Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 18 (1889)
- Issue
- N° 38. (19.9.1889)
- Date
- 1889-09-19
- Page
- Seite 152 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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— 152 mehr der wissenschaftlich unbefangenen nähert, nicht aber umgekehrt. Eine Aenderung dieses Verhältnisses musste aber bewirken, dass Deutungen wie die citierte kirchliche Auslegung des מוצאותיו מקדם (Micha S. 1) als generatio filii aeterna, oder die Deutung des 0' סתומה in למרבה המשרה (jesaia 9.6) auf die jungfräuliche Geburt Christi als Exegese gelten würden. Was ich sonst über den wissenschaftlichen Werth des Buches zu sagen hätte, lässt sich in die Worte eines skeptischen Freundes zusammenfassen: ,Ein schwerer פסוק bleibt immer schwer“. Ob man etwa die Stelle in Joel 2. 8 ובצד השלח יצבורו ולא יבצעו mit Hitzig übersetzt: ,Sie unterlaufen dem Speer und halten nicht inne“ oder mit Keil: ,Durch Waffen hindurch stürzen sie und zerschneiden sich nicht; ob ich den Ausruf Micha’s (II. 7.) האמור בית יעקב mit Hitzig erkläre: ,Darf man das sagen, Haus Jakob!“ oder mit Keil: ,Du, genannt Haus Jakobs“, ob ich mit Hitzig die schwierige Stelle in Habakuk III, 9 שבצות מטות אמר übersetzen will: , Eidschwüre, Ruthen des Worts“ oder mit Ewald: ,Siebenfache Geschosse des Wortes“ oder endlich mit Keil, der sich hier an Delitzsch anschliesst: ,Geschworen sind Zuchtruthen durch’s Wort“, eine vollkommene Befriedigung bietet mir keiner dieser Deutungsversuche. Hingegen muss man zugestehen, dass in diesem Werke wie in allen Arbeiten Keils eine Fülle von Gelehrsamkeit, ein erstaunlicher Fleiss und eine verehrungswürdige Rechtlichkeit niedergelegt ist. Es giebt keinen zweiten Bibelcommentar, der sich so leicht lesen Hesse und eine so vollkommene Orientierung über alles auf diesem Gebiete Geleistete ermöglichte, wie Keils Werk. Leider ist mit dieser Ausführlichkeit auch eine störende Breite besonders in den Auseinandersetzungen mit gegnerischen Meinungen verbunden, dass das Buch immer mehr blätternde als lesende Benutzer finden wird und ausserdem haben wir als Juden die mangelhafte Benutzung der rabbinischen Litteratur zu beklagen, deren reichliches fleranziehen den von Delitzsch bearbeiteten Theilen des Commentars einen ganz besonderen Werth verleiht. Brüx. _ Dr. Deutsch. Predigten in zwanglosen Helten von Dr. J. Kohn, Rabbiner in Inowiazlaw. 1881». J. Kautfmann, Frankfurt a. M. Den Besitzern des Rahmer’schen Predigt-Magazins ist Herr Kohn längst als ein origineller Prediger bekannt; seine zahlreichen Beiträge sind jüngern Predigern stets willkommen gewesen. Auch das vorliegende lieft wird denselben ein "0ד בצחו sein, denn es kommt ihnen zur ״rechten Zeit“. Es enthält 5 Predigten zu den hohen Feiertagen: 2 tür רי׳ה und 3 für ו״כ\ Sie sind alle geistvoll, frisch und trotz der darin bekundeten grossen Belesenheit des Verfassers in den haggadischen Quellenschriften doch recht populär gehalten Fast möchten wir sagen, es ist zu viel des Guten darin, zu viele und zu lange Midraschim; allein aus dem Zuviel kann ja jeder nach 8einemGeschmacke das ihm geeignet Scheinende auswählen. Katechismus für isr. Konfirmanden von A. Levin in