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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1887-03-17 · N° 12. (17.3.1887) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
16 (1887)
Issue
N° 12. (17.3.1887)
Date
1887-03-17
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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-ל?ג־ Jüdisches Jahr& — Litteratur-Blatt. Ear Balaaebtaag allar J14caU11a■ aa4 Ja4ea katraffaadea Ilttararlachaa Iraahalaaagaa aaf da« Sablata dar PkUa- ■ipblat Saarhfchta, Etkaegraghla, Tkaolode, Orleatalia, bafau! ■(aMitlk, Lltargtk, PIda«ogtt. Heraasgegeben ▼OS Rabbiner Dr. Moritz Rahmer. §)TC.a<j9e6w׳t<j., 17. StCäta> 1887. Slahar dar alaachlXgtgaa l>lttaratar,«aleha dar Badaet »« aagaaaadt «ardaa, fladta la dlaaaat Blatt« alagahaade Baapraahaag Bai Eiaaandang ran awal Baeaaaloaa- Bxanplaran erfolgt «laiaallga karia flratU-laaertlaa. Dm *Jldlsch• Littermtir-Blatt" erscheint wöchentlich in einem halben Bogen Preis bei allen Buchhandlungen (in Leipzig bei Robert Friese) pro Jahrgang 8 Mark. Abonnenten der ״Israelitischen Wochenschrift“ (die vierteljährlich bei allen Postanstalten and Buchhandlungen 8 Mark kostet) erhalten das ״Jüdische Litteratur-Blatt“ gratis. — Ingerate werden mH 85 Pf. für die gespaltene Petitzeile, Beilagen mit U Mark, berechnet und sind an die Expedition dieses Blattes zu senden MC* Buchhändler, welche direct oder durchRobert Friese in Leipzig Inserate einsenden, erhalten 25 ן( Rabatt. lnha 11: Wissenschaftlicher Aufsatz: Zur Erd- und F.'uerbestattungsfrage. (Schluss der Erwiderung.) Litteratu rberieht: Recension: Buber,Salomon: Schibole alekethaschnlem des Zidkia ben Abraham. — Sifre deagadata zu Megillat Ester. Nachduck nur mit veiler Quellenangabe gestattet. Zur Erd- und Feuerbestattungsfrage. (Schluss der Erwiderung.) Ich habe Herrn Rabbiner Dr. Kohn nie gesehen, seine Predigten nie gehört, noch gelesen, and doch weiss ich, er muss ein wunderbarer Prediger sein, and wäre ich nicht ein 76 jähriger Greis, in meinen Aemtern und als Familienhaupt sehr beschäftigt und fast überlastet, so würde ich mir Zeit nehmen, die Predigten des Dr. K. zu lesen, denn ich bin überzeugt, dass ich Ungewöhnliches, Üeberraschendes würde zu lesen bekommen. Man erzählt, dass ein Redner auf der Ranzel statt eines ihm zugesagten Textes ein leeres Blatt vorfand, er drehte es um und um, und begann: ״hiernichts und dort nichts, ans nichts hat Gott die Welt geschaffen" — 80 hatte sich der Kanzelredner selber seinen Text gesobaffen. K. ist ein noch grösserer Redekünstler, er improvisirt nicht bloss, er häuft Spalte aef Spalte, Nummer auf Nummer über zwei anz wie zufällig hingeworfene Aeusserangen, die mit na Wesen and dem Schwerpunkt meines Gutachtens, ״dass Feuerbestattung in Bibel und Talmud nicht verboten ist" nicht im Geringsten, und am wenig• sten in einem nothwendigen Zusammenhänge stehen. An den Haaren zieht er seine eigene Exolamation überl) תהית המתים מן התירה herbei, entrüstet sich *) Ich habe es zu wiederholten Malen hervorgehoben, dass die Leichenbestattung zu den religiösen Pflichten gehört,■שאלו לא נכתבו ראיין הן להצטוות and bevor von dem Justificirten and קבר תקברנו die Rede ist, blieben die Leichen schon seit Adams Zeiten nicht unbestattet, sei es, dass sie humirt, cremirt, oder balsamirt wurden. Dr. K entrüstet sioh aber an einer Stelle wieder, als ob es nach meiner Erörterung gleichgültig sei, ob die Leiche eines Menschen überhaupt gar nicht bestattet werde. — Aber dies wollte ich hier, weil sonst nirgends darauf hingewiesen wird, so