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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1889-05-30 · N° 22. (30.5.1889) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
18 (1889)
Issue
N° 22. (30.5.1889)
Date
1889-05-30
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Jüdisches Litteratur-Blatt. Z«r aller JidnlkM »■d Mm betreffe■(!«■ llttftrarleefce■ Kr• 16h«1111|01 aaf den tieblete der Phil•• aophle, ßeiehieht•, Ktb«0ffraphle, Tfeeo• or!e, OrinUUi, Ktegeee, BonMetlk. I.ftargik ■. Pida*01rU. Herausgegeben ▼oa Rabbiner l)r. Jloritz Rabnier. 9TT.a<j3e6viz^, 30. 0TCa׳i 188g. Melier <ler •laich ligtge■ l.ltt«r1tHr,wcl«h ä«r B«4««t.oa ngcnadt w«t4m, tadaa la dlmai Blatt« •lagihMd« Bcapriekaa( Bel Elaacadaag Taa 1w«l Bsc•»•!«»•• KleiapUrea «rfolfft «laaalls« kan« flr«tl«*lasertl••. nJtdlsche LItteratnr-Iltett“ erscheint wöchentlich in einem halben Bogdu Preis bei allen Buchhandlungen (in bei Robert Friese) pro Jahrgang 8 Merk. Abonnenten der ,Israelitischen Wochenschrift“, die vierteljährlich bei •t Dt Ostanstalten und Buchhandlungen 8 Mark zahlen, erkalten das ״Jüdische Litteiatur-Blatt“ gratis. — Inserate werden mit "• •** tör die gespaltene Petitzeile, Beilagen mit 20 Mark) berechnet and sind an die Expedition dieses Blattes zu senden Buchhändler u. Lehrer, welche direct oder durch Robert Friese Inserate einsenden, erhalten '25 y Rabatt. I n U 11 11: Wissenschaftliche Aufsätze: Washington und die Jaden. — Der früheste Verkehr zwischen den Juden in England, Deutschland und Russland. Von Joseph Jacobs in London. Litteraturbericht: Recen9ionen: Strack, Dr. Herrmann L., Professor Einleitung in das alte Testament. — (Fortsetzung statt Schluss.) Litterar ische Notizen: Etymologisches.— Damaskus. Inserate. Unbefugter Nachdruck aus diesem Blatte ist nicht gestattet. Washington und dia Juden.*) Ala die jüdische Gemeinde von Savannah (U. St.) vor 100 Jahren an George Washington ein Glückwunschschreiben zu seiner Einsetzung als Präsident gesandt hatte, erhielt sie die folgende Erwiederung: ״Ich danke Ihnen aufrichtig für Ihre Glückwünsche zu meiner Ernennung zu dem Amte, welches ich die Ehre habe, durch die einstimmige Wahl meiner Mitbürger zu bekleiden, und besonders danke ich Ihnen für den Ausdruck des Vertrauens, welchen Ihre Gemeinde mir kund zu thun, sich bewogen fühlte... . Ich freue mich, dass der Geist der Freiheit uni Menschenfreundlichkeit jetzt weit mehr unter den aufgeklärten Völkern der Erde vorherrschend ist, als früher, und dass Ihre Mitbrüder, da derselbe sich hoffentlich immer mehr verbreiten wird, ihrenTh'eil an seinen Wohlthaten gemessen werden. Glücklicherweise haben die Völker der Vereinigten Staaten von Amerika bei vielen Gelegenheiten nachahmenswerte Beispiele gegeben, deren heilsamer Einfluss, ohue Zweifel, sich weithin erstrecken wird, wenn sie, dankbar jene Segnungen des Friedens gemessend, welche, so Gott es will, durch ihre Tapferkeit im Kriege erlangt werden sollen, — eich mit Ehrerbietigkeit gegen die Gottheit benehmen und mit Milde gegen ihre Mitmenschen. Möge dieselbe Wunder wirkende Gottheit, welche ehemals die Hebräer von ihren egyptischen Drängern befreite, und hin in das verheissene Land verpflanzte, deren gütige Vorsehung erst jüngst wieder deutlich sichtbar ward, indem sie diese Vereinigten Staaten zu einem unabhängigen Volke stempelte, — auch ferner sie mit dem Thun des Himmels befeuchten und die Einwohner jedes Himmel- Striches an den irdischen und ewigen Segnungen des Volkes theilnehmen lassen, dessen Gott Jehova ist.