Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 16 (1887)
- Issue
- N° 33. (12.8.1887)
- Date
- 1887-08-12
- Page
- Seite 130 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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- Cicero 1× ep/1024888
- Homer 1× ep/1025156
- Tacitus 1× ep/1025676
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— 130 — אמרות טהורות von Menachem Asaria Fano starb, wie hier erwähnt, ושבע ימים pi in Mainz Dienstag 13. Tarn* mus תעד (Juli 1714.) Ein Rabbiner, Israel, wird in R. Jonathan Eibeschütz’ יערת דבש Th. L S. 26 d betrauert. Dieser Rabbi Israel starb am 7. Jjar תק״ד, Mai 1744. Der im zweiten Theil יערת דבש S. 66 betrauerte Rabbi Schimschon Levi wird in unserem Memorbuch nicht erwähnt. Litteraturbericht. Recensionen. Sander’s Daniel, für’s deutscheHaus. Blüthenlese aus der Bibel und den mustergiltigen, griechischen und römischen Schriftstellern, als der Grundlage unserer Volks- und Gelehrten-Bildung. Mit einem Titelbildevon 0. Wiesnieski. Berlin, S. Rosenbaum 1886. Eine neue Anthologie, diesmal aber eine durchaus eigenartige, die ihre Existenzberechtigung vollauf beweist. Es ist eine Blüthenlese aus der Bibel nnd den mustergiltigen griechischen und römischen Schriftsteilem, wobei erstere als die Grundlage der Volks-, die alten Classiker als die Grundlage der höheren Bildung gedacht sind. Gewiss eine treffliche Idee, denn 80 beschränkt sind wir doch nicht, dass wir, wie die Slavophilen des Herrn Katkow, blos eine nationale Bildung und nur auf unserem Boden gewachsenes Bildungsfutter gelten Hessen. Die Bibel ist mit Recht unser volkstümlichstes Buch, und auch die Alten verdienen immer weitere Kreise geistig zu befruchten, denn welche reiche Schätze für die Bildung des Geistes, des Gemüthes und des Geschmackes liegen nicht in ihren Werken aufgespeichert! Man braucht nur in diesem geschmackvoll ausgestatteten Bande zu blättern, um an die edelsten Blüthen des Mensohengeistes erinnert zu werden. Homer, Tyrtäos, Anakreon, Theokrit, Solon, Pindar, die Tragiker und Aritsophanes eröffnen den Reigen der gottbegnadeten Sänger; Virgil, Horaz und Ovid schliessen sich ihnen an und bieten uns ihr Bestes. Auch die Historiker glänzen in ihren gehaltvollsten Bruchstücken. Herodot’s monumentaler Schilderung der Schlacht bei Salamis folgen Fragmente aus Thukydides und Platon, Demosthenes und Luoian, doch auch die Römer haben ihre feinsten Stilisten aufgeboten, und wir lesen das Beste aus Cäsar, Cicero, Sallust, Livius, Tacitus und Sueton. Der bewährte Herausgeber beweist aber seine Belesenheit und seinen Geschmack nicht allein in der feinsinnigen Auswahl, sondern auch durch die Form, in der er sie bietet. Nur die Uebersetzer sind zugelassen, die es verstanden haben, möglichste Treue und Schönheit der Sprache zu vereinigen, so dass uns diese auf fremden Fluren gereiften Erzeugnisse wie einheimische Producte gemahnen. Goethe, Schiller, Droysen, der alte Voss, W. v. Humboldt, Geibel, Platen, Wieland, Schleiermacher, wahrlich, eine stolze Schaar Vermittler der Weltlitteratur! Auch Sanders selbst, wie wir schon aus seinen Gedichten wissen, ist ein formgewandter, geistreicher Uebersetzer; seine gereimte Verdeutschung des Sapphischen Gebets-an die Liebesgöttin z. B. kann sich mit der schönen Grillparzer’s in dessen Tragödie ebenbürdig messen. Altes und neues Testament endlieh sind uns durch Luther, Herder, Mendelssohn u. A. vermittelt, ewige Wahrheiten und göttliche Worte, in deutschem Geiste wiedergeboren. Wir möchten diese an Trost und Erhebung, Wahrheit und Schönheit überreiche Sammlung in jedem deutschen Hause sehen. Wir stellen diese den Gesamm tinhalt des trefflichen, bekanntlich auoh durch ein Schreiben des Cultusministers von Gossler aufs wärmste dem deutschen Hause empfohlenen Buches kurz charakterisirende