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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1889-04-04 · N° 14. (4.4.1889) · p. Seite 56

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
18 (1889)
Issue
N° 14. (4.4.1889)
Date
1889-04-04
Page
Seite 56 (sequence 4)
Language
German
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Das ReligionsbnohFeilohenfeld’s hat seinen wesentliehen Werth darin, dass es den Eindruck eines persönlichen Bekenntnisses macht; man merkt es, wie der Autor mit allen den Problemen der Religion ernstlich gerungen, wie er nicht früher geruht hat, als er bis zur Klarheit gekommen, wie er zum Zweifel selbst gesprochen: ich lasse dich nicht, bis du mich gesegnet hast. Darum wird besonders jeder Lehrer der Religion wohlthun, in diesem Büchlein zu lesen; er wird angeregt, belehrt, gefördert werden; nun freilich ist auch in diesem Büchlein manche Stelle, gegen die sich der Widerspruch regt; es ist bekanntlich keine leichte Sache, Worte, die in aller Munde sind, die Jedermann kennt, braucht und versteht, begrifflich zu definiren; wenn wir glauben noch so scharf den Inhalt des Wortes umschrieben zu haben, so stellt sich dann trotzdem zuweilen heraus, dass wir entweder Ungehöriges hineingezogeu oder dazu Gehörendes draussen gelassen haben; der Yerf. giebt uns in der dritten Zeile eine Definition des Begriffes: Fromm. Der Yerf. hat sie gewiss erst nach langen Erwägungen niedergeschrieben. ״Religiös oder fromm nennen wir denjenigen, der sich seiner Beziehungen zu Gott bewusst ist.“ Ist das genug? Ist Frömmigkeit nur eine Sache des Bewusstseins, der Gesinnung, oder verlangen wir nicht auch von einem frommen Manne ein ganz bestimmtes Thun?*) Weiter heisst es sogar: ״Man kann fromm sein, ohne darum durchaus gut zu sein“. Das ist ein Volksvorurtheil, zu dem die Scheinfrommen, die Heuchler oder auch die Buchstabengläubigen oft Veranlassung geben. Gerade die sögenannte Frömmigkeit äussert sich in allerhand Handlungen, die mit der Gesinnung nichts zu thun haben; die Leute nennen Jemand fromm, der Frühmorgens und Abends jedesmal in den Tempel geht, alle, besonders die augenfälligen, Ceremonien beobachtet und finden, dass derartigen Frommen das Gut des Nächsten z. B. nicht für unantastbar gilt. Aber kein besonnener Lehrer der Religion wird zugebe», dass es eine echte und rechte Frömmigkeit giebt, ohne dass der Träger dieser Frömmigkeit auch sittlich ist. Am Baume der Frömmigkeit blüht die Tugend. Selbstverständlich will diese Ausstellung nicht den Werth dieses Buches beeinträchtigen. Gerade wenn ein Verf. nicht auf ausgetretenen Bahnen wandelt, wenn er sich bemüht, selbstständig zu denken, kann er leichter auf einen Weg kommen, den die Kritik bei allem Wohlwollen als einen Abweg bezeichnen muss. So übersetzt Herr Feilchenfeld ״Gott ahndet die Schuld der Väter an den Kindern derer, die mich hassen“. Offenbar mit einer Absicht, die wir verstehen, aber nicht billigen. S. 23. ״Zuerst hat sich Gott den Patriarchen geoffenbart.