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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1889-01-10 · N° 2. (10.1.1889) · p. Seite 8

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
18 (1889)
Issue
N° 2. (10.1.1889)
Date
1889-01-10
Page
Seite 8 (sequence 4)
Language
German
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8 dem eigentlichen Schwerpunkt des ganzen vorliegenden Buohes, za beschäftigen haben. Was den V6rf. zunächst auf diese neue Bahn hinlenkte, das waren die zuweilen fast diametral ein• ander entgegengesetzten äusseren Verhältnisse, in welohen ״die Geliebte" hier und dort erschien, ״der Geliebte“ hier und dort sich zeigte, so dass er bald sowohl in der einen, als auch in dem andern je zwei völlig von einander verschiedene Personen unterscheiden konnte. Dieses Doppelpaar klärt und charakteri8irt sich in folgender Weise: Sulamit aus wohlhabender Familie stammend, hat edlen Anstand und tritt nirgends als Hirtin auf: auch ihr Geliebter (Dod) ist sicher kein Hirte von Beruf. Dagegen ist das Mädchen, welches zum ersten Male Cap I. V. 7 auftritt, offenbar eine Hirtin, welche, wie es deutlich za Tage tritt, einem Hirten ihre Liebe geschenkt. — Von dieser gewonnenen Auffassung nun gelangte Verf. allmählich zur Sichtung zweier in einauder verschlungenen Darstellungsgruppen, weiche äusserlich auch nicht die geringste Notiz von einander nehmen und von denen die eine Solamit und ihren Dod, die andere eine Hirtin und ihren liebenden Hirten in den Mittelpunkt des Interesses erheben. Dieser Sichtangsprozess erst bringt dem Verfasser die sichere Garantie für die Richtigkeit seiner Ansicht, indem er dabei bemerkt, dass die Stellen, wo die beiden Liebespaare einander ablösen, duroh ״scharfe Einschnitte, ein Abbrechen der Gedankenreihen und Ansetzen inhaltlich ganz verschiedener“ in geradezu auffallender Weise markirt werden.*) In der Th&t kann man sich nun der Ueberzeugung kaum mehr versohliessen, dass wir •)Sulamitscenen I, 2—6; 9-14; H, 5-17; III; IV, 1-6; V, 2 bis Schluss. Hirt enscenen: 1,7—6; 15—17• IL 1—4; IV, 7-16; V, 1. es hier mit zwei verschiedenen nebeneinander hergehenden Liebesgeschichten zu than haben, welohe in ihren Hauptzügen sioh folgendermassen darstellen: In der ersten erblicken wir die Sulamit, welche schon eine Zeit lang die heisseste Liebe zu einem edlen Jünglinge (Dod) gefasst hat, unter strenger Bewachung im königlichen Palaste, wohin sie Salomo, durch den Buhm ihrer Schönheit verlockt, hatte hinbringen lassen; denn zufällig an den vorüberziehenden königlichen Wagentross gerathen, hatte Sulamit durch ihre strahlende Schönheit die Aufmerksamkeit der Hoffrauen erregt. Dreimal versucht nun der König ihre Liebe zu gewinnen, aber vergebens, und dreimal eilt ihr Dod heimlich herbei, um sie in ihrer Liebe und Treue gegen ihn zu befestigen. Siegreioh geht Sulamit aus all diesen Prüfungen hervor, und von Salomo schliesslich in Frieden entlassen, eilt sie, auf ihren Dod gelehut, der Heimatb zu. Hier preist sie die unüberwindliche Allgewalt der echten Liebe — das Motiv des ganzen Stückes — und lässt ihren Frohsinn in neckischer Schalkhaftigkeit an ihren Brüdern, spottend an Salomo aus, worauf sie ihren Geliebten mit einem Liedchen verabschiedet. — Ungleich kürzer wird das zweite Liebespaar behandelt j es