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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1889-03-28 · N° 13. (28.3.1889) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
18 (1889)
Issue
N° 13. (28.3.1889)
Date
1889-03-28
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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AS IS. Jüdisches Jahrg, XVm. Litteratur ■Blatt SH3» EHS lir B«lN(htt1g aller Jilnthw *»<* Jade■ betreffend•■ lltterarfocbea Kr* *ckelnngei «f de« Gebiete der Phile- •ophle, «cMhlchte, Ethaegraphl•, Theo- 0x11. OrleaUlU, txtf■«, HomMetlk, Lltanrlk a. Pidigoglk. Herausgegeben TOD Rabbiner I)r. Horitz Rahmer. STLa<j9e-6uKj., 28. 0Ttä 1& 1889, Bicher deretaechliffiffe■ Llttereter,welch der Bedaet.on aapeeaadt werdea, fladaa in dIeeeM Blatte •inaeheade Beepreefceec Bei Elaveadaas ▼oa swel Reeeaele■«• Kxeei^larea erfolgt eiaaalUe kan« OreUt-laaertlen. Du ״JidUeke Lltteratar-BlaM“ erscheint wöchentlich in einem halben Bogen Preis bei allen Buohhandlangen (in L eipzig bei Robert Friese) pro Jahrgang 8 Mark. 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In den altern Berichten über das Königreich finden wir nur wenig über die Juden in Iriand. Dass eine jüdische Genossenschaft auf der ״Grünen Insel“ sich vorfand und dass die Angeoinischen Könige von ihren jüdischen Unterthanen Steuern erhoben, ist eine feststehende Thatsache; aber alle genauen Angaben fehlen. Unter den Königlichen Schreiben, welche von Schirley für den Oberaufseher der Archive herausgegeben wurden, finden wir das folgende an Hubert von Burgh, Grafen von Kent und Richter von England und Irland, gerichtete: ״Auch verstatten Wir dem vorgenannten Peter für ans uud unsere Erben, dass er lebenslänglich die Aufsicht über die irischen Juden führen möge. Alle Juden Irlands sind ihm als unserm Custos unterstellt und verantwortlich in allen uns betreffenden Angelegenheiten.“ Dies zeigt also deutlich, dass Juden in Irland wohnten. Aber in welchen Theilen des Landes sie wohnten, ob sie begünstigt oder belästigt wurden, welche Steuern sie bezahlen mussten, ob sie prosperirten, mit wem sie in geschäftlicher Verbindung standen, über alles dieses bewahren die Archive und die Geschichtschreiber das tiefste Schweigen. Die einzige namentlich angeführte Persönlichkeit ist ein gewisser Aaron aus Hibernia, welcher wegen eines ihm zur Last gelegten Vergehens eine Zeitlang im Gefängnisse zu Bri stol zubringen musste. (1282.) Viel früher (1169) bezahlte Josse von Glonc e 8 t e r dem Scherif seiner Grafschaft die Summe von 100 Schilling als Geldbusse, welche Strafe er sich durch eine Treulosigkeit, begangen durch Geldunter- Stützung (so wird nämlich behauptet) au gewisse Rebellen, die gegen des Königs Befehl naoh Irland kamen, zugezogen hatte. Die Acten liefern keine weiteren Details. Diese naokten Fingerzeige bilden die Totalsumme alles dessen, was von den Be- Ziehungen der Juden zu Irland bekannt geworden ist. Das Datam des oben angeführten Schreibens ist 1232 und die betreffende Persönlichkeit ist Peter von Rivaulx, weicher in England als einer der 80• genannten Judenrichter fungirte. Peter war einer von den ausländischen Günstlingen Heinrich HI, welcher durch seine Erpressungen sich den Hass seiner Zeitgenossen zugezogen hatte. Ein sehr eingehender Bericht über seine Gewalttätigkeit und Bestechlich• keit wird von Walter Rye in seinen ״Verfolgungen der Juden“ (S. 155), welches Buch durch die ״Anglo- Jewish Historical Exhibition“ veröffentlicht wurde, mitgetheilt. Die Geschichte verdient, dass wir auf sie zurückkommen Bei Vergleichung der Daten finden wir also 1232 and dann wieder 1282 Juden in Irland. Hiernach ist die Annahme berechtigt, dass ihr Aafenthalt in Irland während dieser 2 Perioden schon ein dauernder gewesen sei. In Todd’s ״Leben des St. Patrick“ werden schon Juden erwähnt, welche im 7. Jahrhundert in Irland gewohnt haben sollen; diese Angabe ist jedoch höchst verdächtig. Eine gewisse Aebtissin, Namens Hildegard, welohe gegen das Ende des12 ׳. Jahrhunderts lebte, also eine Zeitgenossin des Josse von Gloucester war, schrieb eine Biographie des St. Disboa, eines irisohen Bischofs. In dieser spielt sie auf eine zu! ihrer Zeit verbreitete Tradition an, wonach die irische Barche im 6. und 7. Jahrhundert von bedenklichen Unglücksfällen heimgesucht worden sein soll. Da, wo sie auf die Bevölkerung der Diöoese zu sprechen kommt, sagt sie: ״Einige verwarfen das alte und neue Testament and leugneten Christus, Audere wurden Ketzer und sehr viel gingen zum Judeuthum über etc.“ Hierzu bemerkt Todd, diese Behauptung ist höchst wahrscheinlich sehr übertrieben. Es ist nämlieh unglaublich, dass irgend eine grössere Masse des irischen Volkes aus dem 7. Jahrhundert zum Judenthum hat übergehen können; diese Worte sind nur eine gelinde Umschreibung der allgemeinen religions - 1 feindlichen Bewegung und setzen uns in den Staud, die Bedeutung einer solohen Sprache nach ihrem wirklichen Werthe zu schätzen. In der Mitte des 12. Jahrhunderts waren Religionsdeputationen zwischen Christen und gelehrten Judeu in Europa nioht uagewohnlich. Hildegard, vou dem Wunsche beseelt, den aufs Höchste gestiegenen schisuiatischeu Zustand der Dinge in Illand, wie sie sich ihn nur ausdenken konnte, zu schildern, hat denselben natürlich im Geiste und in der Sprache ihrer Zeit und ihres Landes zum Ausdruck zu bringen gesucht und vorausgesetzt, dass eine grosse Anzahl Irländer zum

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