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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1887-06-23 · N° 26. (23.6.1887) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
16 (1887)
Issue
N° 26. (23.6.1887)
Date
1887-06-23
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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—Jüdisches Litteratur Jahrg. XVI. Blatt. Zar Bcleacfctaag aller Jadeatham aad Jndea betreffenden I Itter arischen Er• «chelaaBgen aaf dem Gebiete der Philo• tophle, Geschichte( Ethnographie, Theo• logie, Orieatalia, Exegese» BoaiMetlk, Litargik, ridarnrlk. Herausgegeben ▼on Rabbiner Dr. Moritz Rahmer. 9Ttatj3c2^1*tg3 .23 ,׳uhL 1887, BScher dereiaschlaglgen l.ltteratur,welche der Kedaet.un ragesaadt werden, Anden in diesen! HUtte eingehende Besprechung Bei Einsendung ron xwel Kerension«• Exemplaren erfolgt einmalige kurae Gratis«lnsertlon. Das ״JSdlsche Lltteratur-BUtt« erscheint wöchentlich in einem lialben Bogen Preis bei allen Buchhandlungen in Leipzig bei Robert Friese) pro Jahrgang 8 Harb. Abonnenten der ״Israelitischen Wochenschrift“ (die vierteljährlich bei allen Postanstalten und Buchhandlungen 3 Hark kostet) erhalten das ״Jüdische Litteratur-Blatt“ gratis. — Inserate werden mit 26 Pf. iür die gespaltene Petitzeile, Beilagen mit 15 Hark, berechnet und sind an die Expedition dieses Blattes zu senden MC* Buchhändler, welche direct oder durchRobert Friese in Leipzig Inserate einsenden, erhalton 2”> % Rabatt. I n h a 11 i Wissenschaftliche Aufsätze: Die Anglo-Jewish-Exhiliition. — Harmlose Lagaideana. Von l)r. Krön er, Ifalihiiier in Brandenburg a. d H. — Zum Käthsel Simsons. — Ein Geleitslnief. Beitrag zur (feschiclue der Juden in Westtalen. Li11eratnrbeviclit: Rocensionen: Frankl. Dr. P. E. Beirrüge zur Litteiutur-Gescliichtn der Karäer. — .1 acnbs o 1111. Rinnnonini. Früchte aus dem (!arten jü׳l. Litteratur und (leschichte alter und neuer Zeit. Berichtigung. Inserat. Nachdruck nur mit ■veiler Quellenangabe gestattet. Die Anglo-Jewish-Exhibition. Am 3. April 1. J. wurde hier die Auglo-Jewish- Exhibition eröffnet, eine Ausstellung, die, vom jüd. Standpunkte aus betrachtet, einzig in ihrer Art ist und in Folge dessen auch in diesen Blättern eine nähere Besprechung verdient. Der Hauptzweck ist■, allen denen, die sich für jüd. Alterlhümer interessiren und speziell die Entwickeluugsgeschichte der altern und neuern Geschichte der Juden in England näher kennen lernen wollen, Gelegenheit zu verschaffen, ihre diesbezüglichen Wünsche zu befriedigen. Zur bessern Orientiruug des besuchenden Publikums wurden die ausgestellten Gegenstände in folgende vier Classen eiDgetheilt: I. historische Reliquien undürkunden; II. synagogalarehaeologische Kunstgegenstände; III. jüdische Antiquitäten und IV. jüdische Münzen und Medaillen. Hinsichtlich der ersten Glasse ist zu bemerken, dass die historischen Reliquien und Urkunden zwei verschiedene Perioden repräsentiren, tiämli■ 11 solche, die sich bis zum Jahre 1290 — der Zeit der Vertreibung der Juden aus England — erstrecken, und andere wieder, die vom Jahre H>öi> — der Wiederkehr der Juden nach Eugland bis zur Neuzeit — datirt sind. Diese Abtheilung enthält ausserdem auch einige Reliquien, die noch von der biblischen Zeit herrühren, und von der paläst. Ausgrabungs-Gesellschaft geliehen worden sind. Neunenswerth und büchst interessant