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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1887-03-10 · N° 11. (10.3.1887) · p. Seite 44

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
16 (1887)
Issue
N° 11. (10.3.1887)
Date
1887-03-10
Page
Seite 44 (sequence 4)
Language
German
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44 Meier (רשב״ם), Enkel Raschi’s, darüber sagt, wohl das Richtigste. Derselbe leitet nämlich in seinem Commentar zu II. M. 3,1-1, der Bedeutung des Tetragraminaton v״n dem Zeitworte “'!T ab, was!gleich dem Zeitworte יה*ה)eine seltene Vocaüsation hat; es müsste entweder יה*ה. wie לה!?', oder יהיה wie יהגה lauten. Er erörtert seine Ansicht aus edler Scheu vor dem Aussprechen des göttlichen Hauptnamens mittelst Buchstabenvertauschung durch das "א ת ני -Alphabeth, und meint. (הוא קורא עצמו אהיה. ואנו קירים איתר יהיה (יהיה.;Er, der Ewige, nennt sich hier: Ich, der Ewigseiende“ und wir nennen lliu: Er, der Ewigseiende“). — Dass aber das zweite Jod im Verbum!TT beim göttlichen Namen in Waw (יהיה) umgewandelt wurde, geschah desshalb, um damit die AÜgegenwnrt (!וי״ו ההוד) anzudeuten; so, dass in demselben alle 3 Zeiten-Be- Ziehungen begriffen sind, wie dies auch der religiöse Dichter in ur.serm Morgengebete 80 ן* אד“ צולם schön ausdrückt: והוא היה, והיא הוה. והיא יהיה בתפארה. Dieser göttliche Kigeunamen lautet darum nicht Jahwe (!TT), wie christliche Bibelforscher meinen; auch nicht Jehwe (TT), und noch weniger Jehowa (,יהוד), wie man bisher aus erwähnter Scheu durch ז Entlehnung der Vocaüsation von אתי glaubte, denn diese Vocaüsation ändert sich, sobald der Beinamen daneben steht, in ,T,T ( אלדדם). Am allerwenigsten lautet der göttliche Hauptnamen ,T,T mit dem weibliehen Endvocal ("), wie solches die Kabbalisten an* nehmen (T2 T להתחבר שם); sondern derselbe lautet entsprechend dem ,היה* ■ — Jibje; nur ist statt des zweiten j cm w zu setzen. Recensionen. קירות הפליםיפיא החדשה, Geschichte der neuern Philosophie, bearbeitet und dargestellt von Fahims Mieses;Leipzig Moritz Schäfer). Kant, Jacobi, Reinhold. Fries, Schulze, Fichte, Schelüng in-der Sprache Jesajah’s: ist das nicht ein Phänomen•׳ Und in der Tliat ist dieses Werk des hochverdienten, durch die zahlreichen, ins Gewand der heiligen Sprache gekleideten Kinder seiner Feder mit Recht, berühmten Schriftstellers geeignet, die freudigste Ueberraschung •les Philosophen ebenso, wie des Freundes der hebräischen Sprache zu erregen. NIit spielender, ich möchte sagen: genialer Leichtigkeit und Einfachheit sind die scheinbar unüberwindliehen Hindernisse, d<11 Kantischen transcendentalen Kriticismus und die *da raus hervorgegangenen Systeme des subjectiven und ohjeciiveu Idealismus Fichte’s und Schelliugs in der hebräischen Sprache darzu-tellen, in einerWeise überwunden, da*« man den Kampf mit *1 Mieses Gedicht ist trüber, als das andere Glaubensgedieht (יגדל) abgcta.-.st worden, welches die 1.') Glaubensartikel des Mainionides poetisiit: wnluend .jenes sich nur aut' die ein- *ige Grundlclire de« .Judemlnmis שמל ישראל ,הי אלהעו, ]־*,־ א“" («der Ewige ist unser Gott, der Ewige ist einzig!•1) bezieht, worüber der Talmud 11׳. Tr. Kidduscliin -t"a> HT2V2 כל הביפר ו, "׳וו, אלילים, במודה בבל־ התירה בולה«•!! Götzendienst ahienguet, ist als Bekenner dei ganzen göttlichen l.elire zu betrachten“ za vergleichen ist. — fliese Ghiubeiisdic'htung besteht darinn unter BezugnuhiuenuljeiieGrundlehre (אהל ,אחל ,אלה״נו) t,ns :Strophen, v,,n denen ,jede I Veise hat 11. יד,יא 2 אדון היא אל' •׳'• אח"*). Ju unsern Gebetbüchern leiden jodocli hei der inittlein stiophe die '2 letzten Verse, — wahrscheinlich weil man sie ihres rcligi,,nsphilnM,phiM׳he11 Inhalts wegen für den schlichten Beter nicht geeignet hielt —; im