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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1886-10-07 · N° 41. (7.10.1886) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
15 (1886)
Issue
N° 41. (7.10.1886)
Date
1886-10-07
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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— — Jüdisches --8—י- Litteratur-Blatt. Zur RtltorhtBBg «Iler Jadeathn»« ■nU ■/«den betreffende« HtteraHiiehen Er• •ehel11B|(11 aaf dem Gebiete der Philo• *ophfe, Geerhlehte, Ktbn0fr»phte> Theo• lofle, Oriental!«, Exegese, Homiletik, Lttargik, Pädagogik. Herausgegeben von Rabbiner I)r. Horit?. Rabiner. j. öc-to-6c-1• 1886, Bich«! der tl»cl1)8|{lge1t Lltteratur.welche der Beriftct ■m ingeMndt werde■, finde■ 1■ dleeem Hlmtte eingehende Bespreehung. Bel Einsendung von nwel Keeenetons- Exemplaren erfolgt einmalige kurae Oratla-Inaertlon. Das »Jüdische Litteratur-Blatt« erscheint wöchentlich Ln einem halben Bogen Preis bei allen Buchhandlungen (in Leipzig bei Robert Friese) pro Jahrgang 8 Hark. Abonnenten der ״Israelitischen Wochenschrift“ (die vierteljährlich bei allen Postanstalten und Buchhandlungen 8 Hark kostet) erhalten das ״Jüdische Litteratur-Blatt“ gratis. — Inserate werden mit 85 Pf. für die gespaltene Petitzeile, Beilagen mit 15 Hark, berechnet und sind an die Expedition dieses Blattes zu senden, Buchhändler, welche direct oder durch Robert Friese in Leipzig Inserate einsenden, erhalten 25 Rabatt. 11) h n 11: Wissenschaftliche Aufsätze: Psalm 45. Historisch kritisch erläutert von Arthur S. Weissmann. (Forts.) — lieber die Bezeichnung ש' הגדול. (Fortsetzung.) Litteraturbericht. Recensionen: 2. Wolff, Dr. G. Die Geschichte Israels für die isr. Jugend. — .‘1. Bäck, Dr. S. Die Erzählungen und Religionssätze der heiligen Schrift. Litterarisc.he Notizen. Nachdruck nur mit ■voller Quellenangabe gestattet. Psalm 45. Historisch kritisch erläutert von Arthur S. Weissmann. (Fortsetzung.) Nun gilb es, den jüdischen ־König oder den jüd. Kriegsobersten zu errathen oder ausfindig zu machen. Vorexilische Könige sind im Vorhinein ausgeschlossen, weil der Psalm ein sehr junges Gepräge hat.*) Sind wir aber dahin angelangt, dass es sioh hier um einen jüdischen König handelt, der eine fremd■ ländische Tochter im Kriege entführt und dann heimeführt, und dass diese Begebenheit sich während er Restaurationszeit des 2. Tempels zutrug, so bleibt, da nach Sembabel kein jüdischer König oder kriegführende Oberhoheit au der Spitze der Nation stand, die Möglichkeit dieses Vorkommnisses auf die Zeit der Makkabäer beschränkt. Serababel, so sehr er die Macht des Weibes als die höchste auf Erden pries (das apokryphisohe Buch Ezra 4, 13—32), kann nicht Gegenstand dieses Psalms sein, weil er keinen Krieg geführt, daher wenn auch manche fremdländische Schöne sein Herz rührte, so durfte er sie doch nioht nach dem Gesetze unmittelbar berühren. Der Makkabäer einer also. Und wir sind in der That überrascht, sowohl vom Talmud als von Josephus zu vernehmen, dass man sich über die Familienreinheit der Makkabäerfürsten Geschichten zuflüsterte, die ihre Qualifikation als Hohepriester in Frage stellte und es auch Heisssporne gab, die ihr Bedenken hierüber den Fürsten ins Gesicht zu erkennen zu geben kein Bedenken trugen. Johann Hyrkan I., berichtet Josephus übereinstimmend mit dem Talmud, lud einst die Pharisäer zu sioh, bewirthete sie gastlich und forderte sie auf, *) רחש y. 2 ist reiner Arainäismus. 