tritt überhaupt nur drei Mal und zwar stets allein auf. Zuerst verabreden Hirt und Hirtin ein Stelldichein miteinander und, da sie zum zweiten Male aufbreten, haben sie sich eben zu demselben zusammengefunden und preisen wechselseitig der Eine die Schönheit des Andern und das Glück, bei einander zu sein. Ihr drittes und letztes Auftreten zeigt uns die Hirtin schon als Braut; der liebeberauschte Bräutigam giebt seiner Wonne Ausdruck; verschämt ladet die Braut ihn zur Vereinigung ein und beide gehen zur Hochzeit ab. (Sohluss folgt.) Bei der Buchhandlung Cb. D. Lippe in Wien (II. Pralerstrasse 13) erscheint seit Beginn d. J. Monatsschrift für die Litteraturu. Wissenschaft des Juder.thuros herausgegeben unter Mitwirkung hervorragender Gelehrter von Arthur 8. Weissman*. Das Jahres-Abonnement beträgt fl. 6 ö. W. 10 =־ M. -■ 1Z Frcs. Das Januar •Heit ist er-! schienen un l enthält: Prospectus. Aus Galizien. Die jiidi achen Speisegesetze. (&. Akiba und Acner Ein altiodisch-s buch. Textkritisches Das Buch Esther. Litteraturbericht. (Becensionen.) [013 1. Die Ethik des Juda Halevi 2.4 Beden iür die ausgezeicbneten Sabbathe Von Dr. Frankl, Bai biner in Kremsier. [312 Preis zusammen 1 Mk. *tuf bie *,Laubhütte abjnnirt man bei jeber ^Softnnftalt für iRf 2; (Santoren unb Siebter für Sk't 1,50 bet her ßipriitlon in [728 rnmmmmtmmiimmmmm -5* -5* *ג- -r* - 4 -j» -5* י-ד *ד *־• *ד Eia Seitenstflck n Brehms Tierieben. Soeben encMi* ln 98 LiflteuagaBZBj»l Mark: Pflanzenleben von Prof. Dr. A. Kemer v. Marüaun. tmTmk DaeHaaptwericdMl gasch rieben, aoogeuichMt dank hohen geschmückt alt sahen MOO originales kl und 40 Aqosrelitafelo van wieeenecheftiinhet künetlorischer Volleodang, bildet SB ein• feüchtt. alle Fronnde der Pflanzenwelt, ein n—hnrh iMrtniltidnh der populärwissenschaftlichen UtUMtsrohMgh־ " Preis in 9 Halbtnuhimte Prospekte graü! durch aäe DHchhtmdbmfm Verlag des Bibliagraph Icsfftuts in Lrifrig. oerfenbet gegen ffiinfenhung oon 45 ißf (in SBricftnarfen) ftantü Ttf (irt>rb D 30t. 9B0d)rnfd)r ift. -H•־ ■» Der Ueberfall (Ein tnabrbeitdget׳ tue« ttuitur: bilb aut JRufilanb non [696 ׳ M. Sehaplra $rei« 1 Wf. 70 fcf. m!t grattco- ■ ■ r »Uf. 1 Wf. 80 ¥f. ♦ erfdrirn fo׳b*n | bei Jakob B Brandeis, 8ud) I banblung, tfS 1 an- HerL f. fpraifla. fa»M«rt|[t11rdmft $rrlag hon J. Kauffatann in gfranffurt a 9t. Hirsch, Man». Raph., ®!t tJrntat'Udi überfegt unb erläutert. 1., 2.. 4. unb 5. ®!)eil ■ ■ » ^.80. 3. ... »■־ eleg .ftalbfranjbänbe.a 0&•' ״ — — Dir $falmr überfept unb erläutert, 2 ®belle » 9• in eleg. frnlbfranibanb.10 ״.f0 — — lieber bie SJejpebunpen be§ ®almubä jum 3uben־ tbutn unb ju bet [ocialen ©teüung feiner ®etenner 1 ״.— ®emnödi't eridifttit in neuer brrbrfferter «uflage unb berjüg lldl'er Vuofta'tung: HIr»ch, Man». Raph., ח1רב, ®'rfudje über Stäroelä i flidlteu in ber 3erftre ung.6.50 in eleg ftalbfranjbanb. 8 ״.— Jfronff״rt a. ü». . J. K nffmann. BftUi. 60A(au4 Kitrttn) '■> batk B9 mefe* Wttkfel tega• tau u.jranto n.Cini.oon unent״ fre&rli$e gerlin sw., jrrtehrldiltraBe 246, Tie ®uflBfungen He[e8 SSHlfelä ftnb bircct an ben Ver.ag .1n Berlin SW., griebridrfir. 46צ emjufenben Ve1a1;twc:tlicl1pr Bedaceuv Dr. Bah me r, Magdeburg Druck von D. L. Wo Ift, Magdeburg. Verlag von Robert Friese, Leipzig

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