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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1887-01-13 · N° 3. (13.1.1887) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
16 (1887)
Issue
N° 3. (13.1.1887)
Date
1887-01-13
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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M 8. Jüdisehes Jahrg. XYL Litteratur-Blatt. Zar BalMicbtaag illtr Jadeaiham aid Jad«a batrefTeadam )ltteraiisebaa IrtakalaaBgea •af dan K «biete dar Phil•• •iphle, Oaaehichta, EthiografhU, ThaalafU» OrieiUlU, Kxagaa«, HaaMatlh, Lltarglk, Pädagogik. Heraasgegeben yon Rabbiner Dr. Moritz Rahnier. SJVLacyäe'bwiy, 13. eJcmuat1887 ׳, Vfleher dar claaahligigaa Lllteratar,weleka dar Kedteto״!■genandt werde*, lad an ln diesem Blatte eingehend« Besprechung Bel Eilsendung?on 1w«i Kecenelon*• Exemplaren erfolgt einmalige km« tiratl«*ln«erLion. Das ״Jüdische Lltteratvr-Blatt“ erscheint wöchentlich in einem halben Bogen Preis bei allen Buohh&ndlungen (in Leipzig bei Robert Friese) pro Jahrgang 8 Mark. Abonnenten der ״Israelitischen Wochenschrift“ (die vierteljährlich bei allen Postanstalten und Buchhandlungen 8 Mark kostet) erhalten das ״Jüdische Litteratur-Blatt“ gratis. — Inserate werden mit U Pf. für die gespaltene Petitzeile, Beilagen mit U Merk, berechnet und sind an die Expedition dieses Blattes zu senden. •MT Buchhändler, welche direct oder durchRobert Friese in Leipzig Inserate einsenden, erhalten 25 j( Rabatt. , Inhalt: Wissenschaftliche Aufsätze:!Jeher Erd- und Feuerbestattung in Bibel und Talmud. Yon Rabbiner Dr. Wiener in Oppeln. — Die Erd- und Feuerbestattung. Von Rabbiner Dr. Köln in Inowrazlaw. V. Litt eratnrbei i clit: Rec.ension: Rubin, D. שירי היכל Tempel-Gesänge für Chor- und Solostimmen mit Orgelbegleitung. L itterarische Notizen. Berichtigung. Nachduck nur mit -voller Quellerangabe gestattet. Ueber Erd-und Feuerbestattung in Bibel u.Talmud. Von Rabbiner Dr. Wiener in Oppeln. Roma locuta est. Herr Rabbiner Dr. Rohn hat sich nun ausgesprochen. *) Ich schwankte einige Zeit, ob• ich auf seine Artikel in diesen Blättern etwas erwidern soll; denn wie sollte ich darauf rechnen können, dass die Leser dieses gesch. Blattes meinen Auseinandersetzungen auch nur mit einiger Aufmerksamkeit folgen werden, wenn Hr. Dr. K. selber, wie ich im Laufe meiner Erwiderung m ehrmals beweisen werde, meinen Worten kaum eine geringe Aufmerksamkeit geschenkt, mich vieles nicht sagen lässt, was ich gesagt, verschweigt, was ich ja und aus drücklich gesagt, anderes, was ich gesagt, gar nicht gelesen oder vollständig vergessen zu haben scheint. JMit grossem Pomp kündigte er an, dass er die Debatte — ich fand darin keine einst gemeinte Erörterung, sondern eine Art akademischer Unterhaltung — über Leichenbestattung Synh. 46 von einem ganz neuen Gesichtspunkte, der mir ganz und gar nnbekannt geblieben oder von mir ganz unberücksichtigt gelassen wäre, erklären werde: es wäre nämlich den Israeliten unter den Parsen die Beerdigung verboten gewesen. Nun hat Herr Dr. K., der ja in No. 34 der ״jüdischen Presse* 1885 dem Herrn Rabb. Dr. Hildesheimer vollständig beistimmt und mein Gutachten in der ״Flamme* dagegen bemängelte, ausdrüoklioh darin lesen müssen, dass das, was er als eine nagelneue Entdeckung ankündigte, von mir ausdrücklich besprochen