Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 18 (1889)
- Issue
- N° 18. (2.5.1889)
- Date
- 1889-05-02
- Page
- Seite 72 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Einleitung in überaus bescheidener Weise von seinen Kenntnissen in der Philosophie spricht: ... וככל זה איני מתפאר להשיג כל הענין ולא לרדת לאמתתו ולבר הראוי בו,כי איו זה מיכלת* ואיז זה מטבעי ..., so tritt er doch, wie wir aus seinen Erörterungen leicht zu erkennen vermögen, mit der vollen Rüstung eines Mannes auf, der längst Umschau gehalten hat in den Systemen älterer Denker, ihren "Wahrheitsgehalt in dialektischer Thätigkeit geprüft und das ihm Brauchbare zu Bausteinen benutzt hat für die Construction einer eigenen Weltanschauung. Der Eklekticismus Ibn Zaddiks beruht auf einem höheren Principe und ist daher keineswegs eine gleichsam in der Eile zusammengeraffte Auslese von Meinungen zur Belehrung des Volkes. Für die selbstständige Beschäftigung Ibn Zaddik’s mit den philosophischen Disciplinen zeugt sein Hinweis auf die von ihm verfasste ״Logik“ Seite 6....., ובבר התבאר זה בחיבורינו אשר חברנו בחכמת המבטא; ferner sagt er S. 71, da wo er von dem irdischen Leben als von einem Kerker redet, in welchem es den Reinen nicht behagt und von dem Lichte der Wahrheit, das im kommenden Leben von Gott ausstrahlen werde, dass er von dieser geistigen Schau nicht ausführlicher reden wolle: ., . ואין זה מקום לגלות יותר מזה לתגבורת התאוה והסכלות על בעלי זמננו זה. Diese beiden Hinweise kennzeichnen schon zur Genüge das Princip, von welchem der Eklekticismus Ibn Zaddik’s getragen ist — aber was immerhin die Grundtendenz des Mikrokosmos anbelaugt, so hat Beer dieselbe im Allgemeinen richtig erkannt und gewürdigt. Wir möchten nur unsere Ansicht über die Motive dieser Schrift präciser ausdrücken, wenn wir sagen: Der Mikrokosmos des Ibn Zaddik ist das unmittelbare Eizeugniss einer wenig erfreulichen Re- Ilexion über die umgebenden Verhältnisse, die theils sinnliche Versunkenheit, theils einen blinden Glauben bei der Menge, theils endlich auch den Dünkel des philosophischen Dilettantenthums erkennen liessen .• . אבל יש לנו לטעון עם האנשים המתדמים בעיניהם שהם חכמים ובעלי חכמת הדבור והם באמת בתכלית הסכלות א) בדבור ובאופני שמושי*■!:?). (Forts, folgt.; Jellinek, l)r. A. Kede aut Kronprinz Rudolph. Wien. 1889. 7 S Ueber diese Kede Jellinek's kann man nichts Neues sagen: er ist noch heute wie vor Jahrzehnten einer der edelsten Vertreter der jüdischen Kanzel; er ist geistvoll, ohne nach dem <ieistreichen zu haschen, ungezwungen fliesst der volle Strom der Kede, und bei der Fülle der Worte hat doch jedes Wort seinen Werth. Der grosse Schmerz der Oesterreicher und zumal der österreichischen Juden hat hier einen bleibenden Ausdruck gewonnen. Statt den Prediger zu loben, der unseres Lohes nicht bedart, wollen wir lieber einige Sätze aus der Rede hier ausschreihen: ״Hart wie der Demant in seiner Krone soll der Regent sein, wenn es gilt, das Recht zu schützen, und weich wie der Purpur, den er trägt, wenn die Bedrängten bei ihm Hüte suchen, mit blankem scwarfen Schwerte muss er voranschreiten, um ■das Vaterland zu vertheidigen, und wieder den Oelzweig des Friedens vorantragen und nicht zu Eroberungskriegen sich hinreissen lassen; für die