nebenbei bemerken, dass es nach Thossafoth u. Ascheri der Gemara in der That mit dem מן התורה מניק bisweilen nicht rechter Ernst ist. B. Bathra 147 a Stichwort מניין,,» שהוא מן התורה bemerken; sie, dies istnicht im eigentl. Sinne zu verstehen, sie haben es blos dafür ausgegeben, als wäre es ein pentateachisches Gebot; ebenso B. Kama KJ9b: Es ist befremdlich, die Gern, bedient sich der Bezeichnung מניין and doch leitet sie die Vorschrift nicht aus der Schrift ab. Und R. Ascher zu B. Mez. 114a, dass ein Antor sich bisweilen der Formel מניץ bedient, ohe dass er selber mit der Beweisführung übsreinstimmt. (Vgl. die doch wohl nur als Spielereien zu betrachtenden Fragen und Antworten משה מן התורה מנק, המז מן התורה מנק chui. 139 und dgi. m.> danD, sprechend: ״Hören wir da nioht wieder Ausdrücke, wie agadixche Discussiou, ״ aoademische, nioht ernst gemeinte Untersuchung!“ — Wird hier nicht das Lesepublikum getäuscht, würde es nicht glauben, ich hätte mich in meinem Gutachten über das Thema von תהית המתים in diesem Sinne geäussert. Und doch kann ich mit der Schrif t (Jerem. 7.) ausrufen: ״ ich habe es nicht gesprochen, nicht angedeutet und ist mir nicht in den Sinn gekommen." Aber er, der Verhimmler (?) des Thalmud, der ihn im Gegensatz zu mir für einen anfehl baren Codex ausgiebt, lässt bisweilen nicht nur mich ’), sondern auch den Talmud und seine Commentatoren etwas ganz anderes und oft das Entgegengjsetzte von dem sagen, was sie wirklioh sagen. Sie tragen besoheideatlioh von Namenlosen die Frage vor, ob die Beerdigung gesohehe משום בזיונא, dass man die Leiche nicht in ihrem Aaseiaanderbersten and in Verwesung übergehen sehe, oder משום כפרה, dass der Todte durch das Versenken in die Graft Sühne erlange. (Freilich haben namhafte Rabbinen im Talmud die Sühne von ganz andern Mitteln abhängig gemacht.) Wäre, fährt die Gemara fort, כפרה dss Motiv, so fände gegen den Wunsch des Testators keine Beerdigung statt. Dr. K. ignorirt, oorrigirt, schulmeistert hier dreifaoh die Gemara — diese lässt die Frage unentschieden — er weiss es besser als die Gemara, er ruft ja No. 52 S. 202 Spalte l triumphirend aus קבורה משום כפרה• Die Gemara hält dafür, dass wenn כפרה das Motiv wäre, der Testator seinem Wunsohe gemäss nicht beerdigt würde. (Wir freilich würden dies in keinem Falle zugeben, weil es in der That ein בויח wäre, Herr Dr. K. nimmt das Motiv כפרה, entscheidet aber doch gegen die Gemara.) Endlich ist klarer als das Sonnenlicht der Sinn im Talmud und den Commentatoren, dass durch die Grabbestattung die Sühne de s Menschen, des Verstorbenen erzielt werde j aber nein, unser allerneuester Talmud-Oommentator hat über Nacht wieder eine nagelneue Entdeckung gemaoht, unter קבורה משום כפרה sei zu verstehen: י) Entrü3tet und schöngeistig zugleich ruft Hr. Dr. Kohn aus: ״Wir können also unser Lebelang alle, auch die schwersten Sünden begangen haben, — und wenn wir dann nur so ״liebenswürdig“ sind, die Augen zu schliessen, dann ist Alles vergessen und vergeben! denn giebt es keine Verantwortlichkeit, keine Vergeltung“ und dergl. mehr declamirt und exclamirter; muss da der Leser nicht glauben, ich hätte mich irgendwie in dieser Weise oder auch nur in ähnliehem Sinne geäussert und doch hatte mein Citat neben der מיתה noch יסירים nnd Versöhnungstag und ganz besonders תשוכה> die damit verbunde□ sein müsse, ln der That ruft auch unser die Geschäfts- Ordnung sehr milde und nachsichtsvoll ausübender geschätzter Herr Redacteur aus: D)as hat doch aber Dr. W. nirgend* behauptet!“

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