Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 18 (1889)
- Issue
- N° 13. (28.3.1889)
- Date
- 1889-03-28
- Page
- Seite 51 (sequence 3)
- Language
- German
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51 — z6 lest« mit dem tode, so mag ez truern sere; da vor Diht vrint richtnom, gehurt von hoher art. wisheit. gewalt daz mueze an des todes vart. Vergl. Prediger 88: .״ ואין שלטה ביום המותNiemand ist herrschend am Todestage. (Ueber Stoffe 81.) Aehnlieh ist der Ausruf (Berachot 31.): .״ ווי לן דמיתנןWehe uris, dass wir sterben müssen.“ 144. 173, 14. 15 Dar näch suln die erwelten sin noch liehter dau ier sonnen schin Vergl, Daniel 12.3: והמשכילים מהרו כזוהר הרהיע ״ ומצדיהי הרכים ככוכבים לעולם ועד.Die Weisen werden leuchten wir der Glan* des Firmamentes und die, welche Viele zur Tugend weisen, wie die Sterne immerdar.“ Litteraturbericht. ftecensionen. 0 ביעור טיט דית. H. Schorr*8 talmudisohe Exegesen auf ihren wissenschaftlichen Gehalt kritisch untersucht und beleuchtet von Mayer Kohn-Bi- 8tritz. Pressburg 1888. Verlag des Verfassers. XXXII. 240 S. (Schluss) Dass viele Fremdwörter in dem aggadischen äcbriflthum, und besonders in demjenigen, das in Palästina und seinen nordwestlichen Nachbarländern entstanden oder redigirt ist, aus dem Griechischen und Lateinischen entlehnt sind, das ist eine bekannte Thutsache. Aber dieae Wörter lassen auf den ersten Blick erkennen, wenn auch nicht immer, was sie bedeuteu, so . doch dass sie Fremdwörter sind. Wer aber im Wort wie ,נולד (in der historischen Notiz Jer. Chagiga 78 d) für ein Fremdwort hält, für xoXov, yuXii; oder gala, obwohl es ebendaselbst mit einem;Suffix גולתיה Wiederholt ist, dem muss das richtige Sprach* getühl und somit die Berechtigung auf philoogischem Gebiete mitzuspreeben, aberkannt werden. ,נולד ist ein echt semitisches Wort, das soviel wie ״Mantel, Umhängetuch, Rsisedeoke“ bedeutet und wofür in Babylonien גלימא gebräuchlicher war. An der bezeichneten Stelle wird berichtet, dass, als die hadrianische Verfolgung uaohliess, sieben Schüler ß. Akiba’s in der Ebene Rimmon zusammenkamen, um den Kalender wieder in Ordnung zu bringen. Dabei kam es auch zu anderen Erörterungen und erregten Debatten. Aber sie schieden in herzlicher Freundschaft von einander. Am Schluss ihrer Verhandlungen sprachen sie nach einander über den Text Jes 5,1, das Lob der Freundschaft verkündend; und als Beweis ihrer Aussöhnung und aufrichtigen Bruderliebe erwähnt der Talmud, dass derjenige dieser Weisen, der eine ganze Alante]decke besass, die Hälfte derselben dem ent* blässten Freunde überliess Dieser Bericht hat garnichts Auffälliges. In Folge der mehrjährigen Verloigung war die No!h der versprengten Reste des Volkes eine grässliche. Hatte doch einer der Theilnehmer an dieser Versammlung, R. Sitnon b. Jochai, viele Jahre in einer Höhle zugebracht, nur von Johauuisbrod und Wasser sich nährend. (S. Korban Eda z. St. und Grat/. UM, 1%.) Es muss jedoch anerkannt werden, dass der Vert. sehr viel Fleiss und seinen ganzen »Scharfsinn verwendet hat, um der Schwierigkeiten, welche die grosser Aienge darbietet, Herr zu werden. Schade, dass dieser Aufwand an Scharfsinn so oft vergeblich ist. Wenn der Vert. z. B. צבדי פתי הומיהון Alidrasch Echa r. 1,15 ״geknechtet und gebändigt ward der Verführer (der böse Trieb) der Hochmüthigen“ übersetzt., so wird Niemand dieser Uebersetzung, wie sehr sie auch witz- und wortreich vertheidigt ist, Beifall zollen. Der Verf. glaubt zu fest an die Integrität unseres Midrrschtextes und verschmäht es, von den bessern Lesarten Gebrauch zu machen, die' uns zu dieser Stelle im Aruoh 8. v. סח und םו*ק und von Musafia *) s. v.