Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 18 (1889)
- Issue
- N° 31. (1.8.1889)
- Date
- 1889-08-01
- Page
- Seite 124 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/6492408-5990870-5991281--1768-5368688- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
121 und besonders durch seine neue Psalmenübersetzung — die am Schlüsse C. G. Montefiore eingehend kritisch bespricht — in England sich eines sehr guten Namen erfreuende Professor T. K Cheyne den Ursprung des Buches des Propheten Zacharias. Er unterscheidet b Theile: IX—XI. XII—XIV die iu ihrer heutigen Gestalt von einem nachezilischen Verfasser, u. z. wahrscheinlich von demselben, herrühren; dieser war verschieden von dem Autor von I—VIII und lebte näher dem apokalyptischen Zeitalter, dessen Hauptvertreter der Verfasser des ,Daniel“ ist. Wien. Dr. S. Frankfurter.’") Litterarische Notizen. Etymologisches. Das Wort ,Engel“ heisst hebräisch מלאך, Desgleichen wird auch ein Bote מלאך oder שליח genannt. Die Orundbedeutung des letztem Wortes ist also .Einer, der abgeschickt wird“. Nicht so bekannt ist die Definition des Wortes *מלאן. Vielleicht ist es von הלך oder ילך mit der BedentuDg ,Einer, der da geht“ abgeleitet, so dass das א in der Mitte statt das ה oder י am Anfänge des Stammes steht, um es hierdurch von מהלך (ein Gang, eine Reise) Ezechiel 42,4 und Jonah 3,3 und מהלך (ein Gänger) Mischle 3,11 zu unterscheiden. In diesem Falle musste danu aber der Engel oder Bote מהליך nach der Form שליח genannt werden. Wir haben nur ein dem Worte מלאך analoges Wort nämlich, מלאכה (Arbeit), welches dieselben Buchstaben enthält, wovon aber der Stamm לאך in der h. Schrift nicht vorkommt. Das Wort מלאכה (Arbeit) zeigt uns aber, dass כלאך (Engel oder Bote) wirklich eine Person oder ein Ding bezeichnet, welches eine Arbeit verrichtet, ein wirkendes Wesen, durch welches eine gewisse Tliätigkeit vollbracht wird. Aus diesem Grunde kann aer מלאך der h. Schrift ein Bote, Prophet, Wind oder Feuer, oder sonst irgend eine physische Krait sein, welche durch göttliche oder menschliche Einwirkung irgend eine Thätigkeit vollbringt. Aus der ganzen h. Schrill geht nicht hervor, dass der מלאך nothwendig ein geistiges Weson bezeichnen muss. Dies ist der Grund der Ungewissheit in der Angelologie der hebräischen Litteratur, welche einige der alten ltabbinen veranlasste, die Existenz der Engel zu bestreiten. Ein solcher ist ja seit dem Propheten Secbarjah keinem Menschen mehr erschienen und schon Maiinonides behauptete, das Niemand einen Engel sehen könne als im Zustande prophetischer Begeisterung, welcher nach ihm dem Zustande einer erregten Phantasie gleich ist. '*) Wir sehen der Besprechung der bereits erschienenen ferneren Hefte gern entgegen. (Red.) 2. Zur Ehrenrettung der Genesis. In der Juninnmmer der ״Contemporary“ theilt Sir W. Dawson die kritischen Bemerkungen zu seiner Ansicht über die Glaubenswürdigkeit und Beschaffenheit des . von ihm po standhaft vertheidigten Buches der Genesis mit. Nicht lange ist es her, seit m«»! sich angewöhnte, mit einer gewissen Klasse von Gegnern der Bibel zu sagen, dass durch die in Egypten gemachten Entdeckungen bewiesen sei, dass der ganze Pentateuch, seiner Gesetze und religiösen Gebrauche nichts sei, als eine abgekürzte Bearbeitung der egyptischen Gelehrsamkeit und Religionsansohauung. Als diese Ansicht sich nun nicht länger zu behaupten vermochte, verliess man sie und setzte die Theorie der Composition und des jün gern Ursprungs der Bibel an ihre Stelle. Sir William sagt hierzu: — ״Dass irgend ein Schriftsteller in den Zeiten der hebräischen Monarchie oder später aus eigener Erfindung oder aus Bruchstücken und Traditionen ein so innig zusammenhängendes und in allen seinen Theilen harmonirendes Religionssystem mit so ins Einzelne gehenden Angaben über Thatsachen, Localitäten und Sitten, die ihm persönlich unbekannt gewesen, habe ausarbeiten können, wäre ein Wunder gewesen, zu welchem die späteren Zeiten kein Analogon bieten. Die schärfste Kritik wird eben so wenig je im Stande sein, diesen Bau zu erschüttern, als Papierkügelchen ein Panzerschiff zum Sinken zu bringen vermögen.“ Ein solches Zeugniss für die Bibel von 80 emmenter nichtjüdiseher Seite ist gewiss nicht zu unterschätzen. Paris. Der Uebersetzer des Talmud ins Französische, Herr Rabbiner Dr. Rabbinowitz, ist nach dem ״Univers Israelite“ ein Mann von bewundernswerther Vielseitigkeit und hat nicht nur in allen, sondern auch Uber alle Sprachen geschrieben. Seine hebräischen, polnischen, lateinischen und französischen Grammatiken bringen neue Gesichtspunkte, die schwerlich angegriffen werden können. Seine 1886 erschienene französische Grammatik ist soeben durch ein Buch ergänzt worden, welches lange und mühevolle Forschungen nöthig machte: ״Regeln über die Verdoppelung der Consonaten und die Aussprache des nasalen A.“ Dieses Buch hat dem Verfasser den Beifall der grössten französischen Gelehrten so wie ein Belobigungsschreiben von Victor Hugo eingebracht. Laadon. Herr Dr. Richard Gottheil, Professor der semitischen Sprachen am Columbia College zu New-York, weilt augenblicklich in unserer Stadt. Er studirt die Manuscripte der syrisch-arabischen Glossen des Ben Ali, welcher im 10. Jahrhundert lebte. Solche befinden sich ausserdem auch noch in Oxford, Paris und Leiden. Herr Gottheil beabsichtigt, diese Manuscripte zu collationiren und durch den Druck zu veröffentlichen. Fragen. In ״ Jewish Standard“ fragt Jemand, woher der Gebrauch kommt, am Ende der שממה לשרה einen Bibelvers, mit dem Anfangs- und Endbuchstaben von dem Namen des Betenden endigend, zu recitiren. Antwort wäre auch für deutsche Leser erwünscht. — Ferner will Jemand wissen, wie es kommt, dass unter den Lehrern der Mischnah und Gemarah keiner den Namen Abraham. Moses oder Aaron führt. Litterarischer Anzeiger. IQT Angebote und Gesuche antiquarischer Bücher der jüdischen Litteratur von Rabbinern, Lehrern und Cultusbeamten werden zu ermässigtem Preise (die 4gosp. Zeile ä 10 Pf. baar) aufgenommen. Uoldzicher, J. Der Mythos bei den Hebräern und seine ge- .scl1ichtlic.heE11twicklung.Le1pzig 1876. Statt Ladenpreis M 10 nur M. 3. Griiiilmum, M. Jüdisch-deutsche Cbro-towathie. Zugleich eiu Beitrug zur Kunde der hebräisehen Litteratur. Leipzig. 1882. Statt Ladeupr. 51. 14 nur M. 4. Soeben erschien: ראשית דת מורשה 3(nfan0ouutcrrtd!)t in her nto־ faifd>tn 'Meliqiun Von Rabb. Dr. N. Grlin. Preis geh. 40 Pf., franco 50 Pf Ansichtsexemplare stelle ich zur Verlügung. : Jacob II. Brandeis, Verlagshandluug in Prag. tp. •t>. (?Pbit’e!önaitjanblung in Cd)tocrin a. 2ö«tll1c ofjcmt eine (d)0ne lt)üra-'iloUf (•18 ccmim. hoch) ju billigem Steife. Stuf SBunfth mitb fticfflbf *ur tSiifiift fldanbt. |2148 Verlage tum 9Ä. ißPbbt’ <y lauer’#!BudüjcuMuttg iu!Berlin 0. 91 cur griebridptr. «1 ift jeeben erfrfjtette»: [2124 לוח תר,4נ £r» SB. tpobbtlauev’6 Bietfinec jJ30fß5ftat<ni><r für Sfracliten auf ba#3abr 5650 (18» 0). lUlit liteiarijdieu Slutijen/llteijen/äJlävhen u. einem (Sebentblatt öeifdjen. 'Järeiä 50 (Jäf. auf Velinpapier, buvd)־ fd)0)jtn 75 <|Sf. 3n uteincm?ctk1]ccr(djit1t foeben: אגרות צפון 2lcuu*cl)n ''Briefe über 3uben־ tbnm r0:1 18eit Ufiel (Samf.!Kapt)• $>irfd)). — Buf» lege. — y>x<\$ brold). 9Rt. 2.50. Crg •üemmbbb. SDR. 3 20. 3. .Kaufmann» granffutt a. SD1. Ausserordentliche Preisherabsetzung. Die Buchhandlung S. Schwelm in Frankfurt a. M , liefert, so lange der geringe Vorrath reicht: Berthold Auerbach. Briefe an seinenFrcund Jacob Auerbach. Ein biographisches Denkmal. Mit Vorrede von Frledr. Spielhugen. 2 Bände. Gross-Lex.- Format. Elegant brosch.Frar.k■ fnrt 1884. ss I.udenpreis Hk. 15 iu nur .Hk. 5.■י■ Vollstäudige-Selbstbiograpnie י Bcrth. Auerbach, seine pers liehen und litterarischen eiohungc n mit den bedoutends . Schriftstellern und andern Kory■ diesbezüglichen darüber. tie&r־ unb ffiefd)äfte$immer Soeben erschien: Anklagerede gerichtes am 12. März 1889 burgerWort“ wegen Beleidigung der jüdischen Religion u ihrer Bekenner. (Autorisirte Ueber- Setzung des französischen Originaltextes) Preis 20 Pig. [2127 Bei Entnahme von 10 und mehr Exemplaren entsprechender Rabatt, — Zu haben bei Robert Friese in Leipzig. Bestellungen nimmt die Expedition d Bl. entgegen. Verantwortlicher Kedacteur Dr. Rahmer, Magdeburg. Druck von D. L. Wolff, Magdeburg. Verlag von Robert Friese, Leipzig.