Sagau. Breslau. Kühner 58 S, Dies Buch enthält den Nachweis seiner Berechtigung in der Vorrede. Nicht der Autor war von dem Furor, ein Verfasser zu werden, ergrillen, sondern Kollegen, die das Manuscript golesen, haben ihm dazu gerathen, es zu veröffentlichen. Diese Kollegen müssen sonach das Bedürtniss verspürt haben, ein solches Buch für ihre Schule zu besitzen und dieses Urtheil von Fachmännern ist der bsste Geleitbriet des Büchleins in die Ocfientlichkeit. Sicherlich werden die Kollegen ihre Eriahrungen beim Gebrauch des Büchleins dem Autor mittheileu und dadurch es demselben ermöglichen, diesen Leitfaden in spätem Auflagen zu vervollkommnen, denn uns schwebt gerade für ״Konfirmanden“ ein grösseres und eingehender behandeltes Pensum vor, als der Verfasser in den prägnanten ״Fragen und Antworten" es bietet. — Dor in jüdischjn Kreisen wohlbekannte Verleger hat das Buch vortrefflich ausgestattet■ Litterarischer Anzeiger. nibeln & Pentateuche ■V der Israelit, lilbelnnstalt ■J in bohr. u. deutsch. Text, rev. von Dr. Philippson, Dr. Landau und Dr. Kämpf, Ausg. B. mit grösserem Druck. Anerkannt beste n. billigste Aufgaben. Zu Festgeschenken und tür Schulen vorzüglich geeignet. Preisverzeichuisse gratis 11. franko. Ferd, Uummler’s Verlagsbuchhandlung, Berlin S. W. 12. Soeben erschienen: Heft IV. S Predigten für Rosch Haschanah und Jom Kippur (Neue Serie) Von ltabbiner Dr. Kohnlnowrazlaw. Preis 1 M. lieft III. (Festpredigten) _ und Heit IV. zusammen 1 M. 50 Pf. Mit 3 Kaiserreden (Geburtstag) zusammen M. 2. Für Oesterr.- Ung. Hctt IV. (>0 kr. (auch östr. Briefmarken) Heit III. und IV. zusammen 1 11. ö. W. [2230 Zu beziehen vom Verfasser uml von J. Kanffiiiann, Frankfurt am Main. Von lieft 1. 11. II. der trüberen Predigten von Dr. J. Kehn-Inowiazlaw sind noch einige Exemplare l־ei der Expedition der ״Israel. V 0 c h en so. h r i 11“ vorräthig. Heft I. enthält: 2 Predigten zu ר״ה und :11*red. zu יוייכ Heit II. 2 Pred. zu 11Ü1D und 2 Pred. zu שי־ע u 1 zu;׳VT• Gegen Einsendung von 75 l’f. pro lieft (1 Mark für beide Hefte) eriolgt die Zusendung franco durch die Expedition. Hebräische Itueli 11 iindlu 11g Seit 1868. [22*18 MP biebetbücher M! in einfachen und eleganten Einbänden. Talasse u. Silbertressen. C. Itoas Xnnhf. (Ph. Neumark.) Berlin, Neue Frledrlcbstr. 69lHeudelssohu •Bibliothek. (zur populären Erschliessung jüdischer Religion, Geschichte und Litteratur.) Soeben emiiieiieu Hand 1-0. In den meisten Bucbhandlungen des In- und Auslandes vorräthig. Jeder Band ist für 25 Pf. einzeln käuflich. [2257 In meinem Selbstverläge ist erschienen: Nachtrag; zu den im Jahre 881) von mir veröffentlichten Breslauer Synagogengegftngen. Zu beziehen v. Verfasser. Preis 5 Mk. 12281 Breslau, Sept. lw8i* Cantor Deutsch. Vom Jahrgang V. (1879) des Ratamer’schen Predigt-Magazins sind einige eingeb. Exemplare zum ermässlgten Preise von 2 M. 20 Pf. haar franco zu haben bei der Exp. dies. Bl. Derselbe enthält 35 Predigten, darunter 21 Festpredigten (10 zu ר ׳ה und דו'כ• INI. Poppelauer’s Buchhandlung Berlin 0., NeuoFriedrichsstr. 