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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1889-05-16 · N° 20. (16.5.1889) · p. Seite 80

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
18 (1889)
Issue
N° 20. (16.5.1889)
Date
1889-05-16
Page
Seite 80 (sequence 4)
Language
German
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80 — Ibn Zaddiks nicht gelesen habe, zamal dasselbe keineswegs eine Schrift von bahnbrechender Bedentnng ist, sondern so zu sagen mehr den Charakter einer ״Volkaschrift“ an sich trägt. Ob Maimnni, der allerdings bis zu seinem zwanzigsten Lebensjahre in Cordowa blieb, auch Zeit und Müsse hatte, die Schrift Ibn Zaddiks zu lesen, ist sehr fraglich, da er sich in seinem Jünglingsalter in der eingehendsten Weise mit Bibel, Talmud, Mathematik und Astronomie beschältigte, und sowohl die Schrift חשבון הדיבור, als auch der Commentar zur Misohna, den er im 23. Lebensjahre begann, die Frucht dieser umfasenden Studien ist. Wie dem nun auoh immer sein möge, ob Maimuni in der Lage war, das Werk Ibn Zaddiks zu lesen, gegen die Authenticität des Berichtes: *D □א&ג עולם הקטן שחבר ר• יוסף הצדיק לא ראיתיו lässt sich nach unserer Erklärung nicht das mindeste Bedenken erheben, zumal aus einer Vergleichung der Lehren Maimuni’s über die göttlichen Attribute, mit denen des Ibn Zaddik, ihre gegensätzliche Stellung in dieser Frage deutlich erkennbar wird. Maimuni schliesst das 54. Cap. im Moreh I. mit den Worten: ״Unsere Hauptabsicht war, zu zeigen, dass alle Eigenschaften, welche Gott beigelegt werden, nur Beschreibungen seiner Handlungen seien nicht aber, dass ihm Eigenschäften zukommen“ *), während Ibn Zaddik nur die Unbegreiflichkeit der dem Wesen Gottes selbst zukommenden Eigenschaften lehrt, die eine Folge der Unverkennbarkeit des göttlichen Wesens selbst ist ואומר הואיל ועצמו חילוף כל העצמים כן מדותיו חילוף כל המדות ששכל כל אדם יתעלף בו (Seite 55). Auf welche Weise nun Maimuni zur Kenutniss dessen gelangt ist, dass Ibn Zaddik zu den בעלי התארים zu zählen sei, entzieht sich bei dem Mangel historischer Quellen unserem Wissen; immerhin aber haben wir keine Ursache, die Echtheit des Berichtes □אמנם ספר עול הקטן שחכר ר׳ יוכף הצדיק לא ראיתיו irgend wie anzuzweifeln und es darf darum auch unsere Verwunderung nicht erregen, wenn Maimuni in seinem geschichtlichen Rückblicke in allgemeiner Weise erzählt: ״Unsere spanischen Glaubensgenossen zu Andalusien hielten sich streng an die ״Philosophen“, was aber für Ibn Zaddik, der vorzugsweise mutaziiitische und neuplatonische Elemente in seine Schrift aufgenommen *) והבונה כולה כי התוארים המיוחסים לו יתעלה הם תארי פעולתיו לא שהוא יתעלה בעל איכות. hat, keineswegs Geltung haben kann. Passen doch auch, wie Herr Dr. Weinsberg selbst hervorhebt, weder Jbn Gebirol, noch Baohja, noch Jehuda Halewi in den Rahmen dieser historischen Notiz bei Maimuni. Wir haben in dem Voranstehenden die Hauptargumente des Herrn Verfassers gegen die Autorschaft Jbn Zaddiks auf ihre Haltbarkeit zu prüfen versucht und haben uns, wie aus unseren Ausführungen ersichtlich ist, weder mit dem Ergebnisse selbst, noch mit den einzelnen Nachweisen für dessen Berechtigung irgendwie befreunden können. Bei der Wichtigkeit der hier in Betracht kommenden Frage wünschten wir, dass berufenere Kräfte den Werth der von Herrn Dr. Weinsberg edirten Schrift prüfen möchten, ob dieselbe einer ernsten und eingehenden Kritik Stand halte; vorläufig geben wir der bescheidenen Hoffnung Raum, dass wir bei der Würdigung dieser Schrift nicht allzuweit von dem Wege der Wahrheit abgewichen sind. Leobschütz. Rabb. Dr. M. Krakauer. Löwenstein, Bernhard, Rabbiner. Lemberg. 