Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 18 (1889)
- Issue
- N° 21. (23.5.1889)
- Date
- 1889-05-23
- Page
- Seite 84 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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das nach ihn benannte Land einem andern entrissen, j wenn es aber nicht so ist, so liegt darin ein Geheim-! niss, und wer es versteht, soll es verschweigen.“ Was I soll nun das anders heissen, als das Wort או bedeutet! entweder ndamals noch“ oder ״damals schon“. Bedeutet es ״damals noch“, so müsste Kanaan, der Sohn des Cham, es einem andern entrissen haben. Da dies aber zu einer Zeit, wo die ganze Erde bloss von drei Familien bewohnt war, nicht wahrscheinlich ist, so muss man erklären, dass die Schrift sagen will, die Kananiter waren damals schon im Lande, daher; die Stelle erst nach der Besitzergreifung Palästina’s durch die Israeliten geschrieben worden sein kann, was derjenige, der es verstanden hat, am besten für ■ich behält, um mit dieser Ketzerei nicht Anstoss zu erregen. Hierin hat also der einseitig talmudisch geschulte, polnische Jude Salomon Luria im 16. Jahrhundert klarer gesehen, als ein heutiger Professor, indem er in seiner Vorrede zu ׳ ים של שלמה ב״קüber ibn Esra’s Werk seinen heiligen Zorn ausgiesst und Maimonides schmäht, weil er ihn seinem Sohne zum Studium empfohlen habe. Auch lässt sich gar nicht einsehen, warum ibn Esra, welcher gegenüber der rabbinischen Tradition die Geltung des Gottes- Wortes betont hat, was ja auch zu seiner Zeit eine gefährliche Ketzerei war, nicht auch diese Consequenz aus seiner kritischen Auflassung gezogen haben sollte. (Schluss folgt.) Knoller, Br. L., Babbiner. Kurzgefasster Leitfaden für den grammatischen Unterricht in der hebräischen Sprache. Breslau. Jacobsohn 1889. 21 S. Die Methode oder vielmehr der Mangel an Methode, welcher im Cheder beim Unterricht in der Bibel waltete, ist vielleicht nicht ganz so tadelnswerth als es den Anschein hat; man stürzte sich ohne weitere Vorbereitung hinein in den sprachlichen Stoff; man lernte das Hebräische ungefähr wie einer, der in ein fremdes Land kommt und dessen Sprache nicht kennt, sich die fremde Sprache durch den praktischen Gebrauch aneignet. Die Erfolge des Cheder waren jedenfalls, selbst wenn man alle sonstigen hierbei massgebenden Faktoren in Abzug bringt, glänzender als die der Religionsschule. Aber der pädagogisch; wohlerfahrene Verfasser des oben angezeigten Leitj fadens maoht mit Recht geltend, dass uns gar keine j Wahl bleibt, ob wir den Weg des Cheder wandeln, oder j streng grammatisch und systematisch Bibel unterrichten wollen. Die allgemeine Schule giebt hier das Vorbild, nach dem die Religionsschule sich richten muss. Die deutsche Schule kann auf ihre Erfolge im Sprachunterricht nicht stolz sein. Nur sehr wenige Schüler gelangen in der Schule zu einer völligen Beherrschung des Sprachstoffes, sei es, dass an der betreffenden Lehranstalt die alten oder die neuen Sprachen bevorzugt werden. Aber die grammatische Methode ist nun einmal eingeführt und der jüdische Lehrer hat nur die Aufgabe, den grammatischen Unterricht so viel wie möglich einzuschränken, damit durch das Formale das Sachliche nicht zurückgedrängt werde. Ihn ganz entbehren können wir nicht. Dr. Knoller weiss mit ausgezeichnetem, durch eine grosse Erfahrung geschärftem Takte das Nothwendigste herauszuheben; sein Leitfaden wird die erspriessliohsten Dienste leisten; er ist kurz und schon darum gut. Litterarlsche Notizen. London. Von Dr. Oh D. Ginsburg’s grossen ״Massorah- Werke“ sind bereits 3 Bände erschienen. Der 4. Band wird wahrscheinlich im Laute des nächsten Jahres vollendet werden. Der gelehrte Verfasser hat über 30 Jahre an diesem grossartigen Werse gearbeitet und fast alle existirenden Bibelmanuscripte zur Sammlung der verschiednen Lesarten