“ Die Juden von Newport richteten folgenden Brief an Washington, unterzeichnet von Moses Seixas, welcher damals Kassierer der Bank war: ״Mein Herr! Gestatten Sie den Kindern vom Stamme Abrahams, sich Ihnen mit der herzlichsten Zuneigung und Hochachtung für Ihre Person und Ihre Verdienste zu nähern, und vereint mit unsern Mit-! bürgern, Sie in Newport zu begrüssen. Mit Dankbarkeit gedenken wir jener Tage des Leids und der Gefahr, da der Gott Israels, welcher David von dem Tode des Schwertes befreite, Ihr Haupt in der Schlacht beschützte. Wir freuen uns des Gedankens, dass derselbe Geist, welcher in dem Busen des vielgeliebten Daniel wohnte, ihm die Kraft verleihend über die Provinzen des Babylonischen Reiches zu herrschen, auch auf Ihnen ruht und stets ruhen möge, Sie befähigend, sich der schweren Pflichten eines obersten Magi- 8trats dieser Staaten zu entledigen. Beraubt, wie wir es bis jetzt gewesen sind, der unschätzbaren Rechte freier Bürger, blicken wir heute mit tiefer Dankbarkeit gegen den allmächtigen Lenker aller Geschicke auf eine Regierung, welch• durch die Majestät d68 Volkes eingesetzt ist, eine Regierung, welche die Bigotterie nicht unterstützt und der Verfolgung ihren Beistand versagt, sondern grossmüthig Allen Gewissensfreiheit und gleiche bürgerliche Rechte gewährt, Jeden, welcher Nation er auch angehöre, welche Sprache er auch sprechen möge, für einen gleichen Theil der grossen Regierungsmaschine haltend. Diese so grosse und ausgedehnte, verbündete Union, deren Grundlagen Menschenfreundlichkeit, gegenseitiges Vertrauen und bürgerliche Tugenden sind, wir können sie ifur für ein Werk des grossen Gottes halten, welcher die Heerschaaren des Himmels regiert und unter den Bewohnern der Erde das thut, was ihm gut scheint. Für alle die Segnungen der bürgerlichen und relig!Ö8en Freiheiten, deren wir uns unter einer gleich gütigen Verwaltung zu erfreuen haben, möchten wir dem ewigen, grossen Erhalter der Menschheit danken und ihn bitten, dass der Engel, welcher unsere Vorfahren durch die Wüste in das verheissene Land führte, auch Sie durch alle Beschwerden und Gefahren dieses irdischen Lebens führen möge; und wenn, wie Josua, reich an Tagen und reich an Ehren, Sie zu Ihren Vätern eingehen werden, mögen Sie Einlass finden in das himmlische Paradies, um die Wonnen des ewigen Lebens zu schöpfen und unter dem Baume der Uusterb• lichkeit zu ruhen.“ Auf diese Gratulation der Juden von Newport, erwiderte Washington: ״Während ich mit grosser Befriedigung Ihre mit Ausdrücken der Hochachtung angefüllte Adresse gelesen habe, nehme ich mit Freuden die Gelegenheit wahr, Sie zu versichern, dass ich das herzliche Willkommen, mit welchem mir bei meinem Besuche in Newport alle *) Aas dem .,Americ. Hebr.“ Übersetzt von E. Benedikt.

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