sind besonders folgende Gegenstände: Ein Stein, der die Inschrift hat תחם גור, und wie es heisst, soll derselbe die 2000 Ellen lange Grenze von Gezer, einer der levitischen Städte in Palästina, augezeigt haben. Nicht weit davon sind zwei Modelle zu sehen, wovon das eine den bekannten Moabit-Stein repräsentirt•, und das andere jene hebr. Inschrift enthält, die vor einiger Zeit im Teiche von Siloam in Jerusalem entdeckt wurde und noch von der Regierungszeit des Königs Hesekach datiren soll. Ebenso finden sich daselbst mehrere silberne und kupferne Münzen, die folgende! Inschriften tragen: ־ שקל ישראל ־ ירישלים ד,קדשה ־ הגן הכהן הגדול ־ יהונתן המלך•* Die Zahl der historischen Reliquien, die sich j speziell auf das englische Judeuthum bis zum Jahre 1 1290 beziehen, ist äusserst gering. Darunter sind 1 Abbildungen einiger von Juden gebaueten und be- | wohnten steinernen Häuser, was zu jener Zeit zu! den luxuriösen Gegenständen gerechnet wurde; ferner! einige Zeichnungen, worauf manche damals hervor- : ragende jüd. Persönlichkeiten karrik irt sind und als i ״die Sühne des Teufels“ bezeichnet werden. Und endlich ein kupfernes Waschbecken, das folgende hebr. Inschrift trägt: הגדר יוסף כן הק״ר יהיאל זצ״קל המשיב ושואל לקהל כהואל כדי לחזות פני אריאל ככת׳ בדתיקותיאל : וצדקה תציל ממות |. In diese Classe von historischen י Gegenständen gehören noch die Manuscripte:ספר השהם, eine hebr. Grammatik nebst Lexikon, dessen Verfasser der bekannte Moses Ha-Nakdan war, der nach Geiger, im 12. Jahrhundert gelebt haben soll; fernerein hebr. Gedicht von Moses aus Norwich, und endlich zwei Mas. von dem berühmten Abraham Ibn Esra, die er im Jahre 1158 während seines Aufenthalts in England abgelasst hat. Das erste, Iggereth ha-Sabbath betitelt, besingt die Schönheiten des jüd. Ruhetages, und das zweite führt Gen Namen Jesod Moreh, und behandelt ein philosophisches Thema. — Die wichtigsten Urkunden aus der fraglichen Periode der englise.h-jiid. Geschichte sind unstreitig die sogenaunten שטרות, welche theils in lateinischer und theils in hebr. Sprache abgefasst sind. Diese gewähren uns einen Einblick in das Thun und Treiben der Juden, die vor dem Jahr 1290 in England gelebt haben. Wir ersehen daraus, dass schon im ■S., 9., und 10. Jahrhundert der gewöhnlichen Zeitrechnung die Juden in England auf jedem Gebiete menschlicher Tliätigkeit hervorragende Stellungen inmitten der Gesammtbevölkerung eingenommen, nud dass sie Synagogen, Schul.'ii und jüdische Geistliche, oier Chief Rabbi’s, besessen haben, welch letztere von der Regierung offiziell anerkannt waren. Solch *in Chief Rabbi wurde von den damaligen englischen Regenten mit gebührender Achtung behandelt, und nicht selten als ״Dilectus et familiaris noster“ bezeichnet. Viel reicher ist natürlich die Ausstellung von Gegenständen, die au«. ■1er späteren Periode, nämlich von Itiöi» bis auf die Neuzeit, l1erriU1r.su. Darunter finden sich u. A. die samaritauisoheu Manuscripte d*-s Grafen Crawford und die Collection von Straus undSassoon. Die beiden letztem fesseln das Auge des Kunstkenners und üben zugleich eine grosse Anziehungskraft auf alle diejenigen aus, «lie Arbeiten in Gold und Juwelen recht gerne sehen und bewundern. Gerne würden wir hier einen Theil der ausgestellten seltenen Druckwerke, Manuscripte, Gesetzesrollen,Megillotb, Mesusoth,

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