wird. Der geehrte Herr Redaoteur der Wochenschrift, der No. 19 der ״Flamme“ von mir erhalten hat, wird cs mir bezeugen, dass ich daselbst folgendes sohrieb: ״Viele Commentatoren (christliche wie einige jüdische) glauben, dass mit dem Tode Sauls die Feuerbestattung und namentlich bei fürstlichen Personen üblich ge- *) O, m>cb lange nicht, — es liegt uns noeb ein V. Artikel im Manuskript vor, und andere sind bereits angekündigt. (Red.) worden und erst unter den Parsen, die diese verpönen*), bei den Israeliten abrogiert worden sei.“ Hierzu bemerkte ich wörtlich: Aber die Parsen perhorrescieren ja auch die Beerdigung.“ Dann sohrieb ich S. 156 der ״Flamme:“ Die Parsen, weil nach ihrem Religionssystem die Erde und ganz besonders das Feuer, das sie verehren, durch Leichen verunreinigt ן werden, lassen die Leichname weder beerdigen noch verbrennen, sondern von den Thieren (Vögeln) verzehren. S. Rhode: ״ Die heilige Sage u. s. w. “, der Quellen nachweist, dass das eigentliche Begraben der Toten allen ßekennern der Ormudzlehre ein Greuel, dass der Gebrauch, die Todten, von fressenden Vögeln zerfleischen zu lassen, allen Persern gemeinsam war. ״״Jetzt wissen wir auch, so fuhr ich fort, welch* bel sonderes Interesse die oben referierte Debatte mit dem j Rabbi für den persischen König Sohabor hatte.““ I Dann schrieb ich noch S. 156 der ״Flamme“ Anmeri kung 2., dass die Perser, nachdem die Fleischtheile von den Vögeln verzehrt waren, die Gebeine, die nach ihrem Religionssystem nicht mehr verunreinigen, der Erde übergeben. Und dooh schulmeistert mich Herr Dr. K., dass mir die inbezug auf unsere Frage obwaltenden Geschichtsverhältnisse unbekannt geblieben wären! Ich kenne nioht das Lebensalter meines Antagonisten, vielleicht war er noch gar nicht geboren, als ich mich mit dem Religionssystem der Parsen beschäftigte. Ich arbeitete nämlich im Jahre 1837 als Student an der damals von der Berliner Universität gestellten Preisfrage: Eihibeatur oommentatio critica exegetica, historica de Satana, cujus iu libris mentio fit, da bab ich wohl die Zeudlehre studirea müssen! Der Hauptangrifl‘ des Herrn Rabb. Dr. K, der sich immer und immer bei ihm wiederholt, läuft in die Spitze aus, dass ich jene Relation im Talmud zwischen König Schabor**) und R. Chama nur als eine Art Unterhaltung und nicht als einen ernst gemeinten Disput betrachte. Ich gjaube dabei in meinem vollkommenen Rechte zu sein — denn erstens hat sioh der Perserkönig gerade an einen unwissenden Rabbi gewendet, der ihm ja, wie aus der allegierten Stelle zu ersehen, *) Iah wollte meinen Augen nicht trauen, als ich in der Geschichte des Herrn Piot. Dr. Grätz Bd. 4. S. 425 las: dass es Gewohnhe't der Perser wp.r die Leichen zu verbrennen, als wenn sie durch das ihnen heilige Feuer geläutert würden. Ich weise nicht, ob der Herr Verfasser in einer späteren Ausgabe diesen schweren Irrthum berichtigt Hat. (Ist in d. 2. Auti S. :1(10 corrig. R.) **) Herr Rabbiner Dr. Hildesheimer behauptete No. •12 der ״Presse“ 1886, der fragliche Perserkönig wäre Bchabor 1.; nach Rappoports Calcul (Erech inillin 8. 183) ebenso nach Grätz kann es durchaus nur Schabor (Sapores) H gewesen sein, der bis 380 regierte, wie ja auch der mit ihm verkehrende 351—330 רבא Resch Methihtna war.

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