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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1889-04-25 · N° 17. (25.4.1889) · p. Seite 68

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
18 (1889)
Issue
N° 17. (25.4.1889)
Date
1889-04-25
Page
Seite 68 (sequence 4)
Language
German
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Sir William Jones, ein ehemaliger Stndent des Harrow College und nachher einer der hervorragendsten Gelehrten und Orientalisten, die England je erzeugt hat, schrieb einst über die Bibel wie folgt: ״Ich habe regelmässig und aufmerksam die heilige Schrift gelesen, und Lin der Meinung, dass dieses Buch, abgesehen von seiner göttlichen Abstammung, mehr Erhabenheit und Schönheit des Ausdrucks, und mehr echte Beredtsamkeit und Poesie aufzuweisen hat als alle Bücher zusammengenommen, in welchem Zeitalter und in welcher Sprache sie auch abgefasst sein mögen.“ Dass auch Bi eine und Göthe eine ähnliche hohe Meinung von der Bibel hatten, ist hinlänglich bekannt, nur meint letzterer, dass kein ״naseweiser“, sondern einzig und allein ein ״wahrhaft Weiser“ sie gehörig zu schätzen wisse. Dies war auch von jeher der Fall, und es unterliegt keinem Zweifel, dass nur der den Inhalt der Bibel Andern mit■ Vortheil und Nutzen beibringen kann, der selbst mit einem poetischen Gemüthe begabt ist, und von der Erhabenheit und Schönheit derselben sich durchdrungen fühlt. Der Philister aber, dem obendrein die nöthige Verehrung des göttlichen Buches abgeht, thäte besser daran, lieber jede andere Beschäftigung zu unternehmen, als eine biblische Geschichte zu schreiben, die für ihn nichts mehr als trockene, statistische Notizen enthält, die den Leser kalt und theilnahmslos lassen. Dass hier und auch auf dem Contiuent derartige Schriften in grosser Auswahl existiren, braucht wohl dem Eingeweihten nicht erst gesagt zu werden. Eine erfreuliche Ausnahme hierin macht die Verfasserin des Buches: The Narrative of the Holy Bible. Dieselbe bekundet darin überall ein zartes, poetisches Gemüth, das so sehr sympathisch ist, dass es auf den jugendlichen Leser beiderlei Geschlechts — denn für solche ist das Werkchen hauptsächlich bestimmt — eine besonders wohlthuende Wirkung ausüben muss. Die Patriarchen und die sonstigen Helden und Heldinnen der Bibel werden daselbst in einer überaus anziehenden Weise geschildert, so dass die kindliche Phantasie sich dieselben als ideale ausmalt, die einen unauslöschlichen Eindruck für’s Leben zurüklassen. Natürlich werden diese poetischen Erzählungen und Schilderungen von moralischen Betrachtungen begleitet, die den Werth des Buches noch bei Weitem vergrös8em. Gern würden wir hier einige Proben daraus bringen, um dem Leser dieser Blätter einen Begriff von der anziehenden Schreibart der Verfasserin zu geben, müssten wir nicht befürchten, dass das Original in einer deutschen Uebertragung leiden würde. Wie treu eine Uebersetzung auch sein mag, sie kann niemals die Schönheiten des Originals ganz und vollständig wiedergeben. Die vorliegende Arbeit gewinnt noch dadurch an Interesse, dass sie das Geisteskind einer jüdischen Dame ist. Die Zahl der jüdischen Schriftstellerinnen in der Gegenwart, die namentlich jüd. Themata behandeln, ist so äusserst gering, dass wir einen Zuwachs derselben stets mit Freuden begrüssen. Möge das Buch viele Leser und Leserinnen finden, welcher Umstand die Verfasserin zu weiterer geistiger Thätigkeit aneifern dürfte. Dr. Chotzner. Litterarische Notizen. Bologna. Aut Veranlassung des italienischen Unterrichtsministers hat der wohlbekannte jüdische Orientalist Herr Dr. Leonella Modono einen Catalog der hebräischen Manuscripte der hiesigen Bibliothek herausgegeben. Unter denselben befindet sich ein altes Bibelmanuscript, welches einst dem Beichtvater I'hilipps des Schönen gehörte, welcher die •luden aus Frankreich vertrieb (1306). Die Kosten tür die Verurteiltlichung dieses Catalogs, welcher bei Le Monnier in Florenz erscheint, hat der Staat zu tragen übernommen. Chicago. Der greise Kabbiner Liebmann Adler hat unter dem Titel ״Zeenali und Reenah“ im religiösen Erbaaungsbuch tür das weibliche Geschlecht herausgegeben. Dasselbe enthält