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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1889-09-12 · N° 37. (12.9.1889) · p. Seite 146

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
18 (1889)
Issue
N° 37. (12.9.1889)
Date
1889-09-12
Page
Seite 146 (sequence 2)
Language
German
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— 146 für Elternliebe und Kindesliebe, für Recht und Sitte, wenn er in seinen Göttern solche ausschweifende Vorbilder vor sich sah?*) Ja, selbst die Scheu vor den Göttern und unsere heutigen Begriffe des Ge* wissens mussten ihm völlig fremd bleiben. Und konnte, der Grieche, wenn ihn das Leben drückte, sich seinen Göttern, die entweder tranken oder schliefen oder sich zankten — konnte er sich ihnen in gläubiger, hoffnungsvoller, vertrauensseliger Weise zuwenden? Konnte sich zwischen ihm und den Olympischen jenes tiefgemüthliehe Band knüpfen, welches uns versöhnt über die Schmerzen des Lebens emporhebt? Betrachtet man nun die schöne Aussenseite, wie sie in den religiösen Formen, im Kultus und im Tempeldienste sich zeigte, so muss man sich da fragen: Konnten die griechischen Götterbilder zur Hebung und Entwickelung der Religion wohl geeignet sein? Wenn der feingebildete Athener, der täglich Gelegenheit hatte, auf der Akropolis an den Meisterwerken eines Phidias seinen Sinn zu ergötzen und zu veredeln, einmal in irgend einen Dorftempel gerieth, wo ein pfuschender Bildhauer ebenfalls eine Minerva oder einen Zeus gedrechselt hatte, mussten ihn nicht da seine eigenen Götter mit Abscheu und Ekel erfüllen! Und umgekehrt. Wenn einmal so ein armer Landmann nach Athen kam und hier all die Kunstherrlichkeiten sah, wie arm musste, ihm sein Dasein erscheinen, wenn er in sein Dorf, zu seinen armseligen Göttern zurückkehrte! Es nimmt darum auch kein Wunder, wenn das griechische Volk bei allem äussern Glanze doch nicht für die Dauer sioh erhalten konnte? War doch seine Religion nur eine schöne Frühlingsblüthe, die später in den heissen Tagen des Sommers aus Mangel an innerer Lebenskraft hinwelkte und nimmer eine Frucht zu erzeugen vermochte. (Fortsetzung folgt.) Das Targum zu dem Buche Kohelet Verhältnis» des edirten Textes desselben za dem eines handschriftlichen Codex auf der Breslauer Stadthikltothek, stammend aus dem IS. Jahrhundert» (Codex No. 11.) Von Dr. Jakob Keiss, Kabbiner in Kuttenplan (Böhmen). (Fortsetzung 1 Cap. II, 12. Herr Prof. Dr. H. Grätz erwähnt in seinem Commentare zu Kohelet S. 58, dass Spohn, ein älterer Ausleger des Buches Kohelet (G. L. Spohn, der Prediger Salomo aus dem Hebräischen übersetzt etc. Leipzig, 1786) schon aufmerksam geworden ist, dass das Targum Kohelet Cap. 1, 17 הוללות •ישבלות nicht nimmt wie Cap. 11,12 וחולודלתא דמלכותא וסכלתנו, sondern מנדצא וסוכלתנו. Dies ist jedoch ein Irrthum. Das Targum Kohelet Cap. II, 12; Cap. VII, 25; Cap. IX, 3; Cap. X, 13; wie auch die Handschrift ha Den regelmässig übersetzt הוללות mit חולחלתא, bloss mit dem Unterschiede, wenn הוללות neben סכלות steht mit חולחלתא דמ;״תא, wie Cap. II, 12 und Cap. VII, 25, dagegen wenn הוללות allein vorkommt nur mit חילהלתא! wie Cap. IX, 3 und X, 13. Auch in Cap. I, 17 ist das neben שכלות vorkommende הוללות wirklioh mit חולחלתא דסלכותא übersetzt und nioht mit מנדעא, welches vielmehr die Uebersetzung zu dem Worte דדת desselben Verses ist. Man betrachte nur genauer das Targum Cap. I, 17, um eiuzusehen, dass daselbst