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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1887-11-11 · N° 46. (11.11.1887) · p. Seite 178

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
16 (1887)
Issue
N° 46. (11.11.1887)
Date
1887-11-11
Page
Seite 178 (sequence 2)
Language
German
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178 — V. 7. Viele sprechen: Wer lässt uns schauen Glück? רבים אמרים מי יראנו טוב Erhebe über uns das Licht deines Antlitzes. Jehova. נסה עלינו אור פניך *הוה Mit dem ihm eigenen Adlerblick hat Grätz die richtige L -A. des zweiten Halbverses entdeckt; נסה ist eine Unform; ftir אור פנ*ך hat die Pesch. נהורא דפרסופה, also אור פניו (Wechsel von ,ו und ך, wie Ps. 3,3 8 לךt. לו). Diese L.-A. führt darauf, dass der zweite Stichos Fortsetzung des ersten sei und st. נסה mit Vergleich von Echa 3,44 כסה gelesen werden muss. Sind wir aber dahin angelangt, so empfiehlt sich auch im ersten Stichos עב st. טוב zu lesen. Es war nämlich eine Zeit der Dürre, ein ״ Wölklein“ war nirgends zu erblicken. (Vergl. 1. Kön. 18, 43. 44.) Das Flehen um den Regen war erfolglos, man vermeinte daher, Jehova habe sein strahlendes Angesicht verhüllt, um das Elend nicht zu schauen, die Gebete zu sich nicht dringen zu lassen. Auch Hiob 36.32 muss daher אפים st. כפים gelesen werden. V-. ü. In Frieden, will ich beides, micli niederlegen und schiaten. .בשלום יחדו אשכבה ואישן יחדו glaubt Hupfeid als ״zugleich“ oder ״sogleich“ zu fassen, diese Bedeutung hat aber dieses Wort nie, auch ״beides“ nicht. Grätz hat daher entschieden Recht, wenn er יחדו nicht als Flickwort gelten lassen will. Dafür aber ,וחדור zu lesen geht nicht, man lebt in ״Freuden“ aber man schläft nicht in Freuden. Besser יחיו. Mit dem Schwinden der Hungersnot! werden die Bürger in Frieden leben und er, der Psalmist, sich seinerseits ruhig hinlegen und schlafen können. — Ps. •'), V. 4. Jehova! Morgens erhöre meine Stimme, יהוד, בקר תשמע קולי Morgens, wenn ich zu dir richte und harre. כקר אערך לך ואצפה. Zwei Schwierigkeiten sind es, die den Auslegern viel zu schaffen machten, die doppelte Wiederholung des בקר, und die Auslassung des Objekts zu אערך. Was letzteres betrifft, so fasst es Ibn Ezra elliptisch auf und meint, es sei תפלתי nmein Gebet“ hinzuzudenken. Diesem Beispiele folgt Grätz, nur bezieht er es auf ,קול, was im Hebräischen unerhört ist. Diesem ist aber durch eine leichte Aeuderung der Punktation gründlich abgeholfen. Für das zweite בקר lese man בקר. Jehova erhört Morgens das Flehen, wenn mau ihm das^Morgen)־Opfer darbringt und auf seine Hilfe harrt. — V. Ö. Denn du bist nicht ein (Sott, der an Ungerechtigkeiten gefallen hat, כילא אל חפץ רשע אתה .Nicht dart bei dir der Böse gasten. .לא יגרך רע י:רןד mit dem Accus, der Person, wie ישבבנה (5. Mos. 28,30.) יניר עמך (Ihn Ezra). Bei alledem meint Grätz, dass יגרך nicht correct sein kanu, weil ניר intransitiv ist. Es muss ein transitives Verbum substituirt werden, vielleicht חבר. Wenn das der Fall sein soll, so empfiehlt sich besser יקיבך wie 01,10. __ (Fortsetzung folgt.) Zur Chronologie. Von L. Coli011, Lehrer in Hees a. Hhein. (Fortsetzung aus No 12.) Herr Salomon Spinner-Tarnow hatte die Güte, mir aut meine Bemerkung zum Aruchepilog im Litt.- Bl. 8. 103b mitzutheilen (Herzlichen Dank dafür!), dass schon der sei. Rapaport in der Biographie des R. Nathan die Frage in Betreff der divergirend angegebenen Jahreszahl nach den verschiedenen Aeren angeregt habe und muthmasse, dass statt •1805 zu lesen sei 1801. — Diese Bemerkung hat auch סדר הדורות, Warschau 1883, 8. 