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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1889-07-18 · N° 29. (18.7.1889) · p. Seite 116

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
18 (1889)
Issue
N° 29. (18.7.1889)
Date
1889-07-18
Page
Seite 116 (sequence 4)
Language
German
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116 Daniel nach den vier in Deutschland befindlichen Handsohriften von Bar-Hebraeus’ אוצר אחא ediert» übersetzt und mit Anmerkungen versehen. Berlin. 33 S- Vorliegende Schrift enthält ausser der Einleitung, welche in Kürze Bar-Hebraeus, [den berühmten 8yrisehen Gelehrten des 13. Jahrhunderts, sowie die bei dieser Edition benutzten 4 Mscr. seines ״Sohatzes des Geheimnisses“ beschreibt, die in diesem Werke befindlichen syr. Kommentare zu Buth, Susanne, Bel und ,dem Drachen“ nebst wortgetreuer, deutscher Uebersetzung. Der in hebräischer Quadratschrift wiedergegebene Text ist mit Sorgfalt und philologischer Akribie veröffentlicht. Druckfehler wie S. 1. דמתקרא st. דמתקרי (S. 24 קמת für d. arab. קמרת) sind nur vereinzelt. — In den die Uebersetzung begleitenden Anmerkungen bietet der fleissige Verfasser ein reioheres Material zum Verständniss sprachlicher Schwierigkeiten, ist sogar bisweilen in der Begründung oder Widerlegung des B. H. ausführlicher, als es bei einem solchen Kommentar von nur historischem (nicht exegetischem) Werte geboten ist. Von Einzelheiten sei unter anderem hervorgehoben, dass die Beschränkung der Leviratsehe auf Brüder keineswegs — wie Verfasser S. 14 u. 5 meint — allgemein zugestanden ist. Nicht nur Karäer und andere Sekten beziehen sie auf Verwandte überhaupt (vergl. Jbn Esra, Deut. 25,5), sondern selbst Naohmanides (zu Gen. 38,5) versteht, wie offenbar auch Joseph, und B. Hebr. die Stelle in Buth 4,7 von einer der Chalizah ähnlichen Ceremonie, nicht wie Basohi von einem Akte der Besitzergreifung, wie etwa dem unter dem Namen קנק ם1דר bekannten. — Samter. Babb. Dr. L. Wreschner. Bosenthal, Arnold. Die Psalmen in Reimen. Uebersetzung von A. B. Frankfurt a. M. bei M. Slobotzky. 1888. Es ist das erste Buch des Psalters (Ps. 1—il)J welches uns in einem Heftchen vorliegt. Verf. sohiokt ein Vorwort voran, in dem er die Macht des Gesanges preist und besonders hervorhebt, dass Niemand es so verstanden hat, mit dem Klange des Liedes die Herzen zu ergreifen, wie der Psalmist. Die Psalmenübersetzung selbst ist dem Wortlaute der Urschrift, soweit es aie Bücksioht auf den Beim zuliess, angepasst. Letzterer hat darunter freilioh sehr gelitten, so dass fehlerhafte Reime fast zur Begel geworden sind. So reimt Verf.: ,Nöten auf retten“, ,Wשen — fühlen“, ״Hinterhalte —Walde“,״Gründen — empfinden“, ״Krieg — mich“. Besonders scheint Verf. gern die ״Bösen“ auf ״vergessen“ und ״Löwen“ auf ״treffen“ zu wählen. Fast möchte man bei solchen Beimen auf den Gedanken kommeo, Herr B. hätte besser gethan, den Beim fortzulassen, wie er sich ja auoh um das Versmass nur wenig kümmert. Ps. 2 3,5 wird übersetzt: .Du hast ein Freudenmahl mir vorgestellt In Gegenwart des Feind’s, mein Haupt geölt.