eine Anzahl kurzer trert liehet Betrachtungen zu den Wochenabschnitten, die sich durch eine gediegene Ausdrucksweise und getnüthlichen ansprechenden Ton auszeichnen. Die 3 Hefte, die uns vorliegan, lassen daraut schliessen, dass die ganze Sammlung sich zu einer emptehlenswerthen Hauspostille — woran es dem jüdischen Hause bis jetzt fehlt — eignen dürfte. (Wir kommen aut das Werk, wenn es uns vollendet vorliegt, noch näher zurück. Red.) Mexico. ״El Sabado Secreto“ ist der Titel eines jüdischen Blattes, welches wöchentlich in unserer Hauptstadt erscheint. Redaeteur ist Elias Abarbanal Y. David und Herausgeber Franzisco Rivas Puigceruer. Die erste Nummer erschien unterm 9. Februar d. J. Das Blatt kündigt sich als das Organ des amerikanischen Sephardim an. Die Sprache ist die spauische. Der Inhalt der ersten Nummer ist etwas mager, aber originell. (Eine jüdische Zeitung in Mexico gehört immerhin zu den Merkwürdigkeiten unseres Jahrhunderts.) Litterarischer Anzeiger. Angebote und Gesuche antiquarischer Bücher der jüdischen Litteratur von Rah bin er n, Lehrern und Cultusbeamten werden zu ermässigtem Preise (die 4gesp. Zeile ä 10 Pf. haar) aufgenommen. erlag non J. ttauffmnun tu granffuit a. 'Dt. 3d)utbüd)cr« 'Bnmbcrgcv, Spvud)־ u. 330vt« jdiatt, ISitjicI, iltibfaben unb (?cfjul־ roorterbud),!reinig, Sfibel, MolD־ jtbmibt, ÖSratmnuiif, £a'11|t, Denta־ eutl), .<>cv,(t!cvg, 'fiocabulavium 11. ilejcbud), ijabhrt. jjaggaba, Sprnd!־ lelpc.u. toortl übevj. iejilal), JölU* jol)n, aUörtevbud) unb 6iprad)let)re, jitifdl, Uebungebud), Mrourr, liefe« tafeln, ilrbt), gprudjbud), Vicbmann, 5ibe!p üuj.ptlto, djalb. Okammatit. Dlnnbiiö ©lau&enälebre. ^orl Drttlun!, Socabulftlium, j. Deuten; eud), Dnlpncv, ftibcl unb (öe« bctbüdjlein, Dot!)i<1|ilb, (liebet; u. Deligioiiebüdileiit, 2d)üujd)mbc> hettr für jüb.(ütrreut|'d)rift,2d)nmn• Untier, groft. tjebr Dlpljnbet, 2d)nmrs,!Religion, 20nÖI)cimcr, Dentalem», Stern, bibl ®e(d)id)te u.8J0rfd)riftcn b- 2t)0ra, Dürfen, QScbctc u. SJibcl« Überfettung, D'olfj, ftefttage,;fuder« imtubel, «prmtiburfi, ^utt(, Dibehc. Vor Kurzem erschien: KZa,ta,log- HST©. © u.A. die Bibliothek d. fBanquiers Herrn Ed. 11 Irschberg enth. KT Besonders interessant fflr Sammler werthvoller Merke der talinudischen Litteratur. *W Auf Verl, gratis und franco von .1036 Berlin NW., Unter d. Linden 41. Filiale K. F. Köhlers AatiQuarinm ga$ (50n!f kr jiik־ kutfdp Sdjrribfdjtift in ÜS8 5B0rfd)riftcn, metfjobifd) geovbnet, für 10 Df nerfenbet frco. öi£ (Erpcöilion ö. gl. "TJC* 3n Dartljien für Sdjulen bebeutenbe (f rm äf!i gtt ug (für 15: Di , für 50: 3 Di., für 100: Schulbücher. Sämmtliche in israel. Schulen eingeführte Bücher, als: Fibeln von .Tapliet, liecht, Horvvitz, Klein, Lewisolm etc., bibl. Geschichte von Auerbach, Büdinger, Fl eliinger, Levy, Soudlieimer etc., Leitfaden für Religionsunterricht von Auerbach, Herxheimer, Jacobsolm, Bing etc , hehr. Sprachlehre von Herxheimer, Levy, Stern etc., sowie משניות ,חיי אדם, קצור שולחן ערוך, דש" י חומשים etc. empfiehlt unter günstigsten Bedingungen zur Einführung; 1022 J. A. Hof mann, habr. Buchh Frankfurt a. M. MP* Zu ermftssigten Preisen sind gegen baar (oder Brietmarken) zu haben: Der Jadenspiegel des Dr.Jastus Von! Schilfmeer zum Sinai,ÜPred. von Dr. A. Lewin, 30 Pt. Bismarck’s Verliältniss zum Glaubeu. insbesondere zum Judenthum. 15 Pf. Die Darwinsche Theorie in ihrem Verhältniss zur Religion. 25Pt. ür.llessauer,Landrabb.,Hamanltät im Judenthum. 15 Pf. — Drei Mahnworte au unsere Grossen 10 Pt. Dr. Ziemlich, Antwort an Prot de Lagarde. 15 Pt. Dr.Kahmer,Diehebr.Tradltionen in der.Werken des Hieronvmus. Th. I. (Statt 1.50) 50 Pt. — Die bibl. Erdbebentheorie. Eine exeg. Studie (st.lM.) 40 Pf. Eduard von llartmunn und seine Judenfreundschaft. 25 Pf. Zu beziehen durch die Exped. der ״Israelit. Wochenschritt“. Berichtigung. In vor. No. S. 61 יי Z. 7 von unten ist statt ״Chioziten“ zu lesen: ״Chioriteu“. 5 Df) ins Licht der Wahrheitgerückt von Dr. Ad. Lewin. 90 S. statt 1.50 für 60 Pf. Verantwortlicher Redaeteur Dr. Rahmer, Magdeburg. Druck von D. L. Wolff, Magdeburg. Verlag von Robert Friese, Leipzig.

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