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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1889-09-26 · N° 39. (26.9.1889) · p. Seite 156

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
18 (1889)
Issue
N° 39. (26.9.1889)
Date
1889-09-26
Page
Seite 156 (sequence 4)
Language
German
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156 die Seph&rdim das Schwa vorzüglich vor Kehl- und Zischlauten mit Vorliebe dehnen, weil diese ihnen Schwierigkeiten in der Aussprache verursachen. Nur in Verfolg dieser angedeuteten Mängel dürfte die in der Vorrede gemachte Bemerkung, dass die anfangs von misstrauender Besorgniss für die Originalität ihres Gottesdienstes erfüllten ״conservativeren Elemente“ der Gemeinde sich schliesslich mit der Neuerung (der Einführung von Chorgesang) befreundet haben, in dem an solchen Erfahrungen überreichen deutschen Judeuthum das richtige Verständnis finden. Denn die Einführung von Chorgesang allein ist — was kaum mehr nachgewiesen zu werden braucht — bei den Sephardim keine besondere Neuerung. Nimmt man ihnen aber dabei ihre eigenartige Anssprache und Betonung der Gebettexte und ignorirt obendrein bei Niederschreibung neuer Compositionen ihren Geschmack, so verkümmert man nur den ״conservativen Elementen der Gemeinde“ den Gottesdienst, anstatt ihn anziehend zu machen. Von der musikalischen Seite abgesehen, findet man in den Aufzeichnungen von Belinfante, Caseres, Lidarti, Jonas, de Sola und de Villers so manohes Schwa gegen die Gewohnheit der Deutschen, denen das Gaju gänzlich abhanden gegangen, stark gedehnt. Zn einem ״Adon olam ä 2 voci del Sig. Abm Rathom di Londra“ (vor 1740) findet sich sogar die Silbe ye — sir (mitS!) nibra mit 2 starken Takten belegt. Zu der Scheidung der Riten gehört eben auch die reale Trennung des Musikstils und der angedeuteten Disoiplin der hebr. Grammatik und es kann nicht Sache der ״ Askenazim “ sein, ihre sephardischen Brüder in diesen Punkten belehren oder gar bekehren zu wollen. כמנוע אבותיכם TVIH (:ביצה ד)! (Schluss folgt.) Kaeller, Dr. 1», Rabbiner. Kurzget&sster Leitfaden für den grammaü«(. ׳< . Jnterricht in der hebräischen Frage. Zweite verbesserte Auflage. Breslau. Jacobsohn. 1390. Ein Schnlbüchlein, das in so kurzer Zeit seine zweite Auflage erlebt, bedarf eigentlich keiner besonderen Empfehlung mehr. Für alle diejenigen aber, die nach einem brauchbaren Hilfsmittel für den grammatischen Unterricht in der hebr. Sprache suchen, sei hier nochmals aut Dr. Knoller’s kurzgefassten Leitfäden hingewiesen. Die Vorzüge, die dem Schnfteben schon bei seinem ersten Erscheinen nachgerühmt wurden und die sich beim Gebrauch bewährten, zieren auch die zweit« Auflage. Dass das Paradigma ,מצוד durch ,תורד ersetzt wurde, * T : * » dürfte sich durch die Rücksichtnahme auf das deutliche Sichtbarwerden der Pluralendung (תור1ת ” מצות.) genügend rechtfertigen. Einzelne Regeln erscheinen in der zweiten Auflage schärfer gefasst (so namentlich bei der Lehre vom Kernen snbstantivum, das nunmehr durch Verschiebung des Nachtrags- Paragraphen 4:1 im Zusammenhang behandelt ist). -- Gewiss nicht zum Nachtheile gereicht dem Buche das Verschwindender zahlreichen Druckfehler der ersten Ausgabe und das Erscheinen in geheftetem Zustande mit starkem Schmutztitel. — Das Büchlein verdient es, in seiner neuen Gestalt zu seinen alten Freunden noch zahlreiche neue zu erwerben und in der Hand der wissbegierigen Jugend selbst für seinen Werth zu sprechen. — .Schl. — Sprachliche Notiz zu einer Gebetstelle. Nicht allein für das Herrscherhaus u. den Staat, in dem sie weilen, beteten und oetennoch heute die Juden, sondern an ihren höchsten Festen verrichten sie noch Gebete für die ganze Welt; so in ihren Hauptgebeten am Neujahrstage יהופע כהדר ״ באון עח־ על כל יושבי תבל ארצך.Erscheine im Glanze Deiner glorreich n Majestät allen Erdbewohnern!“ u. s. w. Die Taut ologie יושבי תבל ארצך muss auflallen, da sie doch in Wirklichkeit nichts mehr und nichts weniger besagt, als יושבי תבל Oder יושבי ארצך. Da aber das Wert ארדך ■wahrscheinlicli wegen des Reimes aut ביקרך und בכבודך statt ייושבי תבל wie wir es an andern Orten finden, gewählt wurde, so scheint תבל durchaus überflüssig zu sein. Wenn daher eine Oonjectur gestattet ist, so möchte ich für תבל das Wort תבל substituiren, welches ״Vermischung“ heisst. Die Stelle würde dann zu übersetzen sein : ״Erscheine etc allen gemischten Bewohnern deiner Erde!“ d. h. alle Menschen, auch die, welche dich noch nicht kennen, mögen zur Erkenntniss deiner Allmacht gelangen. L. Cohen-Reet. (Wir können dieser Conjectnr nicht zustimmen; תבל wird in diesem Sinne nicht gebraucht; einfacher ist es wohl, (Jas des Reimes wegen stehende ארצך als Apposition zu תבל zu nehmen: ״Alle Bewohner der Welt, Deiner Erde.“ Red) Litterarischer Anzeiger. Jty Angebote und Gesuche antiquarischer Bücher der jüdischenLitteratur von Rab binern, Lehrern und Cultusbeamten werden zu ermässigtem Preise (die 4geep. ZeUe ä 10 Pf. baar) aufgenommen. Soeben erschien: Heue Am Rhyn: Die Freimaurer, deren Ursprung, Geschichte, Verfassung, Religion und Politik. Das einzig. Buch, welches erschöpfende Auskunft gibt. Ferner in zweiter Auflage: Die Jesuiten, deren Geschichte, Verfassung, Moral, Politik, Religion und Wissenschaft. Eine Warnungstckrift Preis ä 1,50 M. in allen Bachhnndl. Gegen Einsendung in Briefmarken franko vom Verleger: Carl Ziegenhirt, Jriptlg. [2315 Sir bl■ sam 10. Oeteber! Vom Jahrgang V. (IST») des Bebmer’schen Predigt-Magentas sind einige ungeb. Exemplare zum eralulftei Preise von X 9• 50 Pf. baar franco zu haben bei der Exp. 41m. Bl. Derselbe enthält 85 Predigten, darunter 21 Festpredigten (10 zu ר׳ה U. ו״כ\ u. 6 z. Suckoeteete.) 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