Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 18 (1889)
- Issue
- N° 4. (24.1.1889)
- Date
- 1889-01-24
- Page
- Seite 16 (sequence 4)
- Language
- German
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16 Philo’s ist' ohnedies, wie auch der Verf. richtig bemerkt, der Umstand, dass trotz des Phiionischen Colorit’8, das manche Werke an ihrer Stirn tragen, diese doch von Philo nioht herrähren, nioht 80 selten. Grätz hat dies im UL Bande (S. 464) seiner ״Geschichte der Juden“ lnce clarins nachgewiesen, ohne dass unser Autor, der diese Untersuchungen nioht zu kennen scheint, dies auch nur anmerkt. In seiner Abhandlung kommt der Verf. nun im 2. Capitel zu dem Besultat, dass die Essäerbesohreibung der Apologie von dem Verf. der vita contemplativa stammt, der wieder mit dem Interpolator von ״Quod omnus probus über“ identisch ist. Aus der Zusammenstellung der übereinstimmenden Punkte in sachlicher und sprachlicher Beziehung in diesen drei Abhandlungen ergiebt sich ihm ״die Identität der Fälscher.“ Da nun die vita contemp. nach den bisherigen Forschungen — wie der Verf. im III. Cap. auseinandersetzt — frühestens am Ende des IIL Jahrhunderts verfasst ist, so lässt es sich denken, dass auch ״die Abfassung unserer Essäerbeschreibungen nicht vor dieser Zeit auzusetzen ist.“ Die Frage, inwieweit diese Fälschungen für die Geschiohie der christlichen Askese von Werth sind, hält der Verf. für ״imgemein schwierig“ zu beantworten. Es lässt sich eben trotz all’ der durchaus überzeugenden Beweise von der Unechtheit dieser angeblich phiionischen Schrift nichts weiter deduciren, als dass sie von einem Christen herstammt, der das asketische Mönchthum glorificiren wollte. In einem IV. Capitel endlich handelt der Autor über den Verf. von ״Quod omnis probus über“. Mit Zeller und Lucius nimmt er an, dass diese Schrift von Philo geschrieben sei und wendet sich gegen den Ausfeld’schen Versuch die Abfassung der Schrift von Seiten Philo’s zu bestreiten. Wir wissen zwar nicht, ob und in wie weit Ausfeld die schon 1854 und 63 verfassten Arbeiten und Unter- Buchungen von Frankel-Grätz benutzt und verwerthet hat; das Eine nur wissen wir, dass, selbst wenn die gegen die Ausfeld’sche These vorgetragenen Momente richtig wären, immer noch die von den genannten Forschern mit überzeugender Klarheit angeführten Beweise, die von der Unechtheit der philonisohen Schrift Q. 0. p. 1. zeugen, zu entkräften wären. Das hat aber unser Autor unterlassen aus dem einfachen, aber nicht zu entschuldigenden Grunde, weil er es Bei der Buchhandlung Cb. D. Lippe in Wien (II. Praterstrasse 13) erscheint seit Beginn d. J. Monatsschrift Air die Litteraturu.Wissenschaft des Juder.thums herausgegeben unter Mitwirkung hervorragender Gelehrter von Arthur S. Weissmann. Das Jahres •Abonnement beträgt fl. 6 ö. W. 10 M — 12 Frcs. Das Januar-Heit ist erschienen und enthält: Prospectus. Aus Galizien. Die jildisehen Speisegesetze. R. Akiba und Acher. Ein altindisches Buch. Textkritisches Das Buch Esther. Litteraturbericht. (Receusionen.) [013 3ur ®infütjrung in ©d)ulen galten toir befteuS empfohlen: {rktbaifi itr biblifdiru tbefrtjiibir in) filtcrntnr »on Dr. M. Levin, 8faf)bine1■ in!Berlin. Zweite oermelfrte u »erbefferte Äufl.!Preis $?f. 1.60. frbrbndi )u pfditi fttfMtf in) litttritat t>on Dr. M. Levin,!Rabbiner in ®erlitt. 3weite nermetjrte u. berbefferte Stuft, ®reis SR. Ä.30. [713! «!probte noniiglüfte Cetjrraittel! Sjempl. j. SInftdit fiebj. ®ienften. Serlag bet Triebe, #oru’fd)<1t ®ndjt)anblun# in 97ürnhera. 