Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 18 (1889)
- Issue
- N° 35. (29.8.1889)
- Date
- 1889-08-29
- Page
- Seite 140 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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־= 140 der Beziehungen des Hofpredigers zum Hof, 8011 heissen zur Regierung, 80 scheint der gute Mann, der die Welt mit dieser Broschüre beglückte, nichts zu wissen, oder er thut so, als wisse er nichts, von Ehrgeizigen, die um alles die Rolle eines politischen Führers spielen wollen, von Hofpredigern, die in ihrem Parteikampf selbst die gehässigste Intrigue wider einen Kollegen, ja sogar die Lüge nicht scheuen, als wisse er nichts von einer Gesinnung, die fernstehend allem Parteigetriebe, und aller politischen Rücksicht einfach darum den Antisemitismus und darum Stöcker nicht will, weil er die Ungerechtigkeit, und den bürgerlichen Unfrieden predigt, weil die Erschütterung der verfassungsmässigen Grundlagen des modernen Staates zur letzten Konsequenz hat. Litterarlsche Notizen. 1• איהן. Wie Frage des Herrn Cohen-Rees in vor. No. dieses Bl. (S. 131b Note; nach der .Bedeutung dieses Wortes aut dem Titelblatt des Ghirimdi’.schcn Werkes ,‘JTI hin ich in der Lage zu beantworten. Es sind die Initialen von אנא יי ״ הוכרעה נאnd א׳ י, הצליחה נא, darum stehen sio auch gewöhulich, wie aut dem gen. Titelblatte, zweimal. — Was die Sitte, vor עושה שלום seinen ״Possuk“ zu sagen, betrifft, 80 ist dieselbe aut den Veit des של״ה zurückzuit'ühren; derselbe schreibt nämlich: סגולה שלא ישכח ש ן ליום הדין שיאמר בכל יזם בסוף ש־ ע קודם ידיו לרצון פסוק אחד המתחיל בתחלת אות משמו ומסיים אות משכו דהיינו אותו השם שנקרא בו לם ׳ת וב־ ומבייש שמי ששמו נמצא בפסוק שלם כגון שלום או דז או ראובן, שאין צריד לסיים בםוך& שמו* Birnbaum- Königsberg. 2. In Bezug auf die zweite Frage und die in vor No. mitgetheihe Antwort, erlaube ich mir zu bemerken, dasserstens die Conjectur (Bezah 38b)..קא משבח“ tür ביקרא דמשה ל,א משתבע (Rasch i) nicht nur gewagt, sondern des präpositionellen ,׳ב‘ wegen nicht korrekt isr. Ferner, dass die Erklärung Raschi’s תלמיד חכם, גדול דרור keineswegs mit der in der Parallele!Bezah 38b) in Widerspruch stellt; vielmehr muss der Angeredete ein grosser Mann sein; wenn der so heilige und verherrlichte Name ״Moses11 angewandt, oder gar zur eidliehen Hetheuerung der Vortreftlichkeit der Behauptung herangezogen wird Im Traktate isuckah 39 a werden auch vom Glossator beide Erklärungen in Zusammenhang gebracht. Zweitens kommt der Name משה ב1 עצרי nur ein einziges Mal in deu talmudischen Codices vor (Baba bathra 174b und parallel Erachin 23 a> als der eines Bürgen für die Ehepakten seiner Schwiegertochter, nicht aber als Lehrer des Talmud; denn ihm wird ausdrücklich sein Schn R’Huna als Gelehrter entgegengesetzt; auch tührt er den Titel ״Kaw“ nicht. ‘ Dr. N. 3. Herr Kabb. Dr. Reiss hat in seinem hochinteressanten Vergleiche des Targum zu dem Buche Echah mit dem handschrittlichen Codex!No. 33 dieses Litteraturblatts) zwei Frage- Zeichen gemacht, den Lesern es anheimgebend, die dunkel gebliebenen Stellen zu beleuchten. Aus Liebe zur Sacho und der ihr gewidmeten Zeitschrift wage ich den Versuch der Beantwortung beider Fragen: a. Was ist in der Handschrift Cap. II, 7? Nun, der hebräische Text ist nach der Version des Targum zu übersetzen: ״Ihre Gestalt ist mehr geröthet als Korallen“ (:יהרי)• Hierzu bemerkt der Codex mit naturwissenschattlicher kenntniss : so ferne die Edelsteine (Korallen) ״scharlachroth“ (מזהורין) sind. מזהורין ist Adjektivbildung von הורית! Sabbath 53 a (Randglosse) und Joma 39 a. b. Was ist. in der Handschrift unter סטר zu verstehen Cap. V, 6? Nach der Paraphrase des Targum ist der Sinn 'es hebräischen Verses folgender: ״Wir haben Mizraim unsere Hand (d h unsere Stütze) geboten, damit wir unser Brod verdienen.“ Der Codex weicht aber ab in der Erklärung des Wortes .יד“ vom Targum durch Auslassung der Einschaltung und übersetzt "סטר“ d h. die Arbeit, den Erwerb der Hand. So übersetzt auch das Targum, nach dem Aruch s. v, in Hiob 7,2 das Wort פעלו mit סט^יה Der Codex war also konsequenter in der Anwendung des Wortes סטל״“ als das Targum, dem doch dieser räthselhaitc Terminus entstammt. Dr N. in B. Lead•■. Aut der Jahresversammlung des Victioria-Instituts verlas Herr Professor Sayce ein höchst wichtiges Schrittstück über die in jüngster Zeit bei Tel-el-Amarna entdeckten Tafeln mit Keilinschritten, welche ein neues Licht über die alte Geschichte verbreiten. Herr Sayce schloss aus demselben, dass schon ein Jahrhundert vor dem Auszuge aus Egypten eine sehr lebhafte schriftliche Thätigkeit in den civilisirten Ländern Westasiens sich entwickelt naben müsse, als deren Mittelpunkt Babylonien anzunehmen sei. Die Stadt קריח ספר (Bücherstadt) muss der Sitz einer bedeutenden Bibliothek aus mit Keilinschriften beschriebenen Thontafeln gewesen sein. Manche!