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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1886-10-01 · N° 40. (1.10.1886) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
15 (1886)
Issue
N° 40. (1.10.1886)
Date
1886-10-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Jüdisehes Jah^•xv• Litteratur-Blatt. Cur ■«Inektuc aller latatta 111 M« kaMM4n llttararlack«■ ■r- ■aUmit• uf in GeklaU <a> FW•- aafkii, 6eerkiekte, Bkiaparkb, Tb*•■ totf«, Orieatalle, Kzegeae, ■eaalletlk. Utwgik, PMi*o*lk. Heraasgegeben toh Rabbiner Dr. Moritf Rahmer. &RLa<}de&uty, 1. Qctofo^ 1886. Sicher Cer elaachllfll•■ LIMerctar,welch• Cer Beleetiow ■■(«ult werde«, ladt• ta dleeeei Blatt• elhfekeale Baeyreeheef. Sei naeaada•! re■ »wel Keeeeelee•• beat|lerew •rfltlgt eleetellfe keria Sratb-IaatrtUa. Bas ,fJMisebe Litteratur-Blatt« erscheint wöchentlich in einem halben Bogen Preis bei allen Baohhandian^en (in Leipsig bei Robert Friese) pro Jahrgang 8 Mark. Abonnenten der .Israelitischen Wochenschrift“ (die vierteljährlich bei allen Postanstalten and Bachhandlangen S Mark kostet) erhalten das ״Jüdische Litteratur-Blatt“ gratis. — Inserate werden mit tt PL für die gespaltene Petitaeile, Beilagen mit lft Mark, berechnet and sind an die Expedition dieses Blattes ■a senden. ■Bf Buchhändler, welche direct oder durch Robert Friese in Leipsig Inserate einsenden, erbalten 25 1ן Rabatt. Inl1a.lt: ־Wissenschaftliche Aufsätze: Psalm 45. Historisch kritisch erläutert von Arthur S. Weissmann. — Nochmale über הגדול TT. — Verwechselungen von נו und tO- Bitteraturbericht. Recensionen: 1. Hoff, Br. — 2. Wolff, Br. G. — 3. Bäck, Br. S. — 4. Mautner und Kohn. (Besprochen von M. Steinhardt) In serate. Nachdruck nur mit T7־olX«r Quellenangabe gestattet Psalm 45. Historisch kritisch erläutert von Arthur S. Weissmann. Dieser Psalm ist auch einer von jenen Psalmen, mit denen schon die Ansleger ihre liebe Noth hatten, die Forscher nach der geschichtlichen Begründung and Veranlassung noch mehr. Hupfeid, der es sich in seinem sonst vorzüglichen nnd ausgezeichneten Psalmcommentar in dieser Beziehung leicht machen wollte und gleich im Anfänge der historisch-kritischen Schule gegenüber die Erklärung abgab: ״neidlos diese Entdeckungen der neuesten positiven Kritik ihren Urhebern und Liebhabern zu überlassen ״ — konnte doch nicht umhin, hier naoh einer historischen Begründung und individuellen Veranlassung zu forschen. Ja, er nennt es geradezu Verblendung, wenn man diesen Psalm als eine Ode an einen gewissen König auflässen wollte, — (de Wette, Hofmann) — denn dieser Psalm Ist offenbar ein Hochzeitslied zur Feier eines Königs mit einer Königstochter (VV. 1, 13, 14). Die Einwürfe, welohe gegen die Auffassung, dass dieser Ps. ein Gelegenheitspsalm sei, erhoben wurden, weil die kriegerischen Tugenden des Königs zu sehr herausgestrichen würden und der Dichter ihn auffordere, das Schwert umzugürten, um damit in die Brautkammer zu treten (de Wette, Döderlein), haben zwar schon Hupfeid und Hitzig genugsam zurückgewiesen. Ich aber möchte doch noch fragen: beschränkt sich der Vermählungsakt eines Königs nur auf die kurze Spanne, der Braut in ihrer Brautkammer seine Aufwartung zu machen? Auch mit der Krone geht ein König nicht zu Bette, und soll er deshalb dieselbe am Hochzeitstage nicht tragen?! Aber wer war dieser König? Der Psalm selbst bietet zwar der Anhaltspunkte viele. Und sie sind nicht ganz allgemeiner Natur. Der König ist seiner Majestät würdig. Er ist überaus schön. Anmuthwar auf seinen Lippen ausgegossen (V. 3). Er ist holdenmüthig (V. 4), Dieder (V. 7), gerecht (V. 9) und führte •inen grossen Hofstaat (V. 9). Auch führte er eine fremdländische Königstochter heim (V. 11). Und doch hat man hier gut rathen. Wieviele judaische Könige fremdländische Königstöchter heim^eführt haben, ist uns nicht bekannt. Nur von David und seinem Sohne Salomo gesohieht’s in der heiligen Schrift Erwähnung. Nun vermählte sioh David mit Maaoha, der Tochter Talmais, des Königs von Geschur (2. Sam. 3,3), und Salomo mit der Tochter des Königs von Egypten (I. Kön. 3,1). David bleibt ausgeschlossen, weil jene fremdländische Königstochter schon zu Hebron den Absalom gebar und von einer Pracht, wie die hier beschriebene, nicht die Bede sein kann (018hausen). Auf Salomo rieth nun Hupfeid, wahrscheinlich, weil von einem andern jüdischen König nioht Aehnliohes berichtet wird. Aber er hatte mit diesem leidigen Versuch entschieden Unglück und seine erste Annahme: ״Die Vermählung mit der ägyptischen Königstochteru selbst fallen gelassen. Und seine, in seinem Psalmcommentar aufgestellte Behauptung, dass Salomo sich auch mit einer tyrisohen Königstochter vermählt haben müsste, weil er mit Hiram sehr befreundet war, hat Hitzig mit richtigem kritisohen Takt zurückgewiesen, müsste doch früher erwiesen werden, ob dem Hiram gar eine Tochter lebte. Daim war ja die שגל, die rechtmässige (Königin) Gemahlin des Salomo, eine Egypterin (I Kön. 3,1). Auch hatte Salomo keinen Elfenbeinpalast (V. 9). Verlockt daroh den Elfenbeinpalast, räth Hitzig gar auf Ahab, eiuen israelitischen König, weil bei ihm alles zusammentrifft. Er hat einen Elfenbeinpalast erbaut (I. Kön. 22,39) und Jsebel, die Tochter Ethbaals, des Königs von Sidon, ^•ehelicht (L Kön. 16,31). Und Menander berichtigt ]a die Bibel, dass der Vater der Jsebel Jthobal geheissen und König von Tyrus — nicht Sidon — war (Jos g. Ap. 1,18). Gegen diese allerdings scharfsinnige und. mit so vielem Wahrheitssohein aufgestellte Behauptung Hitzigs macht wieder mit nooh viel mehr Beoht Hupfern eltend, dass ein Lied zum Lobe Ahabs und besoners der übelberüchtigten Verbindung mit der abgöttisohen und lasterhaften Jsebel wohl schwerlich Umlauf in Juda und eine Aufnahme in der Psalmsammlang gefunden haben würde. Aus eben demselben Grunde müssen auch Je horam, König von Juda, der sioh mit einer Tochter Ahabs (2. Kön. 8,18), und Ahasia, König von Juda, der sioh wieder mit Athalia, der Tochter Omri’s, Königs von Israel, vermählte (2. Kön. 8,26), Wegfällen. Graetz erklärt mit apodiktischer Gewissheit: ״ Dieser Psalm ist auf Hiskia gedichtet“, ohne die Behaup-

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