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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1887-04-01 · N° 14. (1.4.1887) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
16 (1887)
Issue
N° 14. (1.4.1887)
Date
1887-04-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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.**14♦ י . . -י■ t י7 ־,* * י.\ k. ■ Jüdisehes Jahrg. XVI. Litteratur-Blatt. Zur helfHrlitüDK »Iler Jadenthum and Jaden hetreffendfn llttcririnrhcR Kr* «cheinnn«f11 auf dem (leblete der Philos •t>hit, HeNrhlchle» Kthnoftraphle! Theolöffle, Oriental!«, Kxeirene« Homiletik, Mloncik, Piducofrik. Qeraasgegebeu von Rabbiner l)r. 310ritz Raluuer. SHagSe-Cnt•^, 1. <Slpr/i£ 181?Y Höcli-r •Irr rlnncl1l*ffU*!n MttrratHr,U'itt‘he der Itednrt »•» xu(te11au<lt זי erden , Anden ln dienern ltlaUe einrehende Besprechung Hel Kinvendun«: von xnrel Uecenslott«• Kxemplaren erfolfft Hnniallce knrxe Oretln-lnNertlofi. 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Sainuolis heu Ciiofni, trium sectionuui etc. — Archiv für Ueschichte der Philosophie in (lenieinschaft mit Hernnaim Diele, Wilhelm Dilthev, Benno Knimann und Eduard Zeller. — Eine litterarische Ungezogenheit._ Nachduck nur mit -voller Quellenangabe gestattet. Oer 110. Psalm. Historisch-kritisch bearbeitet von Arthur S. Weis smann. So kurz dieser Psalm auch ist — er zählt uur 7 Verse — 80 ist er doch seit langer Zeit zu den bedeutendsten des ganzen Psalmbuches gerechnet rorden. Hat ihn doch schon das Neue Testament, dsveine Vorherverkündigung Jesa ausgegeben. *) Solche Auslegungen, die eigentlich eitel Unterlegungen siud, als solche auch längst erkannt, sind mehr ״agadische Spielereien“, die nie ernst gemeint waren, und als ernst genommen zu werden auch nie beansprucht haben. ״Beruht etwa die agadische Auslegung auf Wahrheit?“ — ״Es ist nur Auslegung und findet in dieser seinen Lohn“ — sagte diese Schule von sieb selbst.**) Fürwahr ein sehr naives Gestäudniss! Man wird daher Demjenigen, der sich die positive Kritik zum Gegenstände seiner Forschung macht, kaum zumuthen wollen, einer solch gearteten Ausleguug irgend welche Beachtung zu schenken, sich mit derselben auseinandersetzen, oder bei derselben iufhalten zu sollen. Dahin gehören aber ausser der neutestamentliehen Anwendung des Kapitels auf Jesu, auch die talmudische, und von Raschi acceptirte Deutung desselben auf Abraham. Wir gehen vielmehr zur kritischen Beantwortung der Frage über: War dieser Ps. auf oder von David gedichtet wie die Aufschrift (לדוד) lautet? Ibn Esra, Redak und zuletzt auch Herder, Ewald und Andere halten daran fest. Wir können dem nicht beistimmen. Es hiesse wirklich aller gesunden Kritik Hohn sprechen, wollte man David für den Verfasser halten. Vers 4 spricht zu deutlich von ״ewiger Priesterschaft“ (כהן לעולם), als es von David je, zu welcher Zeit seiner Regierung und unter welchen Umständen auch immer es hätte geraucht werden können. Herders bestechende Um- Schreibung: ״ein königlicher Priester auf ewige Zeiten“ und seine Erklärung: ״dass David, als er die Bundes- *j 8. Matth. 22. 41-46. Marc. 12,26. Lac. 20, 42, 69. u. a. *וכי מדרשות אמנה הם, אלא דרוש והכל שכר ד »Jerusch, ^asir 4,7). lade auf den Lerg Zion holte, wirklich als Priester ■ gekleidet gewesen uud im Tanz!leireligiösen | Procession mittanzte“, wird Niemand bh-nden, oder; gar überzeugen. David war ja uur damals, als er die Lade auf Zion holte, aber nur damals und nicht auf ״ewige Zeiten“, und damals auch nur priesterheh gekleidet, keineswegs aber wirklicher Priester. Und seit wann ist denn Tanzen im Judenthum ein Beweis priesterlicher Herkunft, levitischer Abstammung; darauf kommt es ja an (והזר הקרב יומת). Auch es so aufzufassen, als wollte der Psalmist sagen: ״er werde ewiger Gönner der Priesterschaft sein“, wäre spitzfindig uud unterschiede sich nicht von der agadischen Auslegung, der man längst den Absagebrief gegeben. Wenn mau sich jedoch auf Sam. II. 8,L8 beruft, wo von den ״Söhnen Davids“ gesagt wird, dass sie Priester (כהנים) waren, so ist doch daselbst die Lesart noch keineswegs gesichert. Man ist vielmehr versucht, mit Hitzig סוכנים st. כהנים zu lesen. Aber diese zwei Söhne konnt?n ja, da David achtzehn Frauen hatte, beide Erstgeborene (בכירים) gewesen sein, denen die Priesterschaft nach dem ursprünglichen Mosaismus zustaud; — im Reich Israel waren die Erstgeborenen auch viel später noch die eigentlichen Priester — aber David war doch keineswegsErstgeborener (l.Sam.16,11), als dass er Prie9ter sein und noch gar diese Würde weiter hätte vererben können. Man mag den Ausdruck כהן drehen und wenden, auslegeu und deuteln wie man will, כהן לעולם kann nur die eigentliche Priesterwürde, die vom Vater auf den Sohn übergeht, schon bei der Geburt übergeht, und auch Vorzug der Geburt ist und bleibt bis in Ewigkeit, bedeuten. Uud da nach der mosaischen Constitution, ich meine nach der Vorschrift der heiligen Schrift, die Priesterwürde nicht anders als erblich gedacht werden kann, 80 kann hier unter כהן לעולם nur von der Erbfolge der Kohenpriesterschaft, die, wie Grätz sehr richtig bemerkt, angefochten zu sein scheint und erst der Bestätignng bedurfte, die Rede sein. Aber mit Grätz diesen Ps. auf Josua ben Jozadak mit Bezug auf Zacharia 3,1 gedichtet auzunehmen, geht auch nicht. Der Priester unseres Psalms war, wie nicht zu verkennen, auch politisches Oberhaupt (Vers 2), König oder Fürst und zwar ein kriegerischer, der sich bedeutend hervorgethan, ausgezeichnet und sich mit Siegesruhm bedeckt hat. (VV. 5—7 ). Vou Josua ben Jozadak kann etwas ähnliches kaum behauptet werden. Und behaupten wollen, Josua b. Jozadak habe auch ן nach der Krone Zerubabels getraohtet (Grätz), ist | durch nichts erwiesen, nur Vermuthung und Com- | bination. In anserm Ps. liegt nicht die mindeste 1 Spur davon augedeutet.

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