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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1887-03-10 · N° 11. (10.3.1887) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
16 (1887)
Issue
N° 11. (10.3.1887)
Date
1887-03-10
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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itt Jüdisches Litteratur-Blatt. Zar IteleachtuBir aiitr Jadeathaw and J«d*a betreffend** litterari»rhen Kr• »ebeinaacea aaf de■ Gebiete der Fhllo* >pbie, (tetirhicVte, Ethnographie, Theologie, Orientalin, Exegese, llowMetlk, IJtarfrik, t*£«l»goglk. Herausgegebe» von Rabbiner l)r. Moritz R»hmt‘r. 10. SJICäts 1887. Bio.'i •f ♦Irr rinxdiliKl^n l<Utera|11r,tre{f he der Hedari xngeNandt wet'den. Anden in diesen« Illatte einireliende Besprechung Hei Kiasendnn« ▼on sw ei UeceiiHlons• Kxeniplaren erfolut rinttialltfc kur*« Mratin-lnHerltoii. Das ״JBdlsche Litteratur-Blatt“ erscheint wöchentlich in einem Imiben Bogen Preis bei allen Buchhandlungen (in Leipzig bei Robert Friese) pro Jahrgang 8 Hark. Abonnenten der ״Israelitischen Wochenschrift“ (die vierteljährlich bei allen Postanstalten und Buchhandlungen a Hark kostet) erhalten das ״.Jüdische Litteratur-Blatt־‘ gratis. — Inserat« werden mit £5Pf. für die gespaltene Petitzeile, Beilagen mit 16 Hark, berechnet und sind an die Expedition dieses Blattes zu senden MC* Buchhändler, welche direct oder durch Robert Friese in Leipzig Inserate einseuden, erlialteu 25־ % Rabatt. Inhalt: Wissen sch aftlicheAutsätze: Einer, der nicht Liturgiker sein will. Antwort an Herrn Prot, de Lagarde von I)r. Bernhard Ziemlich, Rabbiner in!Nürnberg. (Schluss) — Zur Chronologie. Von L. Cohen, Lehrer in Rees am Rhein. — Ueber die Schreibart und Aussprache des göttliehen Eigennamens. Von I)r. B. Hochstadt er, em. Rabbiner in Frankfurt a M. Litte rat u1־bericht:Recension:קורות הפלסופיא החדשה, (ieschichte der neueren Philosophie. Litterarische Notizen. Einer, der nicht Liturgiker sein will. Antwort an Herrn Prof, tle Lagarde von Dr. Bernhard Ziemlich. Rabbine.1 in Nürnberg. (Schluss.) Nachdem ich so in meiner Recensinii nachgewiosoit hübe, dass Techen die alleniöthigsten Kenntnisse /.tu׳ •Beschreibung eines Machsor fehlen, dass er nicht immer den Anfang vom Ende der liturgischen Stücke, geschweige denn allbekannte Pijutim von weniger bekannten, aus dem Ritus verschwundenen zu unterscheiden weiss. da war es nur natürlich, meiner Verwunderung Ausdruck zu gehen, dass Herr Techen sich berufen fühlt ״Zunz Vorhaltungen darüber zu machen, wie er seine‘ Literaturgeschieht(■ hätte eimichten sollen und Rathscldäge zu ertheilen, in welcher Weise fortan die jüdische Liturgie kritisch zu behandeln sei.“ Was timt mm Herr Prof, de Lagarde? Er stellt S. 154 die Sache so dar, als hätte ich mich über die Forderung eines alphabetischen VerzeichnissesderLicderanfänge und desNach weises, wo jedesLied etwa gedruckt sei ,.sehr e drüstet“. Hier ist aber wiederum die ..in absichtlicher Verdrehung des Thatbestandes aus Hass gemachte Unterstellung■• auf Seiten des Herrn Professors. Man braucht wahrlich nicht erst ein ,,nichtjüdischer Philologe“ zu sein, um hei Zunz einen Index der ( lelietsanhingcundeineausreichendet^uellenangaliezu vermissen. Gerade die eifrigstenVerehrerZunzens.dieaufdeni von dem Meister gebahnten Wege weiter arbeiten, fühlen diesen Mangel am empfindlichsten und haben auf die Entdeckung Paul de Lagarde's und Tcchens nicht gewartet. Aber man mag diesen Mangel so hoch anschlagen als man will, so kann doch einem Techen, der sich erwiesenernmssen noch die Eie in e 11t a rke mitnisse auf