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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1889-10-24 · N° 43. (24.10.1889) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
18 (1889)
Issue
N° 43. (24.10.1889)
Date
1889-10-24
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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.*«48. Jüdisehes Jahrg. XVIU. Litteratur-Blatt. fat Beleaehtaag aller Jadaatfeaal 111 Jade« ketreffeadea Utterarteeken Ertekelaaagea aaf deai fleklete der Philoeopkle, Oeeeklekte, Etkaograpkle, Theo• adle, Orleatalla, Exegeae, Homlletth. Lltargik a. Pidagoglk. Herausgegeben ▼on Rabbiner Dr. Moritz Rahmer. 01ta<j9e6v*xcj., 24. dctofoz 1889, Sicher d«r «!■schli^igen Lltt«r»t«r,welch 4er Ee4act.0u u|«1udt v«rde1,41dw le dlecem Blatte eiagebeode Beeprechvag Bei Kiaaendeng ▼0■ nrel tteeeneloa•• Exemplaren erfolgt einmalige karre ttrfttJ«»Inserttoa. Das ״JMlsch• Lltteratnr-Blatt« erscheint wöchentlich in einem halben Bogen Preis bei allen Buchhandlungen (in Leipsig bei Robert Friese) pro Jahrgang 8 Mark. Abonnenten der .Israelitischen Wochenschrift“, die vierteljährlich bei allen Postanstalten und Buchhandlungen 8 Mark zahlen, erhalten das ״Jüdische Litteiatur-Blatt“ gratis. — Inserate werden mit 88 Pf. fttr die gespaltene Petitzeile, Beilagen mit 20 Mark, berechnet und sind au die Expedition dieses Blattes zu senden Bachh&ndler u. Lehrer, welche direct oder durch Robert Friese Inserate einsenden, erhalten 25 % Rabatt. Inhalt: Wissenschaftliche Aufsätze: Daniel Sanders. Ein Lebensbild. (Schluss.) — Rabbi David Kimchi. Von Harry L. Lewis in London. — Das Targum zu dem Buche Schir ha- Scbirim. Von Dr. Jacob Reiss, Rabbiner in Kuttenplan (Böhmen). (Schluss.) Litteraturbericht: Recensionen: Rostowski, ספר מוריה צדק צ" פ שטת הרמב״ם (Fortsetzung). — Scherbel, Moritz. Der Unsterblichkeitsglaube nicht vom theologischen Stundpunkt. — Litterarische Notizen. — Inserate. Dwbetugter Nachdruck aus diesem Blatte ist nicht!eslaltet. Daniel Sanders. Ein Lebensbild. (Schluss.) Daniel Sanders war nun von seiner amtlichen Stellung entbunden, er hörte auf, Schulmann zu sein und war ganz auf sich angewiesen. Aber nicht lange dauerte diese thatenlose Zwischenzeit. Eine andere, segensvollere Thätigkeit wartete seiner, es war die schriftstellerische, die ihn in den weitesten Kreisen bald ruhmvoll bekannt machte, "Wir nannten bereits seine im Jahre 1844 veröffentlichte Schrift: ״Volksleben der Neugrieohen“, ein treffliches Zeugniss seiner geschickten genialen Darstellungsgabe. 1845 gab er seine ״Gespräche“ heraus, eine Schrift, die die gewöhnliehen Lehrbücher ergänzen sollte. Es folgten darauf mehrere Arbeiten in verschiedenen litter. Zeitungen, Jahrbüchern u. a. m., von denen uns besonders seine poetische Uebersetzung und Bearbeitung des ״Hohenliedes“ interessirt, die 1866 als besondere Schrift erschien und im vorigen Jahre eine zweite Auflage erlebte. Mit grosser Vorliebe beschäftigte er sich mit germanistischen Studien, von denen er damals nicht ahnte, dass sie später den Mittelpunkt seines Lebens und Schaffens bilden würden. Aber es wurde 80 und wir haben Grund, damit recht zufrieden zu sein. Im Jahre 1852 veröffentlichte die Buchhandlung Hoffmann & Campe in Hamburg in zwei Heften seine