materielle Wohlfahrt soll er durch weise Gesetze sorgen, aber auch die Geister erleuchten, und «lie Wissenschaften und die Künste fördern Und alle diese Vorzüge waren sein Eigenthum 1 Kronprinz Rudolph! Er ctlich dem Leuchter im Heiligthum Gottes, der helles Licht siebentach ausströmte und Alles um sich her erleuchtete. Der Leuchter ist zerbrochen, das Licht ist erloschen, in Dunkelheit sind wir gehüllt, eine ״grosse und schwere Trauer“ hat ihre dunklen Fittige über Oesterreich ausgebreitet Eine grosse und schwere Trauer ergreift unsere Herzen, die Herzen von Israel. Denn in dieser 5Seit. des Rassen- und Religionshasses erhob er sich als eine eherne Säule der Gleichberechtigung, strahlte er als Muster religiöser Duldsamkeit, glänzte ec als Vorbild edler Humanität, dessen erleuchteter Geist und gütiges Herz von dem Toben und Tosen des Tages voll Abscheu sich abwandte und — ich kann es öffentlich bezeugen — die Schmach unserer Zeit mit den schärlsten Worten verdammte.“ Sor. \V., Rabbiner. Reden auf Kronprinz Rudolph. Wien. Lippe. 1889 Fünf Reden, splendid gedruckt auf ungefähr 14 Seiten, damit haben wir den Vorzug dieser Reden erschöpft. Es wird gegenüber einem Manne, der selbst die schlechten homiletischen Witze kuhivirt. schwer, auf!1011 wohlfeilen Wortwitz zu verzichten, dass Herr Sor ein ןל ist aut dem Gebiete der Predigt; was in der Exhorte den Kindern zugemuthet wird, geht schon über die Hutschnur; selbst eine Traurede, die ausser dem Texte ungefähr zwanzig Zeilen lang ist, wird abgedruckt, weil der Verf. eine Anspielung aut den Tod des Kronprinzen angebracht hat. Jeder grosse Unglückstall hat eine Anzahl kleinerer Unfälle im Gefolge; zu diesen kleinen Unfällen, welche dem tragischen Untergang des Kronprinzen Rudolph folgten, rechnen wir eine solche Predigtsammlung; eine strotzende Unbildung! liihrt hier das Wort. Der Schwulst, die gewundenen Versdeu- | tungen, jenes Qualmen mit Worten, das leider auch zu den Juden Deutschlands aus Oesterreich herübnrgokommen ist,; machen die Lekt Ire dieser Reden tür jeden Gebildeten zu! einer Qual. _ Singer. J. Am llrabe meinerMutter. Paris. A. Durlachet18 .׳ S. Das Büchlein ist eine in edlem Stil verfasste Huldigung des Verf. an das Andenken seiner jüdisch-frommen Mutter; die Lektüre wird auch im Leser kindliches Empfinden wecken. Der Eindruck wäre erhöht worden, wenn die Persönlichkeit des Autors etwas mehr zurückgetreten wäre. Litterarischer Anzeiger. K3־ Angebote und Gesuche antiquarischer Bücher der jüdischen Litteratur von Ra b b i n e r n, Le h rern und Cultusbeamten werden zu ermässigtem Preise (die 4gesp. Zeile ä 10 Pf. baar) autgenommen. erlag Mn 2■ Mfluffmunu in Srautjurt a 'Dl. (988 3d)u U>«d)cr. tönmttrrgcr, ®prud)־ u. föort« fdm|t, (Riffel, üeibfabeit uitb?djul־ njiirtevbud), Trrifufi, Sibel, WulD־ idimibf, (Hramrnatif, .ftedu, petita־ eud), .'öcrsbrrg, ®ccabulnriitm u. Üeicburt). 3nptjrt, $>aggaba, Sprad)־ leljtc.u. luih'tl. über( jefilal), Aot|l« jotilt, Sörterbud) uub ®prad)ld)1׳e, Mifdt, UebuitgSbiid), Mrourr, üefe« tafeln, iJrbti, Spvudjbiidj, Vicluiutmt, Jibel, C'ujgnfto, djalb. Wrammatif. DlanÖUö (ölaubeitötefjrc. 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Wolft, Magdeburg. Verlag von Robert Friese, Leipzig