“ (!) Nur der 29. Psalm hat in seinem neuen Gewände gewonnen. Im 7. Verse ahmt Verf. sehr geschickt die Kürze des hebr. Textes nach. Um den Lesern dieses Blattes eine Probe von Herrn B.’s Kunst zu geben, wollen wir hier diesen ganzen Psalm abdrucken: 0״ gebet Gott, gewalt’ge Himmelschöre, O gebet Gott den Preis, die Ehre! 0 gebet Gott die Ehre seines Ruhmes, Verbeuget euch im Schmuck des Heiligthumes. Die Stimme Gottes über dem Meere t Es donnert der Gott der Ehre, Gott über dem mächtigen Meere, Der Gotteslaut mit Macht Der Gotteslaut in seiner Pracht! Gott bricht den Cedembaum mit seinen Wettern, Auf Libanon zerbrach Gott Gedern (!) Wie ein Kälblein ist der Libanon gesprungen, Der Szirion gleicht der Reömim Jungen. Blitziunken haut Der Gotteslaut. Die Wüste bebt vor ihres Herrn Gewittern, Die Wüste Rades macht Gott zittern. Der Gotteslaut regt auf Gazellenheere, Erlasst den Wald, macht ihn von Blättern leere, Und alles ruft in seinem Tempel: Ehre! Thronend hat Gott der Sintflut beigewohnt, Gott hat als König ewiglich gethront Es hat Gott seinem Volke Macht beschieden; Gott segnet sein Volk mit Frieden.“ Wir können mit dem Verfasser nur wünschen,, dass die Psalmen auch in diesem Gewände die Fülle ihres Segens in die Hübten und Palas te tragen mögen. H Loewe. Litterarischer Anzeiger. 9QT Angebote und Gesuche antiquarischer Bücher der jüdisch n Litteratur von Rabbinern, Lehrern und Cultusbeamten werden zu ermässigtem Preise (die 4gesp. Zeile h 10 Pf. haar) aufgenommen. Im Commissionsverlag der Bossberg’schen Buchhandlung in Leipzig ist erschienen: שירי שפרדדבר Hebräische Gedichte von Dr. S Mandelkern. 2 Bände. Preis brochirt 3 Mk., cleg. gebunden 1 Mk Band 1 und 2 einzoln bezogen: brechirt ii 2 Mk., eleg. gebunden >\ 2 Mk. Pf?• Diese ungemein reichhaltige Gedichtsammluugen des bekannten I’oeten und Bibelforschers S. Mandelkern gehören zu den besten Erzeugnissen der neuhehräischen Litteratur. Es handelt sich hier nicht um schwülstige Machwerke oder um leeres Reimgeklingel, nein, jedes einzelne Gedicht enthält eine Fülle tiefer und origineller Gedanken. Dabei ist die Form meisterhaft, reich, üppig und blühend. Mandelkern schreibt ein modernes Hebräisch, aber dennoch ist seine Sprache anz und gar im Geiste des esajas gehalten. Der Stil ist rein und klar, frei von gezwungenen Wendungen, darum lesen sich die Gedichte, die mau auch, was die Sprache anbetriät, als wahre Meisterwerke hezeichnen muss, sehr leicht. Die Bände enthalten grössere epische Stücke, Balladen, Fabeln, Lyrika und Epigramme, zu den noch eine Anzahl Uebersetzungen aus modernen Sprachen, wie Goet.he’s: ״Grenzen der Menschheit“, ״Freudvoll und Lsidvoll“, ״Ueher allen Gipfeln ist Ruh“, Heine’s ״Rabbi Jehuda beu Halevy“, ״Die Prinzessin Sahbath“, Lieder vonLongfellow, Puschkin, Lermontow etc. — Bei dem Mangel an wirklich gediegenen hebräischen Chrostomathien können wir die Mandelkem’schen Gedichte auch als Uebuagslectioa für Israeliten 11■ Nichtisraelit, warm empfehlen. Soeben erschien: Anklagerede gehalten von Hrn. Camill Velter, Substituten des Staatsanwaltes, in der Sitzung des Zuchtpolizeif■ in gegen die Rcdackbion d. ״LuxemburgerWort“ wegen Beleidigung der jüdischen Religion u ihrer Bekenner. < (Autorisirte Ueber- Setzung des französischen Ori- _ ginaltextes) Bestellungen nimmt die Expeditien d Bl. entgegen. ] CVm Verlage doil ÜJI. *Poppe» <y lauer’d sBucbbanbluna in *erlitt C. «eue gritöriibitr. 61 ift foeben erfd)ieneu: 2124] י לוח תר״נ ©r. W. Voppelauer’* ^tcrftnec gtafft$ßa(cnber für 3|raeliten anfhaö3abrft#s0(t8»0). *mit literarifeben 9lotijen,®teffen,®lärtteu u. einem öebenfbfatt betfeljen. $1ei3 50 ifjf. auf SSelinpapiec, bu1־dj* fdjoifen 75 'ISf• ־Jßaubfalenber f. gpuagogen, liebt־ uub (Bcfdtäftä}immer auf&eSO Velinpapier fßreiö 50 *fjf. öefamitf corrtcte n. fdjtin %iratl)en in befferca füDlftben *reifen »er* mittlc biöcrtt.?(«fragen sub. O.I־• 60 poftlaßtmb .Hamburg. [2103a Verantwortlicher Kedacteur Dr. Rah mar, Magdeburg. Druck von D. L. Wo l ff, Magdeburg. Verlag von Robert Friese, Leipzig,

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