Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 18 (1889)
- Issue
- N° 12. (21.3.1889)
- Date
- 1889-03-21
- Page
- Seite 48 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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— 4S weithergeholten Erklärungsversuche des Verf. Nur ist die alte Lesart חבר derjenigen der Erfurter Hand• sohrift vorzuziehen. Es giebt einen Dieb, sagt die Tosefta, den Niemand verachten wird, d. i. nämlich derjenige, der, um den Wissenshunger seiner Seele zu stillen, heimlich und verstohlen hinter dem Meister den Worten der Weisheit lauscht, die von dessen Munde strömen, und das Vernommone daheim im stillen Kämmerlein wiedeiholt und verarbeitet. Und so ״bildet das Talent sich in der Stille“; ohne dass Jemand eine Ahnung davon bat, erklimmt er stufenweise die Gipfel der Erkenntniss, wie jene stummen Zuhörer, von denen der Talmud Ch&giga 3 a erzählt. Und wird’s oflenbar, wird er als Mann erfunden und erkannt, in dem göttlicher Geist ist, so wird ihm der Ehrenplatz eingeräumt, der seiner Tüchtigkeit und Würdigkeit gebührt, und er vermag dann, siebenfach heimzuzahlen, was er heimlich sich angeeignet, alle Schätze seines Geistes giebt er freudig hin, um Licht und Erkenntniss zu verbreiten. — Nachdem durch ג״ש feststeht, dass er שבעתים d. h. mit religiöser Unter- Weisung heimzahlt, so folgt von selbst daraus, dass ihm die Möglichkeit zu lehren geboten ward: שנתמנה פרנס. Da nur die Halacha und nicht die Aggada in der Bildung neuer ג״ש beschränkt ist, so kann auch aus der Nebeneinanderstellung von נמצא Spr. 6,31 und 1. M. 41,38 auf die Erhebung des Bescheidenen zu hoher Ehrenstellung geschlossen werden. Aus dem Bisherigen ergiebt sich schon zur Geniige, dass dem Verf. die Lösung der Aufgabe, die er sich gestellt, nur zum Theil gelungen ist. Aber in der Hauptsache hat er Recht. Die Methode, ja der methodische Wahnwitz jener Autodidakten, die von der griechischen Grammatik keine Ahnung haben, die keinen griechischen Satz entziffern können, die sich mühsam aus dem Lexikon einige Wörter zusam mensuchen und in diesen den Urquell entdeckt zu haben glauben, aus dem der gesammte aggadische und halachische Midrasch geflossen ist, — verdient die nachdrücklichste Abfertigung. Den Schlüssel zum Verständniss der eben erwähnten Toseftastelle glaubt Schorr zu geben mit der Behauptung, dass der Urheber dieser aggadischen Boraitha ונמצא als v£jud, V£|1f(am gelesen und entsprechend den Bedeutungen dieses Wortes ״lenken, regieren, besitzen, austheilen,“ gedeutet habe! Aber erstens heisst ja gar nicht das Futurum dieses Zeitwortes vept/jaio, und dann — welchen Sinn hat hier die erste Person der Zukunft? Aber eine andere Person und Zeit konnte Schorr nicht brauchen, das würde ja mit der Endsilbe des hebräischen Wortes nicht übereinstimmen! Als Curiosität und charakteristisches Beispiel dieser consequent durchgeführten Methode soll hier nur noch die als Quelle einer Aggada Jer. Moed. Kat. 82 b entdeckte Gleichung ״ פרשfepto-o!aa) erwähnt werden, wonach also der Aggadist ״ פרich trage“ und ״ שich werde tragen“ übersetzt haben müsste!? (Schluss folgt.) Litterarischer Anzeiger. K3T Angebote und Gesuche antiquarischer Bücher der jüdischen Litteratur von Rabbinern, Lehrern und Cultusbeamten werden zu ermässigtein Preise (die 4gesp. Zeile & 10 Pf. baar) aufgenommen. No. 10 des ״Litteraturblatts” vom 7. März 1889 wird gesucht. — Wir bitten diejenigen Leser, die die Blätter nicht sammeln,mnget Zusendung event. gegen Austausch einer andern Kummer. Die Exp. d. Bl. ItSuvd) jebe Japliet’ »erl Bud,t)anM11uft jpi bejittjeu: [9f>l I SSmggatml] für »cfptrii, mit beutiefjer lieber* fettung, beutf(f)tm Sommentar uub mufifal. »eil. »rei« geb Wf. 0.70, in f vaditb. 