zu Rathe gezogen. — (Abweichend von dieser Mittheilnng ist nach Lippe’s Bibliographischem Lexicon Bd. II S. 86 mit dem dritten Bande das Werk abgeschlossen, dessen Preis nacn ״Lippe“ 15 Pf. Sterl. (300 Mark) beträgt) London. Die ״Musical Times“ für Mai veröffentlicht eine kritische Notiz über Baron Pranchetti’s Oper ״Asrael“. welche unlängst mit einem glänzenden Erfolg in Florenz zur Aufführung kam. Nachdem der Rezensent seine Meinung über die hohe Bedeutnng der Oper geäussert, bemerkt derselbe: ״Ihrem allgemeinen Charakter nach zeigt ״Asrael“ das beaclitenswerthe und vollständig gelungene Bestreben, die Hauptgrundzüge des modernen musikalischen Drama’s mit den Vor- Zügen der klassischen Schule ״Gluck’s“ und der romantischen Schule ,.Spontini’s“ zu verbinden; diesem lobenswerthen Beispiele Franchetti’s sowohl innerals ausserhalb Italiens zu folgen, müsste das Ziel sein, weiches allseitig zu erreichen angestrebt werden sollte. Paris. Herr Leon Braunschweig, einer der gelehrten Mitarbeiter der ״Revue des Etudes Juives“ ist mit aer Ausarbeitung eines für die jüdische Geschichte höchst wichtigen Werkes beschäftigt, welches den Titel ״Jüdische Geographie des Abendlandes“ führen wird. Der V ertasser will in demselben alle Spuren verzeichnen, welche die Juden dieser Gegend hinter sich zurückgelassen haben. Jede nach ihnen benannte Strasse, jede Stadt, welche eine jüdische Einwohnerschaft hatte, über welche archivalische Aufzeichnungen vorhanden sind, soll in diesem Werke beschrieben werden. Litterarischer Anzeiger. fCjT Angebote und Gesuche antiquarischer Bücher der jüdischen Litteratur von Rah binern, Lehrern und Cultusbeamten werden zu ermässigtem Preise (die 4gesp. Zeile ä 10 Pf. baar) aufgenommen. i MMNNH Rabbiner u. Prediger Bernhard Löwenstein. Ein Tag■ aus ■einem Leten. Von: Nathan Samuely. Preis 60 Kr. Zu beziehen durch Hrn. Moritz Nierenstein, Vors, des Vereins ״Geselligkeit“ in Lemberg (Galizien». — Der Ertrag ist der ״Löwenstein-Stiftung“ ge- I widmet. 5 Im Verlage Berlin NW., Unter den Linden 6I, erschien und ist durch jede Buchhandlupg zu beziehen: Der deutsche Plato. Erinnerungsschritt zu Moses Mendelssoh n’s 150 jährigem Geburtstage v.Dr. M. Dessauer in Göthen. — Preis <5 Pt. — 10 Exemplare 6 Mk. Stöcker’M gefälschte■ Cliristenthum. Rede, gehalten in Berlin von M. Baumgarten, Prof. Doctor der Theologie in Rostock. Preis 50 Pt. 10 Exemplare 4 Mk. Wider Hrn. Hofprediger NtSeker. Eine christliche Stimme über die Judentrage von Dr. theol. M. Baumgarten, Reichstagsabgeordneter. Dritte mit einem Annang vermehrte Auflage. Preis 75 Pf. 10 Exemplare G Mk. l’usor Standpunkt. Zwei Reden am 1. n. IG. Dezemb. 1880 gehalten von Prof. Dr. M. Lazarus. Preis 5)Pf. lOExemplare 4 Mk. Die Wahrheit über der Juden Antheil am Verbreohen. Aut Grund amtlicher Statistik, von Dr. S. Loewenteld. Preis 50 Pt. 10 Exemplare 4 Mk. An die Jaden Verfolger! Zur Entgegnung auf das Buch ״Israel und die Goiim“ von A. von Schleinitz. PreislMk. — 10 Exemplare 8 Mk. Nur für I Mark anstatt 3 Mark: 1. Moralische Betrachtungen üben jeden Wochenabschnitt des Pentateuch etc. 12'/» Bogen, eleg. brochirt, 2. Ganz umsonst: ״Jüdische ״Zeitfragen“ über Sabhath, Speise- und Nidda-Gesetze. 3. 1000 jüdisch •deutsehe und deutsche SprUcbwürter und Redensarten, 3 Bogen, eleg. brach. GO Pf. 1075] Lobethal, Breslau, Berlinerstr. 09. PMT־ Zu sehr erm&ssigten Preisen sind gegen baar (oder Briefmarken) za haben: Die Uarwin’sche Theorie in ihrem Verhältniss zur Religion. 25Pf. Vom Schilfmeer zum Sinai,3Pred. (auch zu Schowuaus) von Dr. A. Lewin, 30 Pt. Auch Kothnbot - Formalare (hebr. u. deutsch) 25 Pf. 5 Stück für 1 M. baar. Zu beziehen durch die Exped. der ״Israelit. Woohenschritt“. Verantwortlicher Redacteur Dr. Rahmer, Magdeburg. Druak von D. L. Wo 1 t't, Magdeburg. Verlag von Robert Friese, Leipzig