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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1889-11-07 · N° 45. (7.11.1889) · p. Seite 182

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
18 (1889)
Issue
N° 45. (7.11.1889)
Date
1889-11-07
Page
Seite 182 (sequence 4)
Language
German
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182 — müssen. Hier gehen wir aber vom AUgemeinen in’s Einzelne über, wobei bemerkt werden mus'i, dass weder der Meinungsfreiheit die Aohtung, n0 3h dem "Verfasser und seinem Gegenstände die Liebe von Seiten der Kritik versagt werden möohte. (Forte, folgt) Rostowski, ספר מורה צדק ע*ם שטת הרמב״ם (Wilna, 1888.) (Fortsetzung st. Schluss.) Diese Ausführungen Maimuni’s, die für dieTendenz des Herrn Verfassers auch als geschichtliche Analogien von hohem Werthe sein konnten, hat derselbe also keineswegs in entsprechender Weise benützt, vielmehr wendet er vorzugsweise seine Aufmerksamkeit der Lehre za, die Maimuni als das formale Princip der Forschung aufstellt,*) dass der Glaube nicht eine Sache sei, die bloss mit dem Munde gesprochen wird, sondern die in der Seele deutlioh vorgestellt wird; wenn man glaubt, dass es sich so verhalte, wie sie vorgestellt wird.* Diese Lehre Maimuni’s gilt dem Herrn Verfasser als die unentbehrliche hellleuchtende Fackel, deren er stets auf seiner Wanderung durch die Gebiete der Tradition bedarf. Iu mannigfachen Formen wiederholt er stets aufs Neue den Hinweis auf dieses formale Princip der Forschung und er macht von demselben den ausgedehntesten Gebrauch, auch nach der Seite hin, wo die Anwendung dieses Princips nicht ohne bedenkliche Folgen ist. Denn während er mit Hilfe dieser rationalistischen Methode in anerkennenswerther Weise gegen so manche aber• gläubische Vorstellung und gegen so manche Auswüchse des religiösen Lebens zu Felde zieht, treibt ihn dieser Rationalismus zu solch steilen unfruoht• baren Höhen, dass er oft die positiven Grundlagen des Judenthums ganz und gar verlässt und die vermeintlich rationellen Ergebnisse seiner eigenen Speculation an deren Stelle setzt. Das ist ןa überhaupt die bedenkliche und verfängliche Seite eines streng durchgeführten Rationalismus, dass er oft wunderbare Vorgänge des geschichtlichen oder geistigen Lebens durch die Schilderung anderer nicht minder wunderbarer Ersoheinungen zu erklären bestrebt ist. So versichert uns z. B. Herr Rostowski alles Ernstes, dass es nur die Energie des Denkens gewesen ist, die es ermöglichte, dass Mose vierzig Tage und vierzig Nächte ohne Speise und Trank auf dem Berge Sinai weilen konnte, und dass jeder Mensch, wenn auch mit grossen *) Morehl,50. (InNo. 42S 164bZ.15v.u. ist הם st.הם zu lesen) Anstrengungen und grossen Unterbrechungen sioh zu einer solchen Stufe des Denkens und der religiösen Speoulation wie Mose, erheben könne. (S. 121.) Aber dieses formale Princip der Forschung, des Maimonides selbst (More I, 50) weiter ausführt, erweist sioh dem Herrn Verfasser noch in zweifacher Beziehung von fruchtbringender Wirkung, sowohl für den Eifer, mit dem Herr Rostowski sioh dem Studium des Moreh widmet, als auch für die dialektische Schärfe seiner eigenen Betrachtungsweise. Denn, wenn Maimuni nun des Weiteren hervorhebt: ״Wenn mit einem solchen Glauben sich die Gewissheit verbindet, dass das Gegenthail dieses Glaubens unmöglich angenommen werden dürfe und im Verstände kein Einwand gefuuden werden kann gegen diesen Glauben . . . dann ist dieser Glaube wahr“, 80 führte die volle Würdigung dieser Maimunischen Worte der Verfasser nicht nur zu der unumstösslichen Ueberzeugung, dass Maimuni, zweifellos stets seinem eigenen Principe getreu, ein leichtes Reich gesicherter Wahrheiten in seinem Geiste aufzubauen bemüht gewesen sei und aus diesem Grunde die eingehendste Beschäftigung mit dem ״Moreh“ den herrlichsten und lohnendsten Ertrag liefern müsse, sondern diese Lehre Maimuni’s wird im Geiste des Herrn Verfassers zum wirksamsten Antriebe, in seinen eigenen Untersuchungen über die verschiedenen religiösen Fragen jeder irgendwie gearteten Einwand und jedwedes entgegenstehende Bedenken gegen den Wahrheitsgehalt irgend welcher Lehrmeinung in ihrer vollen Schärfe vorzuführen und deren Haltlosigkeit zu erweisen. In dieser dialektisohen Thätigkeit liegt gewissermassen das Hauptverdienst der Rostowski'sohen Arbeit; freilich nicht in dem Sinne, dass wir ihrem Ergebnisse zustimmen können, wiewohl wir uns mit manchen sinnreichen Deutungen agadisoher Stellen befreunden könnten, sondern weil der Herr Verfasser ohne Sohea und ängstliche Zurückhaltung Fragen und Bemerkungen vorführt, die wohl so mancher unter den ״Maaminim“ unter den ״Gläubigen“ seines Heimatlandes, auoh nur anzuhören für sündhaft eraohten dürfte. Der Herr Verfasser scheint sich auch dieser Selbstständigkeit in hohem Maasse bewusst zu sein, denn der ״Maamiu“, in dem Standpunkte wie ihn der Verfasser selbst vertritt, entlässt den ״Mewakker“ mit der ausdrücklichen Mahnung: ״Die Ergebnisse der gemeinsamen Unter- I suohung, den Inhalt ihrer Unterredungen nie und I nimmer aus Menschenfurcht zu verheimlichen.“ (SchLf.) §iM0* §M)tvl T't'iAff o •d. Zuckermandel mit lUholla Supplement (Register u. Glossar;, neu — (statt 28 M.) iiir 12 M. CJdieTositta d. Tract. ftCUiml 11, Erubin iu ihr. Verhältniss zur Miscl.na. (st. •> M.) lür 3 M. Die * " Pentateiidi-lletotziing v* ihrem Vcrlmltniss zur iialachn. \01! Uabh Dr. G roueimuni. (stati 3 M.'i für 1,50 M. |h|,j.n Beiträge zur Geschichte I “1IVöjderhebr.u.aram .Studien lür 2 M. [2381 Zeitsi hvilt iiir die t Wissenschaft des Judeuthums v. 1>1׳. koliiil (hobt׳, u. deutsch. Abt 11.) h •I nhrgäcge 1.0 M. Zu beziehen durch die Exped. o e»os Blattes. Literarischer Anzeiger. Die Ch an uk a - Wunder Festspiel in drei Akten fdr Israel. Schulen 0. Familien, von Ur. L. Jasauf versendet ge.en Einsendung von 50 l*fg. franco die Exped. der ״J81׳ael. Wochec schritt.“ r2362 Desgleichen: Stliiller’s IVelliiiistliiiiiiiii!: 11. die Hiliel von Ur. tiolilsehniidt. 2G63J Preis 50 Ptg. Q11 uiei r.em t'e ׳. Inge *11 d); e n t oebt 11: 3>cr 'goMenluiffus litt &en gilben »an 1» r. J. Kabbluowicz. förcio OTf. l.*ö.?•rnnffurt a. 8)1. [2365 .1. 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