“ Wie kann der Verf. dies nur sagen, trotzdem er doch sicherlich die ersten zehn Kapitel des ersten Buches Mose so gut kennt wie nur irgend ein Anderer und es sonach weiss, dass Gott zu Adam und Noa geredet hat! — Das Büchlein sollte in den Händen aller unserer Religionslahrer sein; es ist geeignet, gebildete Juden für unsere Religion zu gewinnen, der Judenfeindschaft die Waffen zu entwinden. Der Verfasser geht unabhängig vom christlichen und irgend einem andern Schema seinen eigenen Weg; wir können alle von ihm lernen, auch wenn wir ihm nicht unbedingt folgen. *) Auch das Wissen macht nicht selig. Litterarischer Anzeiger. JtJT Angebote und Gesuche antiquarischer Bücher der jüdischen Litteratur von Rabbinern, Lehrern und Cultusbeamten we׳ en zu oriniissigtem Preise (die 4gesp. Zeile ä, 10 Pf. haar) aut'geuommen. Um vielen Wünschen zu entsprechen, habe ich bis aut Weiteres den Preis von S. R. H. rsch, der Pentateuch iihersclzt und erläutert ä Bde. von M. •10 0צ auf Mk. 26.— reducirt. [970 Dasselbe in 5 Loinwandbänden gut geh. M. 30.— •\5 .. ״ eleg. llalbt'ranzb. 32.50 ,, ״ ״ Kinzelbündo: ויקרא anstatt M. 9.— ä M. 6.— brochirt במדבר und ״ . -.5 _ ״ 7.80 ״ 5 ״ דברים Frankfurt a. M. J. Kauffmann, iüud)l)auM!1m1 ,;u belieben: [951 J . .vntflgnbill) für tU'i;11ri|, mit beutfrfjer lieber־ V fegum״־ beutirtjeiu Wommeiitav 11!1b mufifal.!Heil 'bveiS qeb. 9)tf. 0.70, in *va1׳l)tb.!91 f. 2. S8erlag uo:t X bla u ff manu in JJrontfun am iöiaiu. I erlafl uou J. Mnnffumnn in fyraiitjurl n. 9)1. 911S uouvcfjlidje .fiilfsniiitel für bcM biblijclicn, Ijebräijdjeu 1111b!Ke■ IigiouSunten׳icl)t entpfeljic bie in meinem Skriaqc ericl)ienencn ®d) tti b iid)cr♦ 'ihimbi't'fln', Spind)11 ־. ahnt fdtap, Isnffrl, üeibfoben uub ©dpi'־ roürterburl), Svriinij, &1bel, Weit)־ fdimibt, Wrammatif, .wri)t, ipemu־ eudi, .wr^üi'Vfl, äSocabulaiiiim n. ficjebncl), JnplH't. fpagqaba, Spract)־ teljre 11. mövtl. über{. Xefilal), 001)1־ folin, äiKSrterbuct) uub Sprnd)lel)1e, Mifrt), llebmtgsbud), .Mvonev, liefe־ tafeln, liebt), Sprud)b1u־l), Vübnuiun, Jibd, 'Jn.vpltto, d)alb. Wrammatif. 9)!unbu•;• (Sluabeiislelire. 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Theoretisch-praktische Sprachlehre tür Deutsche, auf grammatischer und phonetischer Grundläge, unter besonderer Berücksichtiguug der Bedürluisse christlicher und jüdischer Studireuder; mit Aussprachobezeichnach christlicher und jüdischer Leseurt, zahlreichen Uebereetzung-av.tgaben, sowie einer helirilischen Chrestomathie mit durchgängiger Acceutuation und iuier.inearer deutsch. Uebers. Von It. M nassewitsch. 12 Bogen. Octav. Elegaut gebunden 1 11. 10 kr. 2 Mark. Qu meinem Ü0mmiff10ns־%erlag erfdjieu joebeu: [987 מפתח הפיוטים Index zn Dr. Zunz Litteratur• geschlchte d. 8y nagogalen Poesie uou Ad. (jestetner.!flrciS 9)1 f. 2.— Xiefcr Qnbej bilbet eine notljmeu־ bige tSigiinjuHg ju 3UI|,V SÜevteu übet bie fpuagognlc fldoefie uub wirb allen benen, bie fid) mit biefcv 9s)iffeu•־ jd)aft befdjäftigen, eine ermünfdjte Wabe fein. Qnsbefonbere mivb fie allen, meldje bie bett. 3u11j’fd)en SEBerte befipeu, eine miUfonunene uub mefcntüdje Erleitbteiung bei 9)enup־ ung berfelben bieten. Jvanlfurt a. 9K. ^attffmann. Verantwortlicher Uedactour Dr. Rah me r, Magdeburg Druck von D, L. Wo I ft. Magdeburg. Verlag von Robert F riese, Leipzig.

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