Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 15 (1886)
- Issue
- N° 44. (28.10.1886)
- Date
- 1886-10-28
- Page
- Seite 172 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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— 172 21. S. 408, Z. 18 v. n. |ר״ד אלול שנת השל׳־נ יום הששי — 1573. Dos Monatsdatain ist hier jedenfalls corrumpirt. Der Neumond fiel in diesem Jahre nicht auf den Freitag. 22. Bd. X. S. 37 Z. 15 v. n. (20. Adar 10. März n. St 161«. 23. S. 71 Anm. Z. 22 v. u. והיה זה ביום הששי ה ימים לחדש תמוז ה׳ ת״ח. Herrn I)r. Grätz, dass das ',ד hei allen Schriftstellern dieser Zeit, auch bei M. de Trani 5000 bedeute, ist durch Zunz ״Zur Geschichte und Litteratur“ S. 220 No. 72 hinlänglich widerlegt. In Italien, der ursprünglichen Heimath de Trani’s wurde das ',ד a m E n d e des Wortes nicht besonders (für 5000), sondern als Einheit gezählt; dies war auch der Fall, wenn esamAnfange eines W ortes mit den übrigen Buchstaben einen vollständigen Begriff bezeichnet«. Vergl. Zunz a.a. 0; סרה;502! - הזמיר 2(>5 u a. Mit Grätz אדר statt אייר zu lesen, um die Jahreszahl 1541 zu erhalten, scheint mir gezwungen. 21. Das Datum stimmt ganzenau Der 1. Ellul fiel im ahre 5333 —: 1573 mit der Jahresformel בש״ה allerdings aut Freitag und muss jede Emendation nur Ve:•- wirrung bringen. 22. Der 20. Adar 1610 war 0. März 23. Der 4 Tamus — 24. Juni 1048 war am Mittwoch. Diesen Irrthum habe ich bereits in No. 30 des Lit.-Bl. Notiz 2 berichtigt. Litteraturbericht. Recensionen. Tawrogi, Dr. A. J. Der talmudische Tractat ״Derech Erez sutta“ nach Handschriften und seltenen Ausgaben mit Parallelstellen und Varianten, kritisch bearbeitet, übersetzt und erläutert. Königsberg 1S85. Der Herr Verfasser hat im Titelblatte seine Leistungen bei dieser Arbeit selber in .'1 Theile zerlegt: 1. nach Handschriften und seltenen Ausgaben mit Parallelstellen und Varianten 1. kritisch bearbeitet; 2. übersetzt; 3. erläutert — und dieser Eintheilung wollen wir in unserem Referate auch folgen. — Also 1. die kritische Bearbeitung; mit dieser bat sich der Verfasser den vollen Dank aller Freunde der talmudischen Litteratur verdient. Mit bewundernswerthem Fleisse und skrupulöser Genauigkeit sind die verschiedenen Handschriften und Ausgaben verglichen und die Varianten in fortlaufenden Anmerkungen unter dem Texte notirt. Ich rechne dieses Verdienst für um so höher an, als ich der Ueberzeugung bin, dass diese kleinen Traktate noch lange nicht genügend in ihrer Bedeutung für die Geschichte der Mischna gewürdigt sind. Die vom Autor recipirte L. A. scheint mir zwar nicht immer die wahrscheinliebere zu sein, z. B. S. l(i recipirt derselbe ונאה במיעוטך während Ed. והתנאה lesen. Uebersetzt man mit dem Verf. ״und habe Genuss von deiner geringen Habe“, so scheint letztere L. A. sich mehr zu empfehien. Ebenso s. 17 הוד. דן את דבריך עד שתוציאם scheint mir weniger richtig als עד שלא תוציאם. Un- 8ere Ausgaben haben תן דעתך עד שיצא מפיך und im Marginal הוה דן את דבריך עד שלא תוציאם, was mir richtig zu sein scheint. Hier ist überall עד ולא עף בכלל darum bei דעתך, wo es progressiv zu nehmen ist לד שיצא, dagegen bei דבריך wo es regressiv zu. nehmen ist ער שלא. Doch über dies und ähnliches kann man verschieden denken, und da die Varianten gewissenhaft notirt sind, kann ja jeder selbst prüfen. Nun zu den zwei andern Theilen: Uebersetzung und Erläuterung. Zu. meinem Bedauern muss ich sagen, dass