Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 15 (1886)
- Issue
- N° 37. (9.9.1886)
- Date
- 1886-09-09
- Page
- Seite 146 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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- Avignon 1× ep/1047822
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— 146 .,Den Gott der Väter, JakoVs Hort, ’ ״Din hat er abgeschworen. ,.Es schwankt mein Sohn von Ort zu Ort, ״Verdorben und verloren. ,.Noch lebt mein Jsaak — er ist tot, ״Beim Leben schon gestorben. ״Wer zählt den Jammer, wer die Noth, ״Die ich durch ihn erworben? ״Den einz'gen Sohn war ich bestrebt, ״Zum ew’gen Heil zu leiten. ״Ich Ungliicksvater hab's erlebt, ״Zu sehn ihn fallen, gleiten. ,.Kein Mittel heilet meinen Schmerz, ״Nichts lindert meine Wunden. ״Untröstlich seufzt und klagt mein Herz. ״Es kann nicht mehr gesunden. ״Genommen ist mein Augentrost, ״Mein Jsaak kläglich endet. ״Die Brust in mir — sie stürmt, sie tost, ״Mein Sohn hat mich geschändet. ..Allgüfger, lenke mein Geschick!| ,,Den Sohn, den Sohn mir heile! ״Dem Liebling mein lass bliib'n noch Glück! ״Zu Dir, zu mir er eile! ״Sein Aug' erleuchte immerdar! ״Dich, Väterhort, er schaue! ,.Er handle wacker, glaube wahr! ״Dir, Gott, er nur vertraue!“ Wir legen den Diwan aus der Hand mit dem Wunsche, der gelehrte Herausgeber möge recht bald seiner Absicht gemäss sämmtliche religiöse Dichtungen Jbn Esra’s veröffentlichen. Wir können seiner Demerkung nur beipflichten, der Diwan lasse Jbn Esra als einen Mann von gottgeweihtem Sinpe erkennen. Sohrau O.-S. Dr. Immanuel Deutsch. Nachschrift der Redaction. 2. Hr. Dr. Eger sendet uns die folgenden Notizen zu den Bemerkungen des gesch. Hr. Recensenten in vor. No. zur Veröffentlichung ein: 1. Die Variante No. 200 v. 4וךוטא רב לצורך תעשה ״!st, wie ich es auch (S. 108, angegeben habe, aus den Machs. Tripolis und Avignon entlehnt. 2. Dass ich תטילה, wie Tudela in jüd. und arab. Quellen bezeichnet wird, nicht tiir Toledo halte, dazu bedarf es doch keiner Begründung. Würde zwischen ח und ט im Zusammenhang der Verse sich eine Lücke zeigen, so Hessen sich die Buchstaben ל' ״ einschieben um etwa תליטילה “ Toledo daraus zu machen: das ist aber nicht der Fall.;1. Es fehlt der Schluss des 4. und der Anfang des 5. Capitels. Die uns aus letzterem erhaltenen ״Liebes u. Loblieder (s. p. XIX.) beginnen mit S. 83, No. 188.1 4. No. 20•» V. (»8 ist, wie ich nachträglich aus meiner Ab- Schrift ersehe, לעבוד שקו zu lesen. Litterarische Notizen. 1. Die l'ensur im Menorath llamaor. Der Unterzeichnete ist im Besitze einer sehr alten Ausgabe des מנורת המאור» Dieselbe stammt, wie aus einer .Schlussbemerkung des Druckers und Herausgebers zu ersehen ist, aus dem Jahre שכ״ג לפי׳ק und wurde gedruckt in der Stadt Mantua, ist also circa 32:1 Jahre alt. Interessant an diesem altehrwürdigen Buche sind die jedenfalls von der Ceusur lierrülirenden Streichungen: Bei vielen derselben ist es schwer erklärlich, was den (.'ensor jener Zeit bewogen, die betreffende Streichung vorzunehmen, im Laute der Jahrhunderte sind die dicken Federstriche, welche die Stellen, die in den Augen des Censors keine Gnade gefunden, und durch ihn ausgemerzt werden sollten, verblasst und diese Stellen wieder leserlich geworden. Es ist nicht uninteressant, ist es, die Stellen zu veifolgen, die durch die l'ensur jener Zeit verpönt worden sind. liier mögen einige bezeichnende Beispiele folgen: 1. Gleich in der הקדמה sollte durch einen mächtigen Strich folgendem Passus ein Ende gemacht werden: ובא כל הקבלה הזאת מפה אל פה עד שנכתבה באורך ומן בדי שלא תשכח מפי ישראי במשניות ובברייתית ותיספתית ובספר, ובספרי ובגמרות הירושלמי והבבלי ער שנומר התלמוד. Höchstwahrscheinlich hat die Verbreitung der Kenntniss über die Entwicklung des jüd. Schriftthums hei der damaligen Censur Anstoss erregt, welch anderes Motiv könnte sonst zur Beseitigung des Obigen ohgewa'.tet habenV •אמר ד־ חייא :heisst es נר א׳, כללא,, חלק א,, פרק ששי.2 בר אבא כל הבא על ארמית כאלו נתחתן<י[בע״ו] דכתיב ובעל בת אל נכר וכי יש [בת אל נכר] אלא וה הבא על [ארמית]. 