das מנדצא nur versetzt ist und entsprechend dem Textworte vor חולחלחא דמלכותא zu stehen *) Hemer erzählt, wie Vulkan die Götter herbeiführt, um ihnen zu zeigen, wie künstlich er den Mars bei dem Ehebrüche mit seiner treulosen Gattin Aphrodite gefesselt, und dass die Götter bei dem Anblicke dieser ehebrecherischen Umarmung vor Lachen sich schütteln. K. kommt. Wohin sollte denn sonst das חולחלחא דמלכותא in unserem Targum Cap. I, 17 gehören? Cap. II, 13. Die Handschrift hat hier wieder ברוח קודשא für ברוח נבואה in unserem Targum. Cap. II, 16. Die Handschrift hat כטופא דשטיא für כסופא דחייבא in unserem Targum. Cap. III, 2. In unseren Targumausgaben heisst es..לקטלותהון(ברדס הנירסא למטלותהו; וכן ברדס באבנין .. Dafür einfach in der Hamischrift:..}לאטלותהו{ באבני•« Cap. III, 3. In unserem Targum heisst es: בחיר לפרכא (בתי״ק לכפרא); dagegen in der Handschrift בחיר לפברא und weiter nichts. Cap. III, 6. In der Handschrift fehlt das folgende stück ועידן בחיר למיבי־ נכסיא עידן בחיר למנטר צסרא. Cap. III, 10. In unseren Targumausgaben heisst es איסורין ופורצנותא. In der Handschrift fehlt das Worb ופירצנותא, welches vom Punktator auch am Rande nicht vermerkt ist. Noch ist zu bemerken, dass nach dem גאולת הגר es יסורין anstatt איסורין heissen soll. Cap. III, 13. In der Handschrift steht מתנה für מתנן in unserem Targum. Cap. III, 17. Für מתצבד in unserem Targum steht in der Handschrift das in unserem Targum mit der Bemerkung בתי״ק in der Klammer sich beiin־ dende מתצתד. Cap IV, 2. In der Handschrift fehlt בצלמא הדין. Cap. IV, 4. In der Handschrift fehlt von דשמיא יוטיב bis כבישתיה מימרא, welches fehlende Stück vom Punktator ergänzt ist. Cap. IV, 12. In der Handschrift fehlen die Worte תלת נימין, die vom Punktator auch nicht ergänzt sind. Cap. IV, 13. Für רוח נבואה in unserem Targum steht in der Handschrift das in unserem Targum mit der Bemerkung בתי״ק in der Klammer sich befindende חכמתא. Cap. IV, 16. Die Handschrift hat תאחו anstatt תיהו oder תוהו in unseren Targamausgaben. Cap. V, 7. In der Handschrift steht zunächst vollständig dieselbe Uebersetzung wie in unseren Targumausgaben und am Sohlusse nooh hinzugefügt folgendes Stück, das in unseren Targumausgaben nicht vorkommt: ומותר משבח פולחנות ארעא על כולא הוא ואפילו מלאכא חמי ליה למהוי לפלחנוח הקליד. צבד ומשצר. Dieses Zusatzstück gehört aber bei genauer Betrachtung durchaus nicht zu diesem Verse, entspricht auch gar nioht dem Inhalte dieses Verses, sondern ist eine vollständige Paraphrase des folgenden Verses 8. Wir hätten demnach zu Cap. V, 8 in der Handschrift zweierlei Versionen, die eine, die za Cap. V, 8 in der Handschrift zweierlei Versionen, die eine, die zu Cap. V, 8 in der Handschrift vorkommt und mit der in unseren Targumausgaben übereinstimmt, die andere, welche in der Handschrift in dem erwähnten Zusatzstücke za Cap. V, 7 enthaltea ist. Cap. V, 14. Für כסו iu unserem Targum steht in der Handschrift das in unserem Targum mit der Bemerkung הגירסא p'TD in der Klammer sioh befindende כוחא?. (Schluss folgt.) Kecensionen. Biblischer Commentar über die zwölf kleinen Propheten von Carl Friedrich Koil, Dr. und Prof, der Theologie. 3. nachgebesserte Auflage, Leipzig, Dörffling & Franke 1888. VHI u. 718 S. 8. (Auoh unter dem Titel: Biblischer Commentar über das alte Testament, berausg. von C. F. Keil und Franz Delitzsoh, III. Theil, IV. Band.) (Forts.)

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