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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1889-03-07 · N° 10. (7.3.1889) · p. Seite 39

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
18 (1889)
Issue
N° 10. (7.3.1889)
Date
1889-03-07
Page
Seite 39 (sequence 3)
Language
German
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f .v*■ — 39 — der aber ein Jünger der Weisen ist, ist einem unwissenden Hohenpriester vorzaziehen“. (Horiot 13.) Vergl. Ueber Stoffe a d. P. das. 83. 55, 7. 8. Wie sol der blinde sich bewam. wil sin gelaite unrebte warn? Vergl. Levitious 19.14: ולפני פור לא חתן מכשר ,Da sollst dem Blinden keinen Anstoss geben. 84 55, 13. 14. Des bonges süeze erdriuzet, 86 mans zb vil geniazet. Vergl. Sprüche Sai. 25.16: דבש מצאת אכל דיך פן ״ תשבענו ,ירקאתו.Hast du Honig gefunden, so iss davon genug, wenn du ■zu satt werdest, so wirst du es ausspeien.“ 85. 57, 20. 21. Manec guot ist so verfluochet, daz sin got niht gerucchet. Vergl. Sprüche Sai. 15.8: זבח רשעים תועבת ד־ ״Das Opfer der Buchlosen ist dem Ewigen ein Greuel.“ 86. 50, 10. 11. Ein siecher arzät nerte sich michels gerner danne mich. Vergl. den Ausdruck .״ רופא ולא לוEin Artz aber nicht für sich.“ (Fortsetzung folgt.) Litteraturbericht. Recensionen. 0 ביעור טיט היון. H. Schorr’s talmudische Exegesen auf ihren wissenschaftlichen Gehalt kritisch untersucht und beleuchtet von Mayer Kohn-Bistritz. Pressbnrg 1888. Verlag des Verfassers. XXXII. 240 S. (Fortsetzung.) Besprochen von Distriktsrabbiner Dr, Cohn-Burgkunstadt. 3. Die Worte ״ חית לנהdas Thier des Schilfrohres“, womit Ps. 68,31 wahrscheinlich das Krokodil, das Symbol Aegyptens, gemeint ist, bezieht der Midrasch (Sobeinoth V. 35) aut die ehemalige römische Weltherrsohaft, ״ שכללה חיה מן הקנהdenn vollständig lebt sie von dem Sohreibrohr“ oder, wie wir sagen würden, von der Feder. Ihre Macht ist so gefürchtet, dass ein Federzug des römischen Imperators über das Schicksal ganzer Völker entscheidet. So erklärt die obigen zwei Worte auch B. Chija b. Abba in Pessachim 118 b. Au die unwiderstehliche Macht der römischen Feder erinnert auch Bereschitk V. Cap. 88: שהיא מכתבת טירוניא (טרימוסיאה.) מכל האמות. Diese einzig richtige Erklärung findet sich schon im מ״ כ wird aber daselbst verworfen und durch eiue andere ersetzt, welche, wie sehr sie dem Geiste der hebräisehen Sprache widerstreitet, doch den Beifall des Verf. findet. 4. Aus Nech. 9,18 folgt, dass die Anbeter des goldenen Kalbes auch Gotteslästerungen (נאצות) ausstiessen; diesen Umstand findet der Midrasch (Sehern. V. 41) in dem Sekrit'tworte צ קלל ענ1ת. M. 32,18 ausgedrückt. Wie kommt aber das Wort zu dieser Bedeutung? Der Verf. verweist auf 1. M. 16,6: Und Sara züchtigte sie, sc. mit Worten. Besser wäre vielleicht der Hinweis auf j. M. 22, 21. 22 gewesen, woraus freilich die Haiacha das Verbot jeder, auch der geringsten Bechtsverzögerung ableitet. Auch das Wort עניי Klagel. 3,19 wird im Midrasch z. St. in derselben Weise wie ענות erklärt, vergl. die Commentare des Sam. Straschun und Wolf Einhorn in der Wilnaer Midraschausgabe daselbst. Wie mir scheint, erklärt der Midrasch mit einer für die Aggada nicht zu weit gehenden Licenz sowohl ענות als עניי als gleichbedeutend mit 2 לא תונה. M. 22.20 ולא תונו 3. m. 25, 17 und 5 לא תוננו. M. 23, 17 als אונאת דברים כלפי מעלה. 5. Zu dem Verse: Und siehe, ein hartnäckiges Volk ist es“ (2. M. 32, 9; bemerkt B. Juda b. Fulvia(?) im Namen B. Meirרארים הם להערף :8׳ sie sind werth dass ihnen der Nacken gebrochen werde. Sohorr 80wohl wie der Verf. bemühen sich auf wunderliche Weise herauszubringen, wieso der Aggadist diesen Sinn in קשה ערף finden konnte. Allein die Sache ist ganz einfach. Die erwähnte Bemerkung des Midrasch will keineswegs dem Verse einen andern Sinn unterschieben, sondern nur den darin ausgesprochenen Gedanken fortsetzen und zu dem folgenden Verse hinüberleiten. ״Sie sind ein hartnäckiges Volk“ und 1 somit verdienen sie ״Mass für Mass“ gezüchtigt zu | werden; sie verdienen, dass ihnen der harte Nacken 1 gebeugt und gebrochen werde, und darum ״lass mich, I dass mein Zorn über sie entbrenne“ etc.! No. 6 betreffend, erinnere ich an נתללקל פטור j משום ונקלה Maocoth 22 b..— j No. 7. זונאות sind Gürtel £wva!, nicht ft כלי. Zum ן Verständniss der an 5. M. 26, 17.18 sich knüpfenden! Aussprüche unserer Weisen und der von Onkelo3 ge- I gebenen Uebersetzung dieser Verse ist bereits bei | Kohut (Aruch Completum s. v.) erwähnt, dass אמר j und חטב im Arabischen ״befehlen, beherrschen“ bedeutet! 11. Das schwierige Wort יועם Klagel. 4,1 über-! setzt B. Samuel im Midrasch z. St. gemäss Jech. 2S,3:! Wie ist das Gold verhüllt; B. Chama und ebenso! Targum nach Pesachim 75 b נחלי‘ עוממות t wie ist es I trübe geworden. Die Uebersetzung der Babbinen: ״ ׳wie ist es verändert“ ist aus dem Parallelismus ישנא הכתם errathen. Also עמה im Midrasch und עמא im Targum (richtiger עמם, wie sich aus der angeführten Boraitha ergiebt) entspricht dem hebr. כהה nicht aber das שינה דהבא der Babbinen. — (Fortsetzung folgt.) ן Die Frauen des 19. Jahrhunderts. Biographische und kulturhistorische Zeit- und Charaktergemälde von | Lina Morgenstern. Erster Band mit 7 Portraits! in grossem 8" Format. Berlin 1888. Verlag der : ״Deutschen Hausfrauenzeituug“. Von diesem in monatlichen Lieferungen erscheinenden Werke, welches eine internationale Kul- | turgeschichte der Frauen darstellt, liegt der 1. Band höchst elegant und geschmackvoll ausgestattet, als ein für sich abgeschlossenes Buch vor, welches 74 Lebensbilder enthält. ״Dieses einzig in seiner Art dastehende Werk, welches die hervorragenden Frauen aller civilisirten Nationen unsres Jahrhunderts, jede in ihrer Eigenart, charakteristisch und lebensvoll schildert, giebt eine Vorstellung von der Summe geistiger und sittlicher Grösse, welche das weibliche Geschlecht in sich vereinigt. Das Buch beruht auf fieissigem und sorgfäl- 1 tigern Quellenstudium und verfolgt objektiv, aber mit Eifer und Liebe die Tendenz, an Beispielen zu zeigen, welchen Einfluss die Frau in neuerer Zeit in dem Kulturleben der Völker gewonnen, und welche Stellung sie sich dadurch im öffentlichen Leben errungen hat. Diese Tendenz tritt nirgends aufdringlich hervor, sondern ergiebt sich aus den mitgetheilten anmuthig erzählten Thatsachen von selbst. Seine Königliche Hoheit wie Ihre Majestät die Kaiserin Augusta haben der Verfasserin Ihre besondere Anerkennung über dies Lebensbild ausgesprochen. — Das eigenartig grosse Werk bietet reichen Stoff für die Klärung der socialen Frage, und verdient deshalb die weiteste Verbreitung.“ (Vergl. Beicbsanzeiger Nr. 46. 1888.) — Von der Fülle des hier gebotenen Stoffes, der ebenso unterhaltend als belehrend verarbeitet ist, heben wir folgende Biographien als höchst interessante

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