Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 18 (1889)
- Issue
- N° 28. (11.7.1889)
- Date
- 1889-07-11
- Page
- Seite 112 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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V — 112 — 8 heisst es im Targnm אושיט ידך לקנינא וקני לך ומלע, in der Handschrift אושיט ידן* לקנמנא וטלל — Cap. IV, 12 hat das Targnm ויהי מצלח ביתך, dagegen die Handsohrift דוד מצל ביתך. - Recensionen. Jussuf und Suleicha. Romantisches Heldengedieht von Firdussi aus dem Persischen znm ersten Mal übertragen von Bsron 0. Schlechta - Wssekro. Wien bei Oerold 1889. Wie? wird der Leser bei diesem Titel fragen, ist denn der ägyptische Josef zum zweiten Mal der OegenBtand eines Heldengedichts geworden? Hat das biblische Epos denn ein zweites aus seinem Sohooss entlassen? Und ist es denn einem zweiten Diobter gleich der Bibel gelungen, fesselndes Interesse um diesen biblischen Helden zu breiten? Nur einem Firdussi. Dem persisohen Gönner, wie ihn Baron Sch. in seinem Vorwort nennt, war es schon gegeben, mit der Schöpferkraft des gottbegnadeten Dichters uns zu den wohlbekannten Zügen aus Jacobs und Josephs Leben neue und nicht weniger lebensvolle und fesselnde Scenen hinzuzudichten, die als nicht unwillkommene poetische Zugabe zu dem Bilde, das die Bibel von Joseph entrollt, erscheinen mögen. Und es ist das Verdienst des Herrn Baron Schleohta sich der nicht leichten Aufgabe einer ersten Uebertragung des Gedichtes aus dem Persischen unterzogen und so einem grösseren Leserkreise eine Perle morgenländischer Dichtung zugänglich gemacht zu haben. Ganz richtig urtheilt Baron S., dass durch dieselbe die Kenntniss der schöngeistigen Weltliteratur bereiohert werden dürfte. Man wird nicht anstehen dürfen, unsere Dichtung den gefeiertsten und gelesensten unserer Heldengedichte, also einer Uiade, einer Odyssee, der Aene'ide oder dem Nibelungenliede an die Seite zu setzen, nur mit dem Unterschiede, dass uns hier bei einem ״Joseph“ der Steif, ob gelehrt oder ungelehrt, kurz, jeden aus dem Volke besonders anheimeln wird. Was Baron S. als Uebersetzer dabei geleistet, in wie weit es ihm gelungen ist, den Dichter getreu und doch auch künstlerisch wiederzugeben, das zu beurtheilen gehört nicht hierher. Er selbst äu86ert sich darüber wie folgt: Dieselbe ist durchaus nicht eine blosse sogenannte ״Nachbildung“ sondern bemühte ich auch das Original so treu wiederzugeben, als dieses bei ähnlichen Arbeiten möglich erscheint. (Vorw. VII) Tendenz dieser Blätter und Beruf des Sohreibers dieser Zeilen drängen vielmehr zu ästhetischer Würdigung der Arbeit. So darf es ohne Schein von Uebertreibung gesagt werden, dass kaum von berufenerer Seite dieselbe unternommen werden konnte. Es ist ein Fluss der Sprache, eine Leichtigkeit des Ausdrucks, ein Wohllaut des Reims darin, dass man an den sprachgewaltigen Rüokert in dieser Beziehung erinnert wird. Da erscheint in vorliegender Uebertragung Alles, das 80 rasoh wechselnde Geschick des Helden Joseph, die Ereignisse und Begebenheiten in Jacobs Hause, der so spannende Roman, der sich bei Hefe in Egypten abspielt, dass Alles mit einer Lebendigkeit erzählt, die leidenschaftlichen Scenerien und der ägyptische Hot mit einer Gluth dichterischer Farben geschildert, da das zarte, duftende Bild, das die Sprache des morgenländischen Dichters, eines Firdussi zumal, so plastisch, so anschaulich macht, neben dem doch auch wieder der Esprit und der Witz nicht fehlen, 80 dass das Gefühl der Ermüdung beim Lesen nicht aufkommen kanD, auch dies mit einer Sorgfalt in der Uebersetzung wiedergegeben, dass es für den Kunstgenuss, den uns eine so herrliehe Dichtuug des Firdussi bietet, fast einerlei zu sein scheint, ob wir das