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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1886-12-09 · N° 50. (9.12.1886) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
15 (1886)
Issue
N° 50. (9.12.1886)
Date
1886-12-09
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Jüdisches -Jah--g• *- Litteratur-Blatt. Zar Beleaehtaag aller Jadeathaai and Jadea betreffende■ lltterarischea Errehelaaagen aaf den (lebtet« der Philo• iphle, Geschichte, Kthaographle, Theolofrie. Orfeatalla, Exegese, Honlletlk, liltarfik, Pidagogik. Herausgegeben von Rabbiner Dr. Moritz Rahmer. ®flLaydz&uzy, 0. 3)ecem־Ge«. 1886. Bieber der elascbliglgen l.itteratar,welche der Uedaetfon ■■gesandt werde■, finde■ ta diesen Blatte eingehende Besprechaag. Bel Elasendang ▼on ■wel Recennloa*• Exemplaren erfolgt einmalige käme Gratls-lnsertlon. Das »Jfldlsche Lttterfttnr-Hlatt“ erscheint• wöchentlich in einem halben Bogen Preis bei allen Buchhandlungen (in Leipzig bei Robert Friese) pro Jahrgang 8 Mark. Abonnenten der ״Israelitischen Wochenschrift“ (die vierteljährlich bei allen Postanstalten und Buchhandlungen 8 Hark kostet) erhalten das ״Jüdische Litteratur-Blatt“ gratis. — Inserate werden mit 85 Pf. iür die gespaltene Petitzeile, Beilagen mit 16 Hark, berechnet und sind au die Expedition dieses Blattes zu senden. MT־ Buchhftndler, «׳eiche direct oder durch Robert Friese iu Leipzig Inserate einsendeu, erhalten '25 Rabatt. I 1» 11 11 1 t: W issen 8chal'tliche Aufsatz e: Aufruf betreffend ״Geschichte des Erziehungs- und Unterrichtswesens der deutschen Juden“. — Zur Eschatologie in Talmud und Midraschim. Von I)r. J. Caro, Rabbiner in Pilsen. Litteraturbericht:Re c.ension: Maier Schlesinger, Salomon Spitzer, Nauka religii mojzeszowhj w szkole ludowöj czese Iulozyliinapisali. — Allgemeine Ethik von Dr. H. Steinthal, ausserordentlicher Professor für allgemeine Sprachwissenschaff. Litterarische!Notizen. — Berichtigung. Nachdruck nur mit -voller Quellenangabe gestattet. Aufruf betreffend ״Geschichte des Erziehungs- und Unterrichtswesens der deutschen Juden“. FiirK. Kehr bach’s ״Monume nta Germaniae Pädagogica“ (Verlag vou Hofmann & Comp, in Berlin) ist von dem Herrn Rabbiner Dr. G.ü d e m a n n in Wien eine Geschichte des Erziehungs- und Unterrichtswesens der Juden in den deutschen Ländern (Deutschland, Oesterreich, Schweiz, Ostseeprovinzen) in Angriff genommen worden. Obwohl Herr Dr. Güdemann durch die Vorstudien zu seinem bekannten Werke: ״Geschichte der Erziehung und Cultur der abendländischen Juden“ bereits in den Besitz vieler auf das obige Thema bezüglicher Materialien gekommen ist, so ist doch diese Sammlung noch keineswegs ausreichend. Es muss darum darnach gestrebt werden, diese Sammlung so zu vervollständigen, dass sie die sichere Grundlage für eine möglichst lückenlose Darstellung der Geschichte des jüdisch-deutschen Erziehungsünd Unterrichtswesens bilden kann. Um diese Vollständigkeit zu erreichen, ist die werkthätige Theilnahme weitester Kreise nöthig, denn es ist unmöglich, dass ein Einzelner das Material, das über einen weiten Raum zerstreut, an Hunderten von Orten in Bibliotheken und Archiven aller Art aufbewahrt und zum Theil versteckt liegt, zusammensuchen kann. Die Materialien aber, die bei vorstehender Arbeit in Betracht kommen, sind: 1. Schulordnungen, Stundenpläne, Statuten, Schulzeugnisse, Besoldungsacten, Contracte, mit Lehrem geschlossen eto. 2. Schulbücher aller Art, die beim Untterricht, öffentlichen oder privaten, der deutschen Juden benutzt wurden. Pädagogische Miscellaneen, z. B. Abhandlungen über Pädagogik, pädagogische Theorien und Systeme, pädagogische Gutachten, Selbstbiographien von Lehrern, deutsch-jüdischer Schulen, Schulreden, Dichtungen, die sich auf Unterricht und Erziehung in deutsch-jüdischen Schulen erstrecken etc. 4. Aber auch selbst kleinere Notizen, die sich auf Schulen, Lehrer, Privatunterricht, Erziehung etc. der deutschen Juden erstrecken und die sich in irgend welchen Archivalien, in Urkundenwerken, Ohroniken, Biographien, Briefwechseln, in Bücher-Vorreden, auf Inschriften, in Legaten etc. befinden, sind von Wichtigkeit. Wir bitten alle Diejenigen, die sich im etwaigen Besitze solcher unter 1—3 aufgeführten Materialien befinden oder die auf solche unter 4 erwähnten Notizen hinweisen können, sich freundlichst mit der Redaction der Monumenta G. Pädagogica direct in Verbindung setzen zu wollen. Berlin, W. Charlottenstrasse 28, I. Redaetion der Mon. Germ. Pädagog. Dr. Karl Kehrbach. Zur Eschatologie in Talmud und Midraschim. Von Dr. .T. Caro, Rabbiner in Pilsen. Klagen über den Mangel an Fortentwickelung der jüdischen Theologie mehren sich. Und die Klagen sind begründet. Ueber den Lehrbegriff der jüdischen Religionsphilosophie im Mittelalter sind wir nicht hinausgekommen. Saadia, Gabirol, Jehuda Halevi, Creseas, Maimonides sind mit Eifer studirt und mit Scharfsinn erforscht worden, aber die Resultate scheinen zu Dogmen zu erstarren. In der Bethätigung des religiösen Bewusstseins und Empfindens zeigt sich der unabweisbare, uneindämmbare Einfluss des Lebens in der Zeit. Dass dasselbe sich aber so schwankend, so zerrissen, so inconsequent geberdet, liegt zumeist im Mangel an Fortentwickelung und Weiterbildung des religiösen Lehrgebäudes. Stillstand im Forschen nach den Lebensbedingungen verursacht endlich Abnähme und Erstarren der Lebenskraft. Bei der Errichtung eines neuen oder bei der Fortführung und beim Ausbau des alten Bauwerkes werden die Grundmauern, die Trag- und Ecksteine zu untersuchen seiu, inwiefern sie von tüchtigem oder brüchigem Material, inwiefern sie an richtiger oder falsoher Stelle, oder gar, inwiefern tüchtige und wohlverwendbare Bausteine unbenutzt auf dem Platze liegen geblieben sind. Zu einer solchen Materialienschau wird vielleicht nachfolgende Skizze eine nicht unbrauchbare Beihilfe seiu. Auf die Anschauungen einer vor den genannten Theologen zurückliegenden Zeit müssen wir prüfend zurüokgehen, vielleicht gelingt es einem neuen Pfadfinder, bessere, wegsamere, dem Zeitbewusstsein angemessenere

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