100 b. Rapaport stützt seine Muthmassung auf verschiedene Manuseripte, welche ebenfalls das Jahr 4861 haben. Wahrschein־ lieh gehört zu diesen auch der Codex Bodleiana No. 1103 Col. 313, aus welchem die ״Monatsschrift für d. Gesch. u. Wissensch. d. Judenth. (Jahrgang 1886, S. 468) eine Notiz mittheilt, an deren Schluss es heisst ובימי ר, נתן איש רומי אשר סידר את ם׳ הערוך וסיימו בתית׳ס׳א׳ לפרט. Dasselbe Jahr giebt auch Herr Dr. J. Levy (nach de Rossi) in dem Vorworte zum ״Chaldäischen Wörterbuch“ über die Targunim, S. VH an. Steht aber hiernach das Jahr 1101 als das richtige fest, so ist auch zugleich hierdurch meine Ansicht gegen Herrn Dr. Grät (vgl. Litt.-Bl. S. 160 a) gerechtfertigt. Zieht mau nämlich nach Herrn Dr. Grätz 311 von 1413 sei. ab, 80 bleibt 1102. Der gefeierte Gelehrte wird es mir jedenfalls verzeihen, wenn ich hierdurch einen triftigen Beweis gegen die Richtigkeit seiner Ansicht vorgeführt habe. Ueber die divergirenden Ansichten in Betreff des Ausgangspunktes für den Beginn der seleuoidischen Aera beliebe man ״L’Art de verifier les dates“ Paris 1818, Tome I 8. 43 ff. nachzulesen. Die Jahre 1101 d. g. Z. u. 1413 sei. werden auch hier auf S. 180 in Parallele gestellt. Nach Herrn Spinners Mittheilung soll auch Rapaport im ערך מלין (welches mir leider nicht zur Verfügung steht) in den Artikel אלכסנדר מהדק sich über diesen Punkt verbreiten. Aber auch über das Monats datum im Aruchepilog divergiren die Ansichten der Gelehrten. Die ״Monatsschrift“ (Jahrg. IV., S. 359) hat für die Paraphrase בשלישי בט״ו לירח בוזה מנבזה דרוך den Monat פיק, dessen fünfzehnter Tag auf einen Dienstag fiel. Ebenso, nach gefälliger Mittheilung des Herrn Spinner, deutet Jbn Jarchi im שקל הקדש und soll die Umschreibung auf Sota 5e anspielen. Herr Dr. Levy a. a. O. findet darin den Monat אדר mit Anspielung auf Meg. 16 a. Da aber der 15. Adar 1101 aut einen Freitag fiel und nie auf Dienstag fallen vj kann, muss erst zur Emendation des בשלישו in ,®בשי ) gegriffen werden. Nach meinem unmassgeblicheu Dafürhalten ist diese Procedur ein durchaus verfehltes und unbegründetes Verfahren, denn wozu Schwierigkeiten suchen, wo sie sich nicht von selbst bieten? Jedenfalls erübrigt der Wissenschaft auch hier das Richtige noch festzustellen. Zu den folgenden Jahrgängen der ״Monatssohrift“ ist noch zu berichtigen resp. zu bemerken: 1859, Jahrg. VIII. S. 94 Z. 16: Die Einweihung einer Synagoge in Königsberg erfolgte durch den Rabbiner Levin Marcus am 23. December 1756. — Dieses Datum fiel auf einen Donnerstag (1. Neumond Tebet). Sollte die Einweihung nicht wie üblich am Freitag, den 21. December stattgefunden haben? S. 102, Z. 25: In einem Briefe Mendelssohn’s heisst es: Ueberbringer ist Rabbiner der Gemeinde Neuwied אחי דרב המוסמך אב״ד דק״ק קליווא, — Hier muss entweder ״Neuwied“ oder קליווא Druckfehler sein. S. 170. Hat ein Brief M endelssohns das Datum 14) יום ג־ כ־יו תשרי תקכ״ו. Oci. 1766). — Der 26. Tischri war am Freitag 11. Oct. 1765. Ein Brief seiner Frau hat dasDatum 61סער״ר.—.(1760) ער״ה תק״ב in 1759. S. 171: Das Datum eines Briefes lautet: Berlin, d 13. März L770. Rosch Ckodesch Nissan. — Der Neumond Nissan war in diesem Jahre am 27. März. S. 174. Datum eines Briefes: עש״ק חי כסלו תקלב (15. Nov. 1772). — Der 8. Kislew fiel in 1771. 8. 375, Z. 10 ist nach Herrn Dr. Kayserliogstatt *תקב (ער־׳ה wohl 1770) תקל) zu lesen. — Es musste heissen 1769. 1860, Jahrg. IX, S. 68, Z. 24: Die Verpflanzung der Kalonymiden geschah 887 unter Karl dem Grossen.'

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