3Rf. 2. | »erlag »0 3• Mauffmiiun in Jyranffurt am 3Kain. פיר פסח. Um nur 3)If. 13 erhält 3eber mann ein äufterft gebiegeneä pn־ trntirtes 2prifc־ iSrrbirc aus bem feinjieit anglo־britifd)cu Sil* ber uitb wirb für baü SBeifsblei ben bet »eiterte ־,rpn jnprr garautirt. סדר טעללער של פסח mit tnbifdieii uitb djittefifdjen ttraoirungrit. 12 (G Üöffeln u. G ®abelii). 12 Kaffeelöffel. G lafelmeffer. 1 ®uppeitfdjiipfer. 1 9Äild)fd)Dpjer. G (Sierbect)er. I »fefferftreuer. 1 Xljeefeiljer. G cifelirte Vräfentirtaffen. 2 ©01011־Zafel!eud)ter. 49 Ctiid. ©ämmtlicbe 49 ttliirt, lueldtt früher SKI. GO.— gtfoitet haben, nur 3X1.1:1. 3m uirt)tfouöeuireubett 3aUe rairb baß @elb anfrsrtWloo retour gegeben, hoher jebe »efteflung ohne :Hiiifo ifi. — »uopulwv per »artet 25 »f. — »eriettbung gegen »aar ober fKudjnalpne unb ftnb »efteflungen ju richten an bas Waarenhaus 3״ut üfÄouarcbtc״ *Mm, 111. ®epgaffe Sir. 12, W. M. Zur Einführung empfohlen! Zifferumethode. Exemplare zur Ansicht stehen ev. zu Dieisten aus A llclmich’s Verlag in Bielefeld Practisches Volksliederbuch mit entwickelnden Vorübungen von Aug. Rose. 1. Heit: 2׳.» Pt.l für die Unterstufe, 1. und 2 Jahrgang: Nach dem Gehör und nach Ziffern II Heft t40 Pf.) für die Mittelstufe Gt. bis 5. .Ifthig.): Nach Ziffern. Nebst einem Anliang: Einführung 1■ das Notensrstem für die Oberstufe. Von vielen Anerkennungen sei nur die nächst ׳.־Lende von einem bekannten und urtheilsberechtigten Fachmann hervorgeheben .!»er Verfasser dieser Bücher ist ein Anhänger der Ziffernmethode. Ich bin es nicht. Aber die Art und Weise, wie Herr R vorzubereiten versteht, die Geschicklichkeit, mit welcher er durch gute melodische und rvthmische Hebungen die Sicherheit der ,jungen Sänger zu fördern weiss, der Ernst, den er auf den Gesangunterricht verwendet haben will, sind mir Veranlassung, dem vor liegenden Liederbuchs uneingeschränktes Lob zu spenden. Die Reihenfolge der Lieder ist nach dem Tonumfang der Melodien geordnet, wie es Sering u. A. gethan haben. Ein Gesanglehrer, dem es nicht an Begeisterung für seinen Uuterricht gebricht, muss Herrn Rose’s wirklich ״praetisches“ Liederbuch mit aufrichtiger Freude begrüssen. Ich thue dies auch. A Linge, in der ״Schulpraxis“ 18S9 No. 3. PlattdOtsches SOnndagsbladd, Unterhaltungablatt i. niederdeutscher Mundart- Ersch. wöchentl.. Preis 1.50 M. pro Quartal. Be- Stellungen an die Postanstalten, Buchhandlungen oder dio Geschäftsstellei. Bielefeld; letztere verschickt auch unberechnet und franco Probenummern. , [971 Um vielen Wünschen zu entsprechen, habe ich bis auf Weiteres den Preis von S*R. Hirsch! der Pentateuch übersetzt nnd erläutert ”> Bde. von M. 40 20 auf Mit. Sä.— reducirt. t [970 Dasselbe in 5 Leinwanäbänden gut geh. M. 30.— 5 ״ eleg. Halbfranzb. ,, 32.50 ,, ״ Einzelbände: לקרא anstatt M. 9 — a M. 6.— brochirt במדבר und ״ «»•ז ״ » ״ דברים &•- Frankfurt a. M. J. Kaaffmaon, Soeben erschien: [92ל Deutsche Rechtschreibung in Beispielen, Regeln u.Autgabeu. Ein Lern- und Uebaugsouch für die Kinder der Volksschule und der unteren Klassen höherer Lehranstalten. Nach methodischen Grundsätzen bearbeitet von einem practischen Schnlmanne. Dritte Autf. Preis kart 30 Pf. Das Buch fand bereits in vielen Schalen Einführung und erfreut sich alKeitigcr Emptehl. Bei Einführungen Freiexemplare oder Vorzugspreise. Bielefeld. A. lielmlch. Durch alle Buchhandlungen des Inu. Auslandes zu be* ziehen: Die Kreti und Pleti. Ihre inhaltliche Bedeutung und Geschichte, von Benzion Behrend. Preis 1 Mark (60 Kr. ö. W.) Krotoschin, B Bekrend’s Buchhandlg. lJahrg. 1888 d. Isr. Wochensohr, mit Litteratur- und Familionblalt für 6 M. b. d. Exped. d Bl. Verantwortlicher Redacteur Dr. Rahmer, Magdeburg. Druck von D. L. Wo lft, Magdeburg. Verlag von Robert Friese, Leipzig