Kritik des erschienenen Grimm’sohen deutschen Wörterbuches, betitelt: ״Das deutsche Wörterbuoh von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, kritisch beleuchtet“, die viel Aufsehen erregte, Lob und Tadel erfuhr, aber zugleioh die Aufmerksamkeit der ״Weber’schen Verlagsbuohhandlung in Leipzig“ auf sich lenkte, die seit Jahren die Herausgabe eines deutschen Wörterbuches für alle gebildeten und bildungsbeflissenen Deutschen beabsichtigte. So ging unserem Sanders durch Ver• mittelung von Otto Wigand in Leipzig die Anfrage zu, ob er geneigt wäre, die Ausarbeitung eines derartigen deutschen Wörterbuches zu übernehmen. Zu gleicher Zeit erhielt er aus Frankfurt a. M. I den ehrenvollen Ruf zur Uebernahme des Schuldirectoriats am Philanthropinum. Er schwankte lange. ״Beide sich mir 80 eröffnenden Aussichten“, erzählte er, ״hatten für mich ihr sehr An- und Verlockendes.“ Er entschied sich für Ersteres und übernahm die Ausarbeitung des von der Weber’schen Buchhandlung gewünschten Wörterbuches der deutschen Sprache. Wir lesen von ihm darüber: ״Der Gedanke, ein ״für das deutsohe Volk nützliches Werk schaffen zu ״können, hatte es mir angethan und fiel bei meinem ״Hin- und Herwägen schwer in die Wagschale zu ״Gunsten des Wörterbuches“. So ging er rüstig und muthig an seine grosse Aufgabe; vom frühen Morgen bis tief in die Naoht war er an seiner Riesenarbeit, unermüdlich im Forschen, Sammeln, Ordnen, Zusammenstellen, Corrigiren u. a. m., eine Thätigkeit für die hunderte von Händen nicht zu viel gewesen wären. Dabei war er von keiner robusten leiblichen Beschaffenheit, die Natur hat ihm nur eine schwächliehe Körperconstitution verliehen, aber desto stärker an Energie und Willenskraft. 1854 erschien sein Programm eines neuen deutschen Wörterbuches; er wies in demselben nach, wie weit Grimm hinter der eigenen Aufgabe und den Ansprüchen der Zeit zurückge- 1 blieben war, und entwarf die Zeichnung der Aufgabe! der Lexicographie unserer Zeit zur praktischen Ver-! werthung derselben. In bewunderungsvoller Weise unterzog er sich, bewusst seiner Aufgabe und seiner wissenschaftlichen Kraft, dieser gewaltig grossen Arbeit. In den Jahren von 1859 bis 1865 war sein: ״Wörterbuch der deutschen Sprache mit Belegen von Luther bis auf die Gegenwart“ in drei starken Quartbänden — A bis Z — vollendet. Das Werk ist ein rühmliches Denkmal deutschen Geistes und deutschen Fleisses, dessen Gebrauch und Verwerthung schon jetzt unentbehrlich geworden, auoh für Fachmänner, denen es eine herrliche Ausbeute zur praktischen Benutzung bietet. Es dient der Wissenschaft und dem Leben zugleich, Land und Volk, Handel und Gewerbe, Ackerbau und Schifffahrt, der Markt und das Haus mit seiner Familie; über Alles finden wir hier Aufschluss und Erklärung. Die Anerkennung dafür blieb dem Autor auch nioht aus. In fast allen litter. Zeitungen, Monats- und Wochenschriften des In- und Auslandes konnte mau die sehr günstige und lobende Beurtheilung des ״Sander’schen Wörterbuches der deutschen Sprache“ lesen. Es war dies eine wohlverdiente Palme für den Mann, der den schönsten und besten Theil seines Lebens mit der Erforschung und Sicherstellung des richtigen hochdeutschen Sprachgebrauchs und dessen

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