nach dieser Seite mir das Werk Vieles zu wünschen übrig lässt. Der Verfasser hat sioh in der Uebersetzung und Auffassung gar oft vergriffen. Gleich auf der ersten Seite דרכן של ת״ח übersetzt Verf. ״Gelehrtenart“, für״Art der Schriftgelehrten“; ״ זריזgewandt“ st. ״eifrig“ אהוב לכל אדם ״bei allen wohlgelitten“ statt ״liebevoll“ wie in Aboth <>, wo 88 erläutert ist mit אוהב את המקום etc. Dies אהוב ist offenbar ein Denominativ von אהבה wie מסור von שפל;מסיר־ und שפל רוח durchgängig mit ״herablassend“ 8t. ״demüthig“; ״שואל ״ בענין ומשיב כהלכהer frage sachgemäss und antworte schicklich“ — (was heisst das überhaupt?) — statt- ״Frage in Bezug auf den vorliegenden Gegenstand und mache Einwendungen, die der Halacha entsprechen.“ s. 2 אל תהי כפתח גדול שמכנים את הדוח ולא כפתח קטן שמנבל את היקרים erläutert Verf. ״Gestatte nicht Jedermann den Umgang mit dir, bean- Spruche aber auch nicht, dass diejenigen, die deines Umganges würdig sind, ihn durch ihre Herabwürdigung erlangen sollen“, also פתח גדול als Sinnbild zu grosser Geselligkeit. Dann ist פתח קטון als Gontrast — zu wenig Geselligkeit, also nicht מנבל את היקרים. Offenbar ist ersteres eine Bezeichnung zu grossen Stolzes, und letzteres zu grosser Bescheidenheit, die auch den Kleinsten oder vielmehr Gemeinsten nicht vom Umgänge abschreckt, so dass dein Umgang dann entehrend wird für Edle. S. 3 soll אם לקית בממונך זכר אח איוב ... בגופך ... דתן ״ ואבירם שירדו חיים שאולהEine Ermahnung zur Ergebung in den Willen Gottes, durch Hinweis auf andere, die ein Härteres erduldet“ sein. Wie wunderlieh, auf die Zänker Dathan und Abiram in diesem Sinne hinzuweisen! — Offenbar ist der Sinn: Sohaden an Vermögen betrachte der Mensch als Prüfung, wie bei Hiob; Schaden am Leibe als Strafe, wie bei Dathan und Abiram. Freilich würde demnach die L. A. איוב שלקה בממונו ובגופו nicht mit dem Verf. zu reoipiren, sondern mit Ms. H. ובגופו zu streichen sein. — Daselbst אל תדרוש מן המינים ואל תמשוך מן ״ המצות שמא תמשך לגיהנוםund wende dich von den Geboten nicht ab, damit du nicht ewigem Verderben anheimfallest“; hier verlangte das Wortspiel תמשך תמשוך ... im deutschen: ״entziehe dich nicht. ... damit du nicht gezogen werdest“. מין nimmt Verf. als ״Art“, ״Gattung“, ״Sectirer“, oder vom arab. ״mana“ - lügen, ohne der kolossalen Litteratur, die über ״die Minäer“ existirt, zu gedenken. An dieser Stelle scheint das Christenthum gemeint zu sein, welches משיכה מן המצות predigte. (Schluss folgt.) Litterarische Notizen. Zwei neue hebräische Zeitschriften. In Droliobycz giebt Herr A. Za p 11 i k eine hebr. Monatsschrift ״Zijon“ mit wissenschaftlichen Beiträgen und Mittheilungen aus handschriftlichen Werken heraus. Das erschienene Hett veräffentlicht die litte-!•arisch werthvollen Briefe B. Goldbergs. — Herr Eisig Gräber, bekannt durch Veröffentlichung des Rappoport-Luzzatto’sehen Briefwechsels, beabsichtigt in Gemeinschaft mit Herrn F. Samolenskiu (in Jaroslau-Galizien) ein ״Jüdisch-1 itterarisches Magazin“ (בית אוצר הספרות) herauszugeben für hebr. Wissenschalt, Kritik uud Biographien berühmter jüd Gelehrten Eine grosse Anzahl von hebr Mitarbeitern aus Kussland, Deutsch-!and, Oesterreich, Italien. Frankreich und England hat die Mitarbeiterschaft zugesagt. Der Preis des Jahrgangs ist aut 5 M, 13 ih, 7 fres.) angesetzt. Verantwortlicher Rcdacteur Dr. K ah mer, Magdeburg. Druck von D. L. W 01 f f, Magdeburg. Verlag von Robert Friese, Leipzig״