0וםר מהיר (das.) ist aus Esra 7,6 entlehnt. לןציעות V. it ist ein Hapaxlegomenon und kommt aus dem Griechischen. שגל V. 10 kommt nur noch Nehemia 2,6 vor. 5. Mos. 28:10, Jes. 13,16, .Tinnia 3,2 und Zacharia 14,2, wo diese Wurzel noch vorkommt, ist sie ja von der Massora selbst angezweifelt und mit einer Qri-Glosse begleitet. IJnd ביקרותיך ist doch das spätere volkslhümliche Chaldäisch, welches sich im Talmud wiederholt. als sie guter Dinge waren, ihm unumstäudlich zu sagen, ob sie auch mit seinem ganzen Gebahren zufrieden und mit seinem Thun und Lassen einverstanden wären? Alles überbot sich in seinem Lob. Nur ein gewisser Eleazar (nach dem Talmud Juda beu Gardim**) äusserte ihm: ״Weil Du Wahrheit wissen und auch gereoht sein willst, so lass die Hohepriesterherrschaft und begnüge Dioh mit der Herrschaft über das Volk allein.“—״Warum das?“ fragt Hyrkah erstaunt. — ״Weil wir von den Alten überliefert bekommen, dass Deine Mutter zu Zeiten des Krieges mit Antiochus Epiphanes gefangen genommen worden sei“ (Jos. Ant. XIII 106. Tr. Kiduschin 66). Allerdings bemerkt Josephus, dass dieses Gerede erlogen war. Und auch der Talmud sagt ויבוקש הדבר ״ •ולא נמצאDiese Angelegenheit wurde untersucht und als nicht richtig befunden.“ Aber wir sehen denselben Vorwurf gegen dessen Sohn Alexander Jannai, als dieser eine hohepriesterliche Funktion ausüben wollte, noch viel bestimmter erheben. Ja, man schalt ihn geradezu: Sohn einer Gefangenen שביה p (Jos. Ant. XIII, 13.5). Also Simon der Makkabäer, Sohn des Mattathiab, sollte mit einer Kriegsgefangenen, einer שביה, sich vermählt gehabt haben, und dieser Ehe soll Johann Hyrkan entstammt sein? Nun hat aber Simon nur acht Jahre regiert und Johau Hyrkan war bei dessen Ermordung bereits Mann und fähig, die Zügel der Regentschaft fest in die Hände zu nehmen. Aber Simon, der zweite Sohn Mattathia’s (I. Makk. 2.3, II. Makk. 8.22), wurde gleich beim Beginn des Auf- Standes von Mattathia vor dessen Ableben zum Haupte der Bewegung und zum Oberhaupte der Brüder eingesetzt. ״Simon, Euer Bruder, ich weiss, er ist eia kluger Mann, ihm gehorchet alle Tage, er wird Euch ein Vater sein״ (I. Makk. 2.65), lautet das Vermächtniss des sterbenden Streiters für Gott und das Gesetz. Die andern Brüder, wenn sie zur Führerschaft gelangt, waren es nur beim Heer und ihren Kriegeszügen. Politisches Oberhaupt war und blieb Simon, bis er alle diese Würden auf sich ven uigte, und alle diese Würden — Fürst, Hohepriester und Kriegsoberster zusammen — bekleidete er nur acht Jahre. Und merkwürdiger Weise finden wir Simon zu Zeiten seines Bruders Juda, des Makkabäers, allerdings zur Zeit grosser Noth, auoli an die Spitze. des Heeres treten und Lorbeeren erringen. Bei einer dieser Gelegenheiten sehen wir Simon nach Galiläa ziehen, den Heiden viele Sohlaohten liefern, sie nieder- **) 8 גח־יםt. נרדים, weil im Tr. Edioth berichtet wird, dass die Gardim 80 gut unterrichtet waren, dass man aut ihre Angaben mehr, wie auf die des Hillel und Schamai achtete.

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