־ chwierigkeiten in der Bibel können durch diese Entdeckungen gelöst werden und Prof Sayce sagt über die skeptische Kritik, mit welcher man den niohthistorischen Charakter des Pentateuch beweisen will: ״Die Telel-Amarna-Tatelu haben das Fundament, auf welchem eine solche Kritik errichtet wurde, von Grund aus zerstört.“ Noch weitere Aufschlüsse über das alte Egypten liefern die Ausgrabungen des Herrn Eduard Naville. welcher soeben nach England zurückgekehrt ist und die Ergebnisse seiner Entdeckungen zu Bubastis in einem ebenfalls im Victoria- Iustitut gehaltenen Vortrage mitgetheilt hat. Herr Naville schreibt den Erfolg bei der Entdeckung untergegangener Städte grösstentbeils seiner Annahme von einer besti mm t en Bedeutung der ägyptischen Städtenamen, welche in Ezechiels Proptmzeihung über Egypten enthalten sind, zu. Er theilt ferner mit, wie jeder Tag ihm neue Reliquien und neue Inschritten geliefert und wie trotz des betrügerischen Verfahrens Ramses’ II. aus der 19 Dynastie, welcher auf jeder alten Statue oder Reliquie seinen eigenen Namen anbrachte, es ihm gelungen sei, den wirklichen Pharao in einer Statue der 4. Dynastie zu entdecken. Ebenso hatteer 2 Statuen des Apepi, des Pharao zu Zeiten Josephs, und verschiedene Inschriften mit Bezug aut Pharao zur Zeit des Auszuges aulge'unden. Herr Naville schliesst seinen Vortrag mit der Bemerkung: ״Die fortgesetzten Entdeckungen ira Delta haben das Resultat geliefert, die Erzählungen der heiligen Schrilt in vielen Punkten begreiflicher machen zu können.1‘ Die Juden bedürfen wohl schwerlich solcher fremdartiger Beweise lür das Wort Gottes; es dürfte aber immerhin nützlich sein, solche Waffen in der Hand zu haben, um, wenn es nöthig ist, die An.riffe der Skeptiker zurückweisen zu können. J• St■. Litterarischer Anzeiger. Kg־ Angebote und Gesuche antiquarischer Bücher der jüdischen Litteratur von Rab binern, Lehrern und Cultusbeamten werden zu ermässigtem Preise (die 4gesp. Zeile ä 10 Pf. baart aufgenommen. TRssenSste^estgeschenCT K Die Zionshsrfe. Eine Authologie der neuhebräischen Dichtung in deutschen Uebertragungen. Heraucgegeben von Gustav Karpeles. 3*8 Seiten elog. geb. mit Goldsch. 5. M. 50 Pt. Ltipylg. Uossbtrg'srht Uudihaudl. 1JT zeichneten Verfassers ist erschienen: Der in seiner empirischen, analy• tischen und moralischen Behandlang, nicht vom theolologischen Standpunkte. Das Werk bildet nicht blos ein Handbuch lür Prediger und Lehrer bei Behandlung der Unsterblichkeitslehre,sondern kann auch in jeder gebildeten Familie a s interessante und spannende Lektüre Verwendung linden, da in ihm Fragen zur Erörterung kommon, welche von jeher den denkenden Menschen beschäftigt, nirgends aber eine so eingehende Besprechung gefunden haben, wie es hier der Fall ist. Preis £ Hk. Moritz Scherbel, Prediger. Gumbinnen. [4197 Mendelssohn-Bibliothek (zur populären Erschliessung jüdischer Religion, Geschichte und Literatur.) Erste Ausgabe: 12. Sept. In den meisten Buchliandlungen des In- und Auslaudes vorräthig. Jeder Band ist für 25 Pf. einzeln käuflich. [2257 Machsorim, l'humoschim, Sldurlm, Techinoth etc. sind in allenAusgaben gegenNachnahme oder vorherige Einsendung des Betrages stets zu beziehen von 2241] B. L. Monasch & Co. in Krotoschin. Von Kahmer’s Israel. Predigt-Mugazin sind complet bei uns zu haben: Jahrg IV. (1880) für 4,50 ״ V. (1881) 4,20 ״ ־״ VI. (1882) 2,50 ״ ״ VH. (1885) 2,50 Sämmtliche 4 Jahrgänge für 12 Mark fraDco. ■9** Gegen Einsendung des Betrages erfolgt die Zusendüng franco durch die Exped. der Isr -Wochenschr. fielcgeutlieh meines $0. GeburtstogPstSS“ schulen das von mir 8. Z. herausgegebene Buch: ״Moralische Betrachtungen überjed. Wochenabschnitt des Pentateuchs etc “ 12^ Bogen, eleg. broschirt, früher 3 Mk., zum Gebrauch beim Schulunten icht, für nur 75 Pf. verabtolgt. Lobethal, [22S2 Breslau, Berlinerstr. 09. VomUnterzeichneten erschien: Chronologische Beiträge zur jüdischen Geschichle, Bibliogru» phie und Biographie. 1. Heft, geh. 5 i S 8°. Zusendung franco gegen 00 Pt. in Briefmarken. z2101 X;. Cohen. Lehrer in Bees s. Bhein. Veiantwörtlicher Kedacteur Dr. Rahmer. Magdeburg. Druck vou D. L. Wo Ift, Magdeburg. Verlag vou Robert Friese, Leipzig