סלסל geboten sind. (Cf. Brüll, Fremdspr. Red. S. 57 f.) — Dass uns viele Midraschstellen in cor* rumpirter Gestalt vorliegen, weiss Jedermann, der einige Blicke in ältere Handschriften getban hat, oder Citate im Aruch, Jalkut und dem sogen. Rasohikommentar zu B. r. mit unseren Druckausgaben ver- | gleicht. Der Midrasch Rabba ist in diesem Jahrhundert oftmals wieder gedruckt worden, zuletzt 1887 in prächtiger Ausstattung und mit guten Beigaben | in Wilna, aber stets ohne kritische Verwerthung der! vorhandenen Handschriften. Eine Ausnahme bildet M. S. Krüger’8 Ausgabe, von der jedoch nur eine Lieferung (Frankfurt a. M. 854) erschienen ist. Trotz der gerügten Mängel bietet jedoch das Buch des Anregenden genug, so dass ihm viele Leser zu wünschen wären. Ganz besonders lesens- und beherzigenswerth ist die flie8s6nd geschriebene Einleitung, in welcher der Verfasser, obwohl er sich nicht zur Orthodoxie zählt, mit kräftigen Strichen jene nihilistischen Halbwisser zeichnet, die mit ihren sogenannten wissenschaftlichen Forschungen und Aufklärungsschriften auf das hebräisch lesende Publikum in ״Halbasien“ einen unheilvollen Einfluss ausüben. Die betrübende Schilderung der Folgen dieser Art von Aufklärung (S. X.) hat glücklicherweise nur für gewisse Gegenden Geltung. Zum Schluss bietet der Verf. einige mehr oder weniger Spottgediohte auf eineu bekannten Bibelkritiker Thätigkeit, der sich des zweifelhaften Ruhmes erfreut, der erste Jude zu sein, ’der den vierbuchstabigen göttliohen Namen ״Jehova“ liest. Ob derselbe mit dieser Neuerung — wie der dahingestellt; jedenfalls ist er heute wohl der einzige unter allen jüdischen wie christlichen Hebräisten, der an dieser fehlerhaften Lesung des göttlichen Namens noch le8thält. Bekanntlich ist das Unwort im fünfzehnten Jahrhundert aufgekommen, als die chnstliehen Theologen anfingen hebräisch zu lernen; seit-; dem begegnet es uns sehr häufig in christlichen j Schriften, wir lesen und hören es oft geuug, dass die j Juden zu ihrem Jehova beten. Aber wir Juden wissen 1 nichts davon; uns wird schon in zarter Jugend ein- 1 geprägt, dass das Tetragrammaton gewöhnlich die! Vokale von Adonai, oft auch die von Elohim hat; und dass es nicht so sehr eine Sünde, wie Unwissenheit ist Jehova zu lesen. In diesem Jahrhundert; haben noch vereinzelte christliche Theologen die , falsche Aussprache des Wortes vertheidigt, weil sie glaubten, dass sie von Alters her tradiert sei; aber ״heute wird von allen Seiten zugestanden, dass die- *) Dieser lies»: פתל ר1מיר,י er hat ihr Haupthaar gelüst, zerzaust, von dem auch sonst vorkommeuden קומי X0|1r;. Aus dem Citat hei Arucl. s. v. פה folgt aber, dass עבדי פחי zu lesen ist: vergleicht man damit b Jobamoth 4!»a: אנה ו ליה וולתא דטינא אליעד׳, »O könnte jener Satz auch so übersetzt werden: sie machten bestaubt, sie besudelten ihr Haupthaar, zum Zeichen, dass die gefangenen Helden zur Sklaverei verurtheilt seien. זולתא best Aruch, nicht mit ט, wie in unseren Ausgaben, llrüll a a. (> S. 5ä übersetzt קומיהון nach seiner gewöhnlichen Bedeutung. ״vor ihnen“. \ iel leicht aber kommt es von קולא (b. Aboda S. toi. 1 a), das nicht von comes abzuleiten ist, sondern sich zu קמא verhalt, wie קומי nvorU KU 1 קמי» Der Midrasch versteht demnach den Vers folgender-!nassen: ״Zu Boden geworfen in den Staub getreten hat der Herr meine .Starken“ (v. מפלה: ct'• stracta und prosternere >, ן niedrige Sklaven, Strasseukehrer sind ihre Vorzüglichsten, aptersten geworden.