synagogen-C'omponisten ausgewählt, welche sich längst schon das Bürgerrecht in dem gottesdienstlichen G6sango unserer gebildeten Gemeinden erworben haben, für welchen sie bereits typisch und Gemeingut des jüdischen Volkes geworden sind, so dass sie durch andere neue Melodienschöpfungen gar nicht ersetzt noch verdrängt werden könnten Der Herausgeber hat es verstanden, da» Vorhandene, reiche Material zu bewältigen und es vortheilhatt zu vereinfachen. Es ist, so kann man wohl sagen, die Popularisierung der Wissenschatt., angewandt aut die ausübende Kunst des Synagogengesanges. — Auch eigene Compositionen bietet der Verfasser in grosser Fülle, die als bestes Kriterium ihres gesanglichen Werthes die gute Wirkung aufzuweisen haben, welche sie aut die Hörer in den Synagogen ausüben; sie prägeu sich leicht und mühelos ein, werden gern gehört und auch gesungen Als einen besonder» Vorzug dieses Werkes müssen wir noch hervorheben, dass es viele Recitativ-Sätze tür den alleinigen Vortrag des Cant.ors enthält, die geeignet sind, dem wilden Formalismus des willkürlichen Vortrages eine wohlthätige Schranke zu setzen. Dass das Werk für alle Casualien die nüthigen Gesänge und Gebete enthält, haben wir schon gesagt. Alles ist in schönster, systematischer Anordnung und Vollständigkeit, kurz es ist ein ״Kol-ho“, in dem nichts fehlt. Daher emptehlen wir dieses Werk in vertrauensvollster Ueberzeugung allen Gemeinden und Oultusbeamten zur Auselmllung und tieissigen Benutzung zur Erzielung eines würdigen, edlen Gemeindegesanges. S. Nathan. Litterarisctie Notizen. Rom. Herr Prot. ,T. Guidi hat soeben einige hebräische Grahschritten aus der ersten Hältte des XVI. Jahrhunderts veröllentlicht. Diese wurden iu dem Trastevere (jenseit der Tiber gelegenes Gebiet) autgotunden uni enthalten zum Theil Namen, welche noch heute iu der hiesigen jüdischen Gemeinde vertreten sind. Litterarischer Anzeiger. Au alle Freunde der hebriUschen Spracht׳! Die seit öl .1 ahn■11 in Eyck (Ost-Prousson) henui.*gegebene, rühmlichst bekannte hchrüische Wochenschrift ..Humugid׳*, erscheint seit dein 16. Oktober dieses Jahres in Berlin unter Mitw irkung berühmter jüd׳.scher S.lmltstellei und Gelehrter Sie enthält geuaue und aus ührliehe Berichte über dio Juden in allen Ländern der alten und neuen Welt, Besprechungen aller wich( igen / jitt ragen, literarische und histori-cho Aulsätze aut dem Gebiete des Judentums etc. und eine besondere monatliche wlshc 11 sc 11 a11liche Beilage. Abonnementspreis: im Inland 12 .Mk. im Ausland 1(1 Mk. Rabbiner und Kulfusbeamte erhallen 25"/u Rabatt. 1 Güf» Abonnements t den,,llumagid“ werden in allen Postämtern angenommen. Probe! ummern werden jedermann aut Wunsch gratis zugeschickt. Herausgeber: Ä. 1'iicIim Adr.: IleilactliiD d ״Hamaglil- Berlin. Turm bic .tSrpcftitiün ft er 30r. ®Sod)1־njd1rirt ijt &u beheben:?tc grbcittitng &*$ |itbifd|ctt für ßilbiitifl ittib $eitrt1« 1205]!6011 Joseph Klingenstein. — ׳)Reis 40 'Lüg. Irr 'Jfciiüvtiag iit fiir bie ״fltfiaina" bcjtitrmt. Urftrrr Dir für Dir )ürrftrcttnng fticirv tirrrlidirn, 2 ®oßrn itiiTfrn «rbiit öro Hittalfcre — man fatin fie feit» prift. Xrftamrnt nenttrn — im Mttrtrffr ftcr ״Wdiätua' fidi iittrreifircn roollrn, erhalten negrn ISittfrnftuttfl tiott l 3»f. 50!Pf. I« (.^cmplare franc» >11iH׳ia1tftt. 2 Lieder. Gedicht vou Julius Sturm für gemischten Chor zur Seelen« fefer. Componirt Von 0 s 1 a s H 0 c 11 g 1 ii c k. Üp. 15 und 16. Preis zusammen 2 Frs. zu heziehen durch die Musikalienhaudl.^e|>r> g|ug [4537 Leipzig, St. Gallen. Ve lag vou J. Kauffiuaun, Frankfurt a. M. 3)1. Stimmen Dom ^ar« ftatt Hilft (Suplirat. 3. Auflage, ®fit bem ©fibtiiffc ftcö )Brr« faffevo. ®1T,d)!banD mit (Sfolft« f(l)tll1t.! 'lloriiißlidtcs jycft6)־efd)cnf'. ®tf b - fJrildtrttfclP, Tr. 2»., *t)jtr־ tmtiiidiro Vcbtlmd) bet׳ i-äraef 'Jieligion. 3. t'ctK'jjette 3luf(age, gebniibni ®ff. I,:i0. (?affet Ti׳. T., Ürilfit&i'tt für orn lliitrrtidit in bev jilb 6trfd)id|tc tiub ütiteruttir s Slujloge, gr־ buiibcu ®;f. |,!|0. 3Jt.. tioitfirmationo• «rtiul־ rilifülpuitß« Iraumtfl^ü'irgcn־ 1111b t^ralirrfictt.;1.lammen 22 :)leben, «tt-tt Utbenpiet* 2,50 nur ®!t 150 2aitfd)if, 3f, '-öritrößc jur («r fd)id)te ftcr rrdttltdint Sirllnng brr 3uftcu tutmtmlim litt dir« fttet ftrd ftcuttgrit £cifrrrri<tt‘ llngorn Dom X. bie XVI. Jaftr* ftntiftrrt. ®ft. 2 — Wuöfüfjr(id)er .!lataloß grati« unft franco. ®01t teil 2d|ulftüd|rn1 meine-? ®erlag? i'ielpu bcu $>y ÜliiftDtiirn. 2d)ulftireftotttt nnb Vrprrru 31 n» fid)1«e£cn׳plare gerne juv ®,rfiigiimy örittltf.1« a. ®f. [11)22 •I. KanfTmann. .*■t- Soeben erschien 9■ Doi* Wachachamaw (דור וחכמיו) Geschichtsbilder der Gegeuwart oder Darstellung des Lehens und Wirkens der hervorragendsten jüdischen Gelehrten unserer Zeit. Ein Beitrag zur Geschichte der jüd. Litteratur der Gegenwart (mit Portraits u. Facsimilen) [461:6 von NoMe* ltelnea. Preis pro Ex Mk. 2 50. Mit Porto rcccrn. Mk. 3. Für 10 Ex. nur Mk. 20. Adr. d. Verf. Llda, Gouv. Wilno (Russland) uertcniiguugen.inNr.öl.S 1300. tRec.Ba<:her)Z.13v.0.81 st.30, u.i. d Anmerk.Z.ll v.u.19 st.lihzules.—InNr.52S.204a Z.lli v 0 muss es, wie Sachverständige wohl selbst verbessert haben, heissen: ״wohl nie gebraucht worden ist.“ Verantwortlicher Redacteur Ur. Rahmer. Magdeburg. Druck von D. L. Wo 1 ft. Magdeburg. Verlag vou Robert Friese, Leipzig