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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1889-01-24 · N° 4. (24.1.1889) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
18 (1889)
Issue
N° 4. (24.1.1889)
Date
1889-01-24
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Lehrer, welche direct oder durch Bobert Friese Inserate einsenden, erhalten 25 j( Rabatt. Inhalt: Wissenschaftliche Aufsätze: Ueber ״Freidanks Bescheidenheit“. Von Dr. S. Gelbhaus. (Fortsetzung.) — Ein judenfreundlicher Roman. (Schluss.) Litteraturbericht: Becensionen: Ohle, R. Beiträge zur Kirchengeschichte I. Die pseudophiionischen Essäer und und die Therapheuten. Litt er ari sehe Anzeigen. Unbefugter Nachdruck aus diesem Blatte ist sieht gestattet. Ueber ״Freidank’s Bescheidenheit“ Von Dr. S. Gelbhaus, Rabbiner zu Nordhausen. (Fortsetzung.) IG. 4, 8—11. Got elliu dinc geschaffen hat nieman er rehte wizzen lät waz krefte in sinen dingen si da ist meisteil allez waeren bl Vergi. Schir Hajichud 3. אתה בראתם ולבך ערכם לבדך ״ תדע מקומם ודרכם,Du hast sie geschallen und dein Sinn sie errichtet; du allein kennst ihren Ort und ihren Wandel.“ — 17. 4, 20.21. Man vergiazet gotes dicke, von süezem aneolicke. Deuter. 32.15. רשמן ישוח דבעט . שמנת עבית כשית ״ ויטוש אלוה עשהו וינבל צור ישועתו.Als Jeschurun fett wurde, da artete er aus; er wurde lett und dick und stark, er verliess Gott, seinen Schöpfer, und hat gering geachtet den Hort seines Heiles.“ — 18. 4, 2627. Wir geheizen alle goto me d&n iemer mit den werken erge. Prediger 5,3 - 4. כאשר תדור נדר לאלהים, אל תאחר לשלמו כי אין חפץ בכסילים, אשר תדר שלם. טוב אשר לא ״ תדר משחדר ולא תשלם♦Wenn du etwas gelobest, so versäume nicht es zu erfüllen, denn die Thoreu haben keinen Willen. Was du gelobest, das halte. Es ist besser, du gelobest nichts, als das du gelobest und nicht haltest“. 10. 5, 3.4. Kiemens guottat wirt verlorn wan der zer helle wirt geborn. Dieses Beimpaar ist eine Beminiscenz der lalmudischen Ansischt, dass einzelne gute Handlungen demjenigen nichts nützen, der durch eigenes Verschulden seine Seligkeit verloren hat. Der Ausdruck ״wird zur Hölle geboren“ bezieht sich darauf, dass der Sünder sein Leben so gestaltet, dass es gleich• sam als für die Hölle bestimmt erscheint. Vom König Achab, der nach der Lehre der Mischna (Chelek) die himmlisch^ Seligkeit verloren hat, sagt B. Jochanan (Synhedrin 102)• dass er die Gotteslehre in Ehren gehalten hat; ein anderer Lehrer behauptet von ihm, dass er die Jünger der Thora mit seinem Vermögen unterstützte. Aber diese an und für sich gewiss vorzüglichen Handlungen schützten ihn nicht vor dem Verlust der Seligkeit. ״Weil er auf den Thoren Samarias schrieb“, sagt B. Jochanan., ״Achab leugnet den Gott Israels, deshalb hat er keinen Antheil an demselben Gotte.“ 20. 5, 7 —10. Got nicht anvergolten lät swaz ieman guotes begat . dek einer »Iahte missetat er ouch ungerochen lat. Sprüche Salomons 13,21. חטאים תרדף רעה ואת צדיקים ״ ישלם טוב.Die Sünder verfolgt das Unheil und den Gerechten vergilt er Gutes.“ Der Ansspruch: ״Gott lässt nicht unvergolteu, was Jemand Gates thut“, gemahnt noch mehr an die taimudisohe Lehre ,אין הקב־׳ה מקפח שכר כל בריה ״Gott entzieht keiner Creatur den verdienten Lohn.“ (Erubin 118.) — 21. 5, 11—14. Gotes gebot niht übergät man daz mensche daz er geschaffen hat, vische, wurme, vögele unde tier haut ir reht baz danne wier. Diese Behauptung Freidanks hängt mit der Vor- Stellung zusammen, dass der Natur der Thiere Gesetze eingeprägt sind, die dem Menschen durch die geoffenbarte Religion zu Theil wurden. Diese Ansicht findet sich im Talmud (Erubin 100 b): אילמלא לא נתנה תורה היינו למדין צניעות מחתול ונזל מנמלה ועריות מיונה מתרנגול. px דרך ״Wenn die Lehre nicht geoffenb&rt worden wäre, so hätten wir Anständigkeit von dem Wiesel, Heiligkeit des Eigenthums von der Ameise, Keuschheit von der Taube, Lebensart vom Hahn gelernt.“ 22. 5, lf>—20. Got horte Moyses gebet daz er den munt nie üt' getet swes noch ein reine herze gert des wirt ez äne wort gewert. Des mundes bete ist leider kranc an des herzen viirgedanc. Bezzenberger bemerkt hierzu: ״Was hier von Mose* gesagt wird, kann sich nur auf die Erzählung Exodus 14.10 ff. beziehen, wo Moses die murrenden Juden tröstete: Dominus pugnabit pro vobis, et vt>s tacebitis, : und ohne, dass jener betete, heisst es dreh sogleioh weiter (V. 15): Dixitque dominus ad Moysen: Quid clamas ad me? etc.“ Dass diese Interpretation keine richtige ist, konnte schon daraus ersehen werden,; dass gerade Moses es war, der bei verschiedenen anderen Gelegenheiten das Gebet als das wirksamste Mittel ansah, ein Unglück vom Volke abzuwehren. So betete er nach Verfertigung des goldenen Kalbes um Gnade, und sein Flehen fand Erhörung (Exod. 12. 13). So betete er für die gegen ihn selbst sich widersetzenden Geschwister Ahron und Mirjam, und er wird erhört. (Numeri 12, 13—20.) So flehte er mit

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