3. In demselben Perek sind ausserdem mehrmals die Ausdrücke [בע״ון ,[ארמית] und [משום [נשי גא durchstrichen. Auffallend ist die Ineonsequenz, die bei diesen Durchstreichungen zu Tage tritt. An mehreren Stellen ist der Ausdruck 11ע״ז durchstrichen. und כו״ם (Abbr. für כוכבים וימזלית) darüber gesesetzt. Dass dieser Zusatz seitens der Censur geschehen, ist wohl nicht anzunehmen, vielmehr wird der derzeitige Besitzer der quäst. Ausgabe jene Correctur gemacht haben. 4. Im Chelek H, Perek 1. hat die Censurfeder stark gewüthet׳ Daselbst ist jedesmal der Ausdruck [1םושעי אומות העולם durchstrichen. Ferner: וכל המצר ל־שס' נעשהו ראש; ferner gleich darauf:ומאן חשיב בד,הוא עלמין 5. Zu Ende des '0" א ist zweimal das Wort [השמד[ gestrichen. 0. נר ב,, כלל א•' חלק ב.' םרק,י״נ J Hier hatte die streichende Hand sogar an der Ueberschrift etwas auszusetzen. Wir linden dort das Wort ובמלעיגן in dem «atze 1במלעיג] דברי חכמים durchstrichen. 7. Ferner: אר "יב׳־ל [כשעלה משה למרום מצאוו להקב 'יה [שהיה קושר כתרים לאותיות אמר ליה משה אין שלום בעירך אמר לפניו רבונו של עולם כלו׳ יש עבד שנותן שלו־ לרבו היה לך לעורני]. 8. Ferner: אמר ר־ יהודה אמר רב [כשעלה משה למרום מצאוו להקב־יה ושהיה קושר כתרים לאותיות. אמר לפניון רבונו של״ע 1מי מעכב על יק־ אמ, ליה אדמו אחדו שעתיד להיות בסוף ומה דורות ועקיבה בן יוסח שמב שעתיד לדרוש על כל קרץ וקק תלי תלי־ של הלכות. ואמר לפניוו ר״ש הראהו לי אמר ליה חזור לאחוריך הלך] וישב לסוף וכ״ו.] 8. Daselbst Perek 2: כל הלועג על דברי והכמים נדון בצואה רותחת].. 1״. Ferner: אנקלום בר קלונימום בר אחתיה (דטיטום הוה בעא לאיניורי אזיל אפקיד, לטיטום בננידאן אמר ומאן חשיב בההוא עלמא אמר ליה ישר^ן. 11. im •נר א,, כלל ב•, חלק ב־, פרק ה ist gleich zu Auläng das Wort ,גויר gestrichen und die Abbreviatur עבו״ם darüber geschrieben.*) (Schluss folgt.) Zu dem Artikel in No. 35 des Litt.-Bl. über den jüdischrussischen Jargon sei es mir gestattet, folgende Bemerkungen zu machen. Die Wörter: Schnur, Schwäher, schier, sind auoh in der neueren deutschen Litteratur nicht so selten, freilich nur an solchen Stellen, die ein altdeutsches Gepräge tragen sollen. (Schier dreissig Jahre etc.) ״Sangen״ brauent. noch Luther; ״itzuud“ oder ״jetzunder“ kommt noch in Geliert vor. ״Ebbes“ für ״etwas“ findet sich noch heut im schwäbisehen Dialect in der Form ״eppes“. Noch hinzuzufügen wäre i das Wort: ״enk“ für ״Euch“, das ebenfalls im bayrischen Dia- ׳ lect noch gebräulich ist. ' Das Wort ״Schalent“ oder nach Heine"s Schreibart ״Schalet“ ist wohl nichts weiter, als das alttranzüsisclie ״chald-chaud“ (vom lat. calidus), welches genau dem Worte חמין entspricht. ״Greis, greisen“ für ״Fehler‘ ist wohl nicht deutschen Ursprungs, sondern wahrscheinlich entstanden aus dem Worte גריעות, einem im Rabbinischen vorkommenden Derivat von der hebr. Wurzel גרע (geringer, schlechter sein, vgl. למה ערק)• Posen. S. 3. Zu ״Ragchl’s Todestag«. Die in der Notiz 3 (der vor. No.) mitgetheilte hebräische Inschrift ist allerdings nicht zuverlässig. Raschi's Todestag, wenn derselbe auf D on n ers tag, 21*. Tamus gefallen, kann nicht im Jahre 108 0 תתס״ח) gowesen sein. In diesem Jahre war, wie Herr Jechiel Heller in No. 85 des ״Hameliz“ richtig bemerkt, der 2!). Tamus am Freitag, dagegen im Jahre 1105) תתם״ה) am Donnerstag, welche (Korrespondenz auch mein herauszugebender 900 jähriger Datum- Vergleichungskalender nachweist. — Dasselbe Jahr giebt aber auch schon der sei. Z u n z in seinen ,,Monatstage des Kalenderjahres“ richtig an.') Das von ihm angegebene Datum 13״. Juli 1105 stimmt genau mit Donnerstag, 29. Tamus“ תתס״ה. ___ Cohen-Rees a. Rhein.***) *) Die in Klammern gesetzten Satztlieile sind in der Ausgäbe durchstrichen. *,i In einer anderen sehr alten, mir vorliegenden Ausgabe steht iiier נבריה. ***) In meiner Notiz ״Chronologisches“ (No. 30) bitte statt 1 חע״ח•i'lesen ת״ח. ') Vor ihm Luzzatto in denProlcgomeni. (li.) Verantwortlicher Kedacteur Dr. Rahmer. Magdeburg. Druck von D. L. Wolff, Magdeburg. Verlag von Robert Friese, Leipzig.