Original oder auch nur dessen Uebersetzung, wie sie uns hier vorliegt, lesen. Man höre nur den Anfang: > Im Namen des Gebieters beider Welten Des göttlichen Behüters beider ־Welten, Des Einen. Starken, Alllebendigen, Grossen, Der ohne Weib und Sprossen und Genossen, Den Feuerfunken in den Kieselstein Und in die Wolke schloss den Kegen ein, Der Licht und Dunkel an einander reiht, Der Raum erschui und die Unendlichkeit, Der frische Keime lockt aus morschen Resten Und Früchte zaubert aus verdorbenen Aesten, Der Alles was gestorben ist, belebt, Und Alles was lebendig ist, begräbt! Ein auderes Beispiel aus der Mitte der Dichtung. Der Dichter lässt dem trauernden Patriarchen durch einen Wüstensohn, der eben im Nilthal gewesen, Botschaft bringen von des geliebten Joseph Verbleiben. Da heisst es in der Uebers. S. 122: Im Ueberschwange Des Glückes bedeckt ihm Jacob Stirn und Wange Mit Küssen. Hundert, hundert Male noch Muss er die Meldung wiederholen. Doch, Ob er sie hundert Mal neu erzähle, Noch wacht ein Zweifel in des Vaters Seele, Weshalb er, behend vor Erwartung, trägt: ״Ward dir ein Zeichen kund, das Joseph trägt?“ ״Bewusst“ — versetzt der Reiter — wohl bewusst! Der dunkle Flecken unten an der Brust! Es muss rühmend auoh von der Verlagshandlung hervorgehoben werden, dass sie das Buch in Papier und Druck auf das Eleganteste ausgestattet hat und wird darum ״Jussuf und Suleicha“ ein edles Festgeschenk auf den Tischen unserer Salons, einen Schmuck in unseren Gemeindebibliotheken, eine Zier in jedem jüdischen Hause zumal bei der geringen Auswahl an mustergiltigen Bearbeitungen biblischer und jüdisoher Stoffe bilden können. Tr eitel-Karlsruhe. Litterarischer Anzeiger. Billig zu verkaufen: משניות, טורים 4, מ*א, ח״מ י־׳ד• אלפ״ם. ש״ט. מהרש״ל, ספרים.u. v. a מהרש ׳־א, רשב״א einzeln oder im ganzen. Moritz Happ, Lehrer. .2076) in Pieschen (Poseul A usserordentliche Hreisherab Setzung. Die Buchhandlung S. Schwelm in Frankfurt a. M., lieiert, so lange der geringe Vorrath reicht: Berthold Auerbach. Briefe an seinen Freund Jacob Auerbach. Ein biographisches Denkmal. Mit Vorrede von Frledr. Spielhagen. 2 Bände. Gross-Lex.- Format. Elegant brosch.Frankfurt 1884. ■יי- Ladenpreis Ulk. 15 tu nur Ulk. 5. ss NB. Die beiden Bände enthalten, wie Frledr. Spielhagel׳ in der von Ihm verfassten Vorrede ausdrücklich bemerkt, die vollständigeSelbstbiographie von Bert 11. Auerbach, seine persönliehen und litterarischen Be- Ziehungen mit den bedeutendsten Schriftstellern und andern Koryplittcn der Gegenwart und seine diesbezüglichen Auslassungen darüber. Goldzieher, J. Der Mythos bei den Hebräern und seine geschichtlicheEntwicklung. Leipzig 1876. Statt Ladenpreis M. 10 nur M. 3. UrUnbaum, M. Jüdisch-deutsche Chrestomathie. Zugleich ein Beitrag zur Kunde der hebräisehen Litteratur. Leipzig. 1882. Statt Ladenpr. M. 14 nur M. 4. Für eine Bibliothek werd6n nachstehende Bücher gesucht u. werden Angebote durch die Expedition dieser Zeitung unter B. B. 87 erbeten. Ftlrst, Orient, 1840,41,44,47,48. המאסף, תקפד ה תקמ״ה כרם המד Bd.l —7 auch einzeln. Frankel, Vorstudien zur Soptuaginta. Schudt, jüd. Merkwürdigkeiten. Dessauer, Ritualgesetze d.Juden. Löwe, Schulchan Aruch, complet, event. Orach Chajim. Gelger’s wissenschaftliche Zeitschritt I. II. Dukes, Sprache der Mischna. Wolf, bibliotheca hebraea 4 Bde. Levy, neuhebr. u. chald. Wörterbuch. — Ausserdem sind Angebote aus dem Gebiete d. hehr. u. jüd. Wissenschaft zur ASchaffungn willkommen. [0727 Berichtigung. S. 104b Z. 25 lies ״Glücksspiele genauer“ 8t ״Glückspielgauner“. S. 106 b Z. 4 v. u. lies ״Erzeugniss“ st. ״Ereigniss“. Verantwortlicher Redacteur Dr. Rahmer, Magdeburg. Druok von D. L. Wo lf f, Magdeburg. Verlag von Robert Friese, Leipzig•