21 S. Im Verlsg des Vereins ״Geselligkeit“. (50 Kr.) Ein trefflicher Nachruf für einen der trefflichsten Männer kommt uns aus dieser äussersten Mark der deutsehen Kultur. Und wie liebenswürdig ist die Form dieses Nachrufs! Herr Nathan Samnolj schildert uns einen Tag aus dem Leben dieses Mannes, der fernab von den Gentren deutscher Kultur im entlegenen Osten für religiöse Aufklärung und deutsche Bildung eingetreten ist und der durch seine ■Selbstlosigkeit und seine Treue der würdigste Herold dieser hohen Güter gewesen ist. Ein gemüthliches. unterhaltendes Plauderstündchen mit Löwenstein giebt uns Herr Samuely und da wird Alles ausgeplaudert, was zum Ruhm und Preis des ausgezeichneten Mannes vorgebi acht werden kann. Nur eins stört uns in dem wohlgelungenen Bilde; der Verf. lässt den sei. Löwenstein etwas ruhmredig von seinen eigenen Verdiensten sprechen; das passt nicht ganz zu dem sonst 80 reinen und grossen Charakter; oder sollte diese kleine Schwäche der Wirklichkeit nachgezeichnet sein? Herr Samuely spendet uns eine gar schöne Gabe; möge er und seine Freunde die Fahne, die ihnen einst Löwenstein vorangetragen, nicht sinken lassen! Litterarischer Anzeiger. |Cjf Angebote und Gesuche antiquarischer Bücher der jüdischen Litteratur von Rabbinern, Lehrern und Cultusbeamten werden zu ermässigtem Preise (die 4gesp. Zeile & 10 Pf. baar) aufgenommen. Von ltahnier's Isral. Predigt Magazin sind in der Exp. d. Bl. einige einzelne Hefte älterer Jahrgänge billig gegen baar abzugeben: 1 Monatsheft (4—5 Pred.) 30 Pf. 1 (juartalsheft 1 Mk. Seme sterhefte — darunter auch Pred.zuSchowuaus—1.50 Mk. W“ Ferner sind daselbst zu ermilssigten Preisen zu haben: Jerusalem, Jahrbuch m. interess. wissenschaftlichen Beiträgen. I.Jahrg. 400S. 2 M. Prof. Lazarus als religiöser Retormator. 10 P:. Prof. H. Graetz’ Biographie ihm 79 Geburtstag. 20 Pt. Dr.Dessauer, Landrabb.,Unmanität im Judenthum. 15 Pf. — Drei Mahnworte an unsere Grossen 10 Pt. Dr.Kahmer,L>iehebr.Traditionen in denWerken des Hieronymus. Th. 1. (Statt 1.50) 50 Pf. — Die bibl. Erdbebentheorie. Eine exeg. Studie (st.lM.) 40 Pf. Eduard von llartiuann uud selue Judeufreundschaft. 25 Pf. Nur für I Mark anstatt!1 Mark: 1. Moralische Betrachtungen üben jeden Wochenabschnitt des Pentateuch etc. 121/, Bogen, eleg. broebirt. 2. Gone umsonst: ״Jüdische ״Zeitfragen“ über Sabbatb, Speise- und Nidda-Gesetze. 3. 1000 jüdisch deutsche und deutsche Sprücbwörter und Redensurten, 3 Bogen, eleg. broch. 00 Pf. 1075] Lobethal, Breslau, Berlinerstr. 60■ MHIM1NNIWIMN Rabbiner u. Prediger 3 Bernhard Löwenstein. Ein Tag■ a־u.s seiraera.Xje'oera. Von; Nathan Samuely. Preis 50 Kr. S Zu beziehen durch Hrn. Moritz Nierenstein, Vors. 8 des Vereins ״Geselligkeit“ in Lemberg (Ga!izieu)._ — - wiu 11101■ wiam Xaaaa wWW mF* Za sehr ermässigten Preisen sind gegen baar (oder Briefmarken) za haben: Der Jndenspiegel des Dr. Jnstns ins Licht der Wahrheit gerückt von Dr. Ad. Lewin. ‘JO S. statt 1.50 für 00 Pf. Vom Sclillfuieer zum Sinai,3Pred. (auch zu Schowuaus) von Dr. A. Lewin, 30 Pf. Bisraarck’s Verhält niss zum Glauben, insbesondere zum Jadenthum. 15 Pf. Die Darwinsche Theorie in ihrem Verhältniss zur Religion. 25Pf. Zu beziehen durch die Exped. der ״Israelit. Wochenschrift“. 9t« <6an!c litt )»!.־ Mfditn S(t|rribfd)rift in Si8 Söorfd)rlfte«, metljobijd) georbnet, für 10 $f. Derfenbet |!co. Die (EijieDttion D. §1• 3n $artl)ien billiger, «ud) Kethubot-Formalare (IJtllröif# u. beuifö) *5 $f- (5 ©tüd für 1 311■ haar). Verantwortlicher Redacteur Dr. Rahmer, Magdeburg. Druck von D. L. Wolff, Magdeburg. Verlag von Robert Friese, Leipzig,

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