8er famtairger tapel bon ®rebiger Cr. Lilmiörfer. s 9I(ben. — 5>reiS SRf. 1. ®erlag b. C. Boysen Hamburg. nioht für der Mühe werth gehalten, die Arbeiten Anderer zu respektiren. Zur Saohe selbst müssen wir vor Allem bemerken, dass gerade der Verf. in früheren Capiteln breit auseinander gesetzthat,dass das philonisohe Gepräge, das manchen dem Philo zageschriebenen Schriften anzumerken ist, noch als kein Beweis für die Echtheit derselben erscheint. Und nun behauptet derselbe Verf. (S. 60) gegen A., ״dass alle Theile dieses Buches auch sprachlich ein ganz phiionisches Gepräge tragen“! Aber unser Autor, der in seiner nicht gerade glücklichen Polemik gegen Aasfeld gewissermassen nur Scheinbeweise für die Echtheit der Phiionischen Schrift in’s Feld führt, fühlt die Schwierigkeiten, die sich bei der Annahme von Philo’s Autorsohaft ergeben und gesteht sobliesslioh (S. 65), dass der Verf. von Q. O. P. L., in jeder Beziehung ein unbeholfener Schriftsteller, nicht einmal das Geschiok besass, sein Jadentham mit dem griechischen Stoff organisch za verbinden“, so dass die Kritik die Abfassung des Buches ״und die Jugendzeit Philo’s“ zu verlegen habe. ״Sein Jadenthum“ — darauf kommt es eben an! der Vergleich, den Ohle gleichsam mit den Haaren herbeizieht, dass ja auch der Verf. des Phokylieischen Gedichtes, der keinen Ausfall gegen den Polytheismus sich erlaubt, nach den Forschungen von Bernays ein ״gater Jude“ (S. 65) gewesen, kann doch wohl für die schwebende Frage nioht entscheidend sein, da Phokylides die pentateuchisohe Sittenlebre den Griechen empfiehlt und so indirekt gegen die heidnischen Unsitten ankämpft. Interessant ist es übrigens, dass Ohle (S. 65 Anm.) an dem Druckfehler in (der Bemays’schen Arbeit: אלהים להתקלל statt לא תקלל zweifelt und demselben die grosse, überraschende (!) Lehre giebt: ״das Hitpael kommt in der Bedeutung ״verflaohen“ überhaupt nicht vor“. Nach alledem müssen wir trotz des Aufgebots grosser Gelehrsamkeit und Fleisses, das man ob. Sehr, nioht absprechen kann, gestehen, dass es dem Verf. nicht gelangen ist, die in dem Werkchen aufgestellten Thesen bis zar Evidenz zu erhärten. Landsberg - Kaiserslautern. Berichtigung: Nr. 3 S. 10b Z. 2 v. u. fehlt vor ״eben“: oft. Scrlag tum J. Kauffmann in granffurt a. SR. Hirsch, Sam«. Raph., 5>et ®entatrutf) übevfept unb erläutert. 1., 2.. 4. unb 5. S^cil ■ a 3R. 7.80. 3. ..fc— eleg. .,palbjraujbänbe..a ״ — — $ic ®falme״ iiberfeßt unb erläutert, 2 Xtjeile 9 ״.— in eleg. $aibfranjbanb . ... 10.50 — — lieber bie ®ejiefjungen beä 2almubä jum 3üben־ tfjum unb ju ber focialen Stellung feiner Setenner ״ V— ®tmnädjft erftfcrtnt in neuer öerbefferter Auflage unb borjüg־ lichiter *ubftattuna: Hirsch, Sams. Raph., חורב> ®erfudje über S'äroelä ®fliditen in ber 3«rftreuung.״ב *j50.׳ in eleg. .{mlbfranjbanb.. °• g-ranffnrt a. ÜJ7.J. Ktuffmann.!Bering. ©oebrr. erjdjun unb t|t ouiä);eie Bud)banblung $u bejieben: [586 IT Kochbuch ua für iöraef. fttautn, entlfaltenb bie derjdjiebenften Kochunb Backarten, mit einer dcO־ ftänbigen Speisekarte unb einer Hansapotkeke, fotoic einer genauen Änrneifunn jur (Stiubtung u. gütjnwg einer rel'irlös-jfld. Haushaltung, uonBebekkaWolfgeb.Helsemann. Kennte verbesserte Antiare. 3n elegantem iiein'manbbanb. I Preis S M. 60 Pf. 1S-—i• ♦ ■1 » il * 1 ■*־+—■» Der Ueborfall t '" Sin nwärbeitHgetreue♦ Kultur־ b.lb au# Otttftlanb •4• oon [696+ Jt. Schaplra •. ®rei* 1 ®H. 70 ®f. mit granco- ץ juj. 1 *H. 80 ®f. י־ erfdiien foeben ■ ■ bei Jakob B. Brandeis, »uef)־ ־ baublung. ®tag. h * i * t -~i l » 1 Verantwortlicher Kedactear Dr. Rahmer, Magdeburg. Draok von D. L. Wo Iff, Magdeburg. Verlag von Robert Friese, Leipzig.