61, empf. ihr reichhalt. Lagor v. Fcslgekt• u. Audiiflitsbilfher seidene u. woll. Tallassen, echt Silbertresseu 11. s. w. [2z85 Unter Jen arofeen politifcfjcn 3eituu0cn $cutf(fjlanDS nimmt ba8 ca. 70 Tausend Abonnenten beji&enbc ©erlitte« Tageblatt u. $anbcl$’3citunt unftKitig einen bet elften ijlläge ein. Sic OcrB0rragcn6cn 2cifiuttgen bc$ ״berliner Xageblatt* in Bqug au( rafdje W jttnerläfflge Wad)r»d)te1t übet alle tuiebtigen (fcreignijfe, burd) umfaffenbe brjonbete §rabtbe1i<f)tc (einer an allen Sdtpläben aitgcftcUten eigenen föorrejponbcnten werben allgem. gcbüfjr. anetfonnt. 3n einer befonb. voUffänbigeii .£anbelö«3eitung »oljrt baä ״Berliner Sägeblatt" bie Sntercjjcn bc# ^ublifuml, wie biejenigen bet £>a1tbeIS unb bet gnbuftrie butdb unparteiliche unb unbefangene Beurteilung. Snbcn'SifCaterfcuiUe• tone 0011 Dr. Paal JLindau werben bie «nffüfrungen ber bebeu• tenben Berliner Xljeater einet emge&enben Be'utfjeilung gewürbfgt, wäb־ renb in ber SRpittagehWuegabe beS ״Berliner lageblatt3״ :״eitgeift״ fid) bie erften *StbtiftfleU« mit gebiegenen unb jeitcemöfeen Beitragen ein Slcübidjein geben. J)a§ iHuftrirte ©ijblott , FJLI4“ erfreut [itfj wegen feiner jaklretdjen werjüglid) en 3Uftrationen, fowie feinet ttifjcnb wipige» unb ptmorOollen 3nbatt# lSngft ber ungnfjeiltm ©unff ber bcutfdicn Scfewelt. $ie ״®eutfdje fJefeijülle" bringt als ״iüu* ftrirfe* gamüicnblatl" unter forglältgfier *uSwohl be» *Stoffe#, fleine, tjpcrj unb ©cmütb *nregenbe (Srjüljlungen, fowie Sluffäpe beleprenben $Sn* Ibalt# gilt 3erftrcuuruj unb llr.tevbaUung iorgen 'Jlebufe, Dtfitijfel, ®tat« Aufgaben 1c. i)ie Witt Teilungen über JianbtPirtljf'cbaff, ®artenttau unb .öauewirtbfdjaft׳, bringen neben feibftftanbigen g cpartifeln, jal)l• reiche 9iatl}jt|lbg für $au8 unb &of, ft baS jeber 3ah gang, burch ein Cairefifter oeroeUjtänbigt, gleitfam ein WitttooHeü DJecrpt• unb 92acf)־ fdj'.agc23־e1t bilbtt. 3m täglichen 3ioman3־euillcton beS nächften Ouartal< erlch in ein neuer. h״d)brlc denber jeitgcichid)tlid|er iHoman bc$ aß» tclieblen ®ichter* Adolph Wllbraiult: ״Slbame ®ohne," beit ba8 ״Berliner Xage&latt" jurx aUeiitigeu Slb&rucf für gatt) ©eutfcl)־ lallt» erworben hat. Unter ®litarbciterfchaft gebiegener gaawutori'äten auf allen ^auptgebieten, a!8 Siittcratur, ilunft, «fttonomie, täfcemie, Xecfi* nologic unb Webern erfdginen im ״Berliner Tageblatt“ regct!näf|ig|«*rtl)־ OPÜe iCriaincil־IfcutaetPUÖ, welche 00m gebilbeten Bublifnm befen* bei8 gefd!Ä|t »etbeu. ®aä B. T. bringt auefüftrlidb' Parlament•־ berichte, bei wichtige ©ipungen in einer (tjt1a>9lubg*te, welche noch mit b n Rechtjügen terfaubt wirb. י) eljungSliften "et Btenftifde» Sötte־ rle, fowie (iffeften־Betloofungen. ®lilitarifehe uitb Sp01t91־a1hrid1teri. Berfonal'Beränberungcn b:r Cibil־ uub SBilitärbeamten. Ot:en8־Bcr» leihungen. 8lfld)|alttge unb wolflgefititei{ Xage8־Reuigleitfn au8 bet Xeid)8hooptfi«bt unb ben ®robirjeit. 3ntereffante ffleridräoethanblungen. Wan abonnirt auf ba8 täglich * •ral in einer Hbenb־ unb Wor־ gen־?lu8gabe evfeheinenbe ,,SBerl. Tageblatt unb .tjjatibeU'jeitung" bei allen *Poftauftalten be8 ®eutfehen Weichet* für alle 5 Blätter jufammen für 6 ®l 2» B!• bierteljätjrlid}. ^rpPenummern gratie unb fremfp. Verantwortlicher Bedacteur Dr. Rsbmer, Magdeburg. Druck von D. 18 Wolff, Magdeburg. Verlag von Bobert Friese, Leipzig-