portugiesischen Ritus sind sie erhalten, sie lauten; בלי צרך, בלי דמיק, בלי ש*:י־ •תמירה: _בלי חיביר. בלי פיהזי, גדול ב ח •גבורה׳_ Verantwortlicher Redacteur Dr. Rah mer, Magdeburg. Druck vo der Sprache gar nicht merkt, und dabei ist die Dar- Stellung der Systeme von einer Klarheit und Durchsichtigkeit, die den Leser vollständig in die Erkenntniss derselben einfuhrt. Mancher Leser dieser Zeilen wird glauben, ich übertreibe. Er nehme das Buch zur Hand — der Preis ist ja sehr niedrig — und er wird mir freudig beistimmeu. Soll ich durch einige Beispiele mein Urtheil begründen? Nun wie wird wohl: ״Kritik der praktischen Vernunft“ zu übersetzen sein? Es erscheint wie das Ei des Kolumbus, wenn Mieses übersetzt: ד,בקרת של התבונה המצשית. lind wie: ״Die Kritik der ästhetischen Urtheilskraft“? Nun :הבהרת של כח השופט בצנץ היופי• — Diese treffende Einfachheit ist nur dem möglich, der das Material mit derselben Klarheit durchdringt, mit der er die Sprache handhabt. Die vorliegende Arbeit ist keine blosse Uebersetzung etwa vorhandener Werke, sondern die Frucht selbstständiger philosophischer Forschung. Ich glaube, dass diese ״Geschichte der neuern Philosopbie“ werth wäre, ins — — Deutsche übersetzt zu werden: sie würde eiu echt populäres Buch und den philosophischen Laien deutscher Zunge recht willkommen sein. Man wird dies nicht paradox Anden, wenn ' 1 man bedenkt, dass der Verfasser nothwendig das 1 י jüdische Publikum Polens und Russlands in erster Reihe bei Abfassung seines Werkes im Auge haben musste, wo die hebräische Sprache als die Litteratur- Sprache herrscht. Bei diesem Publikum durfte er gar nichts für seinen Gegenstand voraussetzen, als eine klare, durch das Talmud-Studium gereifte, j 1 ratünirte Logik. Welcher deutsche Schriftsteller besitzt aber die Kunst der Popularität, beim deutschen Pubükum gar nichts von seinem Gegenstände vorauszusetzen? Und doch giebt es in Deutschland Leser- Kreise, die für Philosophie entschieden viel weniger mitbringen, als die lesende litterarische Welt der Juden in Polen und Russland. Für diese Kreise wäre ohne! V Zweitel eine Uebersetzung des Werkes ius Deutsch^; \ werthvoll und nützlich. Von ganz entschiedenem, wissenschaftlichem, wie praktisch jüdischem Werthe wäre der Abschnitt: ״Salomon Maimon“, der Schüler Kauts, als deutsche Monographie. Aber einen ganz besondern Genuss bietet das vorliegende hebräische Werk. Die auf dem Kantischen Kriticismus auferbante moderne Philosophie ist eben etwas ganz anderes, als die alte uud mittelalterliche Philosophie; durch das erkenntnisstheoretisoke Ploblem hat die Metaphysik der neuern Zeit fast nur den Namen mit der des Dogmatismus gemein, und der ganze Schatz unserer mittelalterliehen philosophischen Litteratur von Saadia bis Maimoniiles u. s. w. muss wohl dem Bearbeiter der neuern Philosophie in hebräischer Sprache vollständig bekannt sein, um die gegebenen und bekanuten termini technici, wo sie am Platze sind, anzuwenden; aber auf Schritt und Tritt muss er in der Sprache ftir das neue Material schöpferisch thätig sein. Wer dis nabegrenzte Kraft der philosophischen Bilduugsfäkigkoit unserer alten heiligen Sprache selbst für die Abstraktioueu des modernen Geistes kennen lernen will, der nehme zur Hand-die ״Geschichte der neuen Philosophie von Fabius Mieses“. — Litterarische Notiz. Au trage 11: t. Was bedeuten iu שי״ת מהרי״ק Nr. 9ti ungetilhr am Schluss die < •rtsuamen: בקאיילייר מזיר und ׳־בשוולייאו 2. Wo atehen die Worte _*.יצ״ JH חיים *TT הראה לי הגה בספר הנזיר", die nach Dl-, Brüll’« Jahrbuch I. s. 99 z 5 v u. in Jos. Kolon 1esp. 77 stehen sollen, hier aber nicht zu liuden sind? Cohen-Rees. D. L. W 011 f, Magdeburg. Verlag von Robert Friese, Leipzig

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