Besprechung (aus der ״Gegenwart“) unserer Recension voran, weil diese, der Tendenz uns. Litteraturblattes entsprechend, sich ausschliesslich mit dem im ersten Theü e aus der ״ Bibel “ resp. dem A.T.inderSander’schen Uebersetzung Dargebotenen beschäftigen will, um die Aufmerksamkeit unserer Leser auf diese herrlichen Perlen jüdischer Dichtkunst ganz besonders hinzulenken. Wir lernen nämlich in diesem Theile der Blütüenlese Sander nicht blos als einen feinfühlenden Uebersetzer hochpoetischer Stücke des A. T., sondern auch als einen scharf beobachtenden kritischen Exegeten kennen, was wir im Folgenden hier an einigen Proben erweisen wollen. (Schluss folgt; Hamuely, Nathan. Zwischen Licht und Finsternis s. Ein culturhistorisches Bild aus Galizien. Wien 1887. Moritz Maizner’s Verlag. J Unter obigem Titel hat der den Lesern der Wochenschrift durch seine darin veröffentlichten gleichen Erzählungen wohlbekannte Verfasser galizischer Judengeschichten ein grösseres derartiges Charakterbild erscheinen lassen, das den Lesern dieser Gattung Lectüre guten Gewissens empfohlen werden kann. Samuely ist aus der Schule Sachor Masochs und Emil Franzos’, der, wenn er auch die Meister nicht erreicht, doch viele andere dieses Schlages weit überragt. Er kennt die galizischen Judenverhältnisse wie nnr einer, er ist ein feiner Beobachter und eine wirklich schriftstellerisch veranlagte Natur. Darum ist echtes warm pulsirendes Leben in seinen Scliilderungen, nichts Gesuchtes und Gemachtes. Auf, kleine stilistische und ähnliche Mängel will ich hier" nioht speciell eingehen. Für eine etwaige neue Aufläge bleibt hier Manches auszumerzen. Zu hüten hat sich Herr S. vor allzu detailirter Schilderung unschöner Situationen, wie z. B. das unästhetische Prisen des SchadchenS. 61/62. sowie vor unnatürlichen Bildem wie ״der Gram destillirte sich zu Thränen in seinen Sehorganen.“ ״Nasenspeiser etc. Von diesen kleinen leicht zu beseitigenden Mängeln abgesehen, heissen wir auoh dieses jüngste Musenkind Samuely’s herzlich willkommen. Max Weinberg. Notizen. Zur Chronologie. (Entgegnung). Hätte Herr Ja pli et- Aschersleben sich die Mühe genommen, über den Todestag Josts die Zeitungsberichte vom November 1800, auf welche , ich in meiner Berichtigung S. 117 b des Litt.-Bl. ausdrücklich hingewiesen, anzusehen, so hätte er die Richtigkeit meiner Angaben nicht beanstanden können. Hie Allgem. Zeit. d. Judenth. 1860 S. 710 bringt folgende Mittheilung: ״Mägdebürg, 22. November. Soeben kommt uns folgende Trauerkunde aus Frankfurt a. Main vom 20. November zu: Jost ist heute nach kurzem Krankenlager mit Tode abgegangen. Ebendaselbst S. 728 kündigt die Buchhandlung von Oscar Heiner in Leipzig das in ihrem Verlage erschienene Portrait Josts mit folgenden Worten an: Bei der allgemeinen Theilnakme, welche das am 20. November 18(K) erfolgte Dahiuscheiden des Dr. J. M Jost in Frankfurt a. Main erregt hat u. s. w. Sollten diese vollgütigen Zeugen noch nicht genügend beweisen, dass der Todestag Josts entgegen Brüll’s ״Monatsblätter“, Zunz und Stein nicht am 22., sondern am 20. November gewesen, so weise ich noch auf den Umstand hin, dass der von Herrn Japhet als Begräbnisstag angegebene 24. November 1864 auf einen Sabbath fiel und kein nöthigender Grund vorlag, die Leiche* an _ oinem Sab bath zu bestatten. Eine Einsichtnahme in die Grabinschrift dürfte meine Angabe auch jedenfalls bestätigen. Ein Datnm einfach auf Treu und Glauben hinnehmen, genügt nun einmal nicht, wie ich dies des üftorn nachgewiesen habe, es muss vielmehr auf seine Richtigkeit geprüft werden. Her hochverdiente Zunz hat leider in den ״Monatstagen“ sich mehr als einmal geirrt. Cohen-Rees a. Rhein. Verantwortlicher Redacteur Dr. Rahme r, Magdeburg. Druck von D. L. Wolf f, Magdeburg. Verlag von Robert Fries«, Leipzig.