diesem Gebiete aiizueigneii hat, nimmermehr gestattet sein, sich zum Richter über Zunz' Leistungen aufzuwerfen und dessen Literaturgeschichte* mit der (,'ensur ,.1m wesentlichen verfehlt“ zu belegen. Also lediglich die unberechtigte Ijeherhelnmg Techens sollte durch mein(‘ oben angeführten Worte ins rechte Lieht gesetzt werden, und wenn mir de Lagarde etwas Anderes unterzuschieben sucht., so wird auch hiedurch die von ihm beliebte Kampfmethode gekennzeichnet. Vobrigeiis kann ich mich in meiner Zurückweisung des Techen’schen Auftretens gegen Zunz auf einen ״nichtjüdischen Philologen“ berufen, den auch de Lagarde anerkennen wird, und das ist Herr Prof. Siegfried. Obgleich Prof. Siegfried in seinem theologischen Jahresberichte für 1885 Techens Arbeit als ״Erstlingsschrift“ zu entschuldigen sucht und ihr nicht ״jeden YVerth“ abgesprochen wissen möchte, so kann er doch nicht umhin zu schreiben: ״Wir fühlen uns gedrungen, zu erklären, dass wir derartige Vrtheilc über Zunz, aut' dessen Schultermdie ganze gegenwärtige jüdische Literaturgeschichte steht, durchaus missbilligen müssen.“ Zum Schlüsse meiner Recension habe ich folgende i Proben Teclien’scher Kritik gegeben:s) ״Bekanntlich | haben die Ritus Polen und Aschkenus am ״(«rossen Sabbat“ verschiedene Keroboth: R. P. אלהים בצעדך und R. A. אוני פוטרי רדמתים. Das אז רוב נסים dieser letzteren Keroha ist jedoch auch im R. P. üblich und wird innerhalb der Kcr. אלהים בצעדך recitirt, ebenso wie es in die Hagada der Pessachaliende Eingang gefunden .... Da nun der Verf. über das Wesen, die Gestaltung und die Eigenthümlichkeiten des svgnag. Ritus, sowie über die Bewegungen, die auf dem Gebiete desselben stattgefunden, nicht im geringsten orientirt ist ... . ist er sofort bereit, das אז רוב נסים im Machsor A als ״fälschlich oingerüekt,, (S. 18), als ״verkehrter \\ eise eiitgeschobeii“ (S. 41) zu erklären. Ebenso erscheint ihm '1 Hier sei noch eine weitere charakteristische Probe angeführt. In Kalirs Keroha אימתי בחיל vermisst. Herr Techen 0S. 13) in (.'ocl. B den P. VI אז ה־תד. חלת סכך, Dieser Auslall lässt sich einfach erklären. Im Ritus Aschkenas, dem B angehört, wurde nämlich die genannte Keroha um diesen Pijut gekürzt, während in einem Theile der Machsorim des polnischen Ritus ,אז היתד beibehalten, hingegen ein früheres Stück dieser Keroha עד לא.מצוקי \veggela״seu wird. (vgl. Tycnaiis Minhagim מנד,ג של 0כות)• Herr Techen darf davon natürlich nichts wissen, weil er eben nach der Versicherung des Herrn Prof, do Lagarde .nicht Liturgiker sein will•*. \Vas geht ihn die jüdische Liturgie au? Herr ,rechen ist ״geschulter Philolöge und als solcher woiss er nach dem Zeugnisse seines Prolessors ״solche Untersuchungen am richtigen Ende anzufassen“. Er spricht nämlich das אז היתה dein Katir kurzer Hand ah. Zwar sage Zunz Lg öS, die Keroha zählt 7 Nummern und auch Heidenheim hat einen Pijut VI (״ ,(אז ללחהderselbe ist jedoch mit ובבן eingeleitet - ein sicheres Zeichen des Zusatzes — ״so dass es meiner Meinung nach unentschieden bleiben muss, ob P. VI dieser Ker. nie existiert hat oder verloren ist.“ 80 ist lvalir unversehens um einen Pijut gekommen uud darf Herrn Techen noch dankbar sein, dass er ihm nicht auf derselben .Seite auch die •Stücke ה׳ קנני und אתו מצית streitig macht, obgleich auch diese mit dein ominösen ובבן introduoirt werden. Ich erlaube mir, Herrn Techen noch aut das ״בכן. \ aufmerksam zu machen, mit wolchem jeder Silluk bogiunt. Da! Hessen sich vielleicht noch manche ähnliche kritische Kunst-